Stefan Keller

 4 Sterne bei 71 Bewertungen
Autor von Das Ende aller Geheimnisse, Papa ante Palma und weiteren Büchern.
Stefan Keller

Lebenslauf von Stefan Keller

Hinweis in eigener Sache: Als Autor bin ich Urheber der 4 Marius-Sandmann-Krimis (Kölner Kreuzigung, Kölner Totenkarneval, Kölner Luden, Kölner Grätsche) und des Stadtführers "66 Lieblingsplätze Kölner Persönlichkeiten...". Die anderen Bücher, die hier unter meinem Namen genannt sind, sind sicherlich auch toll, nur halt nicht von mir.

Neue Bücher

Schabowskis Zettel

 (1)
Neu erschienen am 17.04.2019 als Taschenbuch bei Gmeiner-Verlag.

Alle Bücher von Stefan Keller

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Das Ende aller Geheimnisse

Das Ende aller Geheimnisse

 (23)
Erschienen am 20.01.2017
Papa ante Palma

Papa ante Palma

 (22)
Erschienen am 13.05.2011
Kölner Totenkarneval

Kölner Totenkarneval

 (9)
Erschienen am 11.07.2011
Kölner Kreuzigung

Kölner Kreuzigung

 (7)
Erschienen am 12.07.2010
Kölner Luden

Kölner Luden

 (3)
Erschienen am 04.02.2013
Kölner Persönlichkeiten

Kölner Persönlichkeiten

 (2)
Erschienen am 11.06.2012
Kölner Grätsche

Kölner Grätsche

 (2)
Erschienen am 05.02.2014
Schabowskis Zettel

Schabowskis Zettel

 (1)
Erschienen am 17.04.2019

Neue Rezensionen zu Stefan Keller

Neu

Rezension zu "Schabowskis Zettel" von Stefan Keller

„Sonnenallee“ meets „Die Verschwörung“
hasirasi2vor 15 Tagen

Wir gehen nicht weg. Wir bauen dieses Land um.“ (S. 88) ist das Credo der meisten Montagsdemonstranten im Herbst 1989. Zu ihnen gehört auch Nadja, die neu in Berlin ist und Journalistin werden will. Zur Zeit schreibt sie für die Untergrundzeitung „Die Brücke“. Ihr letzter Artikel handelte von den verschwiegenen Mauertoten. Klar, dass die Brücke-Gruppe Angst vor der Stasi hat. Als nach einer Demo Rene, ihr Fotograf, verschwunden ist, bittet Nadja Juri um Hilfe. Der ist Volkpolizist und wohnt in dem Haus, in dem sie gerade eine Wohnung besetzt hat. Juri sagt nein, doch dann wird Nadja beinahe überfahren ...

 

Stefan Keller erzählt in „Schabowskis Zettel“, wie es auch zur Öffnung der Grenze und damit zum Ende der DDR hätte kommen können.

 

Juri ist ein ganz normaler Volkpolizist. Seit seiner Kindheit hat er von diesem Beruf geträumt. Er sieht sich als „Freund und Helfer“ der Bürger seines Staates. Und auch wenn es in der DDR zur Zeit nicht so gut läuft und inzwischen Hunderttausende auf die Straße gehen, glaubt er doch an den Sozialismus.

Nadja wollte eigentlich Journalismus studieren und arbeitet jetzt in einem Chemiewerk. Sie träumt von einer Reise nach Paris und dass sie doch noch studieren kann. Dafür geht sie auf die Straße. Die wenigsten Demonstranten wollen das Ende der DDR, sie wollen nur mehr Freiheiten, Alternativen.

Bei einer Demo stehen sich Nadja und Juri plötzlich gegenüber.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nadjas und Juris Sicht erzählt, dadurch ist man immer ganz nah am Geschehen, spürt ihre Sehnsüchte und Ängste. Als Nadja ins Visier der Stasi rückt erkennt Juri, dass das System so nicht mehr funktioniert und seine Ansichten ändern sich rapide. „Der Sozialismus ...  ist tot. ... Die DDR ist pleite und die Bosse raffen es nicht. Der ganze Karren fährt spätestens in drei Monaten gegen die Wand.“ (S. 103)

 

Stefan Keller schreibt sehr spannend und erhöht systematisch das Tempo. Juris Suche nach einem Ausweg für Nadja wird zum Wettlauf gegen die Suche der Stasi nach ihr. Wer ist schneller und wird am Ende gewinnen?

 

Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe viele Situationen wiedererkannt. Meine Eltern haben z.B. genau wie Nadja ihre erste Wohnung nur dadurch bekommen, dass sie sie einfach besetzt haben. 1989 war ich 14 und habe Wendezeit bewusst erlebt. Die Gänsehaut von damals ist beim Lesen sofort wieder da.

 

Sehr spannender Wende-Roman (für mich schon ein Krimi ;-)) auch für alle, die diese Zeit damals nicht selbst miterlebt haben.

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Rezension zu "Das Ende aller Geheimnisse" von Stefan Keller

Vielversprechender erster Fall
MikkaGvor 2 Jahren


In einer idealen Welt wäre Rassismus kein Thema mehr. Ein Krimi mit einer farbigen Kommissarin wäre dann etwas so Alltägliches, dass man gar nicht weiter darüber nachdenken würde – außer vielleicht, um sich über die ethnische und kulturelle Vielfalt zu freuen. Leider leben wir aber nicht in einer idealen Welt, und gerade darum war Heidi Kamemba für mich eine willkommene Überraschung.


Wer jetzt aber befürchtet, sie wäre womöglich wenig mehr als ein billiger Marketingtrick des Autors oder sogar nur eine literarische 'Vorzeige-Schwarze', damit der Leser sich selber für seine Toleranz auf die Schulter klopfen kann, den möchte ich beruhigen:


Heidi Kamemba ist ein interessanter, glaubhafter Charakter mit Stärken und Schwächen. Auch wenn sie in den Gedanken ihrer Kollegen oft nur 'die Schwarze' ist, reduziert Stefan Keller sie mitnichten auf ihre Hautfarbe. Sie ist eine talentierte junge Kommissarin, die manchmal im Übereifer übers Ziel hinausschießt, dafür aber auch hochintelligent und einfallsreich agiert. Über manche ihrer Entscheidungen habe ich zwar den Kopf geschüttelt, und beinahe hätte sie ihre erste Woche als Kommissarin nicht überlebt – aber ich konnte auch immer nachvollziehen, warum sie manchmal glaubt, nicht anders handeln zu können.


Der eigentliche Kriminalfall ist solide und logisch konstruiert, mit spannenden Wendungen, falschen Fährten und unerwarteten Enthüllungen. Heidi muss sich nicht nur direkt in ihrer ersten Woche mit einer verkohlten Leiche beschäftigen, sondern auch mit dem nagenden Gefühl, dass ihr neues Team vielleicht nicht unschuldig war am Tod ihres Vorgängers... Mit der Auflösung hatte ich so nicht gerechnet, sie ist aber in sich schlüssig und verbindet die vielen verschiedenen Hinweise sinnvoll – und das wünscht man sich doch bei einem Krimi! (Es wäre ja langweilig, wenn man auf Seite 50 schon wüsste, wer der Täter ist, aber man will im Rückblick auch nicht das Gefühl haben, der Autor habe das Ende aus dem Hut gezaubert.) Ich fand die Geschichte originell und kein bisschen vorhersehbar.


Natürlich ist Rassismus zwangsläufig ein Thema, und das wirkte auf mich gut recherchiert und mit viel Feingefühl in die Handlung verwoben, ohne dem Leser plump mit dem Holzhammer um die Ohren geschlagen zu werden. Es ist ein beiläufiger Rassismus, der selten direkt ausgesprochen wird, aber unterschwellig immer und überall zu Heidis Alltag gehört wie ein schleichendes Gift. Ein Teil von ihr ist sich dessen stets bewusst: sie betrachtet ihre Umgebung mit ständiger Wachsamkeit, reguliert ihre eigene Körperhaltung und Mimik, analysiert das Verhalten anderer Menschen ihr gegenüber, um die Bedrohlichkeit einer Situation abzuschätzen... Aber sie ist eine Kämpferin und lässt sich davon nicht unterkriegen.


Die anderen Charaktere wirken auf den allerersten Blick eher einfach gestrickt, aber das täuscht! Im Laufe des Buches zeigen sie alle nach und nach mehr Tiefgang. 


Oft sieht man einen Charakter erstmal nur 'von außen', aus Heidis Sicht, und dann wirkt er vielleicht sympathisch und hilfsbereit – aber dann bekommt man Einblick in seine Gedanken, und die zeichnen ein ganz anderes Bild. Keiner ist nur gut oder nur böse, aber mehr als einer hat geheime Laster und Probleme, die im Laufe der Geschichte eine Rolle spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass vieles davon in den Folgebänden noch eine größere Rolle spielen wird!


Der Schreibstil ist klar und eher schlicht (im positiven Sinne), dabei aber sehr flüssig, mit einem angenehmen Sprachrhythmus und einer prägnanten "Stimme". Ganz ohne Schnörkel und blumige Formulierungen, ist er dennoch bildlich genug, um Atmosphäre aufzubauen und es dem Leser zu ermöglichen, sich alles wunderbar vorzustellen.


Fazit:
"Das Ende aller Geheimnisse" ist keineswegs das Ende, sondern der vielversprechende Anfang einer neuen Krimireihe rund um Kommissarin Heidi Kamemba. Die Handlung ist spannend und clever konstruiert, die Charaktere entpuppen sich im Laufe des Buches als vielschichtig und glaubhaft, und auch der Schreibstil liest sich unterhaltsam, mit prägnanter 'Stimme'.


Da Heidi die erste schwarze Kommissarin Deutschlands ist, kommen natürlich auch die Themen Rassismus und Toleranz zur Sprache und werden sehr differenziert und authentisch behandelt.

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Rezension zu "Das Ende aller Geheimnisse" von Stefan Keller

Wie ein bunter Hund.
Gulanvor 2 Jahren

„Wetten, dass die Neue bessere Ergebnisse mitbringt als wir?“, fragte Dennewitz, als Löwinger den Wagen die Abfahrt von der Brücke hinunterlenkte. […] Er grunzte anstelle einer Antwort. „Die Kleine hat einen ziemlichen Lauf, findest du nicht?“, setzte Paul nach.
„Sie ist halt hartnäckig.“
„Ich glaube, unsere schwarze Perle hat nur eine Glückssträhne.“
„Du bist sauer, oder?“
„Quatsch!“ (S.182-183)

Der ersten Tag im neuen Job: Kommissarin Heidi Kamemba hat direkt einen schweren Stand, denn obwohl sie selbst natürlich nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen will - als erste dunkelhäutige Kommissarin fällt sie natürlich überall auf. Die erste Leiche ist allerdings auch nicht fern und Heidi hat direkt einen interessanten Fall: Auf einem Waldweg wird eine verbrannte und nicht auf Anhieb identifizierbare Leiche aufgefunden. Als die Mordkommission schließlich die Identität klären kann und die Wohnung des Opfers aufsucht, ist diese komplett leer. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte – bis Heidi einen versteckten USB-Stick in der Wohnung aufstöbert.

Hauptfigur Heidi Kamemba ist eine junge, aufstrebende Polizistin, die nun in Düsseldorf bei der Mordkommission ihren ersten Job bei der Kripo antritt. Das allein wäre nichts Besonderes, doch Heidi ist dank ihres kongolesischen Vaters dunkelhäutig und sorgt damit als schwarze Kommissarin für Aufsehen. Natürlich wurde sie schon während der Ausbildung genau beäugt, so dass sie einen extremen Ehrgeiz an den Tag gelegt hat und als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat. Sie ist sehr talentiert, mit einem guten Selbstbewusstsein ausgestattet und kann sich direkt in ihren ersten Tagen beweisen. Sie spürt auch direkt, dass irgendetwas im Team des Kriminalkommissariats nicht stimmt und führt dies korrekterweise auf den Selbstmord ihres Vorgängers, Rolf Becker, zurück. Eines hat mich aber an der Story gestört: Dass sie direkt an zweiten Tag auf der neuen Dienststelle eigene Ermittlungen zu diesem Selbstmord anstellt, fand ich, Ehrgeiz und Gespür für Gruppendynamik hin oder her, ziemlich weit hergeholt.

Der Krimi hält sich eng an den Ermittlern des KK12, ist somit ein echter Polizeikrimi. Ganz gut gemacht ist der wechselnde personale Erzähler, der abwechselnd den Blickwinkel eines der Polizisten einnimmt. Überhaupt sind die Teamstrukturen, Rivalitäten und Machtdemonstrationen sehr interessant dargestellt. Eigentlich haben alle so ihre Macken und kleinen Geheimnisse (Alkohol, Wettschulden u.ä.). Dass dann eine neue Kollegin hereinplatzt, die zum einen eine erhebliche Aufmerksamkeit generiert und zum anderen auch noch kompetent und selbstbewusst ist, sorgt natürlich für Zündstoff. Hinzu kommt der nicht aufgearbeitete Selbstmord von Heidis Vorgänger.

„Das Ende aller Geheimnisse“ ist offenbar der Auftakt zu weiteren Bänden. Autor Stefan Keller hat in seiner Karriere schon zahlreiche Jobs bei Fernsehen, Theater und Hörfunk hinter sich. Er unterrichtet kreatives Schreiben als Dozent an der Uni Köln. In der Domstadt spielt auch seine Reihe um den Privatdetektiv Marius Sandmann, die im Gmeiner Verlag erscheint.

Die Story hat natürlich etwas mit dem gefundenen USB-Stick zu tun. Dort finden die Beamten nämlich eine Software, mit der über eine Sicherheitslücke Provider-Daten samt Kontodaten von beliebigen Personen ausgespäht werden können. Ein aktuelles Thema und sehr interessant für das organisierte Verbrechen. Aber eben auch für die Geheimdienste, so dass die Handlung durchaus noch eine politische Note bekommt. Allerdings ist das etwas halbherzig umgesetzt, das hätte für meinen Geschmack noch ausgebaut werden können. Überhaupt finde ich das Ende nicht komplett rund. Die Stränge finden zwar zusammen, aber neben der aufkommenden Spannung und des zunehmenden Tempos wirkt es auch ein wenig gehetzt.

Insgesamt ist der Roman aber ein solider, ordentlich unterhaltender Krimi. Die Figuren wissen durchaus zu überzeugen, beim Plot ist noch Luft nach oben. Kein schlechter Auftakt für diese Reihe.

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