Stefan Bauer Der mit dem Scheich tanzt

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Inhaltsangabe zu „Der mit dem Scheich tanzt“ von Stefan Bauer

Für viele ist Saudi-Arabien ein Buch mit sieben Siegeln. Stefan Bauer hat ein Jahr als Rettungssanitäter in diesem sonderbaren Land gearbeitet. Er hat Dinge gesehen, die er nicht für möglich gehalten hat: Schönheitswettbewerbe mit verhüllten Damen und Kamele mit eingebauter Vorfahrt, tagelange Stromausfälle und vergoldete Toilettenschüsseln, eine unfassbar komplizierte Bürokratie und junge Saudis, die arglos den Hitlergruß zeigen. Bauers Erfahrungen ermöglichen einen ungefilterten Blick in eine islamische Gesellschaft, die uns völlig fremd ist und doch mehr mit uns zu tun hat, als wir glauben.

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  • Saudi-Arabien, ein fremdes Land

    Der mit dem Scheich tanzt
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    06. April 2017 um 09:11

    Saudi-Arabien war für mich ein Stück der Weltkarte, mitten in der Wüste, von dem ich wenig mehr wußte als daß dort der Islam Staatsreligion ist und man Andersgläubigen gegenüber sehr intolerant ist. Ach, und daß die meisten der 9/11-Terroristen von dort kamen.Nachdem ich mich jetzt schon eine Weile mit dem Islam beschäftige, wollte ich auch einmal einen Bericht aus dem Alltag lesen und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. Stefan Bauer ist das Pseudonym eines deutschen Rettungssanitäters mit Extraqualifikation, der ein Jahr in Saudi-Arabien gelebt und beim Roten Halbmond (dem Gegenstück zum Roten Kreuz) gearbeitet hat.Das Buch beginnt sehr sanft, mit der Beschreibung seines Alltags vor dem großen Abenteuer, dann die Bewerbung und das neue Leben. Daß so ein Leben in der Wüste unter völlig anderen Bedingungen abläuft als in Old Germany, war klar, daß es aber SO anders sein würde, hatte ich nicht erwartet.Der Autor beschreibt sehr lebendig die Schocks, die ihn dort erwarteten. Offensichtlich haben die Menschen im islamischen Umfeld eine völlig andere Sicht auf ihre Mitmenschen und das Leben im Allgemeinen. Da wird gern mal ein Menschenleben geopfert für die Ehre – oder auch nur, um einem Mann einen Blick auf eine Frau zu verweigern. Auch wenn dieser Mann Rettungssanitäter ist und nur helfen will.Wer sich für diese völlig andere Welt interessiert und eine gesunde psychische Konstitution hat, sollte sich dieses Buch mal zur Brust nehmen. Trotz der menschenverachtenden Haltung dort ist die allgemeine Beschreibung außerordentlich positiv – in diesen Umständen wäre ich sicher nicht so locker geblieben – , aber der Einblick in diese „Kultur“ (eigentlich mag ich den Begriff gar nicht verwenden) ist doch recht deutlich. Da wird man dankbar für die guten Umstände, die wir hier in Deutschland noch haben!Schlimm ist dann aber noch mal besonders der Schluß: Obwohl das Buch so positiv formuliert ist, wird der Autor bis hierher schikaniert – aus lauter Angst vor der Rache von wem auch immer. Ist so viel Kuschelkurs nötig? Das macht mir Angst...

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  • ein Buch , das man nicht so schnell vergisst

    Der mit dem Scheich tanzt
    robbylesegern

    robbylesegern

    09. January 2016 um 21:33

    Stefan Bauer ist ausgebildeter Rettungsassistent und geht für ein Jahr nach Saudi Arabien, weil ihn das Abenteuer reizt. " Saudi Arabien hat mein Leben verändert " , sagt Stefan Bauer und wenn man dieses Buch, das seine Erfahrungen in diesem Land schildert liest, glaubt man ihm aufs Wort. Stefan Bauer hat das Abenteuer schon immer gereizt. Mit seiner Arbeit beim THW hat er schon in vielen Katastrophengebieten gearbeitet. Als ihn seine Ausbildung als Rettungsassistenz in die Schweiz führt und ihn die Arbeit in einem kleinen Spital mehr und mehr langweilt, bewirbt er sich auf eine Ausschreibung , die ihn für ein Jahr als Paramedic nach Saudi Arabien führt. Mit Betreten des saudischen Bodens ist diese Langeweile vorbei. Stefan Bauer berichtet in seinem Buch über das Leben in Saudi Arabien , über die krassen Gegensätze in diesem Land und über seine teils an die Grenzen gehenden Rettungseinsätze in der Hauptstadt Riad. Da sterben junge Menschen, weil sie sich ein Autorennen auf den Hauptstraßen der Millionenmetropole liefern und dafür als Helden verehrt werden. Frauen müssen sterben, weil sie ohne die Einwilligung des Ehemannes nicht von Männern berührt werden dürfen. " Das Jahr in Saudi Arabien hat sein Leben verändert und ihn häufig an die Grenzen des Erträglichen gebraucht, warum er auch nach einem Jahr nach Deutschland zurückkehrt, viele schöne Erlebnisse und der Freundschaft vieler Saudis gewiss, kehr er nach Deutschland zurück mit dem Wissen, dass ein Leben innerhalb unterschiedlicher Kulturen nur mit Toleranz möglich ist, diese Toleranz aber in manchen Fällen an seine Grenzen gestoßen ist. Ein tolles Buch, das ich verschlungen habe und jedem empfehlen möchte, der hier in Europa in seinem geordneten Leben lebt und sich langweilt. An Herrn Bauer meinen großen Respekt für so viel Engagement und mit viel Verständnis für seine Entscheidung.

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  • Job im Ausland - naiv vorbereitet

    Der mit dem Scheich tanzt
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    30. December 2015 um 18:19

    Eine emotionale Berichterstattung eines Rettungssanitäters, der in Saudiarabien arbeitet, gibt die Erlebnisse seiner Arbeit in Riad wieder. So kann man das Buch schnell zusammenfassen. Stefan Bauer entschließt sich, ein Jahr in Saudi Arabien in seinem gelernten Beruf zu arbeiten, und schildert den Weg von der Bewerbung bis zum Ende seines Aufenthalts. Trotz Vorbereitungskurs zur Landeskultur ist der Schock in der Realität so groß, dass er zum Ende seines Aufenthalts froh ist, das Land verlassen zu können. An eine Verlängerung ist für ihn nicht zu denken, verständlich. Angefangen von der Hygiene über die Unfähigkeit von Ärzten und Pflegepersonal, den Umgang mit gefährdetem Leben bis zum Umgang mit Frauen und Kindern, beschreibt Stefan sein Leben in der Erstversorgung im Krankenwagen. Die Religion steht vor Leben. Frauen dürfen nicht angefasst werden, auch wenn dies ihren Tod bedeuten kann. Auf der einen Seite gehen einem als Leser die Schilderungen von Stefan nahe, auf der anderen Seite verwundern sie nicht. Der einfache und emotionale Schreibstil zeigt, was in dem Sanitäter vorgeht und ich finde, das ist auch richtig so gewählt. Zum Ende spürt man die unendliche Frustration von Stefan, der sich immer wieder den Gesetzen des Landes beugen muss und völlig aggressiv wird. Immer wieder wird er von seinen Kollegen zum Ende des Jahrs zurückgehalten, weil er so weit ist, seinen Frust in Prügel auszulassen, die zu verprügeln, die ihn an seiner Arbeit hindern wollen. Er berichtet aber nicht nur von kulturellen Unterschieden, sondern auch von Unfällen, bei denen man eher Tote zusammenkratzt, als helfen zu können. Die Autos fahren in rasender Geschwindigkeit, die Insassen sind nicht angeschnallt, bei einem Unfall sind die Insassen über 200 Meter am Unfallort verteilt, aus den Wagen herausgeschleudert. Ich frage mich allerdings, weshalb Stefan Bauer nach Saudi Arabien gegangen ist. Dieser Staat lebt die Scharia. Die Sitten sind nicht anders als beim IS, nur dieser Staat ist eben kein Terrorsystem. Eigentlich sollte man vorher wissen, was einen erwarten könnte, in einem Land, in dem Frauen vollverschleiert dem Mann unterstehen, der alles bestimmt, mit ihnen machen kann, was er will, Kamelen mehr Respekt gegenübergebracht wird als Frauen. Man sollte auch wissen, dass kein Fremder die Frau unverhüllt sehen darf, schon gar nicht anfassen. Bei genauem Nachdenken kommt man schnell darauf, was das für einen Sanitäter bedeuten könnte ... Von daher fand ich die Herangehensweise von Stefan Bauer im Vorfeld ziemlich naiv und habe mich gewundert, warum er so verwundert war. In einem Land, indem täglich Hände abgehackt werden, Menschen wegen geringer Vergehen ausgepeitscht oder enthauptet werden, herrscht eine andere Moral und unter der Scharia ein anderes Glaubensverständnis, überhaupt ein anderes soziales Verständnis. Selbst bei uns in Europa gibt es in der Fastenzeit bei Muslimen oft genug gesundheitliche Probleme, weil Fasten z.B. für Diabetiker überhaupt nicht geeignet ist. Auch hier frage ich mich, wieso Stefan Bauer so schockiert darüber ist. Uns Europäern ist die arabische Kultur fremd und nicht verständlich. Wir verachten Frauenfeindlichkeit und dieses Rechtssystem. Dürfen wir aber darüber richten, wie der Autor es tut? Stefan Bauer ist auch schockiert darüber, dass er als Deutscher hoch respektiert wurde und mit Hitlergruß empfangen wurde, man mag Hitler dort. Auch das sollte allgemein bekannt sein, denn Hitler hat sozusagen die Feinde der Wahhabiten gekillt. So sieht es im arabischen Verständnis aus. Insgesamt wundere ich mich über die Naivität von Stefan Bauer, mit welchen Vorkenntnissen er dieses Land überhaupt betreten hat. Die Schilderung der Hygiene und das Desinteresse des Krankenhauspersonals an Patienten, bei denen es um Minuten geht, ist schockierend, ebenso die schlechte Ausbildung der Ärzte. Auch hier treffen schlechte Ausbildung und Religion zusammen: Gott nimmt und Gott gibt, wir können daran nichts ändern, alles ist Gottes Wille. Alles in allem hat man das Buch schnell durchgelesen und es gibt einen guten Eindruck über die Krankenversorgung in Saudi Arabien wieder. Die Scheichs und ihre Familie fliegen sowieso ins Ausland, um sich einen Pickel ausdrücken zu lassen, das ist nicht verwunderlich. Die Emotionalität des Autors war mir am Ende zu heftig. In einem sozialen Beruf sollte man persönliche Distanz zu seinem Job halten können. Sicher ist es nicht einfach, Menschen beim Sterben zuzusehen, wenn man es theoretisch verhindern könnte, allerdings von Gesetzen, Unfähigkeit und Religion gehindert wird. Man sollte sich genau informieren, bevor man im Ausland arbeitet, sehen, ob man mit der fremden Kultur klarkommen könnte. Eins stimmt mich merkwürdig. Stefan Bauer schreibt am Anfang von seinem Buch, er schreibt unter Pseudonym, um sich und seine Kollegen zu schützen, hat daher die Ereignisse in der Reihenfolge geändert und Namen und Orte verändert. Keine Person solle erkannt werden. Am Ende vom Buch gibt es allerdings eine Reihe von Fotos vom Autor und seinen Arbeitsstätten, Kollegenfotos. Ja was denn nun?

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  • Unbedingt lesen

    Der mit dem Scheich tanzt
    aftersunblau

    aftersunblau

    30. November 2015 um 15:43

    Stefan Bauer ist zunächst Rettungsassitent in Deutschland und dann in der Schweiz. da dort seine Arbeit hauptsächlich aus Krankenfahrten besteht fühlt er sich unterfordert und bewirbt sich als Paramedic in Riad / Saudi Arabien. Was ihn dort erwartet hat er sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können und die Belastungen gehen weit über seine Grenzen hinaus. Das Buch ist einfach nur klasse und setzt alle nur denkbaren Emotionen frei. Oft muss man schmunzeln, um gleich im nächsten Moment wütend zu werden oder Tränen zu vergießen. Man erfährt viel über die uns fremde Kultur und das meiste ist für uns schlichtweg unbegreiflich. Bevor ein männlicher Arzt die Ehefrau behandeln darf wird die Frau lieber sterben lassen. Wenn ein Baby aus dem gleichen Grund bei der Geburt stirbt ist das für den Mann nicht schlimm, er hat das Kind ja nicht gekannt, Vergewaltigte Frauen werden wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr bestraft und kommen ins Gefängnis. Dazu kommen die schlimmen hygienischen Verhältnisse n die er sich erst einmal gewöhnen muss. Der Schreibstil ist so locker leicht das man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag und ich das Buch an zwei Abenden ausgelesen habe. Stefan Bauer ist ein Pseudonym da er seinen richtigen Namen nicht preisgeben darf. Für sein ehrliches Buch hat er in Deutschland seinen Arbeitsplatz verloren weil seine ehemalige Firma Kunden in Saudi Arabien hat. Ein Buch das man unbedingt lesen sollte wenn man sich für fremde Kulturen interessiert. Mich hat es überzeugt und ich werde es auch so schnell nicht vergessen. Ein absolutes Lesehighlight.

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