Stefan Keller Kölner Luden

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Inhaltsangabe zu „Kölner Luden“ von Stefan Keller

Waisenkind Vinzent Dietrich setzt seine ganze Hoffnung in Marius Sandmann: Der Privatdetektiv soll seinen Vater finden. Einziger Anhaltspunkt ist ein Foto des Kölner Fotografen Chargesheimer aus den Nachkriegsjahren. Die Spur führt Sandmann in die wilden 60er-Jahre. Damals galt Köln als deutsche Hauptstadt des Verbrechens. Als Marius' einziger Zeuge stirbt, vormals Kiezgröße aus dem „Miljö“, machen sich seine ehemaligen Kumpane auf Mörderjagd. Ihr Hauptverdächtiger: Marius Sandmann.

Das Miljö ist nicht verschwunden, es ist nur sehr viel älter geworden.

— RitaLeseviel
RitaLeseviel

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  • Schöne Miljö-Studie.

    Kölner Luden
    RitaLeseviel

    RitaLeseviel

    02. September 2013 um 07:41

    Ein Mann sucht seinen Vater. Als Säugling wurde er vor einem Kölner Krankenhaus, in der Nähe der Straße „Unter Krahnenbäumen“, ausgesetzt. Alles was er Privatdetektiv Marius Sandmann in die Hand drückt ist ein Fotoband des bekannten Fotografen Chargesheimer, welches den Namen ebenjener Straße trägt. Diese Straße war einst berüchtigt für ihre Bewohner, welche überwiegend dem "Miljö" angehörten. Der Mann behauptet, dass einer der abgebildeten Männer sein Vater sein soll. Marius stellt eine gewisse Ähnlichkeit fest und begibt sich auf Erkundungstour ins Kunibertsviertel. Er findet einen abweisenden alten Herrn, welcher wohl Informationen hat, sie aber nicht herausgeben möchte. Marius folgt dem Mann um doch noch Hinweise von ihm zu bekommen, dieser öffnet ihm jedoch nicht die Tür. Kurze Zeit später wird der alte Mann tot aufgefunden. Raubmord heißt es seitens der Polizei. Marius scheint in ein Wespennest gestochen zu haben, denn plötzlich tauchen Gestalten aus der alten Unterwelt auf und machen ihm die Hölle heiß. Und auch die Polizei, welche eine angebliche Täterbeschreibung hat, wird auf Marius aufmerksam. Das Buchcover präsentiert die Leuchtreklame der mittlerweile geschlossenen "Bar Menouche", welche Tür an Tür zum "Grön Eck" liegt, einer der bekanntesten Miljö-Kneipen des Nachkriegs Köln. Ortskundige Leser wissen schnell in welche Richtung der Krimi geht, für alle anderen weist der Titel "Kölner Luden" die Richtung. Alles beginnt im Jahre 1957. Es ist Karneval und in den Kneipen ist die Stimmung ausgelassen. Der Krieg ist vorbei, die Stadt befindet sich im Aufbau, jeder versucht seine Nische im großen Ganzen zu finden. Der Leser wird Zeuge eines Diebstahls und erhält einen ersten Einblick in die Welt von „Unter Krahnenbäumen“. Wechsel in das Köln der Gegenwart. Vinzenz Dietrich bittet Privatdetektiv Marius Sandmann um Hilfe bei der Suche nach seinem Vater. Kein Wort über die Mutter, die ihn 30 Jahre zuvor an der Türe eines Krankenhauses ausgesetzt hat. Marius Sandmann beginnt seine Ermittlungen und kommt mit den alten Recken des Kunibertsviertels in Kontakt. Nicht ungefährlich, wie er schnell feststellt und auch sehr undurchsichtig. Über Umwege erhält er neue Hinweise und gerät immer tiefer in die bis dato eher schlummernde Welt der UKB-Bande und der alten Ringszene. Man sieht sie heute noch. Selten. Vereinzelt. Die Kölner Rotlichtgrößen von damals. Sie sind alt geworden. Viele verarmt. Leben in Gedanken an ihre glorreiche Vergangenheit. Die wenigsten von ihnen haben den Absprung von ihrem einstigen Leben geschafft. Was aber meist blieb, ist die Verbundenheit zu ihrem alten Viertel, obwohl sich dort auch vieles in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Nur noch selten sieht man einen Sexshop. Die Friesenstraße, ehemals DAS Rotlichtviertel Kölns ist heute eine beliebte Ausgehmeile, inklusive des „Klein Köln“, einer Kneipe in der früher die Damen ebenso schnell den Herrn wechselten, wie die Geldbündel. Heut trifft sich hier Gott und die Welt, um sich bei Schlagern und Karnevalsliedern und jeder Menge Kölsch in den Armen zu liegen und zu feiern. Lediglich das  „Grön Eck“, hat seinen Ruf behalten und so manch ein Anwohner der Palmstraße und Umgebung  ist mit der Nachbarschaft mehr als unzufrieden. Gab es doch hier erst in den letzten Jahren Vorkommnisse unter Mitgliedern bekannter Rockergangs und der Polizei. Da hat sich einer ganz lange und intensiv mit der Materie des Miljös beschäftigt. Fast scheint es, als könne man in Stefan Kellers Kölner Luden alte Bekannte aus der Szene erahnen. Ist alles Fiktion oder erkennt der wissende Kölner nicht hier und da den ein oder anderen? Weder karikiert noch überzeichnet Keller seine Figuren. Sie wirken real, so als hätte man sie vorhin noch auf der Straße getroffen. Das und auch, dass sein Ermittler Sandmann mehr als nur ein blaues Auge davon trägt und selber als Mordverdächtiger gilt, geben dem Krimi sehr viel Lebendigkeit und Schwung. Als Leser lässt man sich in die Geschichte verwickeln, leidet und rätselt mit. Eine Kritik fällt mir nicht ein. Die Kunst die Fiktion real wirken zu lassen, ohne dabei ins Absurde zu gleiten ist meiner Meinung nach Stefan Keller wunderbar gelungen. Erst vor kurzem war ich selber im „Grön Eck“ und postete dieses in meinem Internet Netzwerk. Ein Kommentar war: „Da hab ich früher immer nur auf die Fresse bekommen“. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Frau bin, aber ich brauchte an dem Abend keines meiner Biere zu zahlen.   Leseempfehlung? Ich kann keine Einschränkung erteilen. Daumen hoch.  Für wen? Für Jedermann und für jeden Kölner, der sich noch an die alte Ringszene erinnert fast ein Muss.

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  • spannend im Köln von gestern und heute

    Kölner Luden
    sab-mz

    sab-mz

    10. July 2013 um 13:47

    Stefan Keller ist mit seinem 3. Marius Sandmann - Krimi wieder einmal ein Volltreffer gelungen. Der Krimi spielt diesmal im Kölner Rotlichtmilieu von heute und auch von gestern. Marius Sandmann bekommt von einem Waisenkind den Auftrag anhand eines Fotos von Chargesheimer, das "Unter Krahnenbäumen" aufgenommen wurde, seinen vermeintlich leiblichen Vater zu finden. Nicht so einfach, Chargesheimer wirkte ja schließlich in den Nachkriegsjahren. Wie soll er da an Informationen kommen?? Aber es gibt ja den kölschen Knüngel. Der einigste wichtige Zeuge stirbt und der Detektiv gerät in den Verdacht ihn getötet zu haben. Die Freunde des Toten jagen ihn. Beteilgt an dem Fall sind Paula, die bei der Kripo abgeschoben wurde in eine neue Abteillung, die alte Fälle klären soll und ihre KollegInnen Franka und Scharenberg. Wieso benimmt sich Scharenberg manchmal so seltsam?? Das Geheimnis wird Paula mit viel Spürsinn lösen. Überhaupt sorgt das Kripo - Trio für viel Verwirrung. Als Leser muss man oft schmunzeln wie geschickt die 3 Fälle lösen und auch noch ihr Privatleben "sortieren". Stefan Keller einen Krimi geschaffen der spannend ist bis zur letzten Zeile. Man merkt, dass er Köln und kölsche Lebensart kennt und liebt. Der Krimi lebt durch seine spannende Handlung und durch das kölsche Element. Absolute Empfehlung für Krimiliebhaber und auch Kölnliebhaber.

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  • Spannende Ermittlungen im Rotlich-Milieu

    Kölner Luden
    Zabou1964

    Zabou1964

    22. May 2013 um 07:18

    Da mir bereits die ersten beiden Bände dieser Reihe sehr gut gefallen haben, wollte ich natürlich wissen, mit wem es der Kölner Privatdetektiv Marius Sandmann in seinem neuesten Fall zu tun bekommt. Dem Autor ist es wieder gelungen, mich zu fesseln und mir einige unbekannte Seiten Kölns zu präsentieren. Ein Mann mittleren Alters beauftragt Marius Sandmann mit der Suche nach seinem leiblichen Vater. Das einzige, was er als Hinweis auf dessen Identität zu bieten hat, ist ein Foto aus einem Bildband des Kölner Fotografen Chargesheimer. Dieses Bild wurde in den 60er-Jahren bei einer Karnevalsfeier auf dem Kölner Kiez aufgenommen. Trotzdem nimmt Marius den Auftrag an und begibt sich auf Spurensuche im Kölner Milieu. Dabei trifft er auf einen Alten im Rollstuhl, der den Mann auf dem Foto zu kennen scheint. Doch dieser Zeuge wird am nächsten Tag tot in seiner Wohnung aufgefunden. Sowohl für die Polizei als auch für die ehemaligen Kiezgrößen Münzenberg und Altmann ist schnell klar, dass nur Marius der Mörder sein kann. Die Jagd auf den Privatdetektiv beginnt. Obwohl Marius Sandmann keine sonderlich sympathische Figur ist, ist er mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Er unterdrückt jegliche Gefühle, auch seiner Freundin und Lebensgefährtin Verena Talbot gegenüber. Seine Abstinenz und sein hartes Sportprogramm machen ihn für mich auch nicht gerade zu einem Sympathieträger. Trotzdem mag ich ihn und als er in Gefahr geriet, habe ich um ihn gebangt. In einem zweiten Handlungsstrang erzählt Stefan Keller die Geschichte um die Kommissarin Paula Wagner weiter. Im letzten Teil der Reihe hatte sie sich bei vielen Kollegen unbeliebt gemacht. Das hat zur Folge, dass sie nun befördert und in eine eigene Abteilung abgeschoben wird, die sich mit alten, ungelösten Fällen beschäftigt - die Task Force Science. Auch privat geht die Kommissarin neue Wege, die ich sehr erfreulich fand. Darüber möchte an dieser Stelle aber nichts verraten. In Rückblenden erfährt der Leser immer wieder, was sich in der Vergangenheit zugetragen hat. Trotzdem bleibt die Geschichte sehr spannend. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wer den Rollstuhlfahrer ermordet hat und inwiefern der Vater von Marius‘ Mandanten in den Fall verwickelt ist. Marius‘ Unschuld kann auch erst ganz zum Schluss bewiesen werden. Obwohl ich nur 50 km von Köln lebe, gibt es Ecken, die mir bisher nicht bekannt sind. Dazu gehört eindeutig „Unter Krahnenbäumen“, das ehemalige Rotlichtviertel Kölns. Bei meinem nächsten Besuch in der Domstadt werde ich mich dort auf jeden Fall einmal umschauen. Einem der alten Luden hat Stefan Keller den Kölner Dialekt in den Mund gelegt. Ich lese das sehr gerne und verstehe es auch. Für alle, die des Kölschen nicht mächtig sind, bleibt es aber verständlich und nimmt auch nicht überhand im Buch. Fazit: Ein spannender Ausflug ins Kölner Rotlichtmilieu der 60er-Jahre.

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