Stefan Brunnhuber Die Kunst der Transformation

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Inhaltsangabe zu „Die Kunst der Transformation“ von Stefan Brunnhuber

Wir alle wissen, dass die westlichen Industrienationen über ihre Verhältnisse leben. Wir verbrauchen die Erdölreserven, stoßen zu viel CO2 aus und tragen substanziell zur globalen Erwämung bei. Die Zeit drängt, wir müssen dringend umsteuern! Und trotzdem konnten wir unsere Gesellschaft bisher nicht in eine nachhaltige Post-Wachstmus-Gesellschaft überführen. Der Psychiater und Ökonom Stefan Brunnhuber, Mitglied des Club of Rome und Senator der Europäischen Akademie der Wissenschaften, analysiert erstmals, welche (sozial-)psychologischen Mechanismen diese Transformation verhindern -- und zeigt neue Wege auf, wie wir unsere Gesellschaft wirklich verändern können.

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  • Was am Ändern hindert

    Die Kunst der Transformation

    michael_lehmann-pape

    02. December 2016 um 12:58

    Was am Ändern hindertWie im Kleinen, so im Großen, könnte man sagen. Denn zwar setzt Brunnhuber in diesem Werk seinen Fokus von Beginn an auf die „großen Themen“ der Ökologie und Ökonomie, da aber die Kernfrage die ist, warum die Menschheit (und damit der einzelne Mensch inbegriffen), sich erkennbar schwer damit tut, aus Erkenntnissen des Verstandes auch klare Verhaltensänderungen herbeizuführen, erweitert sich das Buch eben auch auf dieses konkrete Thema hin: Was macht Veränderungen trotz Erkenntnis so schwer?Oder, anders herumgefragt, aus der Berufspraxis Brunnhubers heraus, wie kann das durchaus ja stark vorhandene „Entwicklungspotential“ im Einzelnen und in Gesellschaften stärker genutzt, abgerufen werden?Denn die Annahme, dass „sich Psyche, Verhalten und Erleben entwickeln und dass diese Entwicklung nicht zufällig verläuft, sondern Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist“, ist eine der zentralen Erkenntnisse modernen Psychologie.Dabei sieht Brunnhuber die Herausforderungen der Zeit als Anreiz für die Entwicklungsmöglichkeiten der Gesellschaften, die über die Fähigkeiten des Einzelnen deutlich hinausgeht. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.Was nun bedeute Wachstum und Entwicklung (die durchaus unterschiedliche Momente darstellen) und wie entsteht ein möglicher Weg vom „Ich“ zum „Anderen“ und damit zum „Wir“ (am Beispiel der Shared Economy dekliniert Brunnhuber diesen Weg auch praktisch verständlich durch).Nachhaltigkeit, Wirtschaften mit Maß, Alternativen zum „System“ (monetäres Ökosystem u.a.), die Erkenntnis, das Leben immer auch im Widerspruch stattfindet und wie mit Affekten und Anerkennungen (unter anderem im Blick auf das leistungsfreie Grundeinkommen) anders umgegangen werden kann, all diese, verständlich vorgetragenen, Elemente des gemeinsamen Miteinanders im Kleinen und Großen erläutert Brunnhuber zur Vorbereitung des zentralen Kapitels im Buch, der „Psychologie der Transformation“.Was es braucht für eine Veränderung, was dabei „innere“ und „äußere“ Antreiber sind und welche Rolle sie spielen, das eine Veränderung „Schritt für Schritt“ sich vollzieht, auch wenn man ungeduldig vielleicht daran zerrt und das es tatsächlich um einen „Verzicht“ gehen wird (der aber nicht „Aufgezwungen“ stattfindet, sondern in der langesamen Transformation als „besser“ erkannt werden kann), das sind die Kernpunkte, die dem Leser das Wesen einer Transformation und deren praktischen Ablauf vor Augen stellen.Und damit das gedankliche Handwerkszeug vorbereitet wird, um von der Erkenntnis Schritt für Schritt zur Umsetzung zu kommen.Ein interessantes, psychologisch fundiertes Werk, in dem Brunnhuber die Weichen stellt für eine ehrliche Diskussion, für ein Erkennen der Begrenzungen der Welt und für einen wahrhaftigen Umgang mit den eigentlich zugrundeliegenden Ängsten, in dem eine nicht zu unterschätzende Kraft freigesetzt werden kann, um eine persönliche und allgemeine Transformation „auf den Weg zu bringen“.

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