Stefan Kiesbye Nebenan ein Mädchen

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Inhaltsangabe zu „Nebenan ein Mädchen“ von Stefan Kiesbye

Tipp des Lektorats: Wer fürchtet sie nicht, die dunklen Geheimnisse, die sich hinter den verschlossenen Türen einer friedlichen Kleinstadtidylle verbergen? Immer wieder schockieren uns die unfassbaren Verbrechen, die unter der Oberfläche lauern. Stefan Kiesbye gelingt mit "Nebenan ein Mädchen" das Kunststück, ein solch düsteres Szenario in große Literatur umzusetzen. Vergleichbar allenfalls mit Andrea Maria Schenkels "Tannöd" erzeugt er in wenigen Worten und ohne billige Schockeffekte eine beklemmende Atmosphäre, die den Leser bis zum erschütternden Ende nicht mehr loslässt. Die Krimi-Experten sind sich einig: ein Meisterwerk! Markus Naegele, Lektorat

Das war leider nicht wirklich meins. Ich habe nach der Beschreibung etwas ganz anderes erwartet.

— QueenSize
QueenSize

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  • Leserunde zu "Das Bücherhaus" von Tom Burger

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    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Keine Leserunde!!! SUB-Abbau und/oder Verlags-Challenge 2016 Ich habe mich entschlossen im Jahr 2016 eine ganz besondere Challenge durchzuführen. Da meine bevorzugten Genre regionale Krimis und historische Romane sind, finde ich beim Gmeiner Verlag immer etwas (sehr zum Leidwesen meines SUB) Um dem etwas entgegen zu wirken, werde ich ab 2016 meine eigene Challenge veranstalten. Wie soll das Ganze ablaufen? Ich beginne ab KW 1/2016 wöchentlich ein Buch zu lesen, dass zum jeweiligen, ausgelosten,  Thema passt. Wer möchte, darf sich mir gerne mit seinem eigenen bevorzugten Verlag oder seiner Buchauswahl des SUBs anschließen. Soll heißen, es ist nicht notwendig ausschließlich Bücher eines einziges Verlages zu lesen. Das Ganze hat auch keinen Wettkampfcharakter, sondern dient lediglich dem eigenen SUB-Abbau. Ich werde jede Woche mein gelesenes Buch, sofern Printausgaben und Verschenktauglich, auf meinem Blog verlosen. http://chattysbuecherblog.blogspot.de

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  • Ein knallhartes, mit unterschwelligen Perversionen spielendes Jugenddrama für Erwachsene

    Nebenan ein Mädchen
    WolffRump

    WolffRump

    01. August 2013 um 21:20

    Genre: Jugenddrama im Format einer Novelle. Die häufig zu lesende Zuordnung in die Krimi- oder gar Thrillerkaste dürfte frommen Marketingwünschen geschuldet sein. Umfang: Knapp. Sehr knapp. Ca. 200 riesig bedruckte Seiten (TB). Das Hardcover hat gar nur 111 Seiten. Inhalt: Der Teenager Moritz lebt mit seiner Familie in der tiefsten norddeutschen Provinz. Es gibt zwei Arbeitgeber im Ort, eine Gummi- und eine Süßwarenfabrik, die der Bevölkerung bescheidenen Wohlstand erlauben, und die die Natur verseuchen. Nach außen geben sich die Bewohner des Spießbürgeridylls wohlanständig, aber hinter den gestutzten Hecken ihrer Vorgärten sieht die Welt anders aus. Die Männer betrinken sich und gehen mit den Nachbarinnen fremd, ihre Ehefrauen vertreiben sich die Zeit mit Inzest und die Kinder organisieren sich in Jugendbanden, die ihre Gegner mit ähnlicher Gnadenlosigkeit massakrieren, wie Kindersoldaten in Ruanda. Als Moritz und seine Freunde bei einem Einbruch nicht nur die bereits seit Tagen verrottende Leiche der Bewohnerin entdecken, sondern zudem ein behindertes Mädchen auffinden, das von der Mutter als Bastard in einem Verschlag gehalten wurde, ergreifen sie die Chance, sich etwas Zerstreuung zu verschaffen. Sie ‚adoptieren’ das Mädchen und schaffen es in einen verfallenen Bunker, in dem sie es wie ein Haustier halten. Als eine verfeindete Jugendbande das Mädchen entführt, eskaliert die Situation. Perspektive: Ich-Erzähler (Moritz). Zusammen mit der Erzählzeit erzeugt der Autor hierdurch ein Maximum an Unmittelbarkeit. Der Protagonist stolpert mehr durch die Ereignisse, als dass er sie reflektiert und wir stolpern mit ihm. Erzählzeit: Gegenwart. Das passt perfekt, denn „Beim Aufwachsen lebt man ganz im Heute und ist sich keiner anderen Zeit bewusst.“ (aus einem Interview des Börsenblatts mit dem Autor). Setting: Eine fiktive norddeutsche Kleinstadt. Nach außen hin wirkt der Ort idyllisch, doch je genauer man hinsieht, desto aufgesetzter wirkt die Fassade. Die Fabriken verpesten die Luft und das Wasser, der Wald ist von Kriegstrümmern übersät und sobald sich eine Haustür öffnet, tun sich menschliche Abgründe auf. Das Setting korrespondiert perfekt mit der Seelenlage der Bewohner. Struktur und Spannungsbogen: Wer einen durchkomponierten Krimi erwartet, in dem sich mehrere Substories schließlich in einem furiosen und befriedigenden Finale entladen, der wird enttäuscht werden. Wir beobachten einen Jugendlichen, der ungeplant sein Schicksal durchlebt. Die titelgebende Substory um das entführte behinderte Mädchen ist nur eine von zahlreichen Momentaufnahmen, die wir miterleben. Es kommt deshalb keine krimitypische Spannung auf, es ist eher das Entsetzen über das Abartige in der Normalität, das den Leser fesselt. Das Schicksal des Protagonisten, oder jenes des behinderten Mädchens, erzeugt dagegen kaum Empathie. Dass das Buch zB in der KrimiWelt-Bestenliste gerankt war, darf man als Marketingaktion abhaken, jedes Buch braucht nun einmal seine Genrezuordnung, um von den Lesern gefunden zu werden. Genre-Grenzgänger gelten in den Verlagen als Lesergift. Dennoch: ‚Nebenan ein Mädchen’ hat abgesehen von den zahllosen kriminellen Taten, die geschildert werden, keine Krimi-Ingredienzien. Niemand versucht, eine Tat aufzuklären (Whodunit-Krimi) oder zu verhindern (Thriller). Charaktere: Die Charaktere werden, mit Ausnahme des Protagonisten, nur oberflächlich angerissen. Das ist sicher auch dem Format geschuldet. Man sieht als Leser die Oberfläche der Figur, die stark typisiert ist und dann den Riss in der Fassade. Bsp.: Moritz Mutter wird oberflächlich als zu Gästen freundliche und umgängliche Hausfrau geschildert. Ihre Mutterliebe schlägt jedoch in Inzest um, sobald sie mit ihrem Sohn allein ist. Und selbst in dieser Situation kann sie nicht von der (verlogenen) Fassade ablassen. Sie rechtfertigt ihre Zudringlichkeit beim Baden von Moritz (ca. 15 J.) mit ihrer Sorge um die Hygiene des Sohnes, also ihrer mütterlichen Fürsorgepflicht. Die Dualität ist das Kernthema des Romans. Dass die Brüche in der Figurenzeichnung nicht sorgfältig vorbereitet werden, kann man dem Autor ankreiden – andererseits ist es gerade das plötzliche Wegbrechen der Fassade, das dem Leser den Boden des Gewohnten entzieht und das deshalb besonders wirkungsvoll ist. Sprache/Duktus: Kiesbyes Sprache ist ausgesprochen simpel. Sie passt zu den Ausdrucksmöglichkeiten eines Teenagers und auch hier ist der Effekt ähnlich wie bei den anderen verwendeten Stilmitteln. Die Beiläufigkeit und Harmlosigkeit des sprachlichen Auftritts steht in fundamentalem Gegensatz zu den haarsträubenden Inhalten. Das ist ausgesprochen wirksam, der Autor erwischt den Leser ein ums andere Mal in einer ungeschützten emotionalen Situation, weil er ihn zuvor geradezu eingelullt hat. Bei einem längeren Text wäre mir (persönlich) die Sprache nicht ambitioniert genug, um mein Interesse auf Dauer zu fesseln. Dank des knappen Formats tritt dieser Umstand jedoch hier nicht ein. Funny: Das Buch des deutschen Autors kam erstaunlicherweise zuerst in den USA heraus. Es wurde dort von einer Agentin mit der Begründung abgelehnt, es sei ihr „nicht deutsch genug“ - angesichts der geschilderten norddeutschen Nachkriegs-Spießeridylle ein erstaunliches Statement. Vielleicht hätten ein, zwei Altnazis im Plot geholfen. Low Fidelity Press hat das Buch schließlich veröffentlich: „Ein Mitarbeiter von Low Fidelity hat mir (dem Autor) später mal im Scherz gesteckt, dass meine Geschichte in dem Moment gekauft war, als mein Protagonist Moritz mit seiner Schwester geschlafen hat. So was finden die Leute hier eben spannend.“ Also, wer sein Manuskript in den USA veröffentlichen möchte, weiß jetzt, was er zu tun hat. Das komplette Interview mit dem interessanten Autor gibt es hier. Fazit: ‚Nebenan ein Mädchen’ ist ein knallhartes, mit unterschwelligen und ausgelebten Perversionen spielendes Jugenddrama für Erwachsene. Die Harmlosigkeit der Sprache und die Beiläufigkeit, mit der der Protagonist durch sein Schicksal stolpert, korrespondiert mit der kleinstädtischen Spießeridylle des Settings und ihren sauberen Fassaden, den baulichen, wie den menschlichen. Sobald sich jedoch eine Tür öffnet, blickt der Leser in einen Abgrund aus Totschweigen und Totschlagen, aus Lust am Quälen und quälender Lust. Kiesbye lotet die Grenzen dessen, was wir als menschlich zu bezeichnen geneigt sind, neu aus und lässt uns verstört zurück. Wer einen konventionellen Krimi mit einem Farbenspiel aus gut und böse sucht, wird ihn hier nicht finden. Für Kinder und Jugendliche ist das Buch zudem nicht geeignet. Subjektive Bewertung: 3-4 Sterne (von max. 5)

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  • Rezension zu "Nebenan ein Mädchen" von Stefan Kiesbye

    Nebenan ein Mädchen
    Aurora

    Aurora

    03. October 2011 um 21:24

    Dieses Buch verspricht, ein spannender Krimi zu sein. Doch genauso wie vor einiger Zeit bei ""Das geheimnisvolle Mädchen" von Peter Straub wurde ich auch hier enttäuscht. Die extrem kurzen Kapitel waren anfangs scheinbar wahllos / übergangslos aneinandergereiht und ergaben somit für mich überhaupt keinen Sinn. Erst als das Mädchen auftaucht, bekommt die Geschichte zumindest eine Handlung. Aber von Spannung kann hier nicht die Rede sein und auch ein Krimi sieht für mich anders aus. Was mich beim Lesen auch irritiert hat, war, dass das Buch erstmals 2004 auf Englisch erschien, aber in Deutschland spielt und die Deutsche Mark als Währung beinhaltet. Erst auf der letzten Seite wird klar, dass die Handlung noch vor der Wende spielen muss. Aber eine richtige oder zumindest ungefähre Zeitangabe gibt es gar nicht. Dieses Buch hat 205 Seiten, aber eine so große Schrift, dass man es an einem Nachmittag locker auslesen kann.

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  • Rezension zu "Nebenan ein Mädchen" von Stefan Kiesbye

    Nebenan ein Mädchen
    brenda_wolf

    brenda_wolf

    04. July 2011 um 22:46

    Das Buch kommt auf den ersten Anschein recht harmlos daher. Es schildert ein kleine biedere Industriestadt in Niedersachen in Ende der 70iger Jahre. Das Leben verläuft scheinbar in geordneten Bahnen. Eine beschauliche Idylle? Mitnichten! Unter der harmlosen Oberfläche schlummern Geheimnisse, die mit Wohlanständigkeit überdeckt werden. Schaut man hinter die Fassade, entdeckt man Gewalt, Ausschweifungen, Laster, sexuelle Übergriffe, Inzest. Der Autor schreibt seinen Debütroman aus der Sicht des pubertierenden Moritz. Moritz ist verliebt in Anne. Man erfährt auch einiges über seine Familie und sein Umfeld. Außerdem gehört er einer Clique an, den Dachsen, deren Feinde sind die Füchse. Die beiden Banden bekämpfen sich. Dieser Bandenkrieg hat nichts mehr mit dummen Jungenstreichen zu tun. Da stockt einem beim Lesen schier der Atem. Irgendwann kommt auch das titelgebende Mädchen ins Spiel und alles gerät außer Kontrolle. Mein Resümee: Einfach nur schockierend. Menschliche Abgründe versteckt hinter biederer Alltagsfassade tun sich auf. Der Schreibstil ist knapp, jedoch sehr eindringlich, die Kapitel kurz, die Personen prägnant gezeichnet. Aber die Handlung ist ungeheuerlich. Ob ich das Buch mag? Eindeutig nein. Ein schreckliches Buch. Aber es lässt mich nicht kalt und es wühlt mich immer noch innerlich auf, beschäftigt meine Gedanken, hallt auf beklemmende Weise nach, dass schaffen nur wenige Bücher und deshalb - trotz definitiver Abscheu - von mir 4 von 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Nebenan ein Mädchen" von Stefan Kiesbye

    Nebenan ein Mädchen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. September 2010 um 11:40

    Inhalt: Die Jugendlichen in der kleinen, stark vom Zweiten Weltkrieg gezeichneten Kleinstadt teilen sich in zwei verfeindete Gruppen auf. Die Dachse und die Füchse. Doch auch neben dem Bandenkrieg der Jugendlichen, der teils bedrohliche Ausmaße annimmt, stimmt rein garnichts. Inzest steht quasi an der Tagesordnung und auch sonst scheint jeder Bewohner seine Geheimnisse zu haben. Als Moritz einem dieser Geheimnisse auf die Spur kommt eskaliert die Situation. Meine Meinung: Ich muss leider sagen, dass mich “Nebenan ein Mädchen” nicht überzeugen konnte. Die Geschichte wird in teils sehr kurzen Kapitel erzählt, die im Grunde die Geschichte wenig vorantreiben. Und auch die viel zu überzogenen Charaktere werden nur marginal ausgebaut. Viel mehr geht es darum in erster Linie mit Sex – ganz besonders dem permanent vorhandenen Inzest – und Gewalt zu schocken. Eine wirkliche Atmospähre, Sympathie für einzelne Protagonisten oder auch nur ein Gefühl, für die Welt in der Moritz und seine Freunde leben, baut sich nicht auf. Die eigentliche Geschichte wird ganz nebenbei erzählt und ist weder besonders tiefgründig noch überraschend. Auch das Ende konnte mich leider nicht überzeugen, zu unlogisch und ebenfalls überzogen hat es auf mich gewirkt. Eines gelingt dem Autor allerdings sehr gut: Die teils derbe und teils naive Schreibweise eines 12 Jährigen zu imitieren. Das ist es auch, was mich letztendlich doch irgendwie an das Buch gefesselt hat und doch recht gut über die Defizite hinwegtrösten konnte. Fazit: Eine Kaufempfehlung kann ich euch leider nicht aussprechen, dafür aber die Empfehlung den Autor nicht aus den Augen zu verlieren. Das Potential hat er, sein Schreibstil ist überzeugend. Es fehlt in erster Linie am Umfang, der Charakterisierung der Hauptpersonen und etwas mehr Feingefühl dabei die Grenze zwischen grotesker Realität und Unglaubwürdigkeit besser zu erkennen.

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  • Rezension zu "Nebenan ein Mädchen" von Stefan Kiesbye

    Nebenan ein Mädchen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. March 2009 um 18:21

    Dies ist der letzte Sommer bevor Moritz auf das Gymnasium geht und fast alle seine Freunde verlieren wird. Deswegen will man noch mal so richtig etwas erleben. Die Gegend in Norddeutschland, in der Moritz lebt, ist im Weltkrieg mit Bunkern überzogen worden. An die 40 von ihnen sind bekannt aber die Jungs hoffen vielleicht doch noch einen ungeöffneten zu finden, vielleicht mit noch intakten Waffen und auch der einen oder anderen Nazileiche darin. Man macht sich Tagelang auf die Suche und wird auch bald fündig doch findet man mehr als man erhofft hat… Stefan Kiesbye braucht gerade einmal 111 Seiten um ein industrielles Vorstadtidyll zu demontieren. Dort wo andere vorsichtig und unendlich langsam mit Hobel und Feile arbeiten geht der Schreiberling dieses Büchleins gleich mit einer Abrissbirne zu Werke und jagt dem Leser ganze Brocken und Fragmente kleinbürgerlicher Bigotterie um die Ohren. In einer zweckmäßig reduzierten aber dennoch sauberen Sprache trümmert er gezielt Fassaden nieder um den Leser Einblicke in etwas zu geben dessen Wahrhaftigkeit nicht selten schmerzhaft ist. Fast spielerisch verquert er die Charaktere. Kinder die rauben, morden, vergewaltigen und töten stehen Erwachsenen gegenüber die sich nicht aus ihrer heilen und selbst gebastelten Welt getrauen. Naiv und schon fast unschuldig halten sie an Werten und Prinzipien ihrer Altvorderen fest. Bedingungslos lässt man sich auf diesen Höllentanz ein zu dem der Autor den Leser mit einer Fährte aus Voyeurismus und zwischenmenschlichen Schicksalen auffordert. Aber viel zu spät merkt man erst das man in die Falle getappt ist und man ab Seite 80 nicht mehr zurück kann. Man befindet sich mit den Charakteren bereits im freien Fall. Ohne Hoffnung auf Rettung regiert ab diesen Zeitpunkt das Unausgesprochene, das nur Angedeutete. Nur kleine Happen werden dem Leser vorgeworfen der sich selbst ein Bild aus seinem Fundus von Erlebten, hören - sagen, oder auch den täglichen Medialen Rauschen das uns umgibt, skizziert. Mit dem unguten Gefühl, dass dieses Bild im Kopf nicht der Fiktion des Buches entsprechen möge, liest man immer gebannter weiter. Man frisst sich lesend immer weiter, fällt immer schneller und schneller, bis man auf der letzten Seite mit den Charakteren auf dem harten Betonboden aufschlägt. Das einzige das dabei beruhigt ist die Tatsache daß ich, im Gegensatz zu Moritz und seinen Freunden, als Leser selbstständig, auf meinen eigenen zwei Beinen, diese Geschichte verlassen kann während alle anderen zerschmettert am Boden liegen bleiben. Aber warum nehme ich mir dann vor beim nächsten Buch dem Schreiberling nicht mehr so leichtfertig zu folgen? Ein absoluter Geheimtipp.

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