Stefan Bollmann Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

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Inhaltsangabe zu „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“ von Stefan Bollmann

"Ergründe, ergrabe, ergreife das Glück" - Goethe für fast alle Lebenslagen Seit Loriot wissen wir, dass ein Leben ohne Mops sinnlos ist. Aber ohne Goethe? Das kommt ganz auf unser Bild von Goethe an, so der Tenor dieser so charmanten wie leichtfüßigen Besichtigung von Goethes Leben. Stefan Bollmann zeigt uns Deutschlands größten Dichter, wie wir ihn noch nicht kannten: mehr Zeitgenosse als Klassiker, nicht Meister, sondern Befreier. Sein Buch ist eine spielerische und äußerst lebenspraktische Initiation in die Gedankenwelt Goethes und viele seiner Werke – und eine Ermutigung dazu, dem Pfad der eigenen Kreativität zu folgen.

Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist …

— Baneful

Kleine Schwächen aber große Liebeserklärung an Goethe und was wir von ihm lernen können.

— Estel90

Weniger Lebensratgeber als Biografie.

— Sommerregen
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  • Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist …

    Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

    Baneful

    06. April 2017 um 15:04

    Meine Meinung: Einer meiner Professoren pflegt immer zu sagen: Ohne Goethe wären wir nicht das, was wir heute sind. Außerdem pocht er darauf, dass Goethes Iphigenie eines der besten Dinge ist, die der deutschen Literatur je geschehen ist. Inspiriert von meinem Professor habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, hinzu kam die Tatsache, dass Stefan Bollmann Literatur, Geschichte und Philosophie studiert und als Hochschullehrer gearbeitet hat. Daher habe ich erwartet, dass dieses Buch Goethe-, Literatur- und Biografienliebhaber, sowie Literaturstudenten ansprechen würde. Mir gefiel der Aspekt, dass Goethes Schaffen, sein Leben und seine Persönlichkeit vom Autor dargestellt wurden, wobei er hierbei zu begeistert von Goethe zu sein scheint. Etwas mehr Objektivität und/oder Skepsis hätte ich mir schon gewünscht. An einigen Stellen scheint durch, dass der Autor ein ziemlich großer Fan von Goethe ist, wodurch diese Stellen etwas an Gewicht verlieren, da ich das Gefühl habe, dass unangenehmere Seiten Goethes weichgespült werden und somit ein anderes Bild von ihm entsteht. Natürlich muss dies nicht der Fall sein, allerdings kam mir dies aufgrund des fehlenden kritischen Zugangs so vor. Als Leser merkt man, dass der Autor Ahnung von Literatur und ihrer Geschichte hat. Man merkt auch, dass vom Fach ist, allerdings hätte ich auf die Passagen bezüglich Haruki Murakami verzichten können, in welchen er den gesamten Inhalt Murakamis Bücher verrät. Spoiler-Alert, schließlich sollte man nicht davon ausgehen, dass alle Leser sich mit Murakamis Büchern auskennen oder nicht vorhaben diese zu lesen und daher gespoilert werden wollen. Bewertung: Um Goethe kennenzulernen und sich etwas von ihm inspirieren zu lassen, ist dieses Buch sicher gut. Zudem ist die Schreibweise angenehm zu lesen, wodurch sie nicht belehrend wirkt. Wenn ihr kritischere Lektüre bevorzugt und euch ein neutralerer Ton lieber wäre, ist dieses Buch nicht das richtige für euch.

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  • Wer war eigentlich dieser Goethe?

    Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

    Lariluna

    25. March 2017 um 17:53

    Dieses Buch ist auch etwas für Nicht-Literaturwissenschaftler – bzw. eigentlich gerade für diese (wobei auch ich als „Fachkundige“ es mit viel Vergnügen gelesen habe): „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“ ist eine populärwissenschaftliche Beschäftigung mit unserem Dichterfürsten, die sich aber tatsächlich mehr mit der Person Goethes und seiner Vorstellung vom Leben auseinandersetzt als mit seinen Werken an sich. Stephan Bollmann stellt all seine Überlegungen und Ausführungen unter die Prämisse eines eigenständigen Lebens, nach dem Goethe zeitlebens gestrebt habe. Ein eigenständiges Leben also unabhängig von der Familie, zumindest nicht zu abhängig von seinem langjährigen Arbeitgeber, dem Herzog von Weimar, und immer unabhängig und frei genug, um seine Kreativität frei zu entfalten. Die Hochzeit dafür ist, das kann sich wahrscheinlich jeder, der sich ein bisschen mit Goethe beschäftigt hat, denken, die Italienreise, die, so Stephan Bollmann, Goethe den Anstoß gibt, auch zurück in der Heimat ein Leben einzufordern, in dem er sich neben der Arbeit auch der Literatur angemessen widmen und seine Persönlichkeit frei entfalten kann. Auch wenn dieser Leitsatz des eigenständigen Lebens über allem steht, ist das Buch eine gesamtheitliche Beschäftigung mit dem Leben Goethes, die wohl auch als eine Art Denkanstoß zu sehen ist für unsere heutige Gesellschaft: Führen wir heutzutage ein eigenständiges Leben? Und wenn nein, können wir uns Goethe zum Vorbild nehmen, selbst heute noch? Es geht dabei, wie gesagt, nicht um sein literarisches Talent und das Buch richtet sich somit auch nicht nur an (angehende) Autoren. Stephan Bollmann stellt uns Johann Wolfgang von Goethe als ein Individuum vor, dessen Lebensweise uns noch heute Vorbild sein kann. Selbst wenn man „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“ nicht als eine Art Lebensratgeber versteht oder verstehen möchte, kann man, ist man an Goethes Leben und Schaffen interessiert, jede Menge Fun Facts und faszinierende Einzelheiten aus der Lektüre mitnehmen: So liefert der Autor eine genaue Beschreibung von Goethes Haus in Weimar (das man übrigens heute noch besichtigen kann) und davon wie es aufgebaut war,beschreibt Goethes Zeit in seiner „Künstler-WG“ in Rom und einschlagende Erlebnisse wie der Einmarsch von Napoleons Armee in Weimar. Stephan Bollmann begleitet Goethe durch sein ganzes Leben und nimmt seine Leser mit in, so sein Bild, in den Goethe-Park: Er wandelt von dem ungestümen Stürmer und Dränger und seinem Werther weiter zum Weimarer Hofrat und seinen Dramen über die Römischen Elegien und die Wahlverwandtschaften. Immer wieder kommt natürlich auch die Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ zur Sprache, die, neben Tagebüchern und Briefen, wertvolles Material zu Goethes Leben und dem, was in seinem Kopf vorging, liefern. Überzeugend wirkt Bollmanns These, dass wir noch heute von Goethe lernen können, ein glückliches, erfülltes, bestimmt nicht 08/15 Leben zu führen, auch dadurch, dass er es versteht, den Dichterfürsten des 18. Jahrhunderts von seinem übermenschlich hohen Podest herunterzuholen – auf positive Art und Weise: Den Wanderer Goethe mit Mick Jaggers „Wandering Spirit“ zusammenzubringen, bringt ihn uns vielleicht nicht wirklich näher. Es schafft aber eine etwas strange und deswegen so faszinierende Verbindung. Beschreibungen, die Goethes Leben in unserer heutigen – nicht wissenschaftlichen – Sprache beschreiben, auch seine Zweifel nicht außen vor lassen und zum Beispiel aus einer so völlig nachvollziehbaren Perspektive darstellen, wie er sich gefühlt haben muss, nachdem er aus Italien zurückkehrte und sich wieder in sein altes Leben einfand, machen ihn einfach zu einem Menschen. Einem bewundernswerten Menschen mit einem herausragenden Talent. Aber eben auch „nur“ jemand, der Höhen und Tiefen erlebte und mit seiner Lebensphilosophie das Beste daraus zu machen verstand.

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  • Auf den Spuren von Goethes Erfahrungen und Erkenntnissen

    Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

    Calantha

    28. September 2016 um 22:32

    Ein Leben ohne Goethe? An Goethe kommt jemand vorbei. Wir begegnen ihm als Pflichtlektüre an der Schule oder an der Uni. Im Rahmen von Zitaten, Essays oder sonstigen Unterhaltungen begegnet man ihm immer wieder. Oft ist er, als der größte Dichter Deutschlands, berühmt und gefürchtet. Er strahlt für die meisten Bürger eine ungeheure Ehrfurcht und Unnahbarkeit aus. Stefan Bollmann nimmt uns mit in die Zeit von Goethe und zeigt den Dichter von einer ganz privaten Seite.Zu Unrecht ist dieses Buch teilweise unter der Kategorie Ratgeber eingeordnet. Vielmehr handelt es sich um eine Biographie, die sich anstatt mit Jahreszahlen, mit der Gedankenwelt, den Lebensabschnitten und den Problemen Goethes befasst. Man erhält so einen ganz nahen Einblick in Goethes Wesen und kann seine Erkenntnisse auch auf das eigene Leben beziehen. Bestimmte Muster tauchen auch in unserem Leben und in unserer Gesellschaft immer wieder auf. Goethe plagte teilweise das, was uns auch heute beschäftigt: die Suche nach dem Glück und nach der Selbstverwirklichung.Die Glorifizierung von Goethe, als unerreichbarer Dichter und Denker, wird ein bisschen brüchiger und wir nähren uns Goethe an, in dem wir erfahren, was ihn beschäftigt hat und woher seine Ideen kamen. Wir erfahren, dass viele seiner Geschichten auf biographischen Ereignissen beruhten.   Auf den Spuren von Goethes Erfahrungen und Erkenntnissen Kapitel für Kapitel, gehen wir wichtige Lebensabschnitte von Goethe durch, erkennen seine Probleme und versuchen ein tiefes Verständnis zu bekommen.  An vielen Stellen sehen wir, dass seine Probleme uns nicht fremd sind. Besonders für kreative Personen, zeigen sich viele Anknüpfungspunkte. Mit dem Blick auf das eigene Schreiben und Leben, bekommt man noch einmal eine ganz neue Perspektive. Wir lernen in dem Buch auch darüber, was andere Menschen seiner Zeit über Goethe dachten. Die vielen Stimmen und Anknüpfungspunkte, machen dieses Buch sehr lebendig.Etwas missfallen hat mir der Teil, in dem es um Haruki Murakami ging und er eines seiner Bücher (ausgerechnet das, was gerade auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegt) als Vergleich heranzieht. Ich habe weder damit gerechnet, in einem Goethe Buch auf Haruki Murakami zu treffen, noch damit, dass mir gleich dessen ganzer Inhalt verraten wird. An einer anderen Stelle, äußert der Autor Kritik an Goethes Verstoßung von Lenz, weil dieser in den Tag hineinlebte, Goethe belästigte, keiner geregelten Arbeit nachging und von Goethe verstoßen wurde, nachdem er gleich zwei Mal versuchte Goethe seine Frau auszuspannen. Ich finde das im Gegensatz zum Autor, jedoch nicht schwer nachvollziehbar. Mir wäre auch egal, welches Talent oder Hilfsbedürftigkeit jemand besitzt, der solche Umgangsweisen an den Tag legt. Aber genau das, ist auch die Stärke des Buches: man legt das Gelesene automatisch auf sich Selbst um, denkt nach und möchte seine eigene Interpretation der Ereignisse erschaffen. Man erkennt viele Situationen und Lebensabschnitte auch bei sich Selbst wieder und bekommt durch Goethe viele hilfreiche und inspirierende Aspekte vermittelt.   Eine inspirierende Lektüre Ich finde diese Herangehensweise an eine Schriftsteller-Biographie herrlich. Ich habe nach der Lektüre das Gefühl, Goethe noch etwas besser verstanden zu haben. Viele Aspekte waren neu und luden zum Nachdenken ein, sowohl über Goethe, über seine Werke, aber auch über mich Selbst.Ich würde sehr gerne noch weitere Biographien auf dieser Art und Weise lesen. Es macht die vergangene Lebenswelt ungeheuerlich anschaulich und begreifbar. Biographien zu lesen, ist oftmals sehr anstrengend, da es nicht selten vorkommt, dass man sich mit Fachausdrücken oder geschichtlichen Hintergrundwissen auseinandersetzen muss. Am Ende hat man zwar den Eindruck, einen Haufen von Informationen bekommen zu haben, aber wirklich eine Vorstellung, was die Personen beschäftigt und angetrieben hat, hat man nicht. Wir alle kennen die Zeit des Sturm und Dranges aus dem Geschichtsunterricht. Doch was bedeutete das für die Gedankenwelt der jungen Dichter? Dieses Buch klärt all diese Fragen und gibt uns einmalige Einblicke in die Gedankenwelt Goethes.

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  • Goethe war auch nur ein Mensch

    Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

    Eva-Maria_Obermann

    07. September 2016 um 12:28

    Stefan Bollmann erzählt anekdotenreich und mit Liebe zum Detail aus Goethes Leben und Schaffen. Von Goetz und Werther bis hin zu den Wahlverwandtschaften und Faust II. Er durchstreift in seinem imaginellen Goethe-Park Sturm und Drang, Klassik, schaut auch bei der Romantik vorbei. Goethes Leben ist sein Wanderweg, aber er blickt vor und zurück. Zeitgeschehen der Goethezeit werden betrachtet und doch schafft es der Autor immer wieder, Verweise zur Gegenwart und ihrer Literatur zu ziehen. Dabei geht es gar nicht darum den großen Goethe, unerreichbar, dazu gemacht, bereits Schulkinder mit „höherer Literatur“ zu konfrontieren. Es zeigt einen Lebensentwurf, der einem heutigen sehr ähnlich ist. Ein Mann, der vor allen anderen Dingen, er selbst sein will. Einer, der sich weder durch seine Eltern, noch seinen Stand, seine Arbeit oder seine Umwelt in Schubladen pressen will und dann den Rest seines Lebens Erwartungen erfüllen muss. Die einzigen Erwartungen, die Goethe wichtig sind, sind seine eigenen. Sehr angenehm finde ich dabei, dass Bollmann Goethe nicht verklärt. Er ist ein Mensch, mit Fehlern, dessen Handlungen durchaus berechenbar sind. Relationen und Zusammenhänge werden so einfach gezeigt, Goethes Entwicklung, seine Entscheidungen, unter dem Licht eines normalen Lebens betrachtet und nicht als Dichterverehrung. Die Abwege sind es, die mir besonders gut gefallen haben. Goethe irrte, Goethe haderte, Goethe ließ sich von der Arbeit verführen und schrieb zeitweise wenig, jahrelang an den Werken, die dafür heute noch gelesen werden. In diesem Buch, das ich nicht Biografie nennen will, obwohl es nahe an eine herankommt, sondern viel mehr Lebensmomentbetrachtung bezeichne, wird Goethe auch nicht zum Wüstling bemacht, der jedem Rock hinterherrannte. Natürlich spielen seine Beziehungen eine Rolle, aber weit weniger dominant, als in vielen anderen Biografien. Tatsächlich ist in Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist, vor allem seine Beziehung zu seiner späteren Frau Christiane von Bedeutung. Die Sprache ist leicht, aber nicht versimpelt und macht einfach Spaß, gelesen zu werden. Manchmal fokussiert sich Stefan Bollmann so sehr auf ein Detail, dass es mehr wird, als eine Nebensache. Oft sogar. Und auch das macht Spaß, zeigt es doch die vielen Nuancen und Ansätze. Die Abwege eines Parks, die kleinen Besonderheiten, wenn der Besucher den Blick hinaus schweifen lässt. Und es zeigt, warum gerade Goethe sich als Ausgangspunkt für diese Blicke anbietet. Stefan Bollmann zeigt in Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos nicht nur, wie wichtig Goethe war, sondern auch wie einfach. Er zeigt, warum unser Leben in so vielen Bereichen ohne Goethe nicht das gleiche wäre. Und dass Goethe lohnt, besonders in diesem Buch.

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  • Weniger Lebensratgeber als Biografie..

    Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

    Sommerregen

    11. July 2016 um 13:52

    Wie man sein eigenes erfülltes und glückliches Leben führt soll man mithilfe dieses Buches verstehen können. Dabei greift der Autor Stefan Bollmann auf das Leben und Wirken sowie die Gedanken von Goethe zurück, sodass man beim Lesen auf "Goethes Pfaden" wandert. denn das Buch ist so gestaltet, dass man sich in einen imaginären Goethe-Park begibt, um dort einen Weg nach dem anderen zu beschreiten.So wird man durch die Themen "Wie man die Jugend übersteht - und ein eigenes Leben beginnt", "Wie man eine Lebenskrise meistert - und dabei zum Autor wird", "Wie man erwachsen wird - und warum sich der Aufwand lohnt", "Goethes ungeschriebene Lehre vom Glück", "Wie man zu sich selbst findet - und dabei zum Künstler wird", "Wie man sein Liebesleben erneuert - und richtig über Sex spricht", "Vom Auskosten des Augenblicks", "Wie man Ordnung in sein Leben bringt - und sich eine produktive Umgebung schafft", "Wie sich Leidenschaft erklärt - und warum wir wieder ruiniert werden müssen", "Wie man der eigenen Kreativität folgt - und über sich hinauswächst" sowie "Ausgang: Goethe, der Befreier" geführt.Beim Lesen erreicht man so immer neue Etappen, welche sich mit dem Leben und der Entwicklung Goethes befassen, sodass man einen anderen Blickwinkel auf ihn erhält. So beschreibt Bollmann beispielsweise wie der junge Goethe mit Lebens- oder Schaffenskrisen umging.Das Buch ist sehr unterhaltsam und leicht verständlich geschrieben, sodass man es schön flüssig lesen kann. Auch wenn mir nach der Lektüre ein Leben ohne Goethe nicht gänzlich sinnlos erscheint, denke ich, dass viele der angesprochenen Aspekte zur Führung eines eigenen Lebens sehr hilfreich sind. Dieses Buch macht Mut, dass zu tun was man möchte, im Jetzt zu leben und - sobald man sich Sicherheiten geschaffen hat - auch Risiken einzugehen, um sich seine Wünsche erfüllen zu können. Genauso solle man auch der eigenen Kreativität folgen und nach Goethes Sinn nicht leben indem man den Dichter kopiert, sondern auf seine Art der Problembewältigung Acht gibt und sie auf das eigene Leben anpasst.Manchmal hat das Buch dennoch seine Längen, beispielsweise wenn erneut von einer Reise Goethes berichtet, eine Lebensweisheit besonders ausgiebig beleuchtet wird, oder bei einer, meines Erachtens nicht ganz so bedeutenden, Tat nach dem größeren Sinn gesucht wird. Als sehr ansprechend hingegen empfand ich jene Stellen, die sich mit den Werken Goethes und ihrem biografischen Hintergrund befassen.Für mich ist "Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist" alles in allem eher weniger ein Lebensratgeber als eine Biografie, die gleichzeitig einen anderen Blickwinkel auf Goethe wie auch ein paar Leitsätze zu Führen des eigenen Lebens gibt.

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  • Spaziergang durch den Goethe-Park

    Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

    YukBook

    06. July 2016 um 08:20

    Wie führt man ein glückliches und erfülltes Leben? An Ratgebern zu dem Thema mangelt es sicher nicht. Man könnte sich aber auch mit Werken von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigen, wie uns Stefan Bollmann in seinem aktuellen Buch vermittelt. Er unternimmt mit uns acht Spaziergänge durch den Goethe-Park und erklärt, „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“. Für Goethe, so erfahren wir, bestand der Sinn des menschlichen Lebens darin, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und es nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. In seiner Heimat Frankfurt und den bürgerlichen Verhältnissen, in denen er aufwuchs, blieb ihm dieser Wunsch verwehrt. Glücklicherweise entdeckte er, dass er durch das Schreiben sein unglückliches Leben immer mehr unter Kontrolle bekam. Er wählte bewusst den Schreibprozess und die Literatur zur Lebensbewältigung und ließ dafür seine Romanfiguren wie den jungen Werther leiden und sterben. Die erste Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu gehen, bot ihm Karl August, Erbprinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, der ihn nach Weimar einlud und ihm dort wichtige politische Aufgaben übertrug. Dies war nur der Anfang und ein Bruchteil von Goethes vielzähligen Beschäftigungen, die danach folgten. Stefan Bollmann versteht es, die verschiedenen Facetten des Weltliteraten und seine Lebensstationen informativ und spannend vor den Augen des Lesers auszubreiten. Ganz gleich ob wir Goethe auf seinen Reisen nach Rom, Neapel und Sizilien begleiten, wo er das Bohèmeleben zu schätzen lernt, oder ihm beim Schreiben in seinem Arbeitszimmer in Weimar beobachten – es ist, als sei man vor Ort und würde ihn in seiner Rolle als Vagabund, Naturforscher oder Dichter persönlich erleben. Interessant ist auch, wie er seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse in Werken wie „Italienische Reise“ und „Wahlverwandtschaften“ verarbeitete. Erstaunlich, dass man sich Goethe fast als Zeitgenossen vorstellen kann, denn seine Weisheiten wie „Tue es einfach“, „Koste den Augenblick aus“ oder „Folge dem Pfad deiner eigenen Kreativität“ sind aktueller denn je.

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