Stefan Hertmans

 4,1 Sterne bei 111 Bewertungen
Autor*in von Dius, Der Aufgang und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, Belgien, ist Dichter, Dramatiker, Romancier und gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Der Roman ›Krieg und Terpentin‹ war 2016 unter anderem für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Stefan Hertmans

Cover des Buches Dius (ISBN: 9783257073560)

Dius

(74)
Erschienen am 22.10.2025
Cover des Buches Der Aufgang (ISBN: 9783257247039)

Der Aufgang

(20)
Erschienen am 27.09.2023
Cover des Buches Krieg und Terpentin (ISBN: 9783257244311)

Krieg und Terpentin

(5)
Erschienen am 28.03.2018
Cover des Buches Der Himmel meines Großvaters (ISBN: 9783446246430)

Der Himmel meines Großvaters

(4)
Erschienen am 25.08.2014
Cover des Buches Die Fremde (ISBN: 9783446254695)

Die Fremde

(3)
Erschienen am 20.02.2017
Cover des Buches Die Fremde (ISBN: 9783257245066)

Die Fremde

(2)
Erschienen am 11.12.2019
Cover des Buches Die Suche nach der Gegenwart (ISBN: 9783257072969)

Die Suche nach der Gegenwart

(1)
Erschienen am 20.03.2024
Cover des Buches Der Aufgang (ISBN: B09YM9HRMT)

Der Aufgang

(1)
Erschienen am 24.05.2022

Neue Rezensionen zu Stefan Hertmans

Cover des Buches Dius (ISBN: 9783257073560)
S

Rezension zu "Dius" von Stefan Hertmans

sneaky_reader
2,5 Sterne — Leider enttäuschend

Eine besondere Freundschaft sowie die Auseinandersetzung mit Kunst sind die zentralen Motive des zeitgenössischen Romans „Dius“ von Stefan Hertmans.

Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen dem Kunststudenten Dius und seinem Kunstprofessor Anton, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Im Verlauf des Romans erfahren wir Leserinnen zunehmend mehr über Dius Persönlichkeit und prägende Ereignisse in seinem Leben, ebenso wie über Anton selbst. Kunst spielt dabei eine zentrale Rolle: Über viele Seiten hinweg wird sie auf theoretischer Ebene ausführlich thematisiert.

Da Diogenes zu meinen Lieblingsverlagen zählt und ich gerne zeitgenössische Literatur lese, bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Leider konnten diese nicht erfüllt werden. Ein großer Teil des Romans ist der Kunst gewidmet, was deutlich mehr ist, als ich erwartet hatte. Natürlich war mir bewusst, dass Kunst eine Rolle spielen würde, schließlich handelt es sich um einen Kunststudenten und einen Kunstprofessor. Dass jedoch schätzungsweise ein Drittel des Buches sich der Kunst widmet, hat mich überrascht. Für kunstbegeisterte Leser mag dies ein nettes Extra sein, mich persönlich haben diese langen Ausschweifungen jedoch eher gelangweilt.

Erschwerend kam der Schreibstil hinzu. Hertmans verwendet häufig wenig gebräuchliche Begriffe, was das Leseverständnis beeinträchtigt. Zwar passt dieser Stil zur Figur des Professors, aus dessen Perspektive erzählt wird, dennoch macht er den Text stellenweise unnötig schwer zu verstehen.

Ein weiterer, für mich wichtiger Kritikpunkt ist die Darstellung von Frauen im Roman. Weibliche Figuren treten nahezu ausschließlich als (potenzielle) Liebesinteressen der männlichen Protagonisten auf und werden darüber hinaus kaum vertreten. Zwar ließe sich argumentieren, dass dies der subjektiven Perspektive des Erzählers geschuldet ist, dennoch empfinde ich eine derartige Reduktion von Frauenfiguren im 21. Jahrhundert als problematisch und unangemessen.

Trotz dieser Kritik möchte ich einen Aspekt besonders hervorheben, der mich überzeugen konnte: Die Darstellung der Freundschaft zwischen Dius und Anton. Beide Figuren wirken im Großen und Ganzen authentisch und gut ausgearbeitet. Besonders gelungen ist, wie ihre Beziehung geschildert wird. Die Freundschaft erscheint realistisch, da sie nicht nur von gemeinsamen Erlebnissen und Gesprächen über die Vergangenheit der jeweiligen Personen geprägt ist, sondern auch von Fehlern und unausgesprochenen Gedanken. Nicht alles wird sofort verziehen, manches wird für sich behalten. Gerade diese fehlende Perfektion verleiht der Beziehung Tiefe und Glaubwürdigkeit. Folgend wird das zentrale Motiv des Romans überzeugend umgesetzt.

Insgesamt konnte mich „Dius“ dennoch nicht begeistern. Der starke Fokus auf Kunst, der anspruchsvolle Schreibstil sowie die problematische Darstellung von Frauen haben für mich das Leseerlebnis negativ beeinträchtigt. Die authentisch dargestellte Freundschaft zwischen den Hauptfiguren bleibt der einzige Aspekt, der mich wirklich überzeugen konnte. Für kunstinteressierte Leser mag der Roman durchaus interessant sein, aber für mich persönlich war es jedoch leider nicht das richtige Buch.

Cover des Buches Dius (ISBN: 9783257073560)
G

Rezension zu "Dius" von Stefan Hertmans

Gise
Sehr abgehoben

Egidius ist Kunststudent. Er geht auf seinen Dozenten Anton zu und nimmt ihn mit zu einem Haus am Meer. Es ist eine besondere Faszination, die diese beiden Männer auf eine überraschende Weise verbindet.

Als ich dieses Buch zu lesen begonnen habe, fragte ich mich recht schnell, was Egidius, genannt Dius, von seinem Dozenten möchte, und warum sich Dozent Anton so bereitwillig auf dessen Annäherung einlässt, denn die Nähe, die Dius Anton anbietet, ist viel zu nah. Weder Anton noch Dius sind mir dabei sympathisch gewesen, ich bin weder mit den Charakteren noch mit der Geschichte warm geworden – und habe dann beschlossen, dass dieses Buch eindeutig nichts für mich ist. Der Stil dieses Romans ist mir zu abgehoben, und meine Kenntnisse in Kunst und Kunstgeschichte reichen definitiv nicht aus für diese Geschichte. Ich habe das Buch nach etwa einem Drittel abgebrochen.

Vermutlich wird es Leser geben, die dieses Buch gut finden. Ich selbst kann es nicht weiter empfehlen. Ich vergebe 1 von 5 Sternen.

Cover des Buches Dius (ISBN: 9783257073560)
V

Rezension zu "Dius" von Stefan Hertmans

Verena000
Eine ungewöhnliche Freundschaft im Schatten der Kunst

In „Dius“ erzählt Stefan Hertmans von der besonderen Beziehung zwischen einem passiven, eher durchs Leben stolpernden Hochschuldozenten und seinem Schüler Dius. Mit scheinbar geringem Aufwand hinterlässt Dius einen tiefen Eindruck bei seinem Lehrer, der fortan sein weiteres Leben an dieser prägenden Begegnung ausrichtet. Im Zentrum steht weniger eine klassische Handlung als vielmehr die Wirkungskraft einer außergewöhnlichen Freundschaft.


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht leicht. Einerseits wollte ich mehr über die ungewöhnliche Dynamik zwischen Lehrer und Schüler erfahren, andererseits empfand ich die kunstgeschichtlichen und kunstphilosophischen Passagen häufig als zäh und wenig zugänglich. Erst gegen Ende nahm der Roman spürbar an Fahrt auf, und ich fand endlich in einen Lesefluss.


Als jemand, der sich bisher kaum mit Kunstgeschichte oder -philosophie beschäftigt hat, war ich zwar neugierig auf die thematischen Ausschmückungen, fühlte mich davon jedoch oft nicht abgeholt, da sie viel Vorwissen voraussetzen. Inhaltlich blieb mir dadurch manches verschlossen, weshalb ich einzelne Passagen über Kunst bewusst überlesen habe. Was mir der Roman letztlich sagen möchte, habe ich jedoch nicht vollständig greifen können. Vielleicht geht es darum, wie prägend einzelne Begegnungen oder Ereignisse für den Verlauf eines Lebens sein können.


Insgesamt ist „Dius“ für mich aufgrund des starken Fokus auf Kunstgeschichte kein rundum passendes Buch, doch trotzdem hat es etwas in mir berührt und nachhaltig beschäftigt.

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