Stefan Ferdinand Etgeton Das Glück meines Bruders

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Inhaltsangabe zu „Das Glück meines Bruders“ von Stefan Ferdinand Etgeton

In einem beschwingten, fein ausgehörten Ton erzählt dieser Roman, angesiedelt in Belgien und Holland, Südhessen und Bochum, die paradoxe und komisch-berührende Geschichte zweier Brüder, von denen der gesündere am Ende eher der Verlorene ist, während der beschädigte sein Glück findet. Botho und Arno van Dijk machen einen letzten Abstecher ins belgische Doel, wo ihre Großeltern lebten und sie viele Feriensommer und Weihnachtsfeste ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben. Sie möchten das vor dem Abriss stehende Haus noch einmal erleben und Botho hofft außerdem, seine Jugendliebe Lenie wiederzusehen. Beschwingt erzählt dieser Roman die paradoxe und komisch-berührende Geschichte zweier Brüder, von denen der gesündere am Ende eher der Verlorene ist, während der beschädigte sein Glück findet. Melancholisch und unterhaltsam, furios und liebevoll – „Das Glück meines Bruders“ von Stefan Etgeton.

Eine anspruchsvolle Geschichte über zwei Brüder, die versuchen, die Vergangenheit zu bewältigen.

— Simonai
Simonai

Eine Geschichte um zwei Brüder und die Bewältigung der Vergangeheit

— Ay73
Ay73

Ein gutes und anspruchvolles Buch, was mich persönlich aber leider nicht ganz erreichen konnte.

— -nicole-
-nicole-

Sehr spezielle Sprache und kuriose Charaktere, in die ich mich oft nicht hineinfühlen konnte. Generell aber ein solider Roman

— HarIequin
HarIequin

Zwei Brüder deren Leben sich während der Handlung komplett ändert, teilweise schwierig sich auf die Charaktere einzulassen.

— Book-worm
Book-worm

Botho sucht für sich das Glück seines Bruders.

— Caroline_Sesta
Caroline_Sesta

Ein Intiligenter und Anspruchsvoller Roman, über zwei Brüder , eine Bewegende Vergangenheit, und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

— Arietta
Arietta

Anspruchsvolle Literatur, die den Leser zum Nachdenken bewegt.

— Sarah_Knorr
Sarah_Knorr

Ein unerwartet tragischer, philosophischer, gesellschaftskritischer, poetischer und mitreißender Roman.

— herrzett
herrzett

Der Rückblick bringt die Erkenntnis. Lesenswert aber durch den Schreibstil ein wenig anstrengend.

— Kristall86
Kristall86

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  • Leserunde zu "Das Glück meines Bruders" von Stefan Ferdinand Etgeton

    Das Glück meines Bruders
    m_exclamationpoint

    m_exclamationpoint

    Zwei Brüder auf einer Reise in die Vergangenheit Im neuesten Werk von Stefan Ferdinand Etgeton dreht sich alles um das Leben und die Beziehung zweier Brüdern und deren gemeinsamer Reise in ihre Jugend.Mit viel Charme und Witz schildert der Autor die unerheblichen und doch tiefgreifenden Kindheits-Erinnerungen der Brüder Botho und Arno van Dijk und lässt uns mit ihnen gemeinsam die schicksalhaften Begebenheiten in deren Leben miterleben.Macht mit bei unserer Leserunde zu „Das Glück meines Bruders“ und taucht ein in eine Geschichte voller Melancholie, Humor und Tragik wie sie nur das Leben selbst erzählen kann. Über das Buch:In einem beschwingten, fein ausgehörten Ton erzählt dieser Roman, angesiedelt in Belgien und Holland, Südhessen und Bochum, die paradoxe und komisch-berührende Geschichte zweier Brüder.Botho und Arno van Dijk machen einen letzten Abstecher ins belgische Doel, wo ihre Großeltern lebten und sie viele Feriensommer und Weihnachtsfeste ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben. Sie möchten das vor dem Abriss stehende Haus noch einmal erleben und Botho hofft außerdem, seine Jugendliebe Lenie wiederzusehen. Beschwingt erzählt dieser Roman die paradoxe und komisch-berührende Geschichte zweier Brüder, von denen der gesündere am Ende eher der Verlorene ist, während der beschädigte sein Glück findet.>> Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe!Über den Autor:Der Westfale Stefan Ferdinand Etgeton wird 1988 im Bergbaustädtchen Mettingen in Westfalen geboren. Er studiert VWL in Köln, Warschau, Utrecht und Berlin. Sein Debütroman "Rucksackkometen" erscheint 2015 bei C.H.Beck und gewinnt beim MDR-Literaturwettbewerb den Jury- und den Publikumspreis. Außerdem erhält er 2016 den Preis der Wuppertaler Literatur Biennale und ist in Hamburg unter den Finalisten für den Klaus-Michael-Kühne-Preis des Hamburger Harbourfront Festivals. Er promoviert in Sozialpolitik und Arbeitsmarktökonomik in Berlin. Er selbst liest nicht viel und findet besonders ältere Literatur meist sprachlich zu anstrengend. Doch er hat schon einige Erfahrungen mit Poetry-Slams gesammelt. Er selbst hält Schriftsteller nicht für eine Berufsbezeichnung, sondern etwas, was er ohnehin schon ist.Gemeinsam mit C.H.Beck vergeben wir in unserer Leserunde 25 Exemplare von "Das Glück meines Bruders". Was ihr tun müsst, um dabei zu sein? Bewerbt euch bis einschließlich 30.07. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Wen du eine mentale Reise in die Vergangenheit antreten müsstest, an welchen Ort und in welche Zeit würde es dich ziehen? Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen. Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.  

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  • Das Glück meines Bruders

    Das Glück meines Bruders
    Ay73

    Ay73

    16. August 2017 um 13:51

    Zwei Brüder, Botho und Arno die sehr unterschiedlich sind, aber doch füreinander da sind. Sie fahren nach Belgien in das Haus der Großeltern, zusammen mit Arnos Freundin Anna. Doel, ein kleines Dörfchen neben einem AKW wird bald komplett verschwinden und alles wird abgerissen. Arno und Botho möchten noch einmal wie in ihrer Kindheit dort ihre Ferien verbringen. Sie haben schöne Ferien zu Weihnachten, Sommer und manchmal Ostern verbracht, sehr schöne Erinnerung und auch die erste Liebe von Botho ist in Doel. Botho entwickelt den Gedanken, Lenie wieder zu treffen und fängt an, ein Mädchen zu idealisieren, was nicht sein sollte. Sie lebt nicht mehr in Doel und auch der Bruder von Lenie weiß nicht genau wo sie ist. Doch je mehr Tage sie in Doel sind, desto mehr kommt in Arno hoch.. Kindheitserinnerung die verdrängt wurden und ihn zu dem machten was er ist.. kaputt, Ex-Alki aber Anna ist für ihn da und auch Botho, der ihn aus der schwersten Zeit geholfen hat. Das Buch ist relativ schnell zu lesen, aber gestört hat mich dann doch das Flämische und die fehlende Übersetzung. Das Arno ein bisschen unterbelichtet dargestellt wird, wobei ich Botho als einen Menschen empfand der überhaupt nicht fest im Leben steht, sondern eher dahingleitet und als der "gesündere" Bruder angesehen wird. Der Schluss mit Brüssel und Anna war für mich etwas überzogen dargestellt. Aber sonst ist eine interessante Lektüre. Daher von mir 3,5 Sternen.    

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  • Gut und anspruchsvoll - konnte mich aber leider nicht ganz erreichen

    Das Glück meines Bruders
    -nicole-

    -nicole-

    15. August 2017 um 17:35

    Zwei Brüder und ihre Reise in die Vergangenheit... Im Sommer 2010 beschließen die Brüder Botho und Arno van Dijk zusammen mit Arnos Verlobte Anja eine Reise in das belgische Dorf Doel zu machen. Für die beiden Brüder ist es eine Reise in die Vergangenheit: In dem kleinen Dorf, das demnächst einem Hafenausbau weichen muss und inzwischen ein verlassener Ort ist, lebten ihre inzwischen verstorbenen Großeltern. Botho und Arno habe hier viele Sommer- und Winterferien in ihrer Kindheit und Jugend verbracht. Bevor das alte, verlassene Haus nun endgültig abgerissen wird, verbringen sie nochmal ein paar Tage dort. Die Erinnerungen an damals waren aber nicht immer idyllisch - das wird den beiden inzwischen erwachsenen Männern nun bewusster, als sie zunächst dachten..."Ich liebte die baumbestandenen Straßen in einer endlosen Stadt, staunte über den vergangenen Reichtum, der sich manchmal noch in den verzierten Fabrikfassaden zeigte. Ich genoss es, mitten in der Nacht Currywurst zu essen. ich spazierte auf den alten Halden." - (Botho über seinen aktuellen Wohnort Bochum, Seite 38)Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch die Inhaltsangabe, die von zwei Brüdern erzählt, von denen am Ende der Geschichte der gesündere eher der verlorene sein wird und der beschädigte sein Glück findet. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass der Schreibstil sehr speziell ist - die Sätze sind sehr lang, in einem ganz außergewöhnlichen Ton und durch viele "und" und "oder" miteinander verbunden. Anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, doch es wird schnell klar, dass genau diese Schreibweise gut zum gesamten Stil des Romans passt. Und dieser hat viele Facetten: Eine Reise an einen Ort ihrer Kindheit wird für die beiden Brüder Botho und Arno eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle - vieles, was längst vergessen oder verdrängt war, bricht schmerzhaft wieder an die Oberfläche. Es wird mal bewegend, manchmal komisch und seltsam, aber auch berührend und melancholisch. Diese Stimmungen und die unterschiedlichen Atmosphären sind dem Autor sehr gelungen. Doch ich muss auch sagen, dass mir die Charaktere trotz allem eher fremd geblieben sind, ich konnte manche Entscheidungen nicht wirklich nachvollziehen und sie wirkten auf mich oft eher wie Teenager, als wie Erwachsene. Mich konnte die Handlung daher nicht ganz erreichen, so wie es eigentlich hätte sein sollen.Was sehr gelungen und hochwertig ist, ist die Buchgestaltung. Das Cover ist schlicht und in Grautönen gehalten, was sehr gut mit der dezenten, gelben und weißen Schrift harmonisiert. Auch der Titel "Das Glück meines Bruders" passt perfekt zum Inhalt. "Da war die Schaukel. Die Schaukel, die Kindern eine Idee von Grenzenlosigkeit geben kann, auf der man versuchen kann, zu entkommen und wegzufliegen in eine andere Galaxie, in eine neue Freiheit: Ein bisschen mehr Schwung, noch ein bisschen mehr Schwung, dann schafft man es." - Seite 72Mein Fazit: Selten war ich mir bei einem Buch so unsicher, wie bei diesem. Es ist einerseits ein sehr gutes und anspruchsvolles Buch, doch mich persönlich konnte es nicht ganz erreichen. Die Charaktere und insbesondere deren Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, der Schreibstil war mir mitunter etwas zu anstrengend. Doch auch wenn es mich nur teilweise angesprochen hat, so ist es dennoch ein hochwertiger Roman, der mit Sicherheit viele andere Leser begeistern wird.

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  • Charaktere von einem andern Stern

    Das Glück meines Bruders
    HarIequin

    HarIequin

    13. August 2017 um 20:00

    "Ich wollte für ein paar Stunden oder Tage daran erinnert werden, dass meine Jugend nicht nur ein Traum gewesen war, wollte sichergehen, dass sie wirklich stattgefunden hatte." (S. 90) Wenn ich „Das Glück meines Bruders“ mit nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es „merkwürdig“ – merkwürdiger Schreibstil und noch merkwürdigere Charaktere. Die Sätze in diesem Buch sind ohne Punkt und Komma, gehen teilweise eine ganze Seite lang und schweifen dauernd ab, was sehr kindlich wirkt und auch atemlos und der Autor verendet auch meistens nur „und“ als Übergang, also nichts wirklich kreatives, wobei man sagen muss, dass es schon originell ist, aber halt auch anstrengend, zudem kommen viele flämische Sätze vor, die einfach nicht übersetzt werden und von denen man zwar einzelne Wörter ins Deutsche übersetzen kann, aber das wird auch irgendwann zu anstrengend und alles versteht man eh nicht und allgemein ist die Wortwahl sehr unpassend für ca. 30-Jährige Charaktere („ist doch voll turbo“ (S.31); „merci, yeah“ (31); „Serap, das war die Frau vom Schulleiter, right?“ (147), also empfehle ich tatsächlich jedem sich die erste Seite des Buches durchzulesen, bevor man es kauft/ausleiht, weil mein eigener Absatz hier ist nichts gegen 240 Seiten davon. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich nach ca. 50 Seiten damit arrangieren konnte. Aber den „fein ausgehörten Ton“  (s. Inhaltsangabe oben) habe ich leider nicht gefunden, wobei er durchaus beschwingt war.                    Die 3 wichtigsten Charaktere (die beiden Brüder Botho und Arno und dessen Verlobte Anja) sind auch eine Marke für sich. Wüsste man nicht, dass sie 30 sein sollen, hätte ich sie auf maximal 14 geschätzt. Alle drei (aber vor allem Botho) sind dermaβen infantil und leben in ihrer eigenen Blase, abgeschottet vom Rest der Welt. Botho holt Anja mit Capri-Sonne vom Bahnhof ab, sie streiten sich im Kiosk um die Schokoladen-Sorte und am nächsten Tag gehen sie dann mit einem Jo-Jo durch die Stadt. Ihre Handlungen und Gedanken konnte ich geschätzt 9 von 10 Mal nicht nachvollziehen (ein Beispiel: Botho verliert seinen Job, weil er eine Affäre mit der Frau seines Chefs hat und ist ehrlich empört und versteht nicht, dass dieser seinen Vertrag nicht verlängert). Ich konnte wirklich leider gar nichts mit ihnen anfangen.                                                                                                      Die Handlung selbst ist auch nicht wirklich die spannendste. Die 3 verbringen ein paar Tage in Doel, die beiden Brüder arbeiten ihre Kindheit auf und später sucht Botho noch nach seiner Jugendliebe Lenie. Im Hintergrund hat man gleich das Gefühl, dass irgendwas „brodelt“ und die Grundstimmung ist oft gedrückt, was mir gut gefallen hat. Die Auflösung war zwar nicht sonderlich überraschend, aber nichtsdestotrotz schockierend. Für mich wurde das Buch vor allem von einigen Gedanken und Gesprächen getragen (Politik und Immigration, Familie und Heimat). Die Hintergründe haben mir am besten gefallen, nur die Ausarbeitung teilweise nicht.                                                                                                                  Alles in allem ist der Roman für mich solide und obwohl diese Rezension eher kritisch wirkt, finde ich ihn in Ordnung. Obwohl ich nach der 1. Seite schon verzweifelt war, wie ich das Buch beenden soll, bin ich im weiteren Verlauf doch damit klargekommen. Anfang und Ende haben mir weniger gefallen, aber der Mittel-/Hauptteil war ganz angenehm und gut. Man kann es lesen, muss es aber nicht; mein Lieblingsbuch wird es definitiv nicht. Der Titel macht nach beenden ehrlich gesagt keinen Sinn für mich, wie so vieles in diesem Buch.

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  • Ein Kurztrip in die Vergangenheit

    Das Glück meines Bruders
    Bibliomania

    Bibliomania

    13. August 2017 um 17:03

    Botho und Arno sind Brüder. Auch wenn sie nicht immer das beste Verhältnis hatten, sind sie jetzt ein Herz und eine Seele, verstehen einander und sind für den anderen da.Die beiden fahren, zusammen mit Arnos Verlobten Anja, nach Doel, wo sie ihre Kindheit und einen Teil ihrer Jugend verbracht haben. Das belgisches Dorf, wo die Großeltern wohnten, steht immer noch für eine unbeschwerte Kindheit voller schöner Erinnerungen und gerade für Botho heißt Doel Lenie. Lenie war seine erste Jugendliebe, die er nun gerne wiedertreffen möchte. Doch so toll, wie sie sich den Besuch in Doel ausgemalt hatten, wird der Trip nicht. Nach und nach kommt die Vergangenheit ans Licht und die tollen Erinnerungen stellen sich als das dar, was sie tatsächlich waren...Die Konstellation der drei Figuren war interessant und manchmal eigenartig. Obwohl Botho der Jüngere ist, spielt er sich als der Ältere auf, nur weil er denkt, sein Bruder hätte es schlimmer erwischt und wäre der "Kaputtere" von beiden. Dabei ist es Botho, der in seiner eigenen Welt verloren geht, sich nicht um sich kümmert und eine Egal-Haltung entwickelt.Anja ist ein sehr guter Pol zu beiden und obwohl sie im Laufe der Geschichte etwas eigenartige Entscheidungen trifft, ist sie mir auch sympathisch.Irgendwie ist die Geschichte aber ein wenig kurz geraten. Es gab so viel zum Aufarbeiten und dann einen Part, der mit Doel gar nichts mehr zu tun hat und irgendwie ein bisschen hinten angesetzt wirkt.Gut gewählt fand ich die Sprache. Beide Brüder sprechen gehetzt, wie Kinder, die sie irgendwie immer noch geblieben sind. Wobei auch hier Arno am Ende eine Entwicklung durchmacht, die Botho fehlt. So richtig glücklich gemacht hat mich auch das Ende nicht, es fliegt davon und stellt für mich keinen wirklichen Abschluss da.Ein kleines Manko war für mich auch das Flämische. Ich spreche es nicht und auch wenn einige verständlich waren, fehlte mir bei anderen doch der Inhalt und ich wusste gar nicht, was gesagt wurde. Das war ab und an schon hinderlich für mich.Alles in allem eine interessante Geschichte, in der viel mehr steckte, als man am Anfang vermuten könnte.

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  • Schade

    Das Glück meines Bruders
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    13. August 2017 um 15:42

    Es hätte so ein tolles Buch für mich werden können. Es ist zwar müßig bei einem Buch zu beklagen, wie es hätte sein können – ein anderes Ende, andere Protagonisten, anderer Handlungsverlauf - müßig, und bei Rezensionen oft geradezu ärgerlich. Bei Stefan Ferdinand Etgetons zweitem Roman „Das Glück meines Bruders“, fällt es mir aber schwer, gerade das nicht zu tun. Zu gut hat mir der Anfang gefallen, zu schwach wurde es dann für mich ab einem bestimmten Punkt.Erzählt wird von einem Brüderpaar, das 2010 für ein paar Sommertage in das Haus der Großeltern in der Nähe von Antwerpen fährt. Nach deren Tod steht dies schon längere Zeit leer. Als Kinder haben der Ich-Erzähler Botho und sein älterer Bruder Arno viele Ferientage dort verbracht, schöne, erinnerungswürdige Kindertage schienen es gewesen zu sein. Doch schon bald bekommt das Bild der Vergangenheit, bekommt die vermeintliche Familienidylle heftige Risse. Schon bald merkt man, dass das Verhältnis der Brüder trotz aller spürbaren Nähe und Zuneigung nicht ganz problemlos ist. Arno scheint ein Suchtproblem gehabt zu haben, von dem er noch nicht ganz befreit ist. Schwierigkeiten in der Familie wabern als Ahnung von Anfang an mit, werden aber lange Zeit nicht ausgesprochen. Irgendwann wird aber deutlich, dass auch die Eltern dem Alkohol mehr als normal zugesprochen haben, der Großvater ebenso und dieser wohl auch sehr gewaltbereit war. Botho hat zwar mit seinem Zivildienst in Bochum und dem danach angefangenen Studium den Absprung aus der ungeliebten südhessischen Heimatstadt Zwingenberg und dem Elternhaus geschafft, aber wegen einer dummen Affäre wurde seine befristete Lehrerstelle nicht verlängert und er scheint gerade ein wenig in der Luft zu hängen. Er wirkt sozial etwas isoliert und in Sachen Beziehung läuft auch gerade nichts. Die Stimmung in der kleinen Reisegruppe, mit dabei ist die Arnos Freundin und zukünftige Ehefrau, Anja, ihre Ankunft im Ferienort der Kindheit, die Rückblenden dorthin, der leichtfüßige, leicht schnoddrige Erzählton – das ist alles sehr gut getroffen. Botho und Arno müssen beide wohl schon jenseits der Dreißig, noch nicht ganz im Erwachsenenleben angekommen zu sein. Arno versucht es mit der bevorstehenden Heirat, aber seine Labilität scheint durch. Auch Anja scheint sich des Risikos bewusst, steht ihm aber bei. Sie verhält sich geradezu heldenhaft.Das Besondere an dieser etwas verspäteten Coming-of-Age Geschichte ist aber das Setting. Der Ort, in dem das großelterliche Haus steht, ist das belgische Doel. Eine Geisterstadt am südlichen Scheldeufer, die dem Ausbau des Antwerpener Hafens weichen soll. Seit Jahren ziehen die Bewohner einer nach dem anderen fort, die Häuser stehen leer, verbarrikadiert. Nur wenige halten aus, Infrastruktur gibt es nahezu keine mehr. Die etwas irreale Atmosphäre dort ist wunderbar getroffen, und wenn man sich per Google Maps mal dorthin aufmacht, kann man sich dem gespenstischen Flair kaum entziehen. Es scheint der passende Ort für die beiden etwas ziel- und haltlosen Brüder zu sein. Botho erinnert sich an seine alte Ferienfreundin, bei der er sich irgendwann einfach nicht mehr gemeldet hat, die ihm aber jetzt als die große mögliche Liebe erscheint. Er setzt sich in den Kopf, sie zu finden, fährt dafür nach Amsterdam.Viele Dinge werden in der Rückschauerzählt, einige werden geklärt, aber auch alte Verletzungen wieder aufgerissen. Bis hierhin liest sich der Roman faszinierend in seiner Mischung aus Aufbruch und Melancholie.Leider wird die Handlung nach dem ersten Drittel zunehmend fahrig, Bothos Plauderton geschwätzig. Auch einen Missbrauchsfall hätte es nicht unbedingt gebraucht. Dass Botho schließlich völlig aus der Spur gerät, ist wenig nachvollziehbar. Am ärgerlichsten ist aber dessen plötzlich aufkommendes Selbstmitleid, die Larmoyanz, mit der Botho auf seine vermeintlich unterprivilegierte Kindheit und seine Familie schaut. Die Art, wie er dann mit der endlich gefundenen Leni umgeht, die so gar nicht seinem von ihr errichteten Traumbild entspricht, ist genauso wenig akzeptabel wie die Art wie er sich schließlich aus der Geschichte stiehlt. Und sie sind vor allem nicht plausibel.Anja bringt es an einer Stelle auf den Punkt, als sie Botho vorwirft:„Aber denkst du nicht, dass du übertreibst? Kannst du dich nicht mal lossagen von diesem ganzen Erwartungsquatsch und dein Leben genießen? Musst du alles auf die Gesellschaft schieben oder deinen Eltern die Schuld geben, solltest du nicht auch mal dich selbst befragen, ob du eine Mitverantwortung trägst? Klagst du nicht zu viel und klagst du nicht manchmal die Falschen an?“Botho verlässt sein altes Leben, das ist ein Aufbruch. Ich mag ihm als Leserin dabei aber nicht mehr folgen. Arno scheint sich dagegen mit der Heirat einen Anker geschaffen zu haben. Ganz dran glauen kann ich irgendwie auch nicht.So wird aus der wunderbar atmosphärischen Roadstory und Brüdergeschichte leider wieder nur eines dieser Bücher, in denen ein Protagonist stets nur um sich selbst kreist und die Ausfahrt nicht findet.Das Lesen lohnt sich dennoch, denn die Schilderungen aus dem verlassenen Doel sind einfach großartig. Ach, was hätte das für ein tolles Buch werden können!

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  • lesenswert

    Das Glück meines Bruders
    Book-worm

    Book-worm

    12. August 2017 um 16:56

    Zwei Brüder die eine freudlose Kindheit hatten, möchten das Dorf und das Haus ihrer toten Großeltern nochmal besuchen. Für den Leser ist klar, der ältere Bruder hat sein Leben nicht im Griff, wegen sexueller Übergriffe durch seinen Großvater ist er völlig aus der Bahn geworfen. Sein jüngerer Bruder hat sich dagegen abgenabelt, durch Abitur, Studium und Umzug in eine andere Stadt lebt er ein ganz anderes Leben als von der Familie vorbestimmt.Aber die Brüder halten immer Kontakt, der vermeintlich schwächere (Arno) wird immer von dem jüngeren (Botho) unterstützt.Aber im Verlauf der Geschichte wird immer klarer wer der wirkliche "Verlierer" ist.Die Text ist gut zu lesen, obwohl die Sätze endlos sind und es wenige Absätze gibt, dadurch wird erforderlich die ein oder andere Seite ein zweites mal zu lesen.Fazit: Ein Buch dass zum Nachdenken anregt. Für Leser,die sich auch in Charaktere hineindenken können und wollen, die einem  vielleicht vollkommen fremd sind- ein gutes, lesenswertes Buch.

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  • Botho sucht für sich das Glück seines Bruders.

    Das Glück meines Bruders
    Caroline_Sesta

    Caroline_Sesta

    11. August 2017 um 09:08

    Im Klappentext wird dieser Roman als "furios" und "schmissig" beschrieben. Der Duden findet für diese beiden Adjektive die gleiche Bedeutung: mitreißend. – Ein doppelt mitreißender Roman also. Meine Erwartungen sind angeheizt. Ich lese ... Schachtelsätze. Zu Beginn dachte ich noch, dies sei lediglich ein Prolog und der Roman geht bald „normal" weiter. Leider nicht. Ich greife wahllos einen Satz heraus (Seite 73): „Eines Tages saß ich ...„ Dieser Satz umfasst 160 Wörter und enthält 19 mal das Wort "UND" neben 14 Kommas.Dazu trüben meine lesefreudigen Augen immer wieder die flämischen Dialoge. Ich bin dieser Sprache nicht mächtig. Übersetzung in Fußnote / Anhang: Fehlanzeige.  Jetzt zur Romanhandlung:Zwei erwachsene Brüder, Arno und Botho, verbringen ein letztes Mal Zeit im Haus ihrer verstorbenen Großeltern. Denn diesem Haus droht, wie allen anderen Gebäuden im Örtchen Doel, der Abriss wegen eines Hafenausbauprojekts. Anja, die zukünftige Frau Arno´s, begleitet die Brüder.Dieser Besuch spült Vergangenes, Verdrängtes, Unverarbeitetes ... an die Oberfläche:Botho, ein Grundschullehrer, hofft, seine Jugendliebe Lenie anzutreffen. – Er hofft vergeblich. Sie ist weggezogen. Aber er will sie suchen. Sie verkörpert für ihn eine verlorene Jugend, in der sein „Leben noch nicht mühsam" war. Sein Bruder kritisiert ihn deswegen schonungslos. Lenie sei zwar sein „Lebensrucksack". Aber letztendlich kann er nicht mit einer gescheiterten Jugendliebe sein „Stillleben" in Gang bringen. Botho weist diese Kritik von sich.Arno, ein trockener arbeitsloser Alkoholiker, hat sich ganz offenbar vorgenommen, mit dem sexuellen Missbrauch, dem er im Kindesalter seinem Großvater gegenüber ausgeliefert war, abzuschließen. Er randaliert auf dem Friedhof, auf dem sein Großvater begraben liegt. So erfährt Botho vom Kindheitstrauma seines Bruders. Er ist wütend. Und er weiß, dass er seinen Bruder „tausendmal mehr lieben muss". Botho versichert seinem Bruder diese Liebe. Außerdem will er sein Trauzeuge sein. Die Brüder kehren in ihren Alltag zurück. Botho wird in Bochum mit der Tatsache konfrontiert, die erwartete feste Anstellung als Grundschullehrer nicht zu erhalten, weil seine Affäre mit der Frau des Schulleiters aufgeflogen ist. Sofort beginnt er, um diese Anstellung zu kämpfen. Obwohl er seinen Beruf eigentlich nur als „Job" ansieht (S. 62): „Das ist halt mein Job. ... , aber ich bin nicht Lehrer, weil es Spaß macht, sondern weil es ein Job ist, ..."Arno und Anja treffen in Kassel Hochzeitsvorbereitungen. Auch findet Arno eine Anstellung als Hausmeister.  Anja besucht Botho. Zwei Wochen vor der Hochzeit mit Arno ist sie unsicher, ob sie ihn wirklich heiraten soll. Einerseits sieht sie ihn als fragil, in seiner belastenden Vergangenheit, wegen der er sich professionell behandeln lässt. Andererseits ist er DER Mensch für sie, weil er ihr ein felsenfester Partner ist.Anja drängt Botho, Lenie zu suchen. Er folgt. Er findet sie – als eine alleinerziehende, zum zweiten Mal schwangere Vergesslichkeit. Er betrinkt sich in seiner Enttäuschung und landet mit Anja im Bett. Die Bruderliebe und Fragilität seines Bruders scheinbar plötzlich vergessen, erhebt er gedanklich Anspruch auf Anja (224/225): „Ich bereue das gar nicht. Nein, am liebsten hätte ich Anja aus dem Badezimmer geholt, sie genommen ... und ein Haus mit ihr gebaut und Kinder gezeugt."Anja hingegen betont, dass ihr die Nacht mit Botho nichts bedeutet. Man meint, sie hätte an Botho nur ausgetestet, ob ihr der Sex mit einem anderen Mann erklärt, Arno wirklich heiraten zu können. – Gut. Aber warum muss sie, besonders bei einem empfindsamen Mann wie Arno, Konflikte zwischen den Brüdern heraufbeschwören? Als Basis für eine Ehe? Warum wählt sie keinen „neutralen" Mann dafür? Warum hüpft sie nicht mit dem Kellner, mit dem sie zuvor ausgegangen war, ins Bett? Oder war sie das am Ende? Nein. Dieses Ansinnen des Autors ist für mich nicht nachvollziehbar.Ebenso kann ich nicht nachvollziehen, dass Botho nach der Hochzeit kampflos seinen „Job" aufgibt und nach Spanien zieht. Schließlich erklärte er Anja (S. 153): „Ich sag ja nach wie vor nicht, dass ich für meine Schüler blühe oder so was, aber ich glaube, es ist meine Pflicht, sie nicht im Stich zu lassen."In Spanien versinkt Botho in Gleichgültigkeit (S. 238): „ ... Denn Linien, Gründe und Ziele sind nicht wichtig. Eine Straße weiter wird ein Spüleimer ausgeleert und das Wasser fließt in den Gully. Es schimmert in der Sonne, bevor es in die Tiefe plätschert. Ist das wichtig? Schon eher." –   Am Ende des Buches baut sich in mir die Frage auf, ob ich verstanden habe, was der Autor mit seinem Werk vermitteln will:Ein im Kindesalter sexuell missbrauchter Alkoholiker weiß seinen Weg zum Lebensglück. Er geht ihn. Trotz aller Hürden.Ein Mann, der sich aus eigener Kraft akademisches Wissen angeeignet hat und an der Schwelle zu einem ausfüllenden Berufsleben stehen kann, sich dazu als glücklich bezeichnet, scheitert. Weil er meint, seine pubertäre Jugendliebe zum Lebensanker machen zu müssen. ? Ich werde dieser Frage nicht in einem nochmaligen Lesen des Buches nachgehen. Da greife ich lieber zu einem Klassiker. Die der Autor dieses Buches nicht liest, weil sie ihm zu anstrengend sind. Ich gebe diesem Roman drei Sterne. Für Arno. Der mich beeindruckt.

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  • Bruderliebe

    Das Glück meines Bruders
    uli123

    uli123

    10. August 2017 um 22:06

    Der Ich-Erzähler Botho, sein älterer Bruder Arno und dessen Verlobte fahren im Sommer 2010 in das Dorf Doel nach Belgien, wo die Brüder einst ihre Ferien bei den Großeltern verbrachten. Inzwischen steht das Dorf kurz davor, platt gemacht zu werden, um eine Hafenerweiterung zu ermöglichen. Erinnerungen werden wach, vor allem an Bothos Jugendliebe, auf deren Suche er sich begibt. Mehr und mehr zutage treten die Komplikationen im Verhältnis der Brüder und ihre Rivalitäten. Sie stammen aus einfachen Verhältnissen. Während Botho sein Abitur nachholte, studierte und Lehrer wurde, blieb Arno ein zumeist arbeitsloser Handwerker, verfiel dem Alkohol, wurde fast kriminell. Erst Bothos Unterstützung bewahrte ihn vor dem endgültigen Absturz. Arno hasst die Akademiker geradezu, Botho fühlt sich nach seinem Werdegang entwurzelt. Dennoch verbindet beide Bruderliebe.   Leicht lesen lässt sich der Roman nicht. Typisch sind seitenfüllende, temporeiche Schachtelsätze. So manche wütende Tirade Arnos will zweimal gelesen werden, um sie zu verstehen. Dem Verständnis nicht gerade zuträglich sind zahlreiche originalflämische – und damit authentisch wirkende - Dialoge, deren Bedeutung sich wenn überhaupt nur demjenigen erschließt, der auch das norddeutsche Plattdeutsch versteht. Eine Art Glossar wäre hilfreich gewesen. Fasziniert hat mich, wie zu Beginn der Geschichte alles auf die Schilderung einer idyllischen Vergangenheit der Protagonisten in Kindheit und Jugend hindeutete und sich dann nach und nach herauskristallisierte, wie problembeladen die Zeit doch tatsächlich war und als Folgewirkung in der Gegenwart noch immer ist.   Zu dem Buch sollte nur greifen, wer anspruchsvolle Literatur mag.

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  • Ein bewegende Vergangenheit, kommt ans Licht

    Das Glück meines Bruders
    Arietta

    Arietta

    10. August 2017 um 20:16

    Inhaltsangabe zu „Das Glück meines Bruders“ von Stefan Ferdinand Etgeton In einem beschwingten, fein ausgehörten Ton erzählt dieser Roman, angesiedelt in Belgien und Holland, Südhessen und Bochum, die paradoxe und komisch-berührende Geschichte zweier Brüder, von denen der gesündere am Ende eher der Verlorene ist, während der beschädigte sein Glück findet. Botho und Arno van Dijk machen einen letzten Abstecher ins belgische Doel, wo ihre Großeltern lebten und sie viele Feriensommer und Weihnachtsfeste ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben. Sie möchten das vor dem Abriss stehende Haus noch einmal erleben und Botho hofft außerdem, seine Jugendliebe Lenie wiederzusehen. Beschwingt erzählt dieser Roman die paradoxe und komisch-berührende Geschichte zweier Brüder, von denen der gesündere am Ende eher der Verlorene ist, während der beschädigte sein Glück findet. Melancholisch und unterhaltsam, furios und liebevoll – „Das Glück meines Bruders“ von Stefan Etgeton. Meine Meinung zum Buch und Autor :Es war mein erster Roman von Stefan Etgeton, den ich gelesen habe und er lässt mich zerrissen zurück, manches war sehr paradox besonders das Ende irgendwie ungeklärt und Offen . Sein Schreib-und Sprechstil ist tiefgründig, flüssig und schon fast Poetisch. Die Figuren sind klar gezeichnet, sich in die einzelnen Charaktere hinein zufinden war nich einfach, sie waren sehr anspruchsvoll und manchmal Anstrengend. Der eine Botho erschien am Anfang Stark und souverän , der andere Arno eine Wark, abgestürzt der die Hilfe seines Bruders braucht, er erschien einem wie ein Fels in der Brandung. Aber das ändert sich immer mehr wenn man sich dem Ende der Geschichte nähert. Man lernt Botho und Arno plötzlich von einer ganz neuen Seite kennen. Das alles beginnt als sie an den Ort ihrer Kindheit nach Doel in Holland zurückreisen, sie wollen noch einmal das Haus ihrer verstorbenen Großeltern Wiedersehen, bevor das Haus und der Ort platt gemacht werden, er soll einem großen Containerhafen weichen. Anja, Arnos zukünftige Frau reist mit Ihnen. All die Kindheitserinnerungen hörten sich so harmonisch an, aber das endet alles als Arno seinem Hass und Wut in seinem Herzen Luft macht und von seinen dramatischen Erlebnisen in seiner Kindheit erzählt, tiefe Abgründe tuen sich auf, nicht nur Botho ist geschockt, wenn man bedenkt was für eine Last Arno die ganzen Jahre mit sich herumgeschleppt hat. Kein Wunder das er so ausrastete, zum Alkohol griff und so abstürzte und nichts mehr auf die Reihe brachte, seine Wut auf die Gesellschaft, Eltern und Großeltern. Nur Botho war immer sein Halt. Aber auch Botho ist auf der Suche, er kann seine Jugendliebe Leni die hier in Doel lebte nicht vergessen, die ersten Küsse und das Zusammensein. Sie ist sein Lebensrucksack, behauptet Arno, eine kluge Beobachtung die er da macht. Was wir so im Laufe der Geschichte erfahren, wirft ein anderes Licht auf die beiden, wir lernen sie von einer ganz anderen Seite kennen. Das Blatt scheint sich zu wenden, als Botho sich auf die Suche endlich zu seiner Leni macht, die schon lange nicht mehr in Doel lebt. Keine leichte Aufgabe, sie scheint spurlos verschwunden. Es gibt noch viele unvorhergesehene Wendungen, mit denen man nicht rechnete, am Ende braucht der Starke der zu versinken droht, die Hilfe des schwachen. Ob, Botho seine große Liebe findet und wie es ausgeht, wer weiß, das muss der Leser finde ich selbst herausfinden. Fazit: Zwei Brüder auf dem Weg der Selbstfindung und dem Glück. Brüder die zusammenstehen, egal was auch passiert, die für einander da sind....

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  • Melancholisch, unterhaltsam, gesellschaftskritisch und philosophisch.

    Das Glück meines Bruders
    Sarah_Knorr

    Sarah_Knorr

    09. August 2017 um 19:39

    Zum Cover: Das Cover ist schwarz-weiß gehalten, ja schon graulich. Zu erkennen sind zum Einem im Vordergrund eine männliche Person, die dem Betrachter den Rücken zugekehrt hat und wie es scheint weg läuft. Zum Anderen erkennt man im Hintergrund einen Vogelschwarm. Das Cover ist sehr schlicht, aber dennoch elegant. Es stimmt mich nachdenklich.Zum Inhalt: Der Roman ist sehr gesellschaftskritisch und an einigen Stellen auch philosophisch. Es werden sehr viele Themen angerissen, meistens fast nebenbei. Dennoch sind diese wesentlich und wichtig.Missbrauchserfahrungen aus der Kindheit, die nie verarbeitet wurden und nicht zwangsweise, aber doch häufig in Suchtverhalten und einer gewissen Lebensunfähigkeit enden. Das Verhältnis von Eltern und Kindern, das dann problematisch wird. Wo die Erwartungen der einen Seite und die Träume der anderen auseinanderklaffen. Das Verharren im was-hätte-sein-können, das lähmt und einem daran hindert das zu tun, was man eigentlich tun möchte.Der Roman ist sehr realistisch und bezieht sich auf Themen in der Gegenwart. Am Ende fragt man sich, wer von beiden das Glück gefunden hat und worin es besteht - wer von beiden der Gesündere oder der Beschädigte ist. Es scheint als würde die Ausgangskonstellation umgekehrt sein. Botho, der sein Abitur nachgeholt hat, studieren gegangen ist und Lehrer geworden ist, der der nach Bochum gezogen ist und seine eigene Wohnung hatte. Er gerät gegen Ende in die Rolle des Verlorenen, des Suchenden.Während Arno, der zunächst arbeitslos war, aber gegen Ende eine geregelte Arbeit findet und eine funktionierende Beziehung mit Anja hat. Zum Schreibstil: Was auf dem ersten Blick auffällt, sind die endlos langen Sätze, die sogar meistens 3/4 der Seite einnehmen. Ich muss persönlich sagen, dass mich das an sehr vielen Stellen echt gestört hat und es dadurch auch sehr anstrengend wurde. Manchmal war es sogar so, dass ich den Faden verloren habe und einige Stellen mehrmals lesen musste.Außerdem gibt es viele Dialoge, die Mehrheit davon auf Flämisch waren. Ich kann diese Sprache nun mal nicht und musste mir einige Stellen laut vorlesen. Es war jetzt kein Hindernis, was mich beim Lesen gehindert hatte.Was dem Leser direkt auffällt, ist, dass der Roman nur aus einer Sichtweise geschrieben worden ist - und zwar die von Botho. Wir erfahren seine Gedanken und Gefühle, verstehen sogar sein Handeln. Zusätzlich ist es so geschrieben, dass eine "Geschichte in einer Geschichte" haben. Botho erzählt einen Teil aus seiner Vergangenheit. Meine Bewertung:Stefan Ferdinand Etgeton hat keinen leichten Roman geschrieben. Es ist melancholisch, unterhaltsam, gesellschaftskritisch und philosophisch zugleich. Außerdem kann man am Ende das Cover, den Titel, den Inhalt und natürlich den Schreibstil hinterfragen. Es hat alles seinen Sinn.Ich denke, dass jeder Leser aus diesem Roman andere Lehren ziehen kann und wird. Dementsprechend kann ich dieses Buch nur empfehlen, aber ich kann ihm jedoch nur 4 von 5 Sternen geben.

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  • Ein besonderes Buch das mit einem arbeitet

    Das Glück meines Bruders
    Kristall86

    Kristall86

    09. August 2017 um 09:56

    Botho und Arno van Dijk machen eine Reise in die Vergangenheit. Sie reisen an den Ort ihrer Kindheit zurück. Da wo alle schönen Erinnerungen lebten. Sie versuchen nochmal das Gefühl zurück zu erobern und stellen dabei fest das der der eigentlich immer Glück hatte im Leben der eigentliche Verlierer ist, denn er hat sich verloren. Und der andere Bruder, der der immer eine verkorkste Lebenssituation hatte, ist der eigentliche Gewinner. Wie und warum muss sich jeder selbst aus diesem Buch herausarbeiten. Ja, dieses Buch ist Arbeit. Sehr lange verschachtelte Sätze bei denen der Sinn irgendwann verfliegt aber im Inneren des Lesers haften bleibt und deshalb muss man es selbst verarbeiten. Dieses Buch zeigt einem den Lauf des Lebens und die eigene Perspektive der Vergangenheit auf. Alles was damals glücklich zu scheinen vermag muss oder kann genau das Gegenteil sein wenn man wieder darauf trifft. Poetisch aber auch gesellschaftskritisch kommt dieser Roman daher. Ein besonderes Buch in einer besonderen Schreibweise.

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  • Vergangenheit kann eine Stütze sein, aber auch alles gefährden

    Das Glück meines Bruders
    herrzett

    herrzett

    07. August 2017 um 23:44

    Für das Buch "Das Glück meines Bruders" bewundere ich Stefan Ferdinand Etgeton sehr. Er schafft es aus der Darstellung einer Familiengeschichte ein tragisches, philosophisches, gesellschaftskritisches, poetisches und mitreißendes Gesamtwerk zu machen. Eigentlich geht es um die Geschichte zweier Brüder. Zweier Brüder, die mit einem Ausflug in das Dorf ihrer Großeltern ihre Vergangenheit und nicht einfache Kindheit endgültig abschließen wollen, bevor das ganze Dorf dem Erdboden gleichgemacht wird. Zum einen handelt es von Arno, dem älteren Bruder, der aufgrund traumatischer Ereignisse und darauf folgende Abstürze etwas zurückgeblieben ist, seine Vergangenheit einfach nur auslöschen will und Halt in seinem Leben sucht.  Zum anderen von Betho, der immer irgendwie der Reifere war und sich an seine Vergangenheit klammert. Niemand hätte gedacht, dass nach dieser Reise , Bethos Welt komplett zusammenbricht und in einer Art Sinnfrage des Lebens endet und Arno gar der Glücklichere von beiden wird.Hierzu möchte ich gerne ein Zitat des Buches wiedergeben, welches das Gesamtbild dann doch sehr gut umfasst:"Da war die Schaukel. Die Schaukel, die Kindern eine Idee von Grenzenlosiigkeit geben kann, auf der man versuchen kann, zu entkommen und wegzufliegen in einer andere Galaxie, in eine neue Freiheit: Ein bisschen mehr Schwung, noch ein bisschen mehr Schwung, dann schafft man es. Man muss versuchen, sich mit Armen und Beinen, dem ganzen Leib kräftiger reinzulegen in die fallende Schaukel und dann hochzuschwingen und alles  aus der Verankerung zu reißen und raus in den Himmel! Bewegung, Kraft, Kraft! Aber am Ende fliegt doch niemand mitsamt der Schaukel hinaus ins Irgendwo. Alle sinken immer wieder zur Erde zurück, werden auf den Grund zurückgeholt, und selbst der nächste Versuch und der übbernächste, sie alle bleiben erfolglos. Man kann diese Welt nicht hinter sich lassen, zumindest nicht auf einer Schaukel sitzend."Obwohl es sich um ein, wie ich finde, großartiges Buch handelt, gibt es meinerseits auch ein paar kritische Anmerkungen. Die sehr verschachtelten und langen Sätze machen es an einigen Stellen recht schwer dem nicht enden wollendem Gedankenstrang zu folgen, sodass man sich teilweise recht intensiv mit dem Gelesenem auseinandersetzen muss. Der Spannungsbogen konzentriert sich hauptsächlich auf die mittleren Kapitel. Nach der eigentlichen Wendung ebbt die Spannung rasant ab und wir befinden uns einzig und allein in der Sinnfrage. 

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  • Durchaus lesenswert!

    Das Glück meines Bruders
    franzilovesbooks

    franzilovesbooks

    07. August 2017 um 21:33

    Der Roman war meiner Meinung nach ziemlich anspruchsvoll, denn man konnte in viele Handlungen einiges hinein interpretieren und wurde sehr oft zum Nachdenken angeregt. Es wurde einem ziemlich schwer gemacht, sich in die Protagonisten hinein zuversetzen. Teilweise waren manche Stellen schon fast philosophisch, also nichts, was sich leicht weglesen lässt. Es war total anders als ich es erwartet habe, aber ich wurde positiv überrascht. Denn diese Geschichte lehrt nicht nur über die unvermeidbare Vergänglichkeit, sondern auch über die heutige Gesellschaft und den Sinn des Lebens. Ich schätze jeder wird sich irgendwo in Botho wiedererkennen können, denn jeder sehnt sich doch mal danach, die Zeit zurückdrehen zu können. Aber das Leben geht weiter und jeder kommt damit anders klar.Richtig etwas zu kritisieren habe ich nicht, da ich mit dem Schreibstil und der Art, wie die Charaktere leicht verschleiert dargestellt wurden, gut klar gekommen bin. So konnte man sich selbst ein Bild von den Protagonisten machen und ihr Handeln analysieren und hinterfragen.Abschließend kann ich das Buch allen empfehlen, die gerne Geschichten lesen, die tiefgründiger sind und einen zum Grübeln bringen und nicht nur oberflächlich und unterhaltend geschrieben wurden.

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  • Stefan Ferdinand Etgeton - Das Glück meines Bruders

    Das Glück meines Bruders
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    07. August 2017 um 17:58

    Ein letztes Mal wollen die Brüder Botho und Arno van Dijk in das belgische Dörfchen Doel fahren, wo einst ihre Großeltern lebten. Das Dorf wird bald nicht mehr sein, der Hafen wird ausgebaut und die Bewohner mussten weichen. Doch die Jungen haben noch ihre Kindheitserinnerungen dort, jeden Sommer haben sie an der Küste verbracht. Angekommen müssen sie jedoch feststellen, dass von ihrer Kindheit nicht mehr viel geblieben ist. Die Menschen sind weggezogen oder gestorben und auch ansonsten erkennen sie nicht mehr viel wieder. Doch dann werden Botho und Arno eingeholt, der eine spricht zum ersten Mal über das, was nie gesagt wurde und doch sein ganzes Leben bestimmt hat. Der andere macht sich auf das Mädchen nochmals zu treffen, die vielleicht seine Partnerin fürs Leben hätte werden können. Der Schritt nach vorne im Leben beginnt zunächst für beiden mit vielen Schritten zurück in die Vergangenheit.Stefan Ferdinand Etgeton hat keinen leichten Roman geschrieben. Die beiden Brüder tragen ein schweres Erbe, das jedoch völlig verschieden ist, sie aber jeweils daran hindert, das Leben zu leben, das sie leben wollen. Mit Anfang 30 sind sie eigentlich erwachsen und doch verharren sie noch in der Jugend. Der Zeitpunkt, sich den Dämonen zu stellen, scheint gekommen und damit werden sie recht typische Vertreter ihrer Generation: immer geht es automatisch weiter und das Leben findet in einem so hohen Tempo statt, dass für Innehalten keine Zeit bleibt. Bis der Tag gekommen ist, an dem die essentiellen Fragen gestellt werden: wer bin ich? Wo komme ich her? Wer will ich sein?Viele Themen werden fast nebenbei angerissen, sind aber für die zentrale Frage dessen, was die Persönlichkeit bestimmt, von wesentlichem Belang. Missbrauchserfahrungen aus der Kindheit, die nie verarbeitet wurden und nicht zwangsweise aber doch häufig in Suchtverhalten und einer gewissen Lebensunfähigkeit enden. Das Verhältnis von Eltern und Kindern, das dann problematisch wird, die Erwartungen der einen Seite und die Träume der anderen auseinanderklaffen. Das Verharren im was-hätte-sein-können, das lähmt und einem daran hindert das zu tun, was man eigentlich tun möchte.„Das Glück meines Bruders“ – man fragt sich am Ende, wer von den beiden das Glück gefunden hat und worin es besteht. Es scheint als würde die Ausgangskonstellation umgekehrt und der geerdete Botho mit dem bürgerlichen Job als Lehrer gerät in die Rolle des Verlorenen, des Suchenden, dem alle Bezüge zur Realität fehlen, während Arno sich in einer funktionierenden Beziehung mit geregelter Arbeit und einem offenbar hohen Maß an Zufriedenheit wiederfindet. Wie fragil ist das Glück, das wir empfinden, wenn es durch einen Besuch an einem Ort der Vergangenheit zerbrechen kann? Und wie stabil ist unser Selbstbild – oder ist es doch nur eine gesellschaftliche Rolle, die wir annehmen und die uns gerade passt, vielleicht aber irgendwann zu eng wird? In einer Zeit, die von schnellem Wandel geprägt ist, in der von uns allen erwartet wird, dass wir flexibel und mobil sind, unsere Zelte hier ab und anderer Stelle wieder aufbauen und uns immer wieder auf Neues einstellen sollen, wird die Frage der Identität möglicherweise viele Menschen in einen ähnlichen Strudel stürzen wie Etgetons Protagonisten. Dies könnte tatsächlich eine der Hauptfragen unserer Gesellschaft werden. Bemerkenswert, wie man ein solches Thema doch in einem lockeren und oftmals unterhaltsamen Ton umsetzen kann.

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