Stefan Keller

 4 Sterne bei 74 Bewertungen
Autor von Das Ende aller Geheimnisse, Papa ante Palma und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stefan Keller (©)

Lebenslauf von Stefan Keller

Hinweis in eigener Sache: Als Autor bin ich Urheber der 4 Marius-Sandmann-Krimis (Kölner Kreuzigung, Kölner Totenkarneval, Kölner Luden, Kölner Grätsche) und des Stadtführers "66 Lieblingsplätze Kölner Persönlichkeiten...". Die anderen Bücher, die hier unter meinem Namen genannt sind, sind sicherlich auch toll, nur halt nicht von mir.

Neue Bücher

Spuren der Arbeit

Neu erschienen am 07.05.2020 als Hardcover bei Rotpunktverlag.

Alle Bücher von Stefan Keller

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Cover des Buches Das Ende aller Geheimnisse9783499272493

Das Ende aller Geheimnisse

 (25)
Erschienen am 20.01.2017
Cover des Buches Papa ante Palma9783548373744

Papa ante Palma

 (22)
Erschienen am 13.05.2011
Cover des Buches Kölner Totenkarneval9783839211977

Kölner Totenkarneval

 (9)
Erschienen am 11.07.2011
Cover des Buches Kölner Kreuzigung9783839210789

Kölner Kreuzigung

 (7)
Erschienen am 12.07.2010
Cover des Buches Kölner Luden9783839213780

Kölner Luden

 (3)
Erschienen am 04.02.2013
Cover des Buches Kölner Persönlichkeiten9783839212813

Kölner Persönlichkeiten

 (2)
Erschienen am 11.06.2012
Cover des Buches Schabowskis Zettel9783839223956

Schabowskis Zettel

 (2)
Erschienen am 17.04.2019
Cover des Buches Kölner Grätsche9783839215265

Kölner Grätsche

 (2)
Erschienen am 05.02.2014

Neue Rezensionen zu Stefan Keller

Neu

Rezension zu "Schabowskis Zettel" von Stefan Keller

Spannend, aber nicht ganz überzeugend
schillerbuchvor einem Jahr

Dieser Titel interessierte mich, weil er einen der wichtigsten Momente der deutschen Zeitgeschichte in den letzten 50 Jahren als Thema hat: Die legendäre Pressekonferenz, in der „Günter Schabowski ratlos vor einer Pressemitteilung sitzt, die er verlesen hat und dann die Worte „Das tritt nach meiner Kenntnis…. ist das sofort, unverzüglich“ ausspricht und damit die Mauer öffnet. Der Gmeiner Verlag hat mir dankenswerter Weise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Der Inhalt

November 1989: In der DDR herrscht Aufruhr, ständig finden Demonstrationen statt, die immer größeren Zulauf bekommen. Der Volkspolizist Juri lernt die Oppositionelle Nadja kennen, die gesetzeswidrig eine Wohnung in dem Haus bezieht, in dem Juri Hauswart ist. Während Juri bis dahin immer noch fest an das System geglaubt hat, beginnt seine Einstellung zu wanken, als er bei den Leipziger Demonstrationen miterlebt, wie die Demonstranten mit brutaler Gewalt auseinander getrieben werden. Dann gerät Nadja in’s Visier der Stasi und in Lebensgefahr. Juri beschließt, ihr zu helfen und versteckt sie in der Datsche seines Großvaters. Verzweifelt sucht er nach einem Weg, Nadja zur Flucht zu verhelfen und als ihn ein Mitglied des Politbüros beauftragt, eine eilige Pressemitteilung in’s Pressezentrum zu Günter Schabowski zu bringen, wittert er seine einmalige Chance…..

Meine Meinung

Natürlich hat es Charme, sich vorzustellen, daß ein einfacher Volkspolizist das große Rad der deutschen Geschichte dreht. Stefan Keller gelingt es in diesem Roman gut, die chaotische Lage der letzten Tage der DDR darzustellen. Wir sind dabei, als Nadja mit anderen Regimekritikern eine Aktion plant, erleben aber auch mit, wie eng die Überwachung der Stasi gewesen ist. Juri ist als Volkspolizist zur Wache vor dem Sitz des Zentralkommitees eingeteilt und erlebt die Hektik und Ratlosigkeit der Politiker mit, die, konfrontiert mit der Staatspleite, völlig kopflos agieren. Nadja und irgendwann auch Juri werden von der Stasi beobachtet und Nadja gelingt es nur knapp, zu entkommen. Juri hingegen muss feststellen, daß Nadja’s Verfolgung nicht nur von der Stasi organisiert wird, sondern daß jemand dahinter steckt, den er nur allzugut kennt.

Das alles liest sich spannend weg, aber leider bleibt die Handlung letztendlich relativ simpel und ist nicht wirklich gut entwickelt. Das Ende ist zwar so, wie man es als Leser*in hofft, aber im Grunde genommen ist es auch klar, daß es so ganz bestimmt nicht gewesen ist, auch wenn man in den chaotischen Zuständen dieser Novembertage viel für möglich halten könnte.

Fazit: Spannend zu lesen, atmosphärisch durchaus gelungen, aber letztendlich konnte mich dieser Thriller nicht so recht überzeugen.

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Rezension zu "Schabowskis Zettel" von Stefan Keller

„Sonnenallee“ meets „Die Verschwörung“
hasirasi2vor einem Jahr

Wir gehen nicht weg. Wir bauen dieses Land um.“ (S. 88) ist das Credo der meisten Montagsdemonstranten im Herbst 1989. Zu ihnen gehört auch Nadja, die neu in Berlin ist und Journalistin werden will. Zur Zeit schreibt sie für die Untergrundzeitung „Die Brücke“. Ihr letzter Artikel handelte von den verschwiegenen Mauertoten. Klar, dass die Brücke-Gruppe Angst vor der Stasi hat. Als nach einer Demo Rene, ihr Fotograf, verschwunden ist, bittet Nadja Juri um Hilfe. Der ist Volkpolizist und wohnt in dem Haus, in dem sie gerade eine Wohnung besetzt hat. Juri sagt nein, doch dann wird Nadja beinahe überfahren ...

 

Stefan Keller erzählt in „Schabowskis Zettel“, wie es auch zur Öffnung der Grenze und damit zum Ende der DDR hätte kommen können.

 

Juri ist ein ganz normaler Volkpolizist. Seit seiner Kindheit hat er von diesem Beruf geträumt. Er sieht sich als „Freund und Helfer“ der Bürger seines Staates. Und auch wenn es in der DDR zur Zeit nicht so gut läuft und inzwischen Hunderttausende auf die Straße gehen, glaubt er doch an den Sozialismus.

Nadja wollte eigentlich Journalismus studieren und arbeitet jetzt in einem Chemiewerk. Sie träumt von einer Reise nach Paris und dass sie doch noch studieren kann. Dafür geht sie auf die Straße. Die wenigsten Demonstranten wollen das Ende der DDR, sie wollen nur mehr Freiheiten, Alternativen.

Bei einer Demo stehen sich Nadja und Juri plötzlich gegenüber.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nadjas und Juris Sicht erzählt, dadurch ist man immer ganz nah am Geschehen, spürt ihre Sehnsüchte und Ängste. Als Nadja ins Visier der Stasi rückt erkennt Juri, dass das System so nicht mehr funktioniert und seine Ansichten ändern sich rapide. „Der Sozialismus ...  ist tot. ... Die DDR ist pleite und die Bosse raffen es nicht. Der ganze Karren fährt spätestens in drei Monaten gegen die Wand.“ (S. 103)

 

Stefan Keller schreibt sehr spannend und erhöht systematisch das Tempo. Juris Suche nach einem Ausweg für Nadja wird zum Wettlauf gegen die Suche der Stasi nach ihr. Wer ist schneller und wird am Ende gewinnen?

 

Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe viele Situationen wiedererkannt. Meine Eltern haben z.B. genau wie Nadja ihre erste Wohnung nur dadurch bekommen, dass sie sie einfach besetzt haben. 1989 war ich 14 und habe Wendezeit bewusst erlebt. Die Gänsehaut von damals ist beim Lesen sofort wieder da.

 

Sehr spannender Wende-Roman (für mich schon ein Krimi ;-)) auch für alle, die diese Zeit damals nicht selbst miterlebt haben.

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Rezension zu "Das Ende aller Geheimnisse" von Stefan Keller

Vielversprechender erster Fall
MikkaGvor 3 Jahren


In einer idealen Welt wäre Rassismus kein Thema mehr. Ein Krimi mit einer farbigen Kommissarin wäre dann etwas so Alltägliches, dass man gar nicht weiter darüber nachdenken würde – außer vielleicht, um sich über die ethnische und kulturelle Vielfalt zu freuen. Leider leben wir aber nicht in einer idealen Welt, und gerade darum war Heidi Kamemba für mich eine willkommene Überraschung.


Wer jetzt aber befürchtet, sie wäre womöglich wenig mehr als ein billiger Marketingtrick des Autors oder sogar nur eine literarische 'Vorzeige-Schwarze', damit der Leser sich selber für seine Toleranz auf die Schulter klopfen kann, den möchte ich beruhigen:


Heidi Kamemba ist ein interessanter, glaubhafter Charakter mit Stärken und Schwächen. Auch wenn sie in den Gedanken ihrer Kollegen oft nur 'die Schwarze' ist, reduziert Stefan Keller sie mitnichten auf ihre Hautfarbe. Sie ist eine talentierte junge Kommissarin, die manchmal im Übereifer übers Ziel hinausschießt, dafür aber auch hochintelligent und einfallsreich agiert. Über manche ihrer Entscheidungen habe ich zwar den Kopf geschüttelt, und beinahe hätte sie ihre erste Woche als Kommissarin nicht überlebt – aber ich konnte auch immer nachvollziehen, warum sie manchmal glaubt, nicht anders handeln zu können.


Der eigentliche Kriminalfall ist solide und logisch konstruiert, mit spannenden Wendungen, falschen Fährten und unerwarteten Enthüllungen. Heidi muss sich nicht nur direkt in ihrer ersten Woche mit einer verkohlten Leiche beschäftigen, sondern auch mit dem nagenden Gefühl, dass ihr neues Team vielleicht nicht unschuldig war am Tod ihres Vorgängers... Mit der Auflösung hatte ich so nicht gerechnet, sie ist aber in sich schlüssig und verbindet die vielen verschiedenen Hinweise sinnvoll – und das wünscht man sich doch bei einem Krimi! (Es wäre ja langweilig, wenn man auf Seite 50 schon wüsste, wer der Täter ist, aber man will im Rückblick auch nicht das Gefühl haben, der Autor habe das Ende aus dem Hut gezaubert.) Ich fand die Geschichte originell und kein bisschen vorhersehbar.


Natürlich ist Rassismus zwangsläufig ein Thema, und das wirkte auf mich gut recherchiert und mit viel Feingefühl in die Handlung verwoben, ohne dem Leser plump mit dem Holzhammer um die Ohren geschlagen zu werden. Es ist ein beiläufiger Rassismus, der selten direkt ausgesprochen wird, aber unterschwellig immer und überall zu Heidis Alltag gehört wie ein schleichendes Gift. Ein Teil von ihr ist sich dessen stets bewusst: sie betrachtet ihre Umgebung mit ständiger Wachsamkeit, reguliert ihre eigene Körperhaltung und Mimik, analysiert das Verhalten anderer Menschen ihr gegenüber, um die Bedrohlichkeit einer Situation abzuschätzen... Aber sie ist eine Kämpferin und lässt sich davon nicht unterkriegen.


Die anderen Charaktere wirken auf den allerersten Blick eher einfach gestrickt, aber das täuscht! Im Laufe des Buches zeigen sie alle nach und nach mehr Tiefgang. 


Oft sieht man einen Charakter erstmal nur 'von außen', aus Heidis Sicht, und dann wirkt er vielleicht sympathisch und hilfsbereit – aber dann bekommt man Einblick in seine Gedanken, und die zeichnen ein ganz anderes Bild. Keiner ist nur gut oder nur böse, aber mehr als einer hat geheime Laster und Probleme, die im Laufe der Geschichte eine Rolle spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass vieles davon in den Folgebänden noch eine größere Rolle spielen wird!


Der Schreibstil ist klar und eher schlicht (im positiven Sinne), dabei aber sehr flüssig, mit einem angenehmen Sprachrhythmus und einer prägnanten "Stimme". Ganz ohne Schnörkel und blumige Formulierungen, ist er dennoch bildlich genug, um Atmosphäre aufzubauen und es dem Leser zu ermöglichen, sich alles wunderbar vorzustellen.


Fazit:
"Das Ende aller Geheimnisse" ist keineswegs das Ende, sondern der vielversprechende Anfang einer neuen Krimireihe rund um Kommissarin Heidi Kamemba. Die Handlung ist spannend und clever konstruiert, die Charaktere entpuppen sich im Laufe des Buches als vielschichtig und glaubhaft, und auch der Schreibstil liest sich unterhaltsam, mit prägnanter 'Stimme'.


Da Heidi die erste schwarze Kommissarin Deutschlands ist, kommen natürlich auch die Themen Rassismus und Toleranz zur Sprache und werden sehr differenziert und authentisch behandelt.

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