Stefán Máni Das Schiff

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Inhaltsangabe zu „Das Schiff“ von Stefán Máni

Eine Irrfahrt von Island nach Südamerika. Neun Männer, auf denen die Vergangenheit lastet, sind leichte Opfer des Bösen. Das Schiff ist den Elementen ausgeliefert und für die Besatzung beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. In seinem dramatischen Roman erzählt Stefán Máni vom Wesen des Menschen in einer klaustrophobischen Welt. Tiefe Sturmwolken hängen über der Stadt, als die Per se den Hafen von Grundartangi verlässt. Kapitän, Steuermann, ein Koch und sechs weitere Männer gehen auf lange Fahrt nach Surinam. Jeder von ihnen hat etwas zu verbergen, alle sind Getriebene. Schon bald vergiften Feindseligkeiten und Drohungen die Atmosphäre. Gerüchte um eine bevorstehende Meuterei verdichten sich. Vor allem Kölski, der 'Teufel', sorgt für Unruhe. Auf dem Höhepunkt des Sturms bricht die Verbindung zum Festland ab und der Schiffsmotor wird zerstört. War es Kölski? Da entern Seeräuber das Schiff und zwingen die Männer, ein letztes Mal zusammenzustehen. Doch Surinam ist noch weit, es zu erreichen längst utopisch geworden. Stefán Máni stellt auf zwingende Weise existentielle Fragen und überzeugt durch ein beklemmendes Psychogramm seiner Protagonisten.

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  • Die Flucht in die Wellen....

    Das Schiff

    kassandra1010

    14. August 2016 um 23:38

    Ein Schiff auf Abwegen. Weit und verab der Heimat sind auf einem Frachter neun verschiedene Menschen ab Bord. Das es keine einfache Überfahrt wird, zeigt bereits die Wettervorhersage. Hinzu kommt, dass sich die Männer alle fremd sind und jeder scheinbar etwas zu verbergen hat oder auf der Flucht vor sich selbst oder vor anderen Dämonen ist.Als wäre das nicht schon genug Stress für die Besatzung, wird mehrfach Sabotage ausgeübt und niemand kann derer überführt werden. Erst als das Schiff von Seeräubern angegriffen wird, zeigt sich das erste Mal so etwas wie Teamarbeit....Ein unruhiger Roman bei dem man sich den Wellengang und die unglaublichen Launen der unterschiedlichen Charaktere herauslesen kann. Keine leichte Kost!

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    bond

    26. October 2011 um 11:13

    _Eine zwielichtige Truppe auf dem Weg in die Wellen,den Sturm und ganz persönliche Konflikte_jeder der Männer hat hier und da Sorgen und schlimmere Taten auf dem Gewissen die sich auf dem Schiff ,der Per se,zu etwas unlösbarem verstricken_Doch Käpitän Gudmundur scheint alles im Griff zu haben_

  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    jansdarling2002

    07. September 2011 um 10:57

    ||| Story ||| September 2001..... Island ... mehrere schwere Jungs mit unterschiedlich krimineller Vergangenheit treiben sich im isländischen Küstenstätdchen Grundartangi herum... die einen sitzen in der Kneipe und trinken ihre letzten geistlichen Getränke auf dem Festland, bevor sie zu ihrer wohl letzten Fahrt mit der Per se in See stechen - letzte Fahrt deswegen, weil wohl die Reederei diese Crew aus Geldgründen aufgeben möchte - so das Gerücht... Beinah zeitgleich in einer dunklen Wohnung steht eine rätselhafte Gestalt nur in Unterhose bekleidet, das auf seinem Körper befindliche Blut beginnt zu gerinnen. Er hat gerade seine Frau umgebracht, da klingelt das Telefon ... . Während der ein oder andere mehr oder minder seinen Seesack packt, überreicht der Kapitän Gudmundur seiner Frau einen Umschlag, in welchem sich ein Flugticket befindet, ein Flugticket nach Südamerika, denn er steht kurz vor seiner letzten Fahrt - er hat gekündigt... wie s allerdings weitergehen soll, weiß er auch nicht ganz, denn seine Ehe steht wohl vor dem Aus ...obwohl er seine Frau immer noch liebt. Eine Antwort von seiner Frau auf das Flugticket hat er bis zum Zeitpunkt seiner Abreise nicht bekommen ... aber als er nachher an Bord seine Tasche auspackt, entdeckt er ganz unten in Selbiger ein Wachspapier-Päckchen .. er befürchtet etwas und ist sehr überrascht, als er dort drin das schwarze Kleid seiner Frau drin findet .. Freude keimt in ihm auf ... . Aus allen Winkeln der Stadt kommen die schweren Jungs in den Hafen um den Fuß auf das Frachtschiff zu setzen... von Island aus soll es nach Surinam (Südamerika) gehen ... die gestandenen 8 Seemänner haben allesamt ihr Päckchen zu tragen, keiner von ihnen hat eine weiße Weste - der eine hat ein paar Millionen Kronen Spielschulden, der andere seine Frau umgebracht.. und noch weitere Vergehen- weder der Kapitän, noch Heizer, Matrosen, Steuermänner... auch der 9. Mann, der "Nicht"-Seemann - welcher eher durch Zufall auf der Per se andet, ist nicht unbedarft. Er nennt sich selber "Satan"… . Jeder der an Bord gehenden Männer hofft erst einmal, diesen ganzen selbst geschaffenen Problemen mit der Fahrt nach Surinam aus dem Weg gehen zu können .... Hoffnung ist in diesem Falle ein geflügeltes Wort, denn auf den Männern lastet zusätzlich eine große Bürde: Die Kündigung der Reederei, so kommt es, dass sie klammheimlich eine Meuterei planen .... Planung ist immer gut denkt man sich und arrangiert im Geheimen hinter dem Rücken des Kapitäns das Vorgehen ... doch es kommt anders wie man denkt ... einer von Ihnen driftet unbemerkt in eine Torschusspanik hinab und begibt sich mit Kneifzange bewaffnet an Deck und kappt sämtliche Kabel ... somit ist eine Navigation geschweige denn eine Funkverständigung nicht mehr möglich.... keiner der Männer ahnt, wer es war ...da das Wetter maritim normal ist, meint der Kapitän, den "Ausfall" der technischen Einrichtungen meistern zu können ... auch wenn es nicht leicht werden, wird, denn Kapitän Gudmundur spürt eine aufkeimende Unruhe zwischen den Männern, oder liegt es nur daran, dass der sich selber "Satan" nennende Mann gar kein Seemann und schon gar nicht der Schwager eines Matrosen ist, und sich somit nicht wirklich für das Leben der anderen Seemänner interessiert? . schon einige Zeit auf See..... Fakt ist jedenfalls, aufgrund der gekappten Kabel wird die geplante Meuterei erst einmal aufgeschoben ... Krisenstimmung begleitet ein aufkommendes Unwetter .. die Per se wird gebeutelt von Windböen und hohen Wellen, mit teilweise extremer Schräglage haben die Seemänner zu kämpfen, und nicht nur das ist es, was die Männer gedanklich beschäftigt, auch der Gedanke, wer denn nun der Saboteur war und somit dafür gesorgt hat, dass das Schiff "orientierungslos" unterwegs ist. Zwar befindet sich ein Sextant an Bord, doch die Navigation und Kursberechnung ist doch etwas heikel, denn dank des Unwetters ist der Bezugspunkt in Form der Sonne nur kurzfristig verfügbar. Als die Richtungsbestimmung einigermaßen klappt ist Kapitän Gudmundur erschrocken, kann es sein, dass sie schon soweit vom Kurs abgekommen sind? .Den Kapitän plagen die Sorgen, denkt er doch schmerzlich an seine Frau ... aber auch die anderen Männer sind gedanklich nicht mehr ganz bei der Sache, das Vertrauen zwischen ihnen sinkt rapide... und das Gebaren von "Satan" trägt nun auch nicht gerade zum Vertrauensaufbau bei ... es kommt wie es kommen muss, wenn man ohne Navigation auf der See umher treibt und versucht jedes Unwetter zu umfahren .. irgendwann reichen die Kraftstoff-Reserven nicht mehr ... es muss rationiert werden, und als ob es nicht so schon schlimm genug ist, taucht auch noch in einem geheimnisvollen grünen Licht ein Schiff auf... fünf dunkel gekleidete Gestalten setzen mit einem Schlauchboot über und lassen an Bord der Per se ihre Maschinengewehre sprechen ..... . . ||| Meinung – Kritik ||| Uff.... erst einmal möchte ich Entschuldigung sagen, dass der Inhaltsabriss ein wenig stümperhaft und holperig wirkt bzw. daher kommt, aber das war gar nicht so einfach diesen in Worte zu fassen, warum das so ist, möchte ich gleich nachfolgend erläutern: . Nach einigen enttäuschenden Werken aus isländischer Autorenfeder wie z.B. K.-M. Baldursdóttir, A.Indridason oder auch G. Gunnarsson wagte ich dann doch den Versuch einem weiteren isländischen Autoren eine Chance zu geben, zumal ich schon im Vorfelde einiges über Stefán Mánis Werk "Das Schiff" gelesen hatte und eigentlich auch sehr erstaunt war, wie unterschiedlich die Meinungen zum inhaltlichen wie auch Schreibtstiltechnischen doch sein können ..ich möchte mich eigentlich gar nicht über die zahlreichen im Internet kursierenden Rezensionen auslassen, nur ist mir da im Laufe der Zeit doch aufgefallen, dass es viele Leser gibt, die den klaren prägnanten Stil der Skandinavier nicht verstehen bzw. nach dem lesen nicht umsetzen können und dieses dann als Negativ abhandeln ...Schulterzuck, egal ... komme ich zu meinen Eindrücken in Sachen Das Schiff . Mit richtiger Neugierde stürzte ich mich auf das Buch und fing an zu lesen ... so schnell konnte ich gar nicht aufhören. Was mir ja eingangs imponiert hatte, als ich mich soweit in den Schreibstil eingelesen hatte, dass anfangs alle agierenden Figuren für sich selber vorgestellt werden. Jede mit ihrem "Päckchen" , sprich man hat als Leser anfangs insgesamt 9 Handlungsstränge - welche einem Einblick in die einzelnen Figuren geben - dieses benötigt man im Nachhinein auch, um der Handlung im weiteren Verlauf folgen zu können. Ebenso ist die prägnante Figurenzeichnung im Weiteren sehr dienlich, denn so kann man schon Einblick in die Handlungs- aber auch Denkweise Selbiger gewinnen. Diese Art der Handlungsaufteilung finde ich direkt mal gelungen , denn so etwas hat man nicht oft und auf der anderen Seite bringt diese schon einen ganz besonderen Reiz mit sich . Man mag im ersten Moment denken, dass sich diese stellenweise recht kurzen Passagen , die auch noch schnell mal die Perspektive wechseln, sich dauerhaft in dieser besonderen Art der Abhandlung fortsetzen, aber schnell lässt der Autor sein Talent hervorstechen und greift sich diese insgesamt 9 Handlungsstränge und verwebt diese gekonnt zu einem einzigen , nämlich die ersten Tage auf dem Schiff, wo sich die Crew mit Meutereigedanken herumplagt. Doch es dauert nicht allzu lange, bis er die Handlung wieder in einzelne Bestandteile aufteilt, und so den Leser stellenweise auf die falsche Fährte lockt, denn man macht sich schon bei der einen oder anderen Figur so seine Gedanken, was der denn so denkt, oder gedenkt als nächstes zu tun. Dieses Spiel mit den Handlungssträngen setzt sich – wenn auch in abgeschwächter Form – immer wieder im Buch durch … und das finde ich mal wirklich besonders kreativ und auch Spannungsfördernd. . Ich hatte eben schon vom Schreibstil gesprochen, auf den möchte ich mich auch gleich stürzen: der Schreibstil ist ungewöhnlich direkt und prägnant , auf Schnörkeleien wird (wohl) bewusst verzichtet. Die Schreibe ist wirklich ungewöhnlich kurz und direkt gehalten - einfach unverblümt. Egal in welcher Szenerie man sich als Leser gerade befindet - ob nun die einzelnen Handlungsstränge eingangs oder im weiteren Verlauf des Werkes - mit unverhohlen direkten Worten schafft Stefán Máni es, den Leser zu packen und ihn beinah selbst miterleben zu lassen, was gerade geschieht. Dazu muss ich dann auch noch sagen, dass es sich nicht um einen normalen Seefahrerroman handelt, sondern eher um eine Mischung aus Action, Thriller und Seefahrerroman.... Daher findet man hier auch die eine oder andere brutal anmutende Szenerie, vor allem in der Eingangs-Phase… da wird eine Autofahrt mit brutalem Ausgang doch recht realistisch in Worte gefasst, so dass einem schon ein wenig das Grausen kommt. . Auch im weiteren Verlauf der Handlung trifft der Leser immer wieder auf ungeschminkt direkte Passagen, schließt man dabei die Augen, dann bildet sich vor dem inneren Auge andeutungsweise ein Filmstreifen…. Also ein Werk ohne Gnade … aber eben dieser Schreibstil im Hinblick auf das Gesamtwerk ist es, der beim Leser – so war es bei mir – ein kribbeln hervorruft und das Buch schwerlich aus der Hand legen ließ. Gerade letzteres basiert auf den fabelhaften Spannungsbogen der hier scheinbar ins unermessliche zu steigen scheint, denn eine Verschnaufpause bekommt der Leser nicht . Der Schreibstil sowie auch die Charakterisierung der einzelnen Figuren ist es, der den Leser in den Bann zieht … alles zusammen ist ganz großes Kino. Da merkt man dann auch - wenn man sich den kurzen Steckbrief des Autors anschaut - das S.Máni in seinem bisherigen Leben einiges an Erfahrungen sammeln konnte, und diese dann auch – so vermute ich mal – mit in sein Werk eingebracht hat. Denn einiges kann man nur gekonnt realistisch formulieren, wenn man spezielle Erfahrungen bzw. Beobachtungen gemacht hat. Und wer einigermaßen belesen in ernsteren Büchern ist, der kann dann auch erkennen, ob manches aus einer zweifelhaften Phantasie entsprungen ist, oder auf Erlebnisse bzw. Erfahrungen basiert. . Betrachte ich die einzelnen Komponenten als Gesamtbild, dann bin ich mehr als begeistert, hier passt alles zusammen. Als begeisterter Leser bekommt man hier ein Buch vor die Nase gesetzt, das ohne Klischees und Schnörkeleien auskommt. Quasi das Markenzeichen vieler skandinavischer Autoren. . Im Klappentext war eine Aussage vermerkt, die ich hier gerne wiedergeben bzw. zitieren möchte: Stefán Máni stellt hier auf zwingende Weise extentielle Fragen und überzeugt durch ein beklemmendes Psychogramm seiner Protagonisten Besser kann man das Werk nicht umschreiben, dieser Satz hätte eigentlich gereicht die Rezension abzuschließen … doch Das Schiff ist noch mehr: Es hat bei mir so einiges hervorgerufen, denn irgendwo ist auch ein Hauch Realität mit im Buch eingeflochten – es bringt nichts vor dem Mist zu flüchten, den man verzapft hat … Selbst im Nachhinein bewegt mich dieses Buch, so schleichen sich immer wieder einzelne Passagen aus dem Buch ins Gedächtnis, vor allem die ultimative Schlussphase …. Es tauchen Fragen des Wieso? Warum? auf …. auf diese Fragen muss der Leser selber eine Antwort finden … Aber das ist kein Problem, denn auf die ansatzweise auftauchenden Fragen lässt sich beim leichten und flüssigen Lesen die eine oder andere Antwort finden. Zu Guter Letzt möchte ich noch ein Wort zu den im Buch verwendeten Namen verlieren: Es soll durchaus Leser geben, die mit den skandinavischen Namen nicht zurecht kommen, klar sind hier isländische Namen von den agierenden Figuren nieder geschrieben, aber diese stören den Lesefluss nicht. Es braucht auch nicht viel Kunst oder Geschick um diese auszusprechen. Ich empfinde es sogar als einen zusätzlichen Reiz bzw. noch realistischer, dass eben die isländische Schreibweise bei den Namen verwendet wurde, musste ich bei anderen Werken in der Vergangenheit die Erfahrung machen, dass die Eindeutschung von Namen etwas von dem besonderen Kick raubt. . Abschließend…. … möchte ich sagen, dass mir Das Schiff mehr als gut gefallen hat, denn es hat mich gepackt und alles andere um mich herum vergessen lassen - gut das ich mir beim Lesen auf dem Balkon auch einen kleinen Sonnenbrand eingefangen habe, spricht dann doch schon für sich…. Ebenso, dass ich die letzten Seiten auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn gelesen habe und prompt 2 Stationen zu weit gefahren bin ;-) Es ist beileibe kein einfaches Werk – rein vom emotionalen her, denn es ruft doch so die eine oder andere Gemütsbewegung hervor, auf der anderen Seite gibt es aber auch einen besonderen Kick, und lässt einen vielleicht auch ein wenig über sein eigenes Tun und Handeln nachdenken. Eines möchte ich noch anmerken: Wer bisher Leser von eher trivialer und mit Klischees bedienter Lektüre war, der wird hier vermutlich nicht weit kommen, denn Das Schiff unterscheidet sich doch sehr von normaler Lektüre. In diesem Sinne meinerseits volle 5*** für Stefán Mánis Werk Das Schiff' und eine uneingeschränkte Empfehlung!

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    Gospelsinger

    19. August 2010 um 20:14

    Es fängt so harmlos an: Eine Familie sitzt beim Abendbrot. Eine Frau fährt mit ihrem Kind zur Oma. Ein Mann beantwortet das klingelnde Telefon. Ein paar Matrosen treffen sich in der Kneipe. Aber jedes Mal gibt es Hinweise, dass etwas Düsteres, Schlimmes im Gange ist. Alle, die an Bord der Per Se auslaufen, haben irgendein Geheimnis. Ein gefährlicher Fremder ist an Bord. Eine Meuterei liegt in der Luft. Und auch das Wetter ist bedrohlich. Die Besatzung muss um ihr Leben kämpfen. Stefán Máni schafft eine düstere Atmosphäre, die das drohende Unwetter auf See mit den latenten Feindseligkeiten zwischen den Besatzungsmitgliedern verbindet. Die Naturgewalt spiegelt sich in den Gewalttätigkeiten der Männer. Das Buch wurde als Bester Isländischer Krimi 2009 ausgezeichnet, hat aber nichts mit der Masse der skandinavischen Krimis gemein. Ich würde das Buch auch nicht als Krimi im klassischen Sinn, sondern allenfalls als Thriller bezeichnen. Die Art, wie Máni es schafft, die bedrückende Enge auf dem Schiff, das Ausgeliefertsein an das Wetter und die ständige Bedrohung durch Gewalt im Kopf des Lesers real werden zu lassen, ist eher Literatur als Krimi. Ich fand dieses spannende Buch sehr beeindruckend und es ließ mich lange nicht los.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    sabisteb

    18. August 2010 um 09:45

    Ein verfluchtes Schiff, das ursprünglich den Namen Noon trug und auf welchen zwei Morde und drei Selbstmorde geschahen, eine dunkle Prophezeiung über fünf tote Männer, davon vier auf einem Schiff und neun Männer an Bord eines Frachters. Diese Fahrt soll die letzte für Kapitän Gudmundur Berndsen werden. Nachdem er sich von seiner Frau immer mehr entfremdet hat, will er danach mit ihr ein neues Leben beginnen. Arsael Egilsson (genannt Saeli) freut sich auf die Geburt seines zweiten Kindes, muss um seine Wettschulden zu begleichen Kokain nach Island schmuggeln. Jonas hat seine Frau Maria kurz vor Abfahrt erschlagen und verrennt sich in religiöse Wahnvorstellungen von Busse und Vergebung. Isak Sigurdsson, erster Steuermann, Alkoholiker auf Psychopharmaka und Rassist, der eine Meuterei anzetteln will um anstehende Kündigungen zu verhindern. Jon Karl, genannt Satan, König der isländischen Unterwelt und auf der Flucht von einem Geschäftspartner. Oli Johnsson, genannt der Heizer, Cthulhu Gläubiger und abgedrehter Philosoph mit Herz OP. Runar Hallgrimsson, Asmundur Sigjonsson (der Koch) und Johann der Riese (Maschinist). Das ist die Crew der per se. Als die Kommunikation mit Außenwelt durch Sabotage abgeschnitten wird und kurz darauf der Schiffsmotor ebenfalls durch Sabotage unwiederbringlich zerstört wird traut keiner dem anderen mehr über den Weg. Was sagt es über eine Crew aus, wenn der einzige, der die Nerven behält und alle zusammenhält ein gesuchter Schwerverbrecher ist? Insgesamt ein interessanter Plot, jedoch ist die Umsetzung zwar stimmungsvoll aber langatmig. Viele Passagen wiederholen sich wie ein Refrain oder ein Mantra immer wieder. Die Selbstgespräche der Protagonisten, ihre Seelische Selbstzerfleischung führen Streckenweise zu Langeweile. Viele Szenen werden mehrfach hintereinander aus den Blickwinkeln verschiedener Personen erzählt, jedoch teils zu unterschiedlichen Zeitpunkten, was schlichtweg verwirrt. Und der Schluss versandet in Esoterik und Mystik, als wenn der Autor selbst sich unschlüssig gewesen wäre, wie er den Plot auflösen soll. Zu viele nautische Begriffe machten mir die Orientierung an Bord unmöglich und so ein Theater wegen 5000000 Isländischen Kronen (=31.000 EUR) zu veranstalten ist mir auch unverständlich. Stimmungsvoll aber nicht sonderlich unterhaltsam oder fesselnd.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    Joey

    01. April 2010 um 10:28

    Bin noch etwas geplättet... Selten habe ich ein so beklemmendes, eindringliches, düsteres, intelligent entwickeltes Buch gelesen! Stefán Máni hat einen ganz eigenen Schreibstil, der zuerst verwirren mag, dann aber seinen Reiz ausmacht. Der ganze Thriller ist in Gegenwartsform geschrieben, so dass man immer hautnah bei einem der neun Männer auf dem Schiff " Per se" dabei ist, seine Gedanken und Gefühle mitbekommt, seine Wege auf dem Schiff mitgeht. Und der Autor baut immer mal wieder kleine Zeitsprünge ein, so dass eine bestimmte Szene aus mehreren Blickwinkeln geschildert wird und sich so öfter ein "Aha-Erlebnis" einstellt. Von der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen düsteren Bann gezogen, wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Zu bildhaft ist diese ungewöhnliche Schiffsreise von Island nach Surinam geschildert, zu interessant sind die Einzelschicksale der Besatzung, zu neugierig war ich auf die Ursache-Wirkung-Entwicklung: was eine bestimmte Handlung doch für Auswirkungen auf eine gesamte Schiffsmannschaft haben kann, wie tragisch ihr Verlauf... Für mich, die skandinavische Bücher (insbesondere die Krimis) und auch sonst alles maritime verschlingt, war dieses Buch ein Volltreffer. Alle, die jedoch eher auf amerikanische Action stehen, könnten von diesem Buch allerdings schnell enttäuscht werden. Reine Geschmackssache.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    anyways

    14. March 2010 um 12:31

    Für den Kapitän der „ Per Se“ wird es die letzte Fahrt sein. Er hat gekündigt, nachdem die Reederei den Chartervertrag für das Schiff kündigen will und mit ihm die ganze Besatzung. Seine Crew hat er nichts davon gesagt, die ahnt ihrerseits aber etwas und heckt einen Plan zur Meuterei aus. Erschwerend für diese letzte Reise nach Surinam sind die persönlichen Verstrickungen und Lebensgewohnheiten der „alten Seebären“. Da gibt es den verrückten Heizer, der dem Okkulten frönt, den jungen Familienvater der leider kein Glück beim Spielen hat und den jetzt die Unterwelt auf den Fersen ist, den Steuermann der mit seiner so offen geführten Ehe nicht mehr klar kommt und an Land ein Verbrechen begeht und selbst der Kapitän trägt eine Menge privater Altlasten mit sich rum. Als dann noch der Boss der Unterwelt, genannt „Satan“ eher unfreiwillig als Matrose anheuert, ist das Chaos perfekt. Stefan Mani versteht es meisterhaft die vielen Charaktere glaubhaft darzustellen, leider sind die vielen daraus resultierenden Handlungsstränge auf die Dauer sehr verwirrend und auch ermüdend. Erst im letzten Drittel nimmt das Buch wieder Fahrt auf. Fazit: Wenn man sich bis zur Hälfte durch gekämpft hat, wird man am Ende mit einem äußerst spannenden Thriller belohnt.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    Bellexr

    11. March 2010 um 09:21

    Acht Seeleute begeben sich auf ihre letzte Fahrt mit dem Frachtschiff „Per Se“. Die Besatzungsmitglieder wissen, dass ihr Schiff von der Reederei verkauft wurde und diese sehr wahrscheinlich zukünftig eine kostengünstigere Crew anheuern wird. Die Seeleute wollen sich dies jedoch nicht gefallen lassen und planen eine Meuterei auf hoher See. Für Kapitän Gudmundur ist dies die letzte Fahrt, da er sich anschließend zur Ruhe setzen möchte und dann gibt es noch einen Mitreisenden, der durch eine Verwechslung an Bord kam und nicht zu Unrecht den Spitznamen „Satan“ trägt. So entwickelt sich die Fahrt von Island nach Surinam für die Mannschaft bald zum Alptraum, da sie nicht nur den Naturgewalten ausgesetzt sind, sondern anscheinend auch noch einen Saboteur mit an Bord haben. . Stefán Máni beginnt seinen Thriller in der Nacht vor dem Auslaufen des Frachters und stellt einen zuerst einen Teil der Crew vor. Schon diese Einblicke sind teilweise recht brutal und eindringlich beschrieben und schon hier gelingt es dem Autor durch seinen flüssigen, direkten Schreibstil fast augenblicklich, eine beklemmende, düstere Stimmung aufzubauen, die sich über das komplette Buch zieht und stellenweise fast greifbar ist. . Interessant ist, dass Stefán Máni seinen Thriller oft aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. So wird eine Szene zeitversetzt aus Sicht von zwei oder drei Besatzungsmitgliedern beschrieben bis sich beim entscheidenden Punkt alles zusammenfügt. Dies ist anfangs etwas verwirrend, hieran gewöhnt man sich aber sehr schnell und diese Erzählweise passt perfekt zur Geschichte. Zumal hierdurch die Spannung, die durchweg auf hohem Niveau ist, stellenweise noch gesteigert wird. . Was für die Spannung auch förderlich ist, sind die unvorhersehbaren Geschehnisse auf dem Frachter, sodass man eigentlich bei jedem Seitenumblättern schon gespannt auf die nächste Katastrophe wartet. Es mag zwar stellenweise etwas konstruiert wirken, aber spannungsfördernd sind diese allemal. . Die Besatzungsmitglieder sind durchweg alle ziemlich verkappte Zeitgenossen, die Stéfan Máni sehr detailreich beschreibt. Da gibt es den Berufsverbrecher Jón Karl (Satan), der ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen geht und trotzdem gelingt es dem Autor hier, aus dieser Killermaschine den Sympathieträger des Buches zu machen. Mit an Bord sind auch Jónas, der kurz vorm Auslaufen des Schiffes seine Frau erschlagen hat, sowie der Alkoholiker Ìsak und der junge Familienvater Sǽli, den seine Spielschulden plagen. Die ganze Crew und ihren privaten Hintergrund lernt man teilweise am Anfang des Thrillers, dann auch wieder erst im Laufe der Story näher kennen und manche bleiben einen auch bis zum Ende hin ein Rätsel. . Fazit: Ein beklemmender, düstere Thriller, der eine tolle Story hat und von der ersten Seite an äußerst spannend umgesetzt wurde

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    Sanri

    29. September 2009 um 13:57

    Nach der Leseprobe war ich sehr gespannt auf den mit dem isländischen Krimipreis ausgezeichneten Spannungsroman Das Schiff. Meine großen Erwartungen konnte Máni aber leider nicht ganz erfüllen. Aber zu erst mal zu den aus meiner Sicht positiven Seiten des Romans: Sehr gefallen hat mir, dass die Geschichte sehr spannend beginnt und einen sofort fesselt, sowie der dramaturgische Effekt, der durch das Erzählen einer Szene aus den Perspektiven verschiedener Crewmitglieder erreicht wird. Auch Mánis Stil, seine Beschreibungen der Atmosphäre auf dem Schiff und der Emotionen der neun Männer geben der Geschichte das gewisse Etwas. Außerdem schürt die Frage danach, was es mit „Satan“ auf sich hat, der ob als Person oder in der Form des über dem Schiff schwebenden Unheils, immer wieder auftaucht, Neugier. Bis kurz vor Schluss war das Buch also meinem Empfinden nach sehr gelungen… Nun zu den Dingen, die mir eher negativ in Erinnerung bleiben. Zum einen fand ich es streckenweise schwer mir zu behalten welche Geschichte zu welchem Charakter gehört und musste oft zurück blättern um den roten Faden nicht zu verlieren. Doch die große Enttäuschung war für mich das Ende der Geschichte. Dass irgendwie der Teufel im Spiel zu sein schien hat man ja schon die ganze Zeit gemerkt und konnte sich seinen Teil dazu denken, ob es sich dabei um die beklemmende Atmosphäre an Bord, die Wahnvorstellungen der Crewmitglieder oder wirklich eine Böse Macht oder ein Fluch, der auf dem Schiff lastet handelt. Doch die Geschichte dann mit dem Satz: „Meister!“, ruft der Heizer, verbeugt sich tief und macht die Tür weit auf… enden zu lassen war mir dann doch zu viel. Ich hab nichts gegen ein offenes Ende, aber dass das mystische Durcheinander, auf dessen Auflösung man eigentlich die ganze Zeit gewartet hat, zum Schluss noch größer wird, lässt den Leser ganz plötzlich alleine mit einem großen ? im Kopf zurück. Abschließend kann ich sagen, dass Das Schiff auf jeden Fall ein außergewöhnlicher Roman ist, den ich während dem Lesen auch jeder Zeit weiterempfohlen hätte. Mein erst so positiver Eindruck wurde mit dem enttäuschenden Ausgang der Geschichte aber leider getrübt. Ich habe Das Schiff mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelegt und bin mir gar nicht mehr sicher wie ich das Buch insgesamt Bewerten soll

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    hrafnaklukka

    14. June 2009 um 12:04

    Das Frachtschiff „Per se“ ist auf dem Weg nach Surinam. An Bord: 9 Semänner, alle mit persönlichen Problemen belastet, unter ihnen auch der Verbrecher „Satan“ . Das Schiff soll nach der Fahrt verkauft werden, der Kapitän soll in Rente gehen. Das Leben der Männer und ihr Schicksal ist auf dem Schiff dicht miteinander verwoben. Was in den folgenden Tagen passiert ist eine rasante Mischung aus Meuterei, Piraterie und Sabotage. Wer wird am Ende die Höllenfahrt überstehen? Anfangs fiel es mir schwer, mich in das Buch einzulesen. Die Atmosphäre war schon fast zu gut beschrieben: zu düster und zu beklemmend, geradezu klaustrophobisch. Passt zwar gut zu dem Schiff, hinterlässt aber bei mir als Leser ein eher quälendes Gefühl. Aber mit der Zeit konnte ich einen gewissen Leserythmus entwickeln. Die Spannung, die langsam aber stetig aufgebaut wurde hat sicher dazu beigetragen, das ich das Buch dann auch wirklich zu Ende gelesen habe. Genervt war ich von der teilweise an Comics erinnernden Sprache, ansonsten war das Buch jedoch flüssig zu lesen. Die Figuren wirkten mit der Zeit recht sympathisch, wozu sicher auch die ein oder andere Rückblende beigetragen hat. Auch die Beziehungen – und vor allem die Spannungen- untereinander waren sehr gut nachvollziehbar und realistisch dargestellt. Den Handlungsverlauf fand ich allerdings etwas zu dramatisch – es geht schief, was schief gehen kann, so das etwas weniger Dramatik in dem Fall vielleicht mehr gewesen wäre. Von dem Ende war ich wirklich etwas enttäuscht. Es muß ja nicht immer ein rosarotes Happy End sein, aber ein wenig Farbe zum Schluß hätte dem ansonsten ganz in Grau – und Schwarztönen gehaltenen Buch wirklich gut getan. Ein Buch, das man mal lesen kann, aber nicht unbedingt muß.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    salutine

    17. February 2009 um 21:50

    Zuviel erwartet - zuwenig bekommen Nachdem die Leseprobe vielversprechend war und ich Lust auf mehr hatte - bin ich nun umso mehr enttäuscht von dem Roman. Ich habe einen spannenden Krimi erwartet und einen Hochseeroman erhalten, der die verschiedenen Schicksale auseinandersröselt. Ein weiteres Manko ist, dass ich am Ende nicht wußte - was mir der Autor mit diesem Roman sagen will? Vielleicht ist das Buch gar nicht so schlecht - und es war nur das falsche Buch zur falschen Zeit? Vielleicht gebe ich dem Buch in ein paar Jahren noch einmal eine Chance. Im Moment würde ich es allerdings nicht weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    axwa

    03. February 2009 um 16:11

    Das Schiff von Máni ist ein sehr spannender Krimi. Der Leser hat immer das Gefühl genau Bescheid zu wissen und wird doch Stück für Stück tiefer in die Geschichte reingezogen. Neun Männer sind auf dem Frachter ¿Per se¿ unterwegs von Island nach Surinam in Südamerika. Alle haben ihre Vorgeschichte oder Geheimnis mit an Bord gebracht. Es geht um Liebeskummer, Spielschulden, Drogen, Meutereipläne und auch Mord. Menschen, die auf engstem Raum auf einander angewiesen sind, hintergehen und belügen sich aus den unterschiedlichsten Gründen. Vertrauen, Respekt und Autorität gehen verloren und verändern sich. Der Anfang vom Ende. Schon der Prolog deutet einen unromantischen Ausgang der Geschichte an. Aber das Buch ist so viel mehr als das zwangsläufige Zusteuern auf ein verhängnisvolles Ereignis. Es zeigt eindrucksvoll, wie Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten in extremen Situationen reagieren. Aber das beschreibt nicht annähernd was man als Leser in diesem Buch vorfindet. Die Geschichte gerät in einen Strudel von Ereignissen. Die Realität verschwimmt immer mehr mit Wahnvorstellungen und wenn man glaubt einen Hoffnungsschimmer zu erkennen, wird es noch dramatischer. Bei Gefahr fürs eigene Leben scheinen sich die niedrigsten Instinkte des Menschen zu bewähren. Die Erzähltechnik mit ständigem Perspektivwechsel und Sprüngen auf der Zeitachse hält einen in atemloser Spannung. Beim Weglegen des Buchs, und man schließt es erst mit der letzen Seite, bleibt man sprachlos, begeistert aber auch etwas ratlos zurück. Das Buch ist eine echte Entdeckung und eine klare Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    Fascination

    03. February 2009 um 10:09

    Todestanz auf hoher See Autor Stefán Máni: * 1970 in Reykjavík / Island, aufgewachsen in Ólafsvík. Nach zahlreichen Tätigkeiten als Gärtner, Tischler, Buchbinder, Sozialarbeiter und in der Fischindustrie, wechselte er zur Schriftstellerei. Bis dato veröffentlichte er sieben Romane. Für Das Schiff erhielt er den Isländischen Krimipreis 2007. Buchinhalt Das Frachtschiff MS Per se mit dem Erkennungscode E.L.W.Q.2 fährt einmal im Monat nach Surinam, Südamerika, um dort achttausend Tonnen Aluminiumoxid zu laden, das in der Aluminiumschmelze in Grundartangi mittels Elektrolyse zu reinem Aluminium verarbeitet wird. Surinam grenzt an Brasilien, Guyana und Französisch-Guyana und hat die größten Bauxitminen der Welt. Das Schiff wird mit Zwischenstopps auf Hin- und Rückfahrt je zwei Wochen unterwegs sein. Die Besatzung besteht aus neun Männern und dem Schiffshund Skuggi, ein schwarzer mittelgroßer Mischlingsrüde. Die Crew bilden, allen voran, der Kapitän Guðmundur Berndsen, der erste Steuermann Ísak Sigurðsson, der zweite Steuermann Jónas Bjarni Jónasson, der Bootsmann Rúnar Hallgrímsson, der Maschinenmeister Jóhann Pétursson, der Maschinist Óli Johnsen, die Matrosen Ársæll Egilsson und Jón Karl Esrason und schließlich der Koch Así. Vielleicht die letzte große Reise in dieser Konstellation, denn die Reederei droht, den Chartervertrag mitsamt der kompletten Besatzung zu kündigen. Doch dies ist nicht die einzige Bedrohung, die auf Schiff und Mannschaft lastet. Meuterei, Sabotage, Piraterie – alles ist möglich auf rauer See. Werden die Männer des Frachtschiffs Per se am Ende ihr Ziel erreichen? Meine Meinung Stefán Máni hat mich mit seinem Roman Das Schiff absolut begeistert! Dennoch fällt es mir schwer, diese Begeisterung in Worte zu fassen, da Worte meinem Eindruck und dem Buch kaum gerecht werden können. Der Autor entwickelt eine präzise und unglaublich dichte Atmosphäre, die den Leser von Beginn bis Ende des Buches in ihren Bann zieht. Tempo und Inhalt fesseln ohne Unterlass über insgesamt 40 Kapitel. Bereits die Einführung zum Roman verhieß nichts Gutes und schürte meine Neugier zusätzlich. Und Stefán Máni sei Dank, ich wurde nicht enttäuscht. Ich wage sogar zu behaupten, er hat meine Erwartungen schließlich und endlich sogar übertroffen. Auch, wenn es der Handlung bereits an Land am Abend vor Ablegen der MS Per se nicht an Dramaturgie mangelt, so legt er sein Hauptaugenmerk klar auf die beklemmenden, bedrohlichen Entwicklungen an Board und beweist sein Gespür für menschliche Abgründe. Die neunköpfige Crew der Per se besteht aus unterschiedlichsten Charakteren, die jeder für sich einem anderen Lebenshintergrund entspringen. Der Weg auf das Frachtschiff zeichnet sich für jedes Mitglied der Besatzung, durch Schicksal oder Eigenverschulden bestimmt, schwierig. Auch, wenn es aus politischer Motivation bereits an Land zu einer Grüppchenbildung kommt, ist jeder Mann zunächst mit seinem eigenen Leben beschäftigt. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis die einzelnen, in unterschiedlicher Intensität ausgeprägten Persönlichkeiten aneinander ecken und Eskalationen folgen. Je komplizierter und unvorhersehbarer sich die Situation auf dem Schiff entwickelt, desto stärker wachsen Anspannung und Misstrauen untereinander. Ein Entrinnen gibt es nicht. Sie sind gefangen auf engstem Raum, um sie herum das tosende Meer. Máni streut viele Handlungsstränge, um sie an geeigneter Stelle zu verknüpfen. Besonders gelungen empfand ich die zeitlichen Rückschritte, die der Autor in seine Geschichte eingeflochten hat. So ist es dem Leser möglich, bestimmte Begebenheiten aus mehreren Blickwinkeln zu erleben. Sich wiederholende Sequenzen verstärken die Wirkung der Nähe zum Verlauf der Handlung und zu den Figuren. Eine tolle Idee gekonnt umgesetzt! Nicht nur die Beschreibung der Naturgewalten und der Geräusche machen den Roman glaubhaft und nachvollziehbar, sondern auch die intensive Darstellung der Emotionen und Verhaltensweisen der Besatzung. Stefán Máni spielt mit Ängsten und Hoffnungen, vermittelt Gefahr und Verzweiflung und versteht es, den Leser schonungslos zu verwirren. Der Roman lässt sich flüssig und schnell lesen, die Wortwahl ist passend zum Plot düster und bedrückend. Die Gegenwartsform ermöglicht die direkte Teilhabe am Geschehen. Neben den leicht befremdlich wirkenden Namen von Figuren und Handlungsschauplätzen, ist es auch ungewöhnlich, dass sich sämtliche Personen duzen und beim Vornamen nennen. Ich finde es aber klasse, dass die Übersetzung diesem isländischen Brauch treu geblieben ist. Der edle Hochglanz-Schutzumschlag spiegelt die unberechenbaren, unbezähmbaren Naturgewalten wider, denen die MS Per se ausgeliefert ist. Das Motiv passt nahezu perfekt zu Stefán Mánis Werk und der Atmosphäre, die er mit seinen Worten kreiert. Fazit Ein grandioser Roman mit überraschendem Ende, den ich sicherlich nicht nur einmal zur Hand genommen habe! Ein spannendes und authentisches Abenteuer, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Unbedingt empfehlenswert für alle, die nicht einfach nur unterhalten werden wollen.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    sillesoeren

    30. January 2009 um 15:00

    Neun Matrosen auf ihrer letzten Fahrt. Der Leser weiß, dass es die letzte Fahrt für diese Crew ist, weil die Reederei das Schiff verkauft hat. Er weiß auch, dass es die letzte Fahrt für den Kapitän ist, weil sich dieser zur Ruhe setzen will. Also ist es eine besondere Fahrt für alle. Wie besonders sie wird, ahnt der Leser spätestens nach der detaillierten Vorstellung der einzelnen Crewmitglieder, von denen einer sogar vollkommen ungeplant und zufällig auf das Schiff kommt. Das Buch beginnt mit der vergleichsweise harmlosen Beschreibung des letzten Abends an Land bei der Familie eines Matrosen. Doch schon die letzten Stunden der anderen Männer an Land lassen Böses ahnen. Und in der Tat entwickelt sich der Plot schnell zu einer düsteren Beschreibung der üblen Schicksale, Machenschaften und Charaktere der Crewmitglieder. Gewalt, Hass, Wut und Verzweiflung habe ich lange nicht mehr in einer solchen Vollendung beim Lesen gespürt. Selbst Szenen, die bei Tag spielten, wirkten düster und niederschmetternd. Wenn aus dieser Ausgangskonstellation am Ende alle lebend, gesund und zufrieden heraus gekommen wären, hätte ich die Welt nicht mehr verstanden. Faszinierend empfand ich die Erzählweise von Stefán Máni, der mitunter eine Szene aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählte. So wird die Sicht und Handlungsweise der Besatzungsmitglieder klarer, die Spannung erhöht sich weiter. Dass ausgerechnet der offensichtliche Verbrecher bei mir die größten Sympathien erwirbt, verblüfft mich beim Lesen sehr. Alle Charaktere sind interessant gezeichnet. Auch deren Empfindungen kann ich gut nachvollziehen, besonders eben das stete, nervenaufreibende bumm - bumm - bumm empfand ich allein beim Lesen schon als beklemmend. Ich gebe 4 von 5 möglichen Punkten. Einen fünften Punkt verweigere ich dem Buch, weil mir in der zweiten Hälfte die Vielzahl der aufeinander folgenden Katastrophen nun doch etwas zu konstruiert wirkt. Insgesamt aber war es ein großer Lesegenuss und bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von diesem Autor lese.

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  • Rezension zu "Das Schiff" von Stefán Máni

    Das Schiff

    Lyanna

    24. January 2009 um 19:21

    Es klingt eigentlich wie ein Routinejob: Der Frachter "Per Se" soll von Island aus nach Südamerika fahren und eine Lieferung überbringen und man nimmt an, dass man innerhalb von zwei Wochen wieder zurück in Island sein kann. Schon am Anfang wird aber klar, dass das nicht so einfach wird: Der Autor nimmt sich in den ersten Kapiteln ausreichend Zeit, um einige seiner Charaktere vorzustellen, die Seemänner, die auf diesem Schiff arbeiten. Einer von ihnen wird wegen seiner Spielschulden erpresst, ein anderer wird im Alkoholrausch überfahren und noch ein anderer ermordet seine Frau. Und dann ist da noch ein Mann, der "Satan" genannt wird und kriminelle Geschäfte abwickelt, diesmal aber selbst das Opfer eines Krimellen wird und flüchten muss - ausgerechnet auf den Frachter "Per Se". Es dauert nicht lange und Feindseligkeiten vergiften die Atmosphäre auf dem Schiff. Einige Seemänner planen, zu meutern, damit sie ihren Job nicht verlieren, aber der Plan wird auf Eis gelegt, nachdem jemand die Navigations- und Kommunikationsgeräte des Schiffs sabotiert hat. Als dann auch noch der Motor einen Defekt hat und das Schiff von Piraten überfallen wird, scheint die Katastrophe perfekt. Aber das soll noch nicht alles sein... Einige Charaktere zusammengepfercht auf einem Schiff, nicht wenige mit einem düsteren Geheimnis und die alles tun würden, damit dieses Geheimnis gewahrt bleibt. Aber auch alle anderen scheinen auf unterschiedlichste Weise ein Problem zu haben, mit dem sie nicht klarkommen, und da die Atmosphäre aufgrund der drohenden Kündigungen sowieso angespannt ist, ist es klar, dass Feindseligkeiten und Misstrauen nicht lange auf sich warten lassen. Stefan Mani schafft es, in seinem Buch eine wirklich düstere, teilweise sogar bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Während anfangs noch eine Actionszene die andere jagt, wird es im Mittelteil stiller und er widmen sich eher der Psyche seiner Protagonisten, die aber nicht zwingend angenehmer sein muss, als die Gewalt vom Anfang. Manche Stellen (besonders am Ende) fand ich regelrecht unheimlich. Dass so viele schlimme Ereignisse im Laufe der Handlung aufeinanderfolgen, wirkt leider ein wenig konstruiert, aber dennoch bleibt das Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend und durch die unterschiedlichsten Probleme der Charaktere wirken diese alle relativ authentisch und heben sich deutlich voneinander ab. Alle haben eine nachvollziehbare Hintergrundgeschichte. Leider schwächelt das Buch an einem Punkt aber auch gewaltig: Nebenhandlungen vom Anfang werden nicht aufgelöst, man erfährt nicht, was mit den Personen an Land passiert. Was ist in dem Koffer? Was wollte Odinn von Satan? Mir gefällt das Ende des Buches, aber diese Fragen nicht beantwortet zu wissen, ist doch sehr unbefriedigend und man hat den Eindruck, als hätte der Autor sich ein wenig zuviel vorgenommen, um alles am Ende noch umzusetzen. Das ist schade und wäre vermeidbar gewesen, denn ansonsten ist das hier ein wirklich tolles und empfehlenswertes Buch für alle, die es düster und unheimlich mögen. Homer lässt grüßen...aber wahrscheinlich hätte er ein anderes Ende für dieses Buch gewählt. Aber Fortuna kann ja nicht allen so wie Odysseus holt sein.

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