Hemmersmoor

von Stefan Kiesbye 
3,6 Sterne bei62 Bewertungen
Hemmersmoor
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Faszinierende, aber auch verstörende Beschreibung des Lebens eines Dorfes im Teufelsmoor in den Fünfzigern. Ein richtiger Schauerroman!

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Da kann man nur sagen, dass jedes Dorf so seine Geheimnisse hat

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Inhaltsangabe zu "Hemmersmoor"

Ein kleines Dorf im norddeutschen Teufelsmoor, Jahre nach dem Krieg. Eine Kneipe, wo die Alten von Wiedergängern und Irrlichtern reden. Ein Gutshaus, dessen Besitzer die Menschen im Dorf verachten und manipulieren. Eine alte Fabrik, nach der niemand zu fragen wagt. Hier wachsen Christian und seine Freunde auf, in einer verwunschenen Atmosphäre aus Aberglauben, Inzest und Brutalität. Tiefschwarz und erschreckend direkt schildert Stefan Kiesbye das Leben dieser jungen Menschen und des Dorfes. Dabei macht er uns vertraut mit den Abgründen, die hinter jedem Fenster und am Ende jedes Feldweges lauern können.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608502084
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:206 Seiten
Verlag:Tropen
Erscheinungsdatum:21.02.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Faszinierende, aber auch verstörende Beschreibung des Lebens eines Dorfes im Teufelsmoor in den Fünfzigern. Ein richtiger Schauerroman!
    Der alltägliche Horror, über den niemand spricht

    Hemmersmoor, ein kleines Dorf im Teufelsmoor, irgendwann in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts. Urbanes Leben, wie es bereits in Hamburg oder Bremen teilweise schon damals stattfindet, scheint hier noch Lichtjahre entfernt. Noch immer beherrschen Aberglauben, Gewalt und Roheit den Alltag der Bewohner in einem Maße, wie man es sich für diese Zeit mitten in Deutschland kaum vorstellen kann. Davon erzählt dieses Buch über eine Spanne von ca. zehn Jahren, stets abwechselnd aus der Sicht mehrer BewohnerInnen, die zu jener Zeit Kinder und miteinander befreundet waren.
    Es ist kein fortlaufender Roman mit einer kontinuierlich fortschreitenden Entwicklung; vielmehr könnte jeder Abschnitt auch für sich stehen, dessen 'Höhepunkt' meist Gewalt oder Tod darstellt. Chronologisch bauen diese Abschnitte aufeinander auf, aber es wird eher beiläufig auf die vorangegangenen Geschehnisse verwiesen bzw. eingegangen, sodass man eher nebenher erfährt, was tatsächlich geschah oder wie es endete.
    Mir hat diese Form des Erzählens sehr gut gefallen, denn jede einzelne dieser Geschichten ist so unglaublich, entsetzlich und/oder haarsträubend, dass ich danach immer erst einmal eine Pause einlegte. Dass die Firnis unserer Zivilisation sehr dünn ist, zeigt sich ja stets wieder auf's Neue. Aber dass sie in manchen Teilen Deutschlands vor nicht einmal 70 Jahren praktisch nicht existierte, hat mich doch ziemlich entsetzt und mich nach jedem Abschnitt das Buch zuklappen lassen.
    Ich weiß leider nicht, wieviel Realität tatsächlich in diesen Geschichten steckt, denn trotz längeren Suchens habe ich leider kein Interview mit dem Autor gefunden, in dem er darüber Auskunft gibt. So bleibt die Hoffnung, dass er vielleicht 'etwas' übertrieben hat bei seinen Erzählungen und die Menschen doch nicht so schlecht sind ;-) Auf jeden Fall ist das Buch eine schaurigschöne Lektüre.

    Kommentare: 2
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    C
    CabotCovevor 3 Jahren
    Hemmersmoor, der Eingang zur Hölle

    Da hat der Autor nicht übertrieben...

    Ich ging ganz erwartungslos an das Buch heran und war absolut begeistert. So schnell hatte ich selten ein Buch gelesen !

    Stephan Kiesbye´s Geschichte um vier Jugendfreunde, zwei Jungen und zwei Mädchen, in einem kleinen Dorf im norddeutschen Teufelsmoor, packt einen von der ersten Seite an und lässt einen auch nicht mehr aus seinen "Krallen". Man schwankt zwischen Entsetzen ob der grausamen Taten der Dorfbewohner und ungläubigem Staunen, das sowas überhaupt möglich ist und sie damit durchkommen. Kiesbye beleuchtet sehr detailliert menschliche Abgründe - manch anderer Autor hätte vielleicht an der einen oder anderen Stelle gezögert, aber Kiesbye schreibt schonungslos weiter, was allerdings auch den Reiz dieses Buches ausmacht.

    Die Kapitel werden abwechselnd von einem der vier jungen Freunde erzählt und diese unterschiedlichen Wahrnehmungen und Charaktere geben dem Buch zusätzlich Würze, auch wenn es das bei einem einzigen Erzähler meiner Meinung auch absolut gehabt hätte.

    Fazit: ein wenig brutal manchmal, nichts für Angsthasen, düster-dunkel, beklemmend, aber spannend und für mich absolut ein Buch, das viel mehr Leser verdient hat !

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    A
    AKRDvor 3 Jahren
    Der Eingang zur Hölle, wahrlich...

    Stephan Kiesbye erzählt mit „Hemmersmohr“ über das gleichnamige Dorf und bezeichnet dieses als „den Eingang zur Hölle“, was meines Erachtens nach nicht übertrieben ist, denn mit Inzest, Gewalt, Intrigen, Mord, „Hexenverfolgung“, Irrlichtern und Aberglauben ist so ziemlich alles dabei, was einen guten Krimi ausmacht.

     

    Kiesbye nutzt abwechselnd verschiedenen Erzählperspektiven: Christian, Martin, Linde oder Anke, vier jungendliche Freunde, deren Schicksal miteinander verwoben ist, berichten von ihren Erlebnissen und Taten, was den Leser regelrecht strudelartig in dieses Dorf zieht, als sei man dabei gewesen. Man kann sich den Erzählungen der Protagonisten irgendwie einfach nicht entziehen, schildern sie auch noch so schreckliche Verfehlungen der Dorfbewohner.

    Durch das Moor wirkt die Geschichte düster und atmosphärisch und der Autor schafft es, sich mit den ganz großen, amerikanischen Namen zu messen, die dieses Genre ja leider oft für sich beanspruchen.

     

    Die Leseprobe hatte mich schon gefesselt, der ganze Roman hat mich nun überzeugt. Ich kann ihn gar nicht recht zusammenfassen, soviel geschieht in Hemmersmohr. Stefan Kiesbye schreibt offen und eingängig, man fühlt als Leser mit und kann Vieles nachvollziehen, da er bekannte und immer wieder auch in den Medien präsente Themen aufgreift und schonungslos schildert; uns quasi „den Spiegel vorhält“.

    Und doch wirkt das Dorf Hemmermoor auch leicht weltfremd, man mag sich gar nicht recht vorstellen, dass es so ein Dorf geben könnte... Könnte es aber. Die verschworene Dorfgemeinschaft zumindestens kann ich mir auch in der heutigen Zeit ganz gut vorstellen.

     

    Mein Urteil: ein sehr gutes und wirklich spannendes Buch - eine Mischung aus Krimi, Drama und Horrorroman, das absolut die Höchstpunktzahl verdient hat ! Ich hätte mir mehr als nur 206 Seiten gewünscht !

     

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    juni_monds avatar
    juni_mondvor 5 Jahren
    Warum?

    Das Buch "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye habe ich auf der Frankfurter Buchmesse 2012 als Leseexemplar bekommen.
    Im Zuge des SUB-Abbaus 2013 habe ich es schließlich gelesen.

    Ich habe dem Buch, im Gegenteil zu den anderen Kritikern vor mir, nur 2 Sterne gegeben.
    Das liegt nicht an dem Schreibstil, dieser hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Das Buch lässt sich flüssig lesen und ich habe es, trotz normaler Arbeitswoche, in der nur Abends Zeit zum lesen ist, an 3 Tagen durchgelesen.

    Allerdings erschließt sich mir, wie der Titel meiner Rezension schon andeutet, die Aussage des Buches nicht recht.

    Es geht um ein Buchstäbliches Kaff in Deutschland (beim lesen habe ich zu Anfang immer überlegt ob es jetzt in Deutschland oder in Amerika spiele - wieso weiß ich auch nicht, später wird es mehrmals erwähnt).
    In diesem Dorf namens Hemmersmoor, passieren scheinbar fortlaufend die grausamsten Dinge so ganz nebenbei. Eigentlich machen diese Grausamkeiten das Leben in Hemmermoor aus, ohne sie gäbe es scheinbar keine Ereignisse.

    Die Geschichte startet mit einem Prolog, in dem die späteren Protagonisten erwachsen sind und sich auf einer Beerdingung mit nicht gerade trauriger Atmosphäre begegnen.

    Die Kapitel die folgen sind mit dem jeweiligen Vornamen der "Freunde" Christian, Linde, Anke und Martin betitelt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen diesen Personen jeweils in der Ich-Form und jedes der Kinder teilt die schrecklichen Dinge die ihm widerfahren aus seiner eigenen Sicht mit und man kann so die Charaktere, die vorher selbst erzählten, aus der Sicht der jeweilig anderen beobachten.
    So kommt es meiner Meinung nach nicht zu einer eindeutigen Identifikation mit einer der Hauptpersonen. Man kennt einfach den Standpunkt von jedem und da in diesem Buch keine Person richtig sympatisch ist, da alle eine derart große Dukelheit verkörpern, hat man höchstens Mitleid, aber kein Verständnis.

    Der Sinn des buches hat sich mir deshalb nicht erschlossen, da es einfach nur von furchtbaren Taten berichtet, die alle mehr oder weniger geheim gehalten werden um sich irgendwelche Vorteile nicht zu verbauen, den Schein nach außen zu wahren, etc.

    Vielleicht soll es einfach die böse Seite der Menschheit in einer geballten Ladung darstellen und erklären, dass man in einem Dorf, in dem jeder jeden kennt (häufig ist in dem Buch von Inzucht die Rede), in einem großen Lügen- und Verschwörungsmeer gefangen ist und kaum eine Chance hat dem Ganzen zu entkommen (letzeres ist eigentlich das Verlagen eines jeden Bewohners von Hemmersmoor, aber keiner schafft es und wenn doch, so kehrt er schließlich zurück).

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    bücherelfes avatar
    bücherelfevor 6 Jahren
    Rezension zu "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

    Die Häuser waren alt und verkrümmt, die Türen und Fenster niedrig, die Balken verzogen. Das Strassenpflaster war bucklig, und niemand fuhr aus reiner Freude durch unser Dorf. Sogar das Sonnenlicht schien anders, dunkler, niemals ohne Argwohn.

    Hemmersmoor ist ein abgelegenes kleines Dorf im norddeutschen Teufelsmoor. Schauriges geht dort vor sich. So viel Boshaftigkeit verteilt auf eine überschaubare Anzahl Einwohner findet sich wahrlich selten. Inzest, Mord, Selbstjustiz, Eifersucht und Gewalt wohin das Leserauge blickt. Jedes Kapitel wird aus der Sicht eines einzelnen Einwohners erzählt. Nicht ein einziges Fitzelchen schwarzen Humor findet sich zwischen diesen nur 207 Seiten dicken Buchdeckeln. Nein, in Hemmersmoor ist es wirklich zappenduster. Hinter jedem Fenster, jeder Türe gibt es fürchterliche Bosheit und Abgründe, die einen wahrlich nach Luft schnappen lassen. Zwischendurch aufkeimender Ärger über das übertrieben dichte Geschehen und über den fehlenden roten Faden im Roman, wird sogleich weggewischt durch den nächsten schon um die Ecke wabernden Schrecken. Noch selten hat der Inhalt so sehr zum Cover gepasst...

    „Ich habe die Nacht nicht gern“, sagte er mit wichtiger Miene. „Die Sterne sind kalt und hinter ihnen hausen Engel, die deinen Atem rauben, um sich zu wärmen.“

    Fazit: Nur geniessbar mit einer grossen Kanne heissen Tee, einer dicken Daunendecke und gut verschlossener Haustüre. Unter Berücksichtigung dieser drei Punkte ist Hemmersmoor empfehlenswert.

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    Skys avatar
    Skyvor 6 Jahren
    Rezension zu "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

    Ein teuflisches Dorf im Moor
    Christian betritt seit Langen wieder den Boden von Hemmersmoor. Seit Kurzem lebt ihr wieder im Dorf und wohnt einer Beerdigung bei, mit anderen Kindern Hemmersmoors, Freunde, Feinde, Menschen, die in einer Dorfgesellschaft leben, die von weitaus mehr bestimmt wird als nur Landromantik.

    Stefan Kiesbye hat einen Schauerroman geschaffen, der mehr als nur ein paar Schauer beim Leser auslöst. Seine Geschichte rund um ein norddeutsches Dorf zeigt die wahren Monster: die Menschen. In einer Gemeinde in der Töchter von ihren Vätern geschwängert, Frauen und Mädchen vergewaltigt, Außenstehende angeklagt und schier hingerichtet, der Spott und Hohn Zwiespalt gesäht werden. Eine Welt, die eigenständig zu seien scheint, die den Weltethos nicht besitzt, sondern in Aberglauben verstrickt, an moralische Vorstellungen gebunden ist, die an Rückständigkeit klammert. Menschen werden schnell zum Gespräch, zum Gespött und ihr Ruf wird in kürzester Zeit zerstört, wenn sie nicht selbst zerstört werden, psychisch oder physisch.
    Dargestellt und repräsentiert wird diese von Doppelmoral geprägte Dorfgemeinde, in der jegliches Grauen unter dem Teppich gekehrt wird, von den Kinder Hemmersmoors. Sie sind die Ich-Perspektiven, die fast schon ohne jegliche Emotion und distanziert über die Geschehnisse im Dorf sprechen und sich gegenseitig ergänzen. Der Autor hat dabei zeitweise eine Art altertümliche Sprache verwendet, die an die Schauergeschichten des 18. Jahrhunderts erinnert. Erst zuletzt gibt sich aus den Perspektivfragmenten ein gesamtes erschreckendes Bild, welches schon in seinen teuflischen Details den Leser anwidert und in seiner Gesamtheit noch weitaus schwerer zu schlucken ist. Speziell die Ich-Perspektive und die doch distanzierte Art des Roman, führt uns direkt ins Dorf, fast schon als Einwohner, obwohl man unbeteiligter und stiller Außenstehender und Beobachter der Szenarien ist.
    Dabei erstreckt sich die Entwicklung - und damit die eigentliche Handlung - des Dorfes über mehrere Jahre und so verändern sich auch die Kinder, werden finsterer, unmoralischer, sind von ihren aufkommenden Gefühlen geprägt und gehen seltsam abgestumpft an ihre aufkommende Sexualität heran. Ungebremst und unverhemmt, weil sie selbst ihr Kindsein aufgrund der ärmlichen und drastischen Umgebung abgelegt haben, die selbst nur mit Härte zu ertragen ist.
    Die grotesken Episoden voller Gewalt, Vergewaltigungen und obskuren Vorstellungen und Gedankengänge, lassen einen den Kopf schütteln und man möchte etwas dagegen tun, die Leute wachrütteln, aus ihrer Trance erwecken, damit sie nicht einfach wegsehen. Man möchte sie dazu animieren etwas zu tun, offener zu sein, gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen und sie nicht einfach zu akzeptieren und hinzunehmen. Die Grauen, die sie umgibt, nicht zu verfolgen und selbst zu bestimmen, um schlussendlich aufzugeben. Aufgeben, weil fast Jeder in Hemmersmoor schuldig ist, auf seine Art und Weise. Sei es der Neid, der sie dazu treibt, sei es die Angst oder einfach das pure Verlangen und Streben nach dem, was sie wollen oder, was noch weitaus schlimmer ist, ihr (Aber)Glaube an das Richtige. Und das Schlimmste: Sie bleiben ungesühnt, all ihre Schandtaten werden nie angeklagt, denn die Dorfgemeinde tut so, als wäre nie etwas gewesen.
    Die tragende Rolle spielt dabei das Verdrängen, das Verdrängen über das, was nebenan passiert, das Verdrängen, was war und das Verdrängen, was man selbst getan hat. Und hier sitzt der Schauer, der aus dem Roman fließt. Der Schauer über die grauenhaften Taten und der Schauer darüber, dass es alltäglich ist. Das Böse in der Welt wird missachtet und verdrängt, obwohl die Erkenntnis, das eigene Einschreiten und nicht wegsehen, weitaus mehr ändern ändern könnte. Denn das Böse ist alltäglich, auch wenn wir es nicht wahr haben wollen und die Augen davor verschließen.

    Fazit
    „Hemmersmoor“ ist ein Schauerroman wie er im Buche. Dunkel, finster, überspitzt und grotesk. Eine Kritik an die Welt und dem größten Opfer und Täter: der Mensch, der verdrängt, wegsieht und auch die Taten begeht. Unheimlich und ungewöhnlich. Lesenswert!

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    marion_galluss avatar
    marion_gallusvor 7 Jahren
    Rezension zu "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

    Hemmersmoor erzählt die Geschichte von Christian Bobinski und seinen Freunden, die in dem kleinen Dorf namens Hemmersmoor im norddeutschen Teufelsmoor aufwachsen. Ein Ort der Dunkelheit, der Geheimnisse, der Gewalt, des Inzest, der Brutalität und dunkler Geschichten aus der Vergangenheit. Aber auch ein Ort der Natur und der Erfahrungen, die alle der Kinder auf ihrem Weg in ihr Erwachsenenleben machen. Können Kinder an diesem düsteren Ort eine glückliche, erfüllte Kindheit und Jugendzeit verbringen oder ist so etwas in Hemmersmoor gar nicht möglich….?

    Weiterlesen:

    http://buchwelten.wordpress.com/2011/09/14/hemmersmoor-von-stefan-kiesbye-45/

    © Buchwelten 2011

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    Nijuras avatar
    Nijuravor 7 Jahren
    Rezension zu "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

    Unglaubliche Geschichten

    In dem norddeutschen Dorf Hemmersmoor regiert nach dem Krieg der Aberglaube und Zugezogene werden misstrauisch beäugt und gemieden. Die meisten Bewohner leben ein einfaches Leben und verdienen ihr Geld mit Torfstechen. Anlässlich Ankes Beerdigung treffen sich Martin, Christian, Linde und Alex, die in dem Dorf ihre Kindheit miteinander verbracht haben, nach ca. 40 Jahren in Hemmersmoor wieder. Nicht alle Erinnerungen sind schön....

    Meine Meinung:
    Ich war fasziniert von dem Schreibstil des Autors Stefan Kiesbye. Das Buch ist was ganz besonderes.
    Die düsteren Geschichten werden abwechselnd aus vier verschiedenen Perspektiven (denen von Martin, Christian, Linde und Anke), immer in der Ich-Form erzählt. Dabei wirkt der Stil eher beiläufig und distanziert.
    An und für sich ist jede Erzählung eine separate Schauergeschichte und wie ich finde harter Tobak. Ein kalter Schauer überlief mich bei all den Grausamkeiten, die in und um den Ort stattgefunden haben. Mit welcher Kaltherzigkeit auch die Erzähler in diese Gräueltaten verstrickt waren. Mord, Vergewaltigung und Inzest sind nur ein kleiner Teil davon…

    Ich bin froh, dieses Buch doch noch entdeckt zu haben. Vom Cover und vom Titel her hat es mich nämlich gar nicht angezogen, aber der Roman ist wirklich klasse!

    Fazit:
    Wer gerne morbide Geschichten mag, kommt hier voll auf seine Kosten!

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 7 Jahren
    Rezension zu "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

    Wohin auch das Auge blicket - Moor und Heide nur ringsum

    Inhalt:
    Christian kehrt zur Beerdigung seiner Schulfreundin Anke in sein Heimatdorf Hemmersmoor zurück. Dort trifft er auf seine früheren Freunde Alex, Linde und Martin und wird mit Erinnerungen an alte Zeiten konfrontiert. Im weiteren Verlauf des Buches erzählen Christian, Linde, Martin und Anke von ihrer Kindheit und ihrer Jugend im abgelegenen Hemmersmoor, von düsteren Geheimnissen, von Mord, Inzest, Aberglaube, Fremdenangst und Gewalt.

    Mein Eindruck:
    'Hemmersmoor' beginnt sehr atmosphärisch und vielversprechend, lässt meiner Meinung nach jedoch im weiteren Verlauf etwas nach. Die Schilderungen der Kindheitserlebnisse und der Begebenheiten in Hemmersmoor sind oft beklemmend, jedoch stets distanziert und in verhältnismäßig sachlichem Ton erzählt. So wie die Dorfbewohner dem ganzen Geschehen eher unemotional entgegentreten, war auch ich beim Lesen immer weniger berührt und immer mehr abgeklärt.

    Ein wenig habe ich den roten Faden vermisst, was dazu führt, dass man nicht das Gefühl bekommt, eine in sich konsistente und aufeinander aufbauende Geschichte zu lesen, sondern eher von tragischen Ereignissen berichtet wird, die bisweilen aus dem Kontext gerissen scheinen.

    Mein Resümee:
    Ein düsterer und stimmungsvoller Roman mit einigen Schwächen.

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    P
    Paetmoevor 7 Jahren
    Rezension zu "Hemmersmoor" von Stefan Kiesbye

    Zum Autor
    Stefan Kiesbye wurde im Jahr 1966 an der Ostsee, Eckenförde geboren und zog 1996 in die USA. Er studierte im Laufe seines Lebens Schauspiel, Amerikanistik, Vergleichende Literaturwissenschaften und Englisch. Er arbeitete als Sachbücher- Redakteur und als Arts-Editor bei einer Literaturzeitschrift. Kiesbye lebt zurzeit mit seiner Frau in Los Angeles. Bislang veröffentlichte er zwei Werke. Nebenan ein Mädchen und Hemmersmoor.
    Ich kannte den Autor bis vor Hemmersmoor nicht, bin aber nicht abgeneigt noch weitere Werke von ihm zu lesen.

    Inhalt
    Bei Hemmersmoor handelt es sich um ein kleines abgelegenes, fast vergessenes Dörfchen was nur selten von anderen Wahrgenommen wird. Die Einwohner sind alte Familien die schon sehr lange dort leben, nur selten ziehen neue Familien dazu, denn diese müssen dann erst mal beweisen das sie auch zu dem Dorf gehören was länger dauern kann. In erster Linie geht es um die damaligen Freunde Linde, Martin, Alex und Christian. Alle haben ihre eigene Geschichte die in verschiedenen Kapiteln dargelegt wird. In dem Dorf geschehen komische Dinge die ohne Folgen bleiben, eine Familie wird gesteinigt, die Jugendlichen spielen Vergewaltigungen nach. Es läuft alles etwas anders in dieser Stadt sie wird ja auch als Eingang zur Hölle betrachtet… die Hölle auf Erden?
    Schreibstil
    Dieses Buch lässt sich nicht im Halbschlaf lesen, ist also keine leichte Abendlektüre. Man muss sich konzentrieren um genau im Kopf zu behalten welche Geschichte man gerade erfährt. Es wird immer in Ich-Perspektive einer anderen Person erzählt, zum Glück wird am Anfang erwähnt welche Geschichte gerade beschrieben wird. Der nicht moderne Schreibstil lässt die „düstere Stimmung“ aufrechterhalten dennoch ist es gut zu lesen.
    Stimmung
    Die Stimmung in dem Buch ist von Anfang an gedrückt, düster, man versucht hinter die Geheimnisse des Dorfes zu kommen. Es tuen sich immer neue schreckliche und Brutale Abgründe auf die die Spannung steigern, denn noch gibt es nur minimale Lichtblicke am Ende des Tunnels denn die Stimmung bleibt düster.
    Design
    Ich finde der Buchumschlag verrät schon die düstere Stimmung, am Ende sieht man licht doch was verbirgt sich hinter den dunklen Bäumen? Eine Überraschung war das auch das Buch-Cover unter dem Umschlag bedruckt war, passt super zu diesem schlichten, leicht alt – angehauchtem Buch.
    Fazit
    Ich bin begeistert, es hat zwar ein bisschen gedauert, da ich immer mal wieder Verschnaufpausen brauchte. Dennoch bin ich sehr froh es gewonnen zu haben. Mir hat es Spaß gemacht dieses Buch lesen zu dürfen gerade wegen der immer düsteren Stimmung. Ganz klare 4 Sterne!

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    »Der Eingang zur Hölle liegt in Hemmersmoor.«

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