Der Untergang der Austria 1858, die (Brief-)Freundschaft von Henriette Wulff und Hans Christian Andersen und all´ die Leben dazwischen - noch nie habe ich Briefe so atemlos gelesen; was für ein gelungen erzählter, aufwühlender und fragil schöner Roman!
Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2026/04/die-liste-der-lebenden.html
Dieses Buch habe ich, glaube ich, in einer Vorschau gesehen - wahrgenommen und den Klappentext gelesen, habe ich dann erst auf der Leipziger Buchmesse. Und was für ein Volltreffer! Schiffsunglück und Hans Christian Andersen? Call me in.
Ich hatte beim Reinblättern auf der Messe gesehen, dass das Buch aus Briefen besteht - mir war jedoch nicht bewusst gewesen, dass die ganze Geschichte in Briefform erzählt wird. Und was für wunderschöne, berührende, aufwühlende Briefe voller Leidenschaft! Durch den Wechsel zwischen Jette und Hans Christian bleibt die Spannung auch bis zur letzten Seite aufrecht erhalten - wer überlebt diese Katastrophe, was geschah wirklich? Ich habe dieses Buch wie im Rausch durchgelesen, immer noch eine Seite, noch ein Brief; nicht umsonst ist es kapitellos als Gedankenstrom geschrieben.
Und wow, was für eine grandiose Wendung am Ende, das habe ich überhaupt nicht kommen gesehen und auch dieses Spiel mit mir als Leserin, wer von den beiden die Briefe gerade wirklich sachreibt; was Realität und was Fiktion ist... ich liebs!
Überhaupt, der Schreibstil! In den Briefen klingt so viel Emotion mit und alles ist so wunderschön formuliert, so lebendig und poetisch zugleich; wie der Ton zwischen jammernd und jauchzend, wehmütig und dankbar schwankt, zwischen Ereignisbericht und innerem Monolog, Reflektion über das (eigene) Leben... Wortgewaltig!
Erfreut hat mich auch, dass Stefan Kutzenberger eine historische Einordnung, ein Nachwort geschrieben hat - was für eine starke Frau Henriette Wulff doch war! Und überhaupt, die weiblichen Figuren des Buches glänzen und sind so wunderbar geschrieben.







