Stefan Bogner Epic

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Inhaltsangabe zu „Epic“ von Stefan Bogner

„Escapes“ – Mit seinem Buch über „leere Straßen und Alpenpässe“ ist Stefan Bogner seinerzeit ein Überraschungserfolg gelungen. Alpenliebhaber, Autofans, Rennradfahrer und nicht zuletzt auch Afficionados der Fotokunst– sie alle waren von der Freiheit und Kargheit seiner Bildsprache tief berührt. Weit besser noch als zu den Alpen passt dieses Konzept in eine andere Landschaft: die raue und ausdrucksstarke Welt von Island. Ein Land aus Feuer und Wasser, zwischen rauchenden Vulkanen und den Wellen des Nordmeeres. Puristisch und schön, dabei episch wie das Land fotografiert Bogner die Straßen dieser Insel und entführt in eine Welt, die niemanden unberührt lässt und zu der er gleichzeitig durch seine spezielle Art der Fotografie neuen Zugang gewährt. So bleibt dem Betrachter genug Raum, seine eigenen Gefühle und Fantasien in diese von Naturgewalten geprägte Szenerie einer großartigen Landschaft zu entfalten. Episch.Text in deutscher, englischer und isländischer Sprache.
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    Epic

    ForeverAngel

    14. January 2016 um 14:00

    Island ist das Land aus Feuer und Eis, das Land der Elfen, ein Land voller Natur. Hier leben vermutlich mehr Schafe als Menschen, für unzählige Kilometer sieht man kein einziges Haus. Von den wenigen Straßen, die es gibt, sind nicht besonders viele asphaltiert. Wer schnell voran kommen möchte, fliegt mit seinem eigenen kleinen Flugzeug (Bus und Bahn? Das gibt es dort nicht) oder nimmt die Abkürzung durch die Wildnis. Sofern man denn ein Auto hat, das kleine Flüsse durchqueren kann. Island hat mich beeindruckt. Und genau diesen Eindruck von rauer Wildnis, Abgeschiedenheit, Kargheit, Einsamkeit, genau das spiegeln Stefan Bogners Fotos in Epic - Straßen Islands wieder.  Epic braucht keine Erklärungen oder Texte. Es beschränkt sich auf eine Einleitung von Autor und Fotograf Jan Karl Baedeker, die man sowohl auf die Deutsch wie auch auf Englisch und Isländisch nachlesen kann. Vielleicht sollte man es einmal mit dem isländischen Text versuchen, ich dachte dabei unweigerlich an kleine moosbewachsene Elfen, die unter Steinen leben.  Die restlichen Seiten widmen sich dem eigentlichen Thema: Straßen Islands. Manch einer mag beim ersten Durchblättern denken "Das sieht ja alles gleich aus!". Aber das tut es nicht, ganz und gar nicht. Man muss nur einfach genau hinsehen, um die feinen Unterschiede zu sehen. Straßen, die sich durch felsige Landschaften schlängeln. Schotterwege, die durch zerklüftete Felsen führen. Wege, bei denen man zweimal hinsehen muss, um sie als Straße zu erkennen. Grauer Asphalt, der durch eine scheinbar unendliche, weiße Landschaft verläuft. Die Ringstraße, die einmal um Island herumführt. Vereiste Brücken und solche, über die keine zwei Autos gleichzeitig fahren können. Moosbewachsenes Geröll, erkaltete Lava, schwarzer und roter Sand. Und überall diese unendliche Weite. Wer sagt, da sehe alles gleich aus, der sieht nicht genau hin, der erkennt diese Farbenvielfalt nicht. Pechschwarzer Lavasand, eisblaue Gletscher, weißer Schnee, leuchtend grünes Moos. Seen, die den Himmel spiegel. Gelbe und weiße Blüten hier und da. Rötliche Erde, die einen denken lässt, man sei auf dem Mars. Aber auch immer wieder Straßen, die einander so ähnlich sind, dass einen ein heftiges Déjà-Vu überkommt. Oder ist man tatsächlich im Kreis gefahren? Ab und an sieht man sogar so etwas wie Zivilisation.   Die Fotos sind scharf, klar und bekommen den Platz, den sie verdient haben. Mal nehmen sie eine Seite ein, mal eine doppelte. Bildausschnitt und Perspektive stimmen bei jedem Motiv. Die Auswahl, die Anordnung, die Fotos selbst, alles ist wunderbar stimmig, und den Band durchzublättern hat etwas herrlich Beruhigendes, Meditavies. Fast so, als sei ich wieder auf Island, umgeben von rauer Natur und herrlich klarer Luft.  Ich war erst ein einziges Mal für einige Tage auf Island, aber für mich spiegeln Stefan Bogners Fotos genau das wieder, was ich in diesen Tagen erlebt und empfunden habe und verstärken den Wunsch, zurückzukehren. Zurück in das Land aus Feuer und Eis und der Elfen, zurück in diese einmalige Landschaft. Takk! für dieses wunderschöne Buch, das Islands Wesen so wunderbar authentisch eingefangen hat. Es ist, wie der Titel schon sagt, einfach episch. (c) Books and Biscuit

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  • Die Faszination des Nichts

    Epic

    R_Manthey

    13. August 2015 um 10:14

    Mit Straßen verbinden wir gewöhnlich Krach und Gestank, aber auch Lebendigkeit und Vielfalt. Die Verkehrswege, die Stefan Bogner für diesen Bildband fotografierte, offenbaren genau das Gegenteil: Man sieht keinerlei Verkehr, ringsherum liegen nur Steine. Die faszinierende Ödnis, durch die sie führen, besteht größtenteils aus erkalteter Lava, die mit Moosen und Flechten karg bedeckt ist. Gelegentlich sieht man eine Wiese, ganz selten ihre landwirtschaftliche Nutzung. Nur auf einem Bild entdeckt man Pferde und Menschen. Manchmal kommt ein futuristisches Bauwerk ins Bild, wahrscheinlich ein Geothermal-Kraftwerk. Die Links in unserem Gehirn zwischen Straßen und den damit verbundenen Empfindungen funktionieren nicht mehr. Das erregt unsere Aufmerksamkeit, obwohl die Bilder in diesem Buch sich alle sehr ähneln. Dieses Nichts, diese Stille und diese Leere bringen uns vielleicht etwas durcheinander. Dort möchten wir gerne einmal sein, aber keineswegs für länger. Der ganze Bildband enthält nur ein Vorwort von Jan Baedeker und sonst keinerlei Text. Wozu auch? Die Bilder zeigen eine fast leere Landschaft, durch die sich Straßen oder Schotterpisten ziehen. Gelegentlich brauchen sie eine Brücke oder kreuzen Leitungen. Das braucht man nicht zu erklären. Baedeker schreibt in seinem kurzen Vorwort: "Man muss stehen bleiben und seinen Wahrnehmungsapparat öffnen wie den Verschluss einer Kamera, dann schenkt einem die Insel Bilder von archaischer Schönheit, die sich in der Erinnerung festschreiben und einen bis in die Träume verfolgen." Wer sich dafür nicht öffnen kann, wird von diesem Buch enttäuscht sein, denn dann bleiben nur sich ständig wiederholende Bilder von Steinen, die mit einem seltsamen grün-grau-gelben Teppich bedeckt sind, durch die sich Straßen-Bänder ziehen.

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