Durch Nacht und Wind

von Stefan Lehnberg 
4,4 Sterne bei26 Bewertungen
Durch Nacht und Wind
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (23):
kornmuhmes avatar

Kurzweilig und amüsant.

Kritisch (2):
jaylinns avatar

Ein wundervoll gestaltetes Büchlein. Durch die große Diskrepanz zwischen Gestaltung und (eigenem) Inhalt überzeugt es mich leider nicht.

Alle 26 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Durch Nacht und Wind"

Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser soll unfehlbar den Tod seines Besitzers herbeiführen. Goethe und Schiller werden zur Hülfe gerufen ...

Anna Amalia, die Mutter von Weimars Regenten Carl August, bittet Goethe und Schiller, den Großherzog, der mit seiner Familie im Lustschloss Belvedere bey Weimar untergebracht ist, aufzusuchen. Sie sollen ihn davon überzeugen, dass die Geschichte mit dem Fluch Unfug sey und er sich keine Sorgen machen müsse. Da der Großherzog sich als höchst unsympathisch erweist, beschließen Goethe und Schiller, ihn in seiner Angst noch zu bestärken. Doch in selbiger Nacht verstirbt der Großherzog. Die Umstände sind der Art, dass weder eine natürliche Todesursache, noch Mord oder Selbstmord in Frage kommen. Eine unmögliche Situation. Goethe und Schiller werden gebeten, die Angelegenheit discret zu untersuchen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608503760
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:237 Seiten
Verlag:Tropen
Erscheinungsdatum:11.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    solveigs avatar
    solveigvor 7 Monaten
    Genial im Duett

    „Mag die Nachwelt uns verdammen  -  jedoch hätten wir erneut die Wahl, wir würden ein 2tes Mal genauso handeln.“ Ein kryptischer Satz, mit dem Friedrich Schiller sein Vorwort zu seiner im Jahr 1799 verfassten Niederschrift beendet! Was mag wohl dahinter stecken?

    Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe wird beauftragt, den äußerst mysteriösen Mord an  Großherzog N., der sich mit seiner Familie im Schloss Belvedere nahe Weimar aufhält, zu klären. Sein Freund Schiller, der später die Ereignisse aufzeichnet, begleitet und unterstützt ihn bei den Nachforschungen. Dabei scheint ein kostbarer, jedoch mit einem schrecklichen Fluch beladener Ring eine entscheidende Rolle zu spielen.

    In nostalgischer Aufmachung präsentiert sich Stefan Lehnbergs Buch über „die criminalistischen Werke des Johann Wolfgang von Goethe“ ; das Cover zeigt die Silhouetten des Ermittler-Duos, und der Titel ist in alter Frakturschrift wiedergegeben. Einen kleinen Touch Altertümlichkeit verleiht Lehnberg auch seinem Stil: In seinen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil mischt er eine Andeutung an historische Schreibweise. Humorvoll-ironisch nähert sich Lehnberg den großen Literaten, holt sie von ihrem Dichterpodest und stellt sie mit ihren menschlichen Vorzügen und Schwächen dar. Schillers Kommentare, die kleinen Sticheleien und Zwistigkeiten zwischen den Poeten sowie die bunte Mixtur  aus historischen und fiktiven Personen beleben den Kriminalfall und machen ihn „anders“. Und wer schon immer einmal wissen wollte, woher Goethes Roman „Hermann und Dorothea“ seinen Namen hat, erhält hier eine Erklärung.

    Ein wirklich sehr unterhaltsames Büchlein!

     

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 7 Monaten
    Goethe und Schiller als Ermittler!

    1797: In des Großherzogs von N. Besitz befindet sich ein vermeintlich vom Fluch befallener Ring, Geheimrat von Goethe soll den Großherzog beruhigen und macht sich mit seinem Freund, Hofrat Schiller, auf den Weg. Doch offenbar steckt mehr hinter dem Fluch, als zunächst gedacht, denn bald gibt es Tote zu beklagen und die beiden Dichter stecken mitten in turbulenten Ermittlungen.

    Goethe und Schiller als Ermittler – eine grandiose Idee, deren Aufführung mich tatsächlich gut unterhalten hat. Bereits optisch macht der Roman viel her, mir gefallen vor allem die Silhouetten der beiden berühmten Dichter.

    Der Autor lässt Friedrich Schiller selbst in Ich-Form erzählen, in altertümlicher Schreibweise, die der Geschichte zusätzlich Authentizität verleiht, aber problemlos zu lesen ist. Erzählt wird in kurzen, teils sehr kurzen Kapitel und mit viel Humor. Allein die Personenbeschreibungen lassen oft schmunzeln, Schillers Ausführungen sind oft ziemlich respektlos, aber auch sehr bildhaft.

    Der Fall zeigt sich äußerst rätselhaft, mit typischen Mysterien, wie etwa dem von innen verschlossenen Tatort, klären sich aber am Ende alle zufriedenstellend und zum Teil erstaunlich einfach auf. Bis dahin gibt es eine Menge Verwirrungen, einiges an Action (für mich ein bisschen zu viel, ich hatte eine eher geistreiche Aufklärung erwartet) und manche überraschende Wendung. Als Leser erhält man die Möglichkeit mitzuraten, allerdings nicht unbedingt die, den Fall tatsächlich aufzuklären. Am Ende erscheint mir manches doch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen und unnötig überladen.

    Goethe und Schillers erster Fall hat mich, schon wegen der genialen Idee und des Humors, gut unterhalten, war mir aber etwas zu überzogen gestaltet. Ich vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die gerne historische Kriminalromane lesen und die beiden Dichter auch einmal als Ermittler erleben wollen. Mittlerweile ist bereits ein zweiter Band erschienen, auf den ich mich schon freue.

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    franzzis avatar
    franzzivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Goethe und Schiller als kongeniales, kauzig-witziges Ermittlerduo à la Holmes. Großartig.
    "Dann schreiben Sie doch Ihren eigenen Faust"

    "Da diese Bemerkung in ihrer Unhöflichkeit nur noch von ihrer Richtigkeit übertroffen wurde, nickte ich nur knapp."


    Schiller schreibt. Keine ellenlangen vor Pathos triefenden Balladen - und auch keine großartigen Dramen. Nein, er schreibt einen Kriminalfall auf. Und zwar nicht irgendeinen, der durch den emsigen Klatsch-Betrieb des Weimarer Hof-Umfelds im 18. Jahrhunderts wabert, sondern einen, den er und sein ihm in Hassliebe verbundener Dichterkollege Goethe gemeinsam gelöst haben. 


    Auf diese scheinbar schräge wie geniale Idee, die beiden in Stein gemeißelten Klassikerfürsten als Ermittlerduo loszuschicken, ist der Autor Stefan Lehnberg gekommen. Klar, der wiederbelebte Holmes-Hype dürfte dabei geholfen haben. Aber man fragt sich schon, warum vor ihm niemand auf diese Idee gekommen ist. Denn die Parallelen zu den literarischen Vorbildern Holmes und Watson (die witzigerweise ja erst 100 Jahre später mit ihren Ermittlungen das Genre des Detektivromans erfinden werden) zu den überlieferten Fakten und Mythen zu Goethe und Schiller sind ja verblüffend. 


    Schiller, dem Lehnberg die Erzählerrolle gibt, ist wie Watson angekränkelt, gelernter Militärarzt, mit seinem Mitermittler in einer ungewöhnlich innigen wie auch destruktiven Freundschaft verbunden und zumindest scheinbar seinem Kollegen intellektuell unterlegen (das kommt jetzt auf den Standpunkt des historisierenden Betrachters an). Goethe wiederum gilt als arrogant, eitel und selbstverliebt und ähnelt damit ebenso dem erfundenen Meisterdetektiv wie in seiner Vorliebe für naturwissenschaftliche Experimente und eine für seine Zeit zwar priviligierte, aber trotz allem auch unorthodox-eigenwillige Lebensweise. 


    Aber letztlich ist es gut, dass Lehnberg diese Parallelen aufgefallen sind und er daraus einen Krimifall im klassischen Weimar ersonnen hat. Denn er spickt seine Geschichte meisterhaft mit Anspielungen auf Doyle (zum Beispiel beginnt der Kriminalfall mit einem "locked room"-Rätsel) wie auch auf das Leben und Werk der beiden Protagonisten.


    Das ist unübertrefflich. Je besser man beide Welten kennt, die Holmesche, wie die der Dichterfürsten, desto mehr Spaß hat man bei der Lektüre. Dabei lösen die beiden Großmeister des Wortes zwar nicht den bestkomponierten Krimifall aller Zeiten, aber sie tun es so kurzweilig, dass das überhaupt nicht ins Gewicht fällt.


    In meiner liebsten Szene sinnt Schiller über die tiefere Bedeutung einiger Textstellen in Goethes Faust nach (und bietet damit gleich noch einen netten Seitenhieb auf die Seziermanie heutiger Deutschlehrer mit Blick auf dieses Goethewerk) - und Goethe bekennt, dass es einfach schick klang und ins Versmaß passte und er sich eigentlich gar nicht mehr dabei gedacht habe (nehmt das, werte und hochverehrte Deutschlehrer). Schiller mag das nicht glauben und deutelt immer weiter daran herum, bis Goethe der Kragen passt und er ihm bedeutet: "Dann schreiben Sie doch Ihren eigenen Faust."


    Das tut Schiller bekanntermaßen nicht - dafür aber mit Lehnbergs Hilfe weitere Krimi-Abenteuer mit Goethe. Der zweite Teil "Die Affäre Carambol" ist für März 2018 angekündigt.

    Kommentare: 1
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    Gerdabvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man muss sich nicht auskennen bei Goethe und Schiller, aber dieses Buch macht Lust, sich mal näher mit diesen Größen zu befassen.
    Es macht verliebt in Goethe und Schiller

    Man muss sich nicht auskennen bei Goethe und Schiller, aber die liebenswerte, höchst menschliche Darstellung dieser beiden Persönlichkeiten dürfte auch dem nicht Klassik erfahrenen Lesern Lust machen, sich einmal näher mit den diesen Größen der deutschen Literatur zu befassen. (Und natürlich haben die „Eingeweihten“ eine großen Spaß an den Zitaten und der wunderbar altertümelnden Sprache).Es st ein Genuß für alle, die mit Sinn für feinen Humor gesegnet sind und es macht verliebt in die beiden Protagonisten, in Weimar, in die Zeit.
    Zum InhaltDie rätselhafte Kriminalgeschichte um einen fluchbeladenen  Ring inklusive einer zierlichen Liebesaffäre. spannend und romantisch, mit alchimistischen Gaukeleien - na, ich will ja nichts verraten - man kann eine Menge lernen und Erfahren, alles ist belegt und sauber recherchiert.
    Ein Buch für Mußestunden zu jeder Zeit. Es macht heiter und schmunzelnd.

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    Eva-Maria_Obermanns avatar
    Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr
    Gute Idee, Umsetzung etwas platt

    Geheimrat Goethe und sein Freund Schiller werden vom Großherzog N. herbeigerufen. Der besitzt einen mysteriösen Ring, auf dem ein Fluch liegen soll. Ehe Goethe sich wirklich damit befassen kann, stirbt der Großherzog unter mysteriösen Umständen. Und das bleibt nicht die einzige Leiche. Professor Kranigk will den Ring zerstören, doch auch das hält das Unglück nicht auf. Plötzlich sind Goethe und Schiller Jäger und Gejagte zugleich. Schnell wird klar, dass nichts ist, wie es scheint und Goethe zwar manchmal mehr weiß, als er sagt, aber noch öfter nichts sagt, um den Eindruck zu erwecken, mehr zu wissen.

    Ich habe den Roman weniger wegen der kriminalistischen Handlung, denn seiner Protagonisten gelesen. Schiller als Erzähler ist teilweise naiv, aber immer staunend und nachdenklich. Goethe wird als rechter Detektiv gezeigt. Die Symbolik zu Sherlock Holmes und Doktor Watson ist überwältigend. Die stilistischen Parallelen und die Ausarbeitung der Figuren erinnern sofort an dieses Ermittler-Duo. Der besonnenere Schiller und Goethe, der immer einen Schritt voraus sein will.

    Dazu trägt auch das Flair bei, denn der Autor auch durch den Sprachduktus erreicht. Sey, Bey, Thür sind relativ kleine Abwandlungen der gewohnten Rechtschreibung, die sofort einen historischen Kontext vermitteln. Auch Wortwahl und Umfeld werden authentisch gestaltet. Beispielsweise die Dauer der Kutschfahrten zwischen den verschiedenen Stationen, das chemische Wissen der Zeit. Und natürlich die Nähe Goethes zum Theater. Hier zeigt sich, dass beim Germanistikstudium durchaus etwas hängengeblieben ist.

    Mehr als Krimi ist das Buch vor allem dadurch Komödie, Satire, Persiflage. Dem in Deutschland so hoch verehrten Geheimrat – in Germanistenkreisen ungebrochen DER Autor schlechthin – wird auch detektivisches Talent angedichtet. Wie sehr Goethe dabei auf seinen Ruf, sein Erscheinen bedacht ist – im Grunde also immer selbst Theater spielt – wird überdeutlich. Er ist nicht zu fassen, erst recht nicht von Schiller, dem Erzähler. Der wirkt wie ein Spielball. Goethe ruft und Schiller eilt.

    So nah das an der historischen Vorlage sein mag, so oft habe ich mich gefragt, ob der Autor nicht zu fokussiert auf dem Krimi ist. Zwar werden manche Details angedeutet wie Schillers schlechter Gesundheitszustand und Goethes Krach mit Charlotte von Stein, doch immer nur zwischendurch und so, dass es wohl nur Leuten mit Vorkenntnissen auffällt. So werden Goethe und Schiller fast schon zu Karikaturen. Natürlich verstärkt das den humoristischen Effekt des Buches. Ich finde es aber schade, dass der Roman hier durch Tiefe verliert. Davon hat er ohnehin nicht so viel.

    Durch Nacht und Wind (übrigens eine Anspielung an die erste Strophe des Erlkönigs) ist weder ein feinsinniger Kriminalroman, noch eine historische Adaption. Es soll lustig sein. Nicht zuletzt deswegen verhaspelt es sich auch im Endkampf etwas. Viele Spitzen werden aufgestellt und es macht Spaß beim Lesen. Der richtige Clou hat mir allerdings gefehlt. Dafür war es mir dann doch in vielen Ebenen zu platt.

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    lesemaedelvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sprachlich auffallendes, kriminalistisches Meisterwerk
    Ein Fluch, zwei Tote und mittendrin der Geheimrat Goethe und sein Freund Schiller

    Ein neuer Liebling der ins Regal gehört. Ein äußerliches und sprachlich-inhaltliches Meisterwerk. Der Autor zieht die "Nostalgienote" bis  zum Ende durch: kleines Leinenformat, große Kapitelanfänge, sprachliche und schriftliche Eigenheiten der Zeit. Vom menschlichen her bin ich kein GoetheFreund, aber in dem Buch war er mir sehr sympatisch. (oh, und fluchen konnte der Herr Geheimrat vortrefflich: " Er ist ein scheißiger Dummkopf. " Seite 145)
    Sehr nett ist auch die persönliche Anrede Schillers an uns Leser.
    Und am wichtigsten ist natürlich nur eine Frage: Was hat es mit dem Fluch um den Smaragdring auf sich.

    Dies wird mein Lieblingsgeschenk für 2017- egal ob, Krimi- oder LiteraturFan Goethe & Schiller muss ins Regal.

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    seschats avatar
    seschatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein überaus unterhaltsamer Krimi im Stile der Zeit, der eine Fortsetzung verdient hat.
    Ein kongeniales Ermittlerduo

    INHALT
    Wir schreiben das Jahr 1797. Die beiden Dichtergrößen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller ermitteln in einem Mordfall. Der Großherzog von N. wurde tot in seinem Schloss aufgefunden und von einem verfluchten Ring ist die Rede. Nun gilt es, das Verbrechen aufzuklären und an Verdächtigen mangelt es nicht - für Goethe und Schiller eine mehr als willkommene Abwechslung vom Literatenalltag...

    MEINUNG
    Stefan Lehnbergs historischer Kriminalroman "Durch Nacht und Wind" reißt den Leser ab der ersten Zeile mit, was vor allem am kongenialen Ermittlerduo liegt. Goethe und Schiller sind nicht nur große Geistesgrößen des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern auch enge Freunde. Man bewundert einander und disputiert vortrefflich gern miteinander; persönliche Frotzeleien inklusive. Da gerät der eigentliche Kriminalfall schnell in den Hintergrund. Doch zu unrecht, denn die Verbrechersuche ist alles andere als leicht und hält im Stile von Sherlock Holmes allerhand Fallstricke und überraschende Wendungen bereit. Kurzum, der Faktor Spannung wurde nicht vernachlässigt. So erleben die beiden Hobbyermittler einige zeittypische Abenteuer, angefangen von einer Ballonfahrt bis zu einem Pistolenduell. Langweilig ist der Plot somit auf keinen Fall. Zudem hat sich der Autor viel Mühe mit der authentischen Ausgestaltung von Handlungsorten (Weimar, Erfurt, Nürnberg) und -zeit gegeben. Infolge kann der Leser problemlos in die damalige Lebenswelt eintauchen. Doch Lehnberg leistet noch mehr, er schreibt sogar im Stile der Zeit, was altertümliche Schreibweisen von Wörtern wie "bey" und "seyn" belegen. Dadurch schafft er eine wunderbar harmonische Melange aus Fiktion und Wirklichkeit. Vor allem über die Spleens (frühes Aufstehen, verfaulte Äpfel etc.) und z. T. ausweglosen Situationen der beiden Titelhelden konnte ich mich herrlich amüsieren. Lehnberg zeigt damit, dass Krimis rund um Goethe und Schiller durchaus witzig sein können. Besonders Friedrich Schiller, der in die Rolle des Erzählers und spitzfindigen Beobachters schlüpft, hatte sofort mein Leserherz erobert. Aber auch der nimmermüde wie blitzgescheite Goethe belebte die Handlung.

    FAZIT

    Ein überaus unterhaltsamer Krimi im Stile der Zeit, der eine Fortsetzung verdient hat und darüber hinaus Lust macht, mal wieder die Schriften der "Weimarer Klassik" in die Hand zu nehmen.

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    Flaventuss avatar
    Flaventusvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wer gerne außergewöhnliche Krimis im Stile der Sherlock Holmes Romane liest, kann hier bedenkenlos zugreifen.
    Gut geschriebener Krimi im Stile von Sherlock Holmes

    Im Grunde genommen ist das Buch "Durch Nacht und Wind" ein gewöhnlicher Krimi. Der sich aber allein schon der Aufmachung und des Titels wegen als etwas besonderes ankündigt. Schiller schreibt auf, was er selbst und sein Freund Johann Wolfgang von Goethe 1797 erlebt haben.



    Selbstredend ist das Geschehene bisher noch nirgends veröffentlicht und diese Aufzeichnung Schillers bis heute unbekannt gewesen. Die beiden Freunde (die sich tatsächlich gekannt haben und tatsächlich auch zusammen Werke veröffentlicht haben) haben sich als Kriminalisten in bester Sherlock Holmes Manier verdingt.

    Story


    Ich vergleiche das Duo deshalb mit Sherlock Holmes, weil der Fall, zu dem sie zu Rat gezogen werden, durchaus ungewöhnlich ist und anfangs auf übernatürliche Einflüsse zurückzuführen scheint. Ebenso wie viele Fälle, die Holmes und Watson zu lösen hatten.


    Neu ist die Story nicht, aber dadurch nicht gleich schlecht. Hin und wieder vielleicht vorhersehbar und natürlich ein bisschen konstruiert. Allerdings würde ich niemanden das Buch allein deshalb empfehlen, weil es eine gute Handlung zu erzählen weiß. 


    Auch wenn die ein oder andere Wendung den Spannungsbogen aufrecht zu halten vermag, so ist es doch die Schreibweise, die das Buch erst lesenswert macht.

    Stil


    Der Erzählstil ist ein bisschen altertümlich, aber natürlich nicht in Althochdeutsch geschrieben. Die heutigen Leser sollen ja auch noch etwas verstehen. Ich fand den Stil, dass das Altertümliche angedeutet wurde, ohne aber gänzlich darin aufzugehen, sehr passend zum Gesamteindruck des Buches.
    Das Buch selbst ist relativ kompakt geschrieben, so dass es ohne Probleme möglich ist, dieses an einem Wochenende zu beenden, ohne dass der Sprachstil einen darin hindern würde. Zusätzlich existieren sehr viele Kapitel, die manche Seite nicht so geschwärzt zurücklassen, so dass in Summe vermutlich noch weniger Seiten zusammen kommen.

    Es ist klar, dass die Charaktere bei diesem Umfang nicht ganz so exakt bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurden. Gerade die Figuren der Hauptprotagonisten hätte man ein bisschen mehr ausarbeiten können, zumal es nicht unbedingt zur Geltung kommt, dass hier zwei große Schriftsteller die Ermittlungen aufgenommen haben. Nur an manchen Stellen wird hier Bezug zu genommen, so dass die beiden zuweilen auswechselbar erscheinen.

    Fazit

    Wer gerne außergewöhnliche Krimis im Stile der Sherlock Holmes Romane liest, kann hier bedenkenlos zugreifen. In einem interessanten Sprachstil wird eine wendungsreiche, wenn auch hin und wieder konstruierte Geschichte erzählt, die es durchaus vermag, den Leser an die Seiten zu binden. Der Leser nehme sich am Besten ein Wochenende, um diese Geschichte ganz gepflegt in einem Rutsch durchzulesen.


    Diese Rezi findet sich auch auf meinem Blog.

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    Nils avatar
    Nilvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wunderbar wie Goethe und Schiller hier einen auf Sherlock Holmes und Dr. Watson machen. Unbedingt lessen!!!
    Rasant, unterhaltsam auf gelungene niveauvolle Art

    Darauf muss man erst einmal kommen! In diesem feinen kleinen Buch treten Goethe und Schiller als Detektiv-Duo auf, eine Art deutscher und früher Sherlock Holmes mit Dr. Watson. Stefan Lehnberg hat in seinem kriminalistischen Werk „Durch die Nacht und Wind" diese wunderbare Idee toll umgesetzt.

    Goethe und Schiller werden von einem Großherzog auf sein Anwesen geholt, da der Großherzog zutiefst beunruhigt ist, er erhielt ein Schreiben in dem ihm offenbart wird ein Smaragdring in seinem Besitz sei verflucht! Natürlich gibt es Tote, natürlich wollen Goethe und Schiller das ganze aufdecken und natürlich schaffen es die beiden auch.

    Stefan Lehnberg spielt nicht nur mit den historischen Gegebenheiten sondern auch vortrefflich mit der Sprache. Da das ganze wie eine Dokumentation aus der Feder von Schiller scheinen soll, ist es zunächst Gewöhnungsbedürftig in die Sprache einzutauchen, aber wenn man einmal drin ist, legt man das Buch nicht mehr zur Seite. Witzig auch die alt wirkende Schreibweise an der einen oder anderen Stelle wie ‚sey‘ statt ‚sei‘ oder ‚Thüre‘ statt ‚Türe‘.

    Für alle Kenner und Liebhaber von Goethe und Schiller sind auch die Referenzen auf Werke und Theaterstücke reizend eingebaut.

    Meine Lobeshymne gilt bei diesem feinen Bändchen auch dem Verlag, denn der Band ist sehr schön gestaltet ohne Schutzumschlag, gleich in das Leinen geprägt. Auch schön leicht und ein guter Seitenaufbau.

    Fazit: Toll! Ich kann es nur empfehlen. Es ist rasant, unterhaltsam auf gelungene niveauvolle Art und Weise!

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    niknaks avatar
    niknakvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Goethe und Schiller ermitteln a la Sherlock Holmes und Dr. Watson im Falle eines verfluchten Ringes, der seinem Träger den Tod bringt.
    Ein verfluchter Smaragdring - oder steckt mehr dahinter?

    Inhalt:
    Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sei. Dieser soll unfehlbar den Tod des Besitzers herbeiführen.
    Goethe und Schiller werden zu Hilfe gerufen und sollen den Fall möglichst diskret untersuchen.

    Mein Kommentar:
    Der Autor Stefan Lehnberg hat einen angenehmen Schreibstil und die Seiten / Kapitel lassen sich sehr leicht und schnell lesen. Es sind recht kurze Kapitel, sodass man meist etwas mehr liest, als man eigentlich will, da sie teilweise nur eine oder wenige Seiten lang sind.
    Die Schreibweise hat der Autor an die damalige Zeit angepasst. Die Geschichte spielt im Jahre 1797. Man muss ein paar Seiten lesen und dann hat man sich an diesen etwas ungewöhnlichen Schreibstil angepasst und er stört keinesfalls den Lesefluss. Er ist sogar recht interessant zu lesen, da man sich wirklich in die damalige Zeit versetzt fühlt. So wird statt sei immer sey geschrieben oder Thüre statt Türe. Trotzdem liest sich die Geschichte sehr schnell und flüssig.

    Als Leser bekommt man einiges über die beiden Ermittler mit, die im Sinne von Sherlock Holmes und Dr. Watson agieren. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen den beiden Ermittlerduos, was ich sehr interessant fand. Außerdem gibt es einige Anspielungen auf Stücke, welche Goethe und Schiller selbst geschrieben haben. Wenn man sich in dieser Zeit ein wenig auskennt, versteht man auch die einzelnen Anspielungen. Ansonsten wird es schwierig, aber das Buch lässt sich auch ohne diese Vorkenntnisse sehr leicht lesen, obwohl einem dann eventuell ein paar Stellen zum Schmunzeln verborgen bleiben.
    Es gibt auch Anspielungen auf die damalige Zeit in der Geisterglaube und wissenschaftliche Auseinandersetzungen oft sehr stark aneinander parallten. Dies wird in diesem Buch auch sehr deutlich gezeigt.
    Das Buch konnte mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten, welche die Geschichte immer wieder in eine andere Richtung lenkten, sodass es nie langweilig wurde und der Leser immer wieder aufs Neue überrascht wurde. Auch das Ende war so nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten wurde.

    Mein Fazit:
    Ein wirklich spannender Krimi, welcher in der Zeit von Goethe und Schiller spielt und den Leser in die damalige Zeit eintauchen lässt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es eine Fortsetzung dieses Buches geben könnte.

    Ganz liebe Grüße,
    Niknak

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Klett-Cotta_Verlags avatar
    Tropen präsentiert in diesem Frühling das scurrilste Ermittlerduo seit Sherlock Holmes und Dr. Watson! Friedrich Schiller schrieb die criminialistischen Werke seines Freundes Johann Wolfgang von Goethe nieder und ihr bekommt die Möglichkeit diese lang unentdeckt gebliebenen Aufzeichnung in dieser Leserunde zu schmökern!

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    Der verfluchte Smaragdring


    Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser soll unfehlbar den Tod seines Besitzers herbeiführen. Goethe und Schiller werden zur Hülfe gerufen ...

    Anna Amalia, die Mutter von Weimars Regenten Carl August, bittet Goethe und Schiller, den Großherzog, der mit seiner Familie im Lustschloss Belvedere bey Weimar untergebracht ist, aufzusuchen. Sie sollen ihn davon überzeugen, dass die Geschichte mit dem Fluch Unfug sey und er sich keine Sorgen machen müsse. Da der Großherzog sich als höchst unsympathisch erweist, beschließen Goethe und Schiller, ihn in seiner Angst noch zu bestärken. Doch in selbiger Nacht verstirbt der Großherzog. Die Umstände sind der Art, dass weder eine natürliche Todesursache, noch Mord oder Selbstmord in Frage kommen. Eine unmögliche Situation. Goethe und Schiller werden gebeten, die Angelegenheit discret zu untersuchen.
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    Pressestimmen

    »Hier sind es Goethe und Schiller, die auf unterhaltsame Weise mittels Persiflage der Klassiker-Sprache gekitzelt, durch die Ereignisse geneckt und, wenn ihnen der Gegner entwischt, vorgeführt werden ... Der Lächerlichkeit entkommen beide, da Lehnberg "Dichtung und Wahrheit" geschickt ineinander verdreht ... "Durch Nacht und Wind" ist eine herrliche Zerstreuung für ein von Mord und Totschlag überspanntes Lesepublikum.«
    Helena Neumann, Der Freitag, 20.04.2017

    »Ein herrliches Buch«
    Morgenpost Sachsen, 19.03.2017

    »die Leser des Krimis [haben] definitiv ihren Spaß an der Sache.«
    Christian Ruf, Dresdner Zeitung, 13.03.2017

    Goethe und Schiller: Das scurrilste Ermittlerduo vor Sherlock Holmes und Dr. Watson!

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