Stefan Maiwald Der Knochenraub von San Marco: Roman

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Inhaltsangabe zu „Der Knochenraub von San Marco: Roman“ von Stefan Maiwald

Ein weiteres Abenteuer für den Spion des Dogen

1570. Carnevale – ganz Venedig spielt verrückt! Die Stadt ist ein einziges rauschendes Fest, eine gewaltige Orgie. Doch Davide Venier hat keine Zeit für Vergnügungen. Diebe haben den Ausnahmezustand genutzt und die Knochen des Heiligen Markus aus dem Dom entwendet – Venedigs Daseinsberechtigung! Bevor der Fall publik wird, muss Davide die Reliquie wiederbeschaffen. Schnell stellt sich heraus: Eine fremde Macht will der Serenissima schaden. Doch wer unter den vielen Feinden Venedigs ist es? Die Genueser? Die Osmanen? Etwa der Papst persönlich?
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  • Auf der Suche nach verschwundenen Reliquien

    Der Knochenraub von San Marco: Roman

    Valentina75

    18. January 2018 um 17:34

    Eine Reise durch Europa um Jahr 1570, auf der Suche nach wertvollen verschwundenen Reliquien – wie schon im Vorgängerband gefällt mir der Stil und der Humor, aber auch die detailgetreue Erzählweise. Man taucht wirklich ein in die Welt von damals (nicht nur in Venedig, sondern z.B. auch in Augsburg, Köln und Paris), ohne dass es je langweilig wird, auch wenn das Tempo nicht so hoch ist wie im ersten Band - hier wird eher schwelgerisch und opulent erzählt. Dennoch bleibt es spannend bis zum Schluss.

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  • Kriminalistischer Roman und historische Dokumentation

    Der Knochenraub von San Marco: Roman

    mrsmisery

    16. January 2018 um 15:33

    „Der Knochenraub von San Marco“ entführt uns ohne Umschweife nach Italien, genauer gesagt nach Venedig - und das im 16. Jahrhundert. Dort angekommen legt der Autor direkt mit einer nervenaufreibenden Szene los: Der Venezianer und Protagonist Davide klettert an einer Mauer hoch. Zeile für Zeile erfahren wir mehr über das Wo und das Warum: Es handelt sich nicht um irgendeine Mauer, sondern um die einer Piratenburg. Innerhalb dieser Festung angekommen, kann er heimlich den Anführer der Piraten ausfindig machen, welcher seine Dukaten nicht nur mit dem Kapern von Schiffen verdient. Viel effizienter sind nämlich Entführungen von Adligen und das daraus resultierende Lösegeld. Damit es soweit nicht wieder kommt, wurde nun Davide beauftragt, die Contessa Ludovica Strozzi zu befreien, denn genau das in sein Beruf: Davide ist ein Spion, der für Venedig arbeitet! Als dann die Gebeine des Heiligen Markus - eine Reliquie von unschätzbaren Wert für Venedig - gestohlen werden, ist schnell klar, was der nächste Auftrag für Davide und der Plot für den Roman sein wird. Doch so einfach das vielleicht klingen mag: Ein solcher Raub ist ungewöhnlich und nicht leicht zu lösen, wir befinden uns noch immer im 16. Jahrhundert, ohne Telefon und Facebook. Da spielen weit komplexere Gefüge eine Rolle, die uns unter anderem in die politischen Machtstrukturen Italien eintauchen lassen. Maiwald stellt eine hervorragende Verbindung zwischen einem kriminalistischen Roman und einer historischen Dokumentation her. Denn obwohl es sich um einen fiktionalen Kriminalfall handelt, bleibt die Geschichte möglichst nah am Leben des historischen Protagonisten und schildert möglichst historisch genau dessen Zeitalter und Umstände. Obschon das Erzähltempo, was den eigentlich Plot betrifft, relativ langsam voranschreitet, wird es um den Protagonisten und seine Erlebnisse doch nie langweilig. Denn die Suche nach dem gestohlenen Gebeinen endet nicht in Venedig, sondern führt Davide mit seinem Diener quer durch Europa. Dabei erleben sie diverse Abenteuer, die nicht selten an Bud Spencer und Terence Hill erinnern. Prügeleien, schlagfertige Antworten und immer eine clevere Lösung parat, werden die Protagonisten schnell zu Leserlieblingen, die wissen, wie man unterhält. Des Weiteren legt Maiwald neben dem eigentlichen Erzählstrang viel Wert auf die (u.a. italienischen) Gepflogenheiten des 16. Jahrhunderts und genau DAS macht doch einen historischen Roman aus. Der Plot gerät zu keinem Zeitpunkt in den Hintergrund und doch ist es die Atmosphäre des Romans, die doch noch so viel mehr erzählt und den eigentlichen Reiz des Buches ausmacht. Fremdwörter wie „Prosekutoren“, „Tabarro“ oder „Karavelle“ sind nun keine Fremdwörter mehr und auch der Schreibstil im Allgemeinen ist dem Setting angepasst. Die altertümliche Sprache ist gut dosiert, überfordert nicht und setzt auch keine geschichtlichen Vorkenntnisse voraus. Im Gegenteil: Wer sonst nicht sonderlich viel mit Geschichte zu tun hat, wird das Interesse daran durch diesen Roman wieder für sich entdecken können. Dabei werden wir als LeserInnen aber keineswegs von einer inhaltslosen Aneinanderreihung geschichtlicher Aspekte gelangweilt, wie wir es vielleicht hier und da aus unseren Geschichtsstunden der Schulzeit kennen. Viel mehr werden subtil Anekdoten und Ereignisse jener Zeit eingeflochten, die eine viel größere Wirkungskraft besitzen, als es geschichtliche Zahlen je haben könnten. Dass man dabei nicht nur auf unterhaltsame und positive Aspekte stößt, ist wohl kaum zu vermeiden. Tierrechte waren zu jener Zeit kein Thema - und so gehören leider auch diese (für meinen Geschmack zu detailliert) beschriebenen Szenen zur Geschichte, die hie und da mehr als bitter aufstoßen werden. Freilich, der Autor hätte auf die ein oder andere explizite Szene verzichten können, stellt sich dann doch aber die Frage, wie viel Authentizität dieses Fehlen dem Roman raubt. Denn, so grausam diese Schilderungen auch sind, sie sind gleichzeitig ein nicht mehr zu veränderndes Kapitel der menschlichen Geschichte und solange sich der Mensch noch immer als die Krönung der Schöpfung bezeichnet, darf man sich darüber nicht beschweren. Im Anschluss finden wir zum Thema der Authentizität noch ein Nachwort zur Erörterung der historischen Genauigkeit. Auch hier wird noch einmal deutlich, wie detailliert Maiwald für diesen Roman recherchiert haben muss und zeigt gleichzeitig auch, wo die Nachweisbarkeit für gewisse Handlungen und Fakten aufhört.   

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