Stefan B. Meyer Desperados im Land des Lächelns

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Inhaltsangabe zu „Desperados im Land des Lächelns“ von Stefan B. Meyer

Dresden, Februar 1990. Ein sowjetischer Soldat flüchtet vor seinem brutalen Vorgesetzten und verschwindet zunächst mitsamt MP in den Wirren der Nachwendezeit von der Bildfläche. Monate später stellt der Mord an einem ehemaligen Stasioffizier die Ermittler vor ein Rätsel. Unterdessen werden die politischen Posten der ehemaligen Machthaber neu vergeben, doch nicht jeder, der im Boot sitzt, hat auch eine weiße Weste. Dann passiert ein zweiter Mord. Gemeinsam mit einem alten Dresdner Kriminalisten versucht Torsten Mars, der als junger Staatsanwalt frisch aus Baden-Württemberg eingetroffen ist, das Verbrechen aufzuklären, welches sie hineinführt in das große Chaos aus Politik und persönlicher Vergangenheit, das sich nur langsam zu sortieren beginnt.

Spannender und ungewöhnlicher Krimi, ein bisschen Raymond Chandler, ein wenig Dashiel Hamett und viel bittere Ironie. Klare Lesempfehlung!

— David_Gray
David_Gray

Fesselnder Kriminalroman

— esposa1969
esposa1969

Gelungener Ausflug in die spannende Zeit der Wende.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

Die Wende in Dresden - spannender Krimi mit vielen Facetten!

— mabuerele
mabuerele

Lesenswert. Sehr interessante Kapiteleinführung.

— Meteorit
Meteorit

Ein Buch, das mich total für sich eingenommen hat, weil die Nachwendezeit anhand eines Kriminalfalles sehr nachvollziehbar dargestellt wird.

— gst
gst

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  • Leserunde zu "Desperados im Land des Lächelns" von Stefan B. Meyer

    Desperados im Land des Lächelns
    fhl_verlag_leipzig

    fhl_verlag_leipzig

    Ein frischer Wind weht auf den Straßen und im Keller verrotten die Leichen … Krimifans aufgepasst! Macht mit bei unserer Leserunde zu ›Desperados im Land des Lächelns‹, dem neuen Krimi von Stefan B. Meyer, der in Dresden kurz nach der Wende spielt. Wenn ihr wissen wollt, was es genau damit sich auf sich hat, bewerbt euch bis zum 20. Oktober um eines von 10 Leseexemplaren unter der Rubrik Bewerbung/Ich möchte mitlesen und beantwortet uns bitte folgende Fragen: Habt ihr bereits andere Krimis aus dem fhl Verlag gelesen? Warum möchtet ihr an dieser Leserunde teilnehmen? Wo wollt ihr eure Rezensionen veröffentlichen? Fragen an den Stefan B. Meyer leitet der fhl Verlag für euch weiter. Hinweis: Bewerber ohne öffentliches Profil können leider nicht berücksichtigt werden. Worum geht es in ›Desperados im Land des Lächelns‹? Dresden, Februar 1990. Ein sowjetischer Soldat flüchtet vor seinem brutalen Vorgesetzten und verschwindet zunächst mitsamt MP in den Wirren der Nachwendezeit von der Bildfläche. Monate später stellt der Mord an einem ehemaligen Stasioffizier die Ermittler vor ein Rätsel. Unterdessen werden die politischen Posten der ehemaligen Machthaber neu vergeben, doch nicht jeder, der im Boot sitzt, hat auch eine weiße Weste. Dann passiert ein zweiter Mord. Gemeinsam mit einem alten Dresdner Kriminalisten versucht Torsten Mars, der als junger Staatsanwalt frisch aus Baden-Württemberg eingetroffen ist, das Verbrechen aufzuklären, welches sie hineinführt in das große Chaos aus Politik und persönlicher Vergangenheit, das sich nur langsam zu sortieren beginnt. Wer ist Stefan B. Meyer? Stefan B. Meyer, geb. 1963 in Erfurt, arbeitete bis 1987 als Baumonteur bzw. Gerüstbauer am Aufbau des Sozialismus. Später folgten verschiedene sowohl sozialversicherungspflichtige als auch freiberufliche Tätigkeiten. Seit 1999 lebt er mit Frau und Kindern in Leipzig.

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  • Desperados im Land des Lächelns

    Desperados im Land des Lächelns
    thenight

    thenight

    Inhalt: Zur Zeit der Wende wird der Ermittler Wallner mit mehreren Mordfällen konfrontiert, deren Zusammenhang in den Wirren der Wendezeit nicht gleich erkannt werden. Gemeinsam mit dem Baden-Württembergischen Staatsanwalt Mars, ermittelt Wallner nach seiner vorzeitigen Pensionierung nur halb legal, in der Dresdner Politikszene. Meine Meinung: Mit Desperados im Land des Lächelns, hat der Autor Stephan B.Meyer einen beeindruckenden Regionalkrimi geschaffen, der den Leser gleich auf den ersten Seiten in die Wendezeit versetzt. Seine Beschreibungen der örtlichen Begebenheiten sind sehr detailliert ohne langatmig zu sein, die Protagonisten sind, wie man sie auch im echten Leben erwarten kann, manche sympathisch andere weniger, faul, korrupt , resigniert oder voller Enthusiasmus für die neue Zeit. Natürlich kommt auch die Krimihandlung nicht zu kurz. Wallner und Mars stoßen bei ihren Ermittlungen auf die *Leichen im Keller* , die so mancher  Politiker gern für immer in den Tiefen der Vergangenheit begraben gesehen hättet, unbeirrt und mit kleinen Tricks, kommen sie dem Mörder und dessen Motiv auf die Spur. Am Ende, bleibt keine Frage offen, wird schlüssig aufgelöst. Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig zu lesen, kleine sarkastische Seitenhiebe in die Richtung der damaligen Ost-Westpolitik lassen die Leser, bei aller Ernsthaftigkeit des Themas, das eine oder andere mal schmunzeln. Absolut Lesenswert: 5 Sterne

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    Arun

    Arun

    05. December 2014 um 14:43
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2014

    kubine

    kubine

    Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2014 und endet am 31.12.2014. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 18.12.2013 bis 31.12.2014 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2014 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2014, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2014-1043761200/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich, Der Einsendeschluss für gelesene Bücher 2014 ist der 06.01.15. Allerdings müssen die Bücher im Dezember begonnen worden sein! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1.Eka 2. mabuerele 3. Wildpony 4. dorli 5. Brilli 6. LibriHolly 7. Weltverbesserer 8. elisabethjulianefriederica 9. flaschengeist1962 10. Postbote 11.danzlmoidl 12. Antek 13. sonjastevens 14. Matzbach 15. Schneckchen 16. rumble-bee 17. saku 18. wiebykev 19. Machi 20. Huschdegutzel 21. Buchrättin 22. liarabe Gelesene Bücher Januar: 20 Gelesene Bücher Februar: 51 Gelesene Bücher März: 75 Gelesene Bücher April: 53 Gelesene Bücher Mai: 49 Gelesene Bücher Juni: 46 Gelesene Bücher Juli: 43 Gelesene Bücher August: 48 Gelesene Bücher September: 41 Gelesene Bücher Oktober: 43 Gelesene Bücher November: 55 Gelesene Bücher Dezember: 52 Zwischenstand: 576 Bücher Team Thriller: 1. ginnykatze 2. MelE 3. eskimo81 4.SchwarzeRose 5. xXeflihXx 6. Nenatie 7. Jeanne_Darc 8. bookgirl 9. Carina2302 10. Seelensplitter 11. Eskarina* 12. takaronde 13. BuchblogDieLeserin 14. Kitayscha 15. Synic 16. Kaisu 17. Ginger_owlet 18. Bücherwurm 19. Mira123 20. Samy86 21. britta70 22. kvel 23. dieFlo 24. JessyBlack 25. Sternenstaubfee 26. Janosch79 27. igela Gelesene Bücher Januar: 22 Gelesene Bücher Februar: 35 Gelesene Bücher März: 39 Gelesene Bücher April: 57 Gelesene Bücher Mai: 59 Gelesene Bücher Juni: 40 Gelesene Bücher Juli: 45 Gelesene Bücher August: 34 Gelesene Bücher September: 31 Gelesene Bücher Oktober: 30 Gelesene Bücher November: 45 Gelesene Bücher Dezember: 61 Zwischenstand: 498Bücher

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  • Desperados im Land des Lächelns

    Desperados im Land des Lächelns
    Blaustern

    Blaustern

    24. November 2014 um 16:34

    Dresden im Jahre 1990 zurzeit der Wende: Nach einem Zusammenprall mit einem Militärfahrzeug entflieht ein sowjetischer Soldat mit seiner MP und taucht unter. Einige Monate später dann wird der ehemalige Stasioffizier Paulus auf seinem Balkon erschossen. Die politischen Positionen werden wieder an die ehemaligen Herrscher vergeben, und ein zweiter Mord passiert. Staatsanwalt Mars aus Baden-Württemberg reist an und soll die Morde gemeinsam mit den schon in vorzeitiger Pensionierung gegangenen Dresdner Kommissar Wallner aufklären. Dabei dringen sie tief in die politische Szene der ehemaligen DDR und deren Machenschaften ein und kommen einer Vergangenheit nahe, mit der sie so nicht gerechnet hatten. Der Regionalkrimi, der in Dresden zurzeit des Mauerfalls / der Wende spielt, spiegelt wunderbar die damalige Zeit und die Stimmung im Land wieder. Alles befindet sich im Umbruch, viele Machenschaften werden vertuscht, alte Seilschaften haben schnell ihren Hals gedreht und schieben sich wieder einmal die neuen Ämter zu. In diese Zeit passt sehr gut ein Krimi hinein, und durch die detaillierten lokalen Beschreibungen wirkt dieser richtig authentisch. Mars und Wallner, beide sehr verschieden, arbeiten doch gut zusammen und kommen nun mit ihren Ermittlungen den Politikern Stück für Stück auf die Spur, wenn sie auch das ein oder andere Mal gewisse Kniffs dazu anwenden müssen. Spannend ist es allemal, und zum Schluss erhalten wir ein raffiniertes und schlüssiges Ergebnis. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen, und die Zusammenfassung am Beginn eines jedes Kapitels ist eine geniale Idee.

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  • Rezension zu "Desperados im Land des Lächelns"

    Desperados im Land des Lächelns
    Zsadista

    Zsadista

    18. November 2014 um 13:05

    Ein russischer Soldat, der während er in mit seinem Vorgesetzten in Deutschland ist, flüchtet. Ein Deutschland, dass gerade wieder vereinigt wurde. Ein westlicher Staatsanwalt, der sich in den ehemaligen Osten versetzen lässt. Ein Haus das von seiner Vergangenheit spricht. Ein Mord auf einem Balkon. Eine Erpressung und noch ein Mord. Ein Politiker der öfters Reden schwingt. Und eine Gruppe von jungen Leuten die in einer WG wohnen. Mehr konnte ich mir vom Inhalt leider nicht merken. Gereizt an dem Buch hat mich die Inhaltsangabe. Diese war sehr spannend geschrieben und verleitete mich zum Lesen. Allerdings stellte ich nach den ersten Kapiteln schnell fest, dass mich die Geschichte Kapitel um Kapitel mit so vielen verschiedenen Leuten und Vorkommnisse zugeworfen hat, dass mir der Zusammenhang nicht mehr schlüssig war. Komplett zerschlagen hat mich dann, als ein altes Haus zu erzählen anfing. Wenn ich nicht ein Kinderbuch oder einen Fantasy Roman lese, kann ich mit sprechenden Häusern nichts anfangen. Dazu kam dann, dass einige Geschehnisse für mich unstimmig und unlogisch waren. Daher kam es, dass ich zuerst auf Seite 134 das Buch zur Seite gelegt hatte und nicht mehr weiter lesen wollte. Nach ein paar Tagen habe ich das Werk dann doch noch bis zum Ende hin überflogen, weil ich wissen wollte, wie der Fall oder besser, die Fälle aufgeklärt werden würden. Zumal es auch gereicht hat, die Einführung des jeweiligen Kapitel zu lesen. Dort wurde nämlich das kommende Kapitel in Kurzfassung schon dargestellt. Im Normalfall hätte ich das störend empfunden, da ich aber nur drüber lesen wollte, kamen mir die kurzen Zusammenfassungen gerade recht. Alles in allem konnte mich das Buch nicht begeistern und ich kann es daher auch nicht weiter empfehlen. Dies ist allerdings meine persönliche Meinung und jeder möge sich gerne selbst ein Urteil über das Buch bilden. 

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  • Rezension zu "Desperados im Land des Lächelns" von Stefan B. Meyer

    Desperados im Land des Lächelns
    dorli

    dorli

    17. November 2014 um 16:55

    Dresden, 1990. Ein sowjetischer Soldat flüchtet nach einem Verkehrsunfall und taucht mit einer MP bewaffnet in der Stadt unter. Einige Monate später wird der ehemalige Stasioffizier Erhard Paulus auf seinem Balkon erschossen. Der Täter entkommt unerkannt. Kurze Zeit später geschieht ein zweiter Mord… Der junge Staatsanwalt Torsten Mars wechselt aufgrund der geringen Aufstiegsmöglichkeiten in Baden-Württemberg nach Dresden. Da sein Vorgänger die Akten unübersichtlich abgelegt hatte, sortiert Mars alles neu und stellt dabei fest, dass die beiden Morde einige Zusammenhänge aufweisen, die bisher noch niemandem aufgefallen sind. Mars reaktiviert den kürzlich in Vorruhestand gegangenen Kommissar Peter Wallner und macht sich gemeinsam mit ihm auf die Suche nach dem Mörder… Stefan B. Meyer schickt in „Desperados im Land des Lächelns“ zwei Ermittler ins Rennen, die - obwohl von unterschiedlichen Systemen geprägt - in ihrem Denken und dem Wunsch nach Aufklärung der Mordfälle schnell auf einer Wellenlänge sind. Die Nachforschungen in den Kriminalfällen gestalten sich als besonders schwierig, da sich alles und jeder im Umbruch und in einer Phase der Neuorientierung zu befinden scheint. Dennoch lassen die beiden Ermittler sich von nichts und niemandem abschrecken, sondern kämpfen sich mit Mut und Entschlossenheit ans Ziel und decken dabei allerlei Verwicklungen und Hintergründe auf. Stefan B. Meyer schildert die Zeit nach dem Mauerfall hervorragend und gibt besonders die damalige Stimmung ausgezeichnet wieder. Es hat mir gefallen, wie der Autor die politische Situation beschreibt und die Ereignisse und Gegebenheiten der unmittelbaren Nachwendezeit mit einer spannenden fiktiven Handlung verknüpft. Die lebhaften Dialoge und der feine Humor mit den vielen kleinen Seitenhieben auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geben dem Krimi dabei das gewisse Etwas. Mit der eigentlichen Handlung verflochten sind kleine Einschübe, in denen ein altes Haus in der Görlitzer Straße zu Wort kommt und seine Erlebnisse und Beobachtungen schildert. Außerdem lernt man zwei „Reisende in Sachen Revolution“ kennen - zwei irgendwie bekannte Gesichter, die sich selbst als „von gestern“ und „untergegangen im Heer der gestorbenen Utopien“ (S.194) bezeichnen und die Abläufe und Entwicklungen in Dresden beobachten und kommentieren. Ein spannender Krimi, der die besondere Atmosphäre der Nachwendezeit aufleben lässt.

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  • Der Umbruch

    Desperados im Land des Lächelns
    ChrischiD

    ChrischiD

    13. November 2014 um 11:31

    Dresden ist im Umbruch, es ist 1990, kurz nach dem Mauerfall. Ein rätselhafter Mord stellt für die Ermittler eine schier unüberwindbare Hürde dar. Alle Spuren scheinen im Sande zu verlaufen, auch das Motiv ist nicht richtig greifbar. Staatsanwalt Torsten Mars, frisch aus Baden-Württemberg, sieht schnell den Zusammenhang zu einem zweiten Mord, den scheinbar vorher niemand hergestellt hat. Mit Hilfe des eigentlich in den Vorruhestand entlassenen Kriminalisten Wallner will er die Fälle ein für alle Mal aufklären. Doch sie stoßen auf Widerstände und graben Geheimnisse aus, die nie das Tageslicht hätten erblicken sollen... Auf den ersten Blick ungewöhnlich und so bisher noch nicht gesichtet, erscheint die Kapiteleinführung. Denn zu Beginn gibt es immer eine kurze knappe Zusammenfassung dessen was den Leser auf den nächsten Seiten erwarten wird. Jedoch nicht so, dass man schon alles weiß und einfach weiter blättern kann, sondern eher in der Form, dass man gerade neugierig wird. Das ist gut gemacht und besitzt in jedem Fall Wiedererkennungswert, wenn auch nicht jeder Leser von dieser Art und Weise begeistert sein wird, wie alles ist auch das Geschmackssache. Ebenfalls gut dargestellt und nachdenklich machend sind die Beschreibungen der damaligen Zeit, auch wenn sie noch gar nicht so lange her ist. Sei es bezüglich der Menschen, der Gesinnungen oder einfach nur der Stadt selber. Auch wenn man nie persönlich vor Ort war erhält man einen guten Eindruck und kann das ein oder andere Verhalten gut nachvollziehen. Es wird spürbar, dass hier eine gute Recherche und Auseinandersetzung mit der Thematik erfolgt ist. Leider schwächelt die Spannung zunächst ein wenig. Die Ermittlungen und Ermittler drehen sich im Kreis, es kommt zu keinem Abschluss und plötzlich sind Monate zwischen den einzelnen Kapiteln vergangen, ohne dass es neue Spuren gibt, geschweige denn, dass danach gesucht würde. Daher plätschert die Erzählung, die als solche stilistisch wirklich gut ist, in Bezug auf die Spannungselemente nur so vor sich hin. Erst relativ spät wird das Tempo angezogen, der Spannungsbogen aufgegriffen und der Leser in den Bann gezogen. Wünschenswert wäre dieses Niveau von Beginn an gewesen. Geht es einmal richtig los, gibt es plötzlich auch kein Halten mehr, da werden Wendungen eingebaut, die man sich nicht hätte vorstellen können. Auch der Schluss besticht durch einen Wiedererkennungswert, denn die Protagonisten werden daraufhin noch kurz beleuchtet wie ihre Zukunft aussieht. Es ist nicht einfach vorbei, sondern man erhält einen Einblick auf den weiteren Verlauf ihrer ganz persönlichen Geschichten. „Desperados im Land des Lächelns“ gibt nach einigen Anlaufschwierigkeiten erst so richtig Gas und kann dann wahrlich punkten. Auf Grund der fehlenden Anfangsspannung befindet sich die Gesamtwertung jedoch nur im Mittelfeld.

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  • Dresden-Krimi

    Desperados im Land des Lächelns
    esposa1969

    esposa1969

    05. November 2014 um 15:25

    Hallo liebe Leser, auch dieses Buch, welches ich im Rahmen einer LR erhielt, habe ich gerade fertig gelesen: == Desperados im Land des Lächelns == Autor: Stefan B. Meyer == Buchrückentext: == Dresden, Februar 1990. Ein sowjetischer Soldat flüchtet vor seinem brutalen Vorgesetzten und verschwindet zunächst mitsamt MP in den Wirren der Nachwendezeit von der Bildfläche. Monate später stellt der Mord an einem ehemaligen Stasioffizier die Ermittler vor ein Rätsel. Unterdessen werden die politischen Posten der ehemaligen Machthaber neu vergeben, doch nicht jeder, der im Boot sitzt, hat auch eine weiße Weste. Dann passiert ein zweiter Mord. Gemeinsam mit einem alten Dresdner Kriminalisten versucht Torsten Mars, der als junger Staatsanwalt frisch aus Baden-Württemberg eingetroffen ist, das Verbrechen aufzuklären, welches sie hineinführt in das große Chaos aus Politik und persönlicher Vergangenheit, das sich nur langsam zu sortieren beginnt. == Das Cover/ Der Buchtitel: == Das Cover zeigt das ehemalige Fabrikgebäude der Zigarettenfabrik Yenidze und gehört zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Dresden. Die unbunten Farben, die vergilbt wirken und an eine alte Postkarte aus der Zeit vor der Wende erinnern, lassen den Leser neugierig werden: Ein Cover, welches ich in der Buchhandlung definitv in die Hände nehmen würde und den Buchrückentext studieren würde. Lt. Angaben des Verlages wurde der Buchtitel ›Desperados‹  aus einem bestimmen Grund gewählt. Man hat zu der Zeit `90 bis `92 oft vom Wilden Osten gesprochen und oft wurde diese Zeit mit Desperados betitelt. == Leseeindrücke: == Mit diesem Dresden-Krimi „Desperados-Land des Lächelns“ des Autors Stefan B. Meyer legt dieser einen Regionalkrimi der Extraklasse vor: Mysteriöse Mordfälle zur Zeit der Wende. Ein ehemaliger Stasioffizier Erhard Paulus wird ermordet.  Dann der nächste Mord an seiner Frau …. Der Fall stellt den Ermittler Peter Wallner vor einem Rätsel und bleibt erst einmal ruhen. Dann tritt Torsten Mars aus Baden-Württemberg auf den Plan, der in diesem Fall seinen Karriereaufstieg sieht. Gemeinsam mit seinem inzwischen pensionierten Kollegen Wallner versucht er dieses Verbrechen aufzuklären, bei denen mehr aus der Vergangenheit ans Tageslicht tritt, als gedacht…. Die Atmosphäre wird gut eingefangen, der Schreibstil liest sich angenehm. Nach wenigen Kapiteln war ich komplett in der Handlung drin und mit den Protagonisten gut vertraut. Während des Lesens fühlt ich mich fast als Zeitreisende in vergangene Zeiten rund um die Wende. Der Krimi löst sich gegen Ende hin geschickt und schlüssig auf. Neben der Rahmenhandlung der insgesamt drei Morde, erleben wir viel Dresdner Lokalkolorit, sowie Politisches aus der damaligen Zeit. Die insgesamt 13 Kapitel  mit jeweils mehreren Unterkapiteln verteilen sich auf 332 Seiten und lasen sich fesselnd, authentisch und kurzweilig. Dank dieser Unterkapitel, sind die einzelnen Handlungsabschnitte nicht gar zu lang und lesen sich einfacher und flotter. Unter den Hauptkapiteln wird das Wesentliche aus diesen in Kursivschrift zusammengefasst. So wird der Leser spannend auf die bevorstehenden Ereignisse vorbereitet, aber nicht zuviel wird vorweggenommen. Die Schrift ist augenfreundlich groß und gut leserlich verfasst. Insgesamt habe ich mich packend unterhalten gefühlt und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! ©esposa1969

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  • Dresden zur Zeit der Wende!

    Desperados im Land des Lächelns
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. November 2014 um 21:17

    Inhalt: Dresden, 1990. Bei einem Zusammenstoß von einem sowjetischen Militärfahrzeug und einem Privatauto, flieht ein Soldat mitsamt einer MP vor seinem Vorgesetzten. Monate später wird ein ehemaliger Stasioffizier auf seinem Balkon erschossen. Torsten Mars, der gerade aus Baden-Württemberg nach Dresden kommt, versucht gemeinsam mit Peter Wallner, einem Dresdner Kriminalisten, das Verbrechen aufzuklären. Gleichzeitig werden im neuen Bundesland Sachsen die politischen Posten neu verteilt und nicht jeder hat auch eine weiße Weste. Meinung: Dieser Roman kann auch als historischer Roman betrachtet werden. Hierbei handelt es sich um Dresden zur Zeit der Wende. Der Autor hat mit diesem Krimi eine spannende und authentische Geschichte geschaffen, die den Leser sofort in den Bann zieht. Die Stimmung zu dieser Zeit wurde sehr gut wiedergegeben. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm. Die Charaktere sind alles sehr gut beschrieben und jeder hat so seine eigene Geschichte. Bei Mars und Wallner prallen Welten zusammen, aber sie sind ein sehr gutes Team. Themen wie Neonazis und politische Intriegen werden hier spannend wiedergegeben. Die kurze Einführung zu jedem einzelnen Kapitel lockern die Geschichte etwas auf. Die Spannung ist von Anfang an gegeben und lässt auch bis zum Schluss nicht nach. Am Ende blieben keine Fragen offen und so soll ein guter Krimi auch sein. Fazit: Dieser Krimi hat mich überrascht. Die Zeit der Wende wurde sehr lebhaft dargestellt und ich bin neugierig auf die anderen Krimis dieses Autors. Ich kann dieses Buch jedem, der gerne dieses Genre liest, nur empfehlen.

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  • Stefan B. Meyer - Desperados im Land des Lächelns

    Desperados im Land des Lächelns
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    Wendezeit in Dresden. Alte Eliten werden abgelöst durch Westler, jeder rettet, was er noch retten kann und sorgt vor für das Leben im neuen Staat. Staatsanwalt Mars aus Süddeutschland sieht den Neubeginn im fernen Osten als Karrierechance, nicht ahnend, dass ihn dort gleich Mordfälle erwarten, die die höchsten politischen Ämter in Aufruhr versetzen. Er braucht Unterstützung, der im Vorruhestand befindliche Ermittler Wallner ist genau der richtige. Mit Spürsinn, dem richtigen Riecher und dem passenden Maß an Abgebrühtheit, suchen sie die Mörder von Herrn und Frau Paulus sowie einem desertierten Soldaten der Sowjetarmee. Der Krimi als solches präsentiert einen politisch heiklen und authentisch wirkenden Fall. Die chaotische Übergangszeit nutzen sicherlich viele, um alte Akten verschwinden zu lassen, Leichen im Keller zu beseitigen und sich in eine günstige Position für den Neuanfang zu bringen. Daneben besticht der Roman jedoch durch eine glaubwürdige Darstellung der Zeit, die scharfsinnig mit auf den Punkt treffenden Formulierungen untermauert wird. Es macht enormen Spaß, die kleinen Seitenhiebe, mal ironisch, mal sarkastisch, aber immer treffsicher im Text zu finden und es fällt leicht, sich in die Zeit und die Situation der Ermittler zu begeben. Die Figuren haben alle ihre Ecken und Kanten, keiner ist durch und durch sympathisch und von Beginn an der „Held“. Doch ihre kleinen Makel – seien es Staatsanwalt Mars‘ typische Vorbehalte gegenüber dem Osten oder Wallners Auffassung von Obrigkeitstreue und Rechtssinn – machen sie nicht nur liebenswert, sondern vor allem menschlich. Sie agieren nach bestem Wissen und Gewissen im Dienste der Gerechtigkeit und nichts anderes kann man sich wünschen. Fazit: ein durch und durch gelungener Krimi vor einer interessanten Kulisse. 

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    • 2
  • -Gut-

    Desperados im Land des Lächelns
    Meteorit

    Meteorit

    Rezension "Desperados - Im Land des Lächelns" Desperados wurde von Stefan B. Meyer geschrieben und ist am 22.09.2014 im fhl Verlag erschienen. Stefan B. Meyer hat hiermit sein drittes Werk veröffentlicht. Mit 332 Seiten spielt dieses Buch im schönen Dresden. Inhalt: Ein ehemaliger Stasioffizier wurde getötet. Seine Frau weiß wohl etwas über die Mörder, ermittelt aber erstmals alleine weiter bis auch sie bei ihrer selbstjustiz getöt wird. Thorsten Mars, ein aus Baden Württemberg frisch eingetroffener Staatsanwalt versucht das verbrechen aufzuklären indem er einen schon früh in Rente gegangenen Kriminalisten reaktiviert und mit ihm die Ermittlungen leitet. Das Verbrechen führt sie in das Chaos aus Politik und Vergangenheit. Meine Meinung: Dies ist mein erster Krimi aus dem fhl Verlag. Der mir ziemlich unbekannte Verlag entpuppt sich als ein Kundenfreundlicher und sehr schneller Verlag. (Ich hatte das Glück ein Freiexemplar für die Leserunde bekommen zu haben.) Das Cover sieht schön aus und zeigt die alte Tabakfabrik Yenidze in einem sehr orientalischem Stil. Das Cover hat einen leicht gelblichen Farbstil was ich sehr schön finde, das es zur Vergangenheit passt. Der Titel ist mit bedacht gewählt, da die Zeit 1990 bis 1992 oft Wilder Osten genannt wurde und somit passt Desperados ganz gut. Wieso es "im Land des Lächelns" heißt, ist mir jedoch unklar. Der Schreibstil ist flüssig und man kann sich das Geschehene bildlich vorstellen. Die beiden Protagonisten sind gut gewählt und sehr sympathisch. Was bei mir ein ganz besonders großer Pluspunkt ist, ist die tolle Kapitelbeschreibung. Der Autor erzählt bevor das Kapitel überhaupt losgeht in einer kleinen Beschreibung was passieren wird. Alles in allem ist das Buch lesenswert und hat einen flüssigen Schreibstil mit einer tollen Kapiteleinführung am Kapitelanfang, oder wie auch immer man das nennen soll. Teilweise waren mir ein paar Szenen ein bisschen zu lang und ein wenig Spannung hat mir manchmal gefehlt. Die Thematik war letztendlich wohl doch nicht so mein Ding. Deswegen gebe ich nur 3 einhalb Sterne.

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    • 3
  • Dresden 1990 - Mord und Politik

    Desperados im Land des Lächelns
    mabuerele

    mabuerele

    01. November 2014 um 21:11

    „…Wir haben nur versucht, uns zu verteidigen…Wir wollten Autonomie und haben euch bekommen…“ Wir schreiben das Jahr 1990. In Dresden stoßen ein Militärfahrzeug der Sowjetarmee und ein Privatauto zusammen. Der russische Fahrer flieht mit seiner Kalaschnikow. Fünf Monate sind vergangen. Familie Paulus kommt mit ihrem Wartburg vom einkaufen aus Polen zurück. Als Erhard Paulus den Balkon seiner Wohnung betritt, hat er nur noch wenige Augenblicke zu leben. Der Fall landet auf dem Tisch von Peter Wallner. Der Autor hat einen spannenden und sehr authentischen Kriminalroman geschrieben. Er fängt die Stimmung zur Zeit der Wende erstklassig ein. Peter Wallner, sein Protagonist, geht in den Vorruhestand. Der Fall ruht. Dann erscheint Torsten Mars aus Baden-Württemberg auf der Bildfläche. Er hofft, dass ihm die Abordnung nach Dresden den nötigen Karriereschwung gibt. Nach dem Studium der Akten kümmert er sich persönlich darum, dass Peter Wallner wieder als freier Ermittler, und nur ihm verpflichtet, einsteigt. Doch die Aufklärung der Mordfälle ist nur die eine Seite des Buches. Die Geschehnisse in Dresden im Jahre 1990 werden vielschichtig dargestellt. Dazu gehört das Auftreten der Neonazis, politische Kungeleien und selbst der Monolog eines Hauses. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Das lag an der fesselnden Handlung und an den gekonnten Schreibstil. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine kurze Einführung, was den Leser im Folgenden erwartet. Das hat mir sehr gut gefallen, denn damit wurde das Interesse am Weiterlesen angekurbelt.  Die Dialoge zwischen Wallner und Mars sind besondere Stellen im Buch. Hier stehen sich zwei Welten auf Augenhöhe gegenüber. Der junge Staatsanwalt ist bereit, ohne Überheblichkeit die Ansichten seines Gegenübers zu akzeptieren. Ein anschaulicher und mit feinem Humor gewürzter Stil findet sich im Monolog des Hauses. Viele der Dinge, die mir der Autor vor Augen führte, hatten hohen Wiedererkennungswert. Bei allen behandelten Themen kommt er haarscharf auf den Punkt. Eine gewisse satirische Betrachtung der Verhältnisse durchzieht das Buch. Es gäbe noch manche Feinheiten und kleinen Geschichten zu nennen, die das Buch auszeichnen. Doch das würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Das Cover mit dem Blick auf eine Dresdner Sehenswürdigkeit passt sehr gut. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Autor lässt in einer abwechslungsreichen Handlung die Zeit des Umbruchs erneut lebendig werden. Mit spitzer Zunge und passenden Worten zeigt er, was warum falsch gelaufen ist.

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  • Dresden kurz nach der Wende

    Desperados im Land des Lächelns
    gst

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    Da ich erst vor wenigen Jahren in Dresdens Umkreis eine neue Heimat fand, interessiert mich natürlich die Vergangenheit der Stadt und des Landes. Aus dem Westen zugezogen fühle ich mich manchmal immer noch als Kuriosität. Warum das so ist? Das konnte ich in diesem Dresdenkrimi erfahren. Trotz des im ersten Moment noch unverständlichen Titels hat mich das Cover auf Anhieb angesprochen. Enthält es doch den Blick auf die Jenidze (eine ehemalige Tabakfabrik), ein Gebäude, das irgendwie gar nicht nach Dresden passt und meinen bewundernden Blick gerade deswegen immer wieder auf sich lenkt. Dazu im Vordergrund die 1852 fertiggestellte Marienbrücke über die Elbe, die in ihrer massiven Bauweise von der Pracht des ehemaligen Königreichs Sachsen zeugt. Inzwischen weiß ich dank Wikipedia auch, dass der Begriff Desperado (abgeleitet von spanisch desesperado „verzweifelt“, „Verzweifelter“) im engeren Sinne das Mitglied einer sich außerhalb jeglicher Gesetze stellenden Gruppe bezeichnet, die in der Regel extreme politische und umstürzlerische Absichten verfolgt. Im Übrigen ein Begriff, der in der Zeit zwischen 1990 und 1992 den „Wilden Osten“ betitelte. Damit ist auch der Inhalt des Krimis erklärt: Drei Morde – kurz nach der Wende verübt, als viele auf eine bessere Welt hofften – gehen auf politische Machenschaften zurück. Dem Autor ist es gelungen, diese Zeit humorvoll und äußerst interessant zu beleuchten. Da werden nicht nur Politiker belauscht, sondern dürfen auch Häuser sprechen. Wir lernen alte Seilschaften ebenso kennen, wie westdeutsche Beamte, die alles auf „Vordermann“ bringen sollten. In meinen Augen liegt die Stärke dieses Buches vor allem in den lebensnahen Beschreibungen der damaligen Zeit. Sie verdeutlichen, wie sich die Stadt in den letzten zwanzig Jahren herausgeputzt hat. Über viele Seiten empfand ich den Krimi vor allem als Transportmittel der damaligen Gefühle. Doch zum Schluss wurde er noch einmal richtig spannend! Gefallen haben mir auch die kurzen Einleitungen zu jedem Kapitel, die zwar darauf hinweisen, was den Leser erwartet, aber nichts Konkretes verraten. Mir ist dieses Buch eindeutig fünf von fünf möglichen Sternen wert! Hat es mich doch neugierig auf die anderen Krimis dieses Autors gemacht.

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