Stefan Boonen

 3,9 Sterne bei 43 Bewertungen

Lebenslauf von Stefan Boonen

Stefan Boonen, 1966 geboren, lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Belgien. Nach einer Schreinerlehre und einigen Jahren als Sozialarbeiter, widmete er sich hauptberuflich dem Schreiben von Kinder- und Jugendbücher. Für viele seiner Bilderbücher, Titel für Jugendliche oder Sachbücher wurden ihm Preise verliehen.

Alle Bücher von Stefan Boonen

Cover des Buches Alles ohne Lena (ISBN: 9783841501240)

Alles ohne Lena

 (24)
Erschienen am 17.11.2011
Cover des Buches Der Riese, der mit dem Regen kam (ISBN: 9783737351782)

Der Riese, der mit dem Regen kam

 (6)
Erschienen am 22.03.2016
Cover des Buches Hier kommt Oma (ISBN: 9783401601588)

Hier kommt Oma

 (4)
Erschienen am 01.06.2016
Cover des Buches Theo und Mammut (ISBN: 9783401603780)

Theo und Mammut

 (1)
Erschienen am 19.01.2018

Neue Rezensionen zu Stefan Boonen

Cover des Buches Der Riese, der mit dem Regen kam (ISBN: 9783737351782)J

Rezension zu "Der Riese, der mit dem Regen kam" von Stefan Boonen

Macht Mut, nicht aufzugeben
jelimukivor 5 Monaten

Albert Loblos, gerade elf Jahre alt, lebt mit seiner Mutter und den fünf Schwestern im Sommerhochhaus. Die Sommerferien beginnen gerade und ihm steht eine langweilige Zeit bevor. Seine Mutter setzt alles auf Alberts Schwestern, die sie von Casting zu Casting jagt, in der Hoffnung, dass mindestens eine von ihnen groß rauskommt und sich damit die finanziellen Sorgen der Familie von selbst erledigen. Für Albert hat sie nichts übrig und hält es für einen Irrtum, dass ausgerechnet er ihr Sohn sein soll.

„Sogar deiner Mutter bist du egal.“
„Das stimmt nicht!“ Albert sah sie wütend an.
„Träum ruhig weiter“, zischte Frau Urgel. (Seite 83)

Einen Hoffnungsschimmer gibt es, als am Abend des ersten Ferientages Kalinda mit ihrer Mutter und deren Freund ins Hochhaus einzieht. Vielleicht können Kalinda und Albert Freunde werden?

In der folgenden Nacht regnet es und Kalinda kann in der ungewohnt lauten Umgebung nicht schlafen. Mitten in der Nacht sieht sie aus dem Fenster und meint plötzlich, die Dunkelheit würde sich bewegen. Oder die Brücke. Oder ist da etwa ein Riese? Als sie sich endlich wieder beruhigt hat („Riesen gibt’s nicht“, Seite 23), findet sie doch noch in den Schlaf. Ein paar Etagen höher kann auch Albert nicht schlafen und starrt aus dem Fenster. Er jedoch zweifelt nicht an dem, was er sieht und wittert seine große Chance.

„Stell dir nur vor. Ein Foto von ihm und dem Riesen! Das war echt eine Geschichte. Die Leute könnten sich gar nicht daran sattsehen. Wie sie ihn bewundern würden, ihn umarmen und feiern würden.“ (Seite 24)

Am zweiten Ferientag begegnen sich die beiden Kinder erneut und stellen fest, dass sie beide das Gleiche gesehen haben. Sie beschließen, sich auf die Suche nach dem Riesen zu machen. Ob sie ihn finden werden und was es mit dem Sommerhochhaus auf sich hat, können junge Leser auf insgesamt etwa 250 Seiten entdecken.

Was mir beim Lesen sehr gefiel, sind die fein gezeichneten Charaktere, die dieses Kinderbuch lebendig machen. Sei es die mürrische Frau Urgel aus der neunten Etage, die einmal in der Woche ihrem Hund Moppel einen so kräftigen Tritt verpasst, dass er über das Balkongeländer in den Teich vor dem Hochhaus fällt oder die nette Rosie, die im fünften Stock ihren kleinen Tante-Emma-Laden betreibt.

Sehr bedrückend ist, wie sehr Albert von seiner Mutter und den Schwestern ignoriert wird. Er möchte gern wissen, wie sein Vater ist – ob er ihm vielleicht ähnlich ist, wenn seine Mutter ihn schon für einen Irrtum hält -, aber sein Vater wird tabuisiert in der Familie. Zum Glück gibt es im Hochhaus ein paar Bewohner, die ihn sehr mögen und immer wieder ermutigen, aber durch die verquere familiäre Situation ist er im Großen und Ganzen mutterseelenallein.

Die Illustrationen sind sehr gelungen und greifen in den verschieden gewählten Farbbereichen die im Text transportierten Stimmungen wunderbar auf.

Diese fantasievolle Geschichte ist sowohl spannend als auch warmherzig erzählt und lädt die Leser zum Träumen ein. Sie macht Mut, nicht aufzugeben, auch wenn die Lebensumstände nicht rosig sein mögen.

Persönlich würde ich das Buch Kindern ab etwa neun Jahren empfehlen.

(Ursprünglich im Blog veröffentlicht: 25.06.2016)

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Cover des Buches Hier kommt Oma (ISBN: 9783401601588)-

Rezension zu "Hier kommt Oma" von Stefan Boonen

unkonventionell, frecht, witzig
-Favola-vor 5 Jahren


Bei Oma wird man bekanntlich immer etwas verwöhnt. Es gibt mehr Süsses zum Naschen, man darf etwas länger aufbleiben und vielleicht auch Dinge tun, die sonst nicht erlaubt sind. Und so soll es ja auch sein. 
Auf eine sehr überspitzte und provokante Art zeigt uns Stefan Boonen, was bei Oma los sein kann, wenn Mama und Papa weg sind. 

Einmal im Jahr holt Oma nämlich ihre zehn Enkel mit ihrem alten Klapperbus ab und sie fahren  übers Wochenende zum alten Haus im Wald, das wie ein Drache aussieht. Hier dürfen sie reden wie sie möchten und Oma erzählt unheimliche Geschichten von zahnlosen Zombies oder schmutzigen Hexen in Badewannen voll Schleim. Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer und Oma geht immer mit grossen Schritten voraus. 
Und auch wenn Oma am Tag etwas spröde und vor allem cool ist, setzt sie sich nachts mit den Enkeln, die nicht schlafen können aufs Dach und kuschelt. Und der jährliche Besuch an Opas Grab darf auch nicht fehlen.

An "Hier kommt Oma" ist wirklich alles unkonventionell: die Geschichte selbst, der Schreibstil und auch die comicartigen Illustrationen von Melvin, die den Text ergänzen. Zusammen ergeben sie jedoch ein sehr witziges und unterhaltsames Ganzes, das bei den Kindern sehr gut ankommt.

Empfohlen wird das Buch ab 8 Jahren und ich denke, ab da ist es auch gut aufgehoben, denn es ist wild, frech und provokant - genau wie manch ein Junge in dem Alter.

Leider ist der Besuch bei Oma viel zu schnell vorbei, doch die Enkel wissen, in einem Jahr werden sie wieder mit dem Klapperbus abgeholt.

Fazit:
Um "Hier kommt Oma" vorzulesen, braucht es als Mutter doch etwas Mut, denn es ist total überspitzt und provokant. Aber genau das kommt beim Publikum ab 8 Jahren sehr gut an. Eine Oma, bei der man alles darf und die bei jedem Blödsinn dabei ist, klingt ja auch sehr abenteuerlich und witzig. Vor allem Jungs werden von der skurrilen Geschichte mit den comicartigen Illustrationen begeistert sein.

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Cover des Buches Der Riese, der mit dem Regen kam (ISBN: 9783737351782)S

Rezension zu "Der Riese, der mit dem Regen kam" von Stefan Boonen

Eine bedrückende Stimmung…
Sabriiina_Kvor 6 Jahren

Das Buch hat mir vom Cover her und beim Betrachten der ersten Bilder ziemlich gut gefallen. Mit 256 Seiten ist es ja etwas dicker und damit besser für größere Kinder geeignet.
Und auch von der Thematik her würde ich es wirklich für ältere Kinder empfehlen, da die Stimmung im Buch einfach an vielen Stellen sehr bedrückend ist. Im besten Fall würde ich es immer mit den Kindern gemeinsam lesen.

Im Buch geht es um die beiden Kinder Kalinda und Albert, die ihre langweiligen Sommerferien zuhause im Hochhaus verbringen müssen. Doch diese Langeweile verfliegt, als beide einen Riesen sehen, sich auf die Suche nach ihm machen und ihn schließlich auch finden. 

Ich finde die Geschichte von der Idee her wirklich gut, das Leben in einem Hochhaus in einer ärmeren Gegend zu thematisieren. Allerdings hat mir persönlich die Umsetzung nicht so gut gefallen. Es war mir von der Stimmung her einfach durchgängig zu bedrückend, als dass dies eine Geschichte wäre, die ich mit Kindern so ohne weiteres lesen würde.
Ich finde, dass man sich für dieses Buch schon bewusst Zeit mit den Kindern nehmen muss um ihnen viele Dinge zu erklären.
Die Beschreibung der einzelnen Hausbewohner ist zwar sehr realistisch, aber doch ziemlich schwere Kost für Kinder.
Dem Buch fehlt es für meinen Geschmack einfach an Spannung, Humor und Unterhaltung, damit es für Kinder wirklich ansprechend und auch inhaltlich leichter zu verarbeiten ist.

Ich vergebe deshalb leider nur 3 Sterne.

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