Stefan Matschiner , Manfred Behr Grenzwertig

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Inhaltsangabe zu „Grenzwertig“ von Stefan Matschiner

Tarnen, Täuschen, Dopen - die Parallelwelt Leistungssport Stefan Matschiner. Fünf Jahre lang war der frühere Leichtathlet "die Spinne im Dopingnetz" (Frankfurter Allgemeine Zeitung), versorgte Sportler in ganz Europa mit allem, was das Athletenherz begehrt - und verboten ist: EPO,Testosteron, Wachstumshormon, Designersteroide. Als erster Hintermann der Dopingszene legt Matschiner in seiner Biografie ein öffentliches Geständnis ab, weiht den Leser in die Geheimnisse des Blutdopings ein, reißt die Lügengebäude der Parallelgesellschaft Hochleistungssport nieder. Er deckt auf, klagt an und entlarvt Funktionäre, Politiker, Medien, die Gesellschaft als Mitwisser und Mittäter. Begleitet wird er von Sportjournalist Manfred Behr, der Matschiners Erlebnisse und Überzeugungen in Worte fasst und im großen Interview Skandaltrainer Walter Mayer zur Abrechnung gegen das System Leistungssport ausholen lässt. Nie zuvor hat ein Buch derart tiefe Einblicke in die erschütternde Realität des Dopingmissbrauchs im Spitzensport gewährt. Ein Muss für Sportfans und Insider.

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  • Rezension zu "Grenzwertig" von Stefan Matschiner

    Grenzwertig
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. March 2011 um 12:17

    Er ist schon ein toller Hecht, der Matschiner Stefan. Könnte man zumindest glauben, wenn man sein Buch “Grenzwertig” liest und das geschriebene für bare Münze nimmt. Ich persönlich habe den Österreicher schon nach wenigen Seiten als äußerst unsympathisch empfunden. Aber ich muss auch gestehen, dass ich nie vorhatte, den Dopingdealer irgendwie nett zu finden. Wenn jemand abgesehen von seiner Rolle als Dopingmanager gut rüber kommt, bezüglich seiner Taten Fehler eingesteht und Reue zeigt könnte man ihn theoretisch schon sympathisch finden. Der gute Junge, der halt Mist gebaut hat. Diese Chance hat Matschiner mit diesem Buch vergeben. Nach seinen Äußerungen in der Verhandlung war damit aber auch zu rechnen. Reue zeigte er damals schon nicht. Wie auch schon vor Gericht, versucht er sich in seinem Buch eher als Wohltäter und Beschützer der Athleten zu präsentieren. Als Wohltäter der Athleten denen er zu Chancengleichheit verhalf. Als Wohltäter des österreichischen Sports der nun unter fehlender Versorgung und den verschärften Gesetzen in der Alpenrepublik zu leiden hat. Vor gesundheitlichen Schäden hat er all diejenigen bewahrt, die dank ihm von ihren Überdosierungen runter kamen und auf sichere Eigenblutmethoden umgestellt haben. Zum Dopen musste er natürlich auch nie jemanden überreden. Die Athleten kamen schon mit entsprechenden Vorkenntnissen zu ihm. Obwohl, das stimmt nicht ganz. “Mit Ausnahme des einen oder anderen Kenianers” hat er niemanden verleitet. Aber das ist auch nur ein kleiner Makel am ansonsten vorbildlichen Sport- und Dopingmanager. Hätte er es nicht gemacht, hätte es ein anderer getan. Und ob der so fürsorglich dabei gewesen wäre … Und wenn Athleten auffliegen waren sie entweder zu blöd oder es war eigentlich alles nur ein Komplott. Ein Matschiner hat eigentlich kaum Fehler gemacht. In dem Glauben setzte er wohl auch zu dem ein oder anderen Höhenflug an so das Er meinte mit den Ermittlungsbehörden das ein oder andere Spielchen spielen zu können. Der große Matschiner erzählt der SOKO Doping mal wie das Geschäft funktioniert ohne sich oder seine Klienten dabei in Gefahr zu bringen. Wer so doof war schon erwischen zu lassen und dann auch noch geplaudert hat wie Bernhard Kohl kommt natürlich nicht so gut weg in diesem Buch. Omerta rules. Was bringt uns das Buch inhaltlich Neues? Nicht viel muss man sagen. Wer den Sport in den letzten 10 Jahren aufmerksam verfolgt hat, wird alles Wichtige schon einmal irgendwie gehört oder gelesen haben. Da ist dieses Buch eigentlich nur eine praktische Zusammenfassung. Natürlich aus einer bestimmten Blickrichtung kommentiert und ohne neue Namen. Das Doping im Leistungssport weit verbreitet ist und vor keiner Sportart haltmacht ist genauso wenig eine neue Erkenntnis wie der Umstand das sich nicht nur Athleten, Manager und Trainer, sondern auch Funktionäre und Kontrolleure nicht an die Regeln halten und bei diesem Spiel mitmachen. Interessanter wird es, wenn man aus “Grenzwertig” ein quasi interaktives Buch macht. Also Zettel und Stift nehmen und sich ein paar Notizen zu den verwendeten Decknamen machen. Wenn man dann seine Notizen mit den Rennergebnissen und Meldungen vergleicht, kommt man schon drauf das die von Kohl genannten und in den Medien spekulierten Namen schon ihre Richtigkeit haben dürften. Lesen lässt sich dieses Machwerk auch ganz gut. Da braucht niemand Angst vor dem Österreichischen zu haben. Wer den Brenner ließt, wird es gar nicht erst merken. Für weitere Auflagen darf das Lektorat aber ruhig noch mal drüber gehen. Da mal ein doppeltes Wort, hier mal ein fehlendes Leerzeichen. Alles nicht weiter dramatisch für den Lesefluss. Nur die Olympischen Spiele von 2000 waren halt in Sydney und nicht in Athen. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

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