Stefan Chwin Tod in Danzig

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Inhaltsangabe zu „Tod in Danzig“ von Stefan Chwin

Die Deutschen verlassen 1945 das brennende Danzig. Kurze Zeit später suchen heimatvertriebene Polen in den verlassenen Wohnungen ein neues Zuhause. In einem Haus in der früheren Lessingstraße verflechten sich die Geschichten der alten und neuen Bewohner. Stefan Chwins suggestive Prosa und liebevolle Beschreibung einer legendären Stadt ist auch ein Roman über Heimatlosigkeit und Verlust.

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  • Rezension zu "Tod in Danzig" von Stefan Chwin

    Tod in Danzig
    Thaila

    Thaila

    23. March 2010 um 11:21

    Stefan Chwin erzählt in seinem Roman "Tod in Danzig" die Geschichte der Stadt Danzig. Im Mittelpunkt steht der Arzt Hannemann, der nach dem Einmarsch der Russen in Danzig bleibt. Aus der Sicht des Erzählers Piotr, einem polischen Nachbarjungen wird sein Leben erzählt. Aber auch die Lebensgeschichten derer, die Hannemann umgeben, werden dargestellt, so dass eine Art Panorama entsteht. Liebevoll und fast nostalgisch anmutend beschreibt er Danzig, als es noch eine deutsche Stadt war. Und auch die Flucht der Deutschen und ihre Leiden zeichnet der polnische Autor mit erstaunlicher Objektivität und Einfühlsamkeit. Chwin versperrt sich der propagandistisch ausgeschlachteten Deutungen der Stadt, sowohl von deutscher als auch von polnischer Seite. In seinen Roman verflechtet er die Geschichten von zahlreichen Personen, Polen und Deutschen so dass sie ein komplexes und ambivalentes Ganzes ergeben, dass vor allem zeigt, wie wenig wir eigentlich über Geschichte wissen. Sprachlich ist Chwins Buch großartig, auch die Übersetzung scheint mir gelungen. Besonders gefallen hat mit die Detailgenauigkeit, mit denen der Autor Danzig, seine Bürger und ihre Wohnungen wieder aufleben lässt. Nicht zuletzt ist dieses Buch eine Sehschule, die einem lehren kann, die vertraute Umwelt genauer wahrzunehemen

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  • Rezension zu "Tod in Danzig" von Stefan Chwin

    Tod in Danzig
    Liisa

    Liisa

    07. May 2007 um 21:02

    Bereits vor neun Jahren erschien erstmals Stefan Chwins Roman »Tod in Danzig« (pl. Hanemann) in deutscher Übersetzung. Zuvor hatte dieser Roman in Polen großes Aufsehen erregt und war von den polnischen Literaturkritikern zum Roman des Jahres erklärt worden. Nun hatte sich Stefan Chwin damals in Polen längst einen Namen als Schriftsteller gemacht und doch war es erstaunlich, dass dieser Roman eine solche Würdigung erfuhr, erzählt er darin doch ein Kapitel der polnisch-deutschen Nachkriegsgeschichte, das bis in unsere Gegenwart hinein ein schwieriges Thema zwischen Polen und Deutschen ist - das der Vertreibung der Deutschen am Ende des 2. Weltkriegs. Die Geschichte hat er in seiner Geburts- und Heimatstadt Danzig angesiedelt und ich bin ganz begeistert wie er diese so komplexe Thematik und Geschichte erzählt. Er ist ein überaus genauer Beobachter, der zudem über die Gabe verfügt diese Beobachtungen dann in wunderbare Sätze und Bilder zu übersetzen. Stefan Chwin geht dabei nicht der Schuldfrage nach, sondern zeigt was Vertreibung grundsätzlich bedeutet, denn die Polen, die nach den Deutschen nach Danzig kamen, waren ihrerseits auch wieder Vertriebene. Es ist ein buntes Gemisch an Nationalitäten, das auch nach dem 2. Weltkrieg in Danzig lebt und der Roman ist ein Plädoyer für das friedliche Zusammenleben, Toleranz und Solidarität, ohne dass er dies in aufdringlicher Weise täte - es steht vielmehr zwischen den Zeilen. Gerade heute wo wir leider wieder erleben müssen, wie gefährdet positive polnisch-deutschen Beziehungen nach wie vor sind, ein wichtiges Plädoyer. Noch eine andere Thematik beschäftigt Stefan Chwin und auch diese hat er in diesen Roman hineingenommen, nämlich die der Krise eines Menschen und wie er damit umgeht. Diese Thematik ist im Roman mit der Figur des Herrn Hanemann verknüpft nach dem der Roman im polnischen auch benannt ist.

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