Wie ich mich einmal in alles verliebte

von Stefan Merrill Block 
4,0 Sterne bei70 Bewertungen
Wie ich mich einmal in alles verliebte
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Positiv (49):
Zeilenlebens avatar

Eindringlich, berührend und sprachlich auf hohem Niveau, beleuchtet dieser Roman die Liebe jenseits des Vergessens!

Kritisch (4):
Kelo24s avatar

Ich bin auf die Inhaltsangabe hereingefallen, die vielleicht 1/3 des Inhalts ausmacht- der Rest war leider so gar nicht mein Geschmack

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Inhaltsangabe zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte"

Abel ist verliebt – in Mae, die Frau seines Bruders. Als Mae eines Tages spurlos verschwindet, zerbricht Abels Welt. Die Jahre vergehen. Sein Bruder stirbt. Die Farm verfällt. Aber Abel gibt nicht auf. Er wird warten, bis Mae zurückkommt. Doch als es eines Tages endlich an seiner Tür klopft, steht dort nicht Mae, sondern ein Fremder …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492257800
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.04.2010

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    Zeilenlebens avatar
    Zeilenlebenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eindringlich, berührend und sprachlich auf hohem Niveau, beleuchtet dieser Roman die Liebe jenseits des Vergessens!
    Liebe jenseits des Vergessens

    Meine Meinung

    Seth ist ein pubertierender Junge, der mit mangelnden Selbstbewusstsein und einer sich ausbreitenden Akne zu kämpfen hat. Zudem verliert seine Mutter, langsam aber sicher den Verstand. Sie leidet mit Mitte dreißig an einer Alzheimer Frühform und ist dazu verdammt sich rückwärts zu entwickeln bis sie irgendwann einmal das Atmen vergessen wird.

    Da es in dieser (fiktiven) Form des Alzheimers eine genetische Komponente gibt, macht sich Seth auf die Suche nach ihren und damit auch seinen Angehörigen. Seine Mutter hat noch nicht einmal gegenüber seinem Vater viel über ihre Herkunft verraten und so ist Seths einziger Anhaltspunkt eine Datenbank, in der alle an dieser speziellen Alzheimerform erkrankten Menschen aufgeführt sind. Seth gelingt es diese Datenbank zu hacken und so trifft er immer mehr Menschen, die unter Alzheimer leiden, während er seine Mutter im Pflegeheim immer seltener besucht.

    Der zweite Handlungsstrang führt uns mitten auf das platte Land wo der inzwischen fast siebzigjährige Abel auf die Rückkehr seiner geliebten Tochter wartet. Abel ist ein Einsiedler mit Buckel, der immer mehr von der modernen Welt überrollt wird und ihr schließlich weichen muss. Trotzdem hält er sich die gesamte Zeit über an der Hoffnung fest, dass seine Tochter letztendlich doch zu ihn zurückfinden wird.

    Der dritte Handlungsstrang beschäftigt sich mit der Genese der hier beschrieben Alzheimer Frühform. Es wird erzählt wie ein englischer Adeliger sein mutiertes Gen an viele Kinder weitergeben konnte und diese sich letztendlich in alle vier Himmelsrichtungen verstreuten. Dabei ist dem Nachkommen nicht nur der genetische Defekt gemeinsam, sondern auch die Geschichte um das sagenumwobene Land Isidora. Das goldene Land in dem keine Erinnerungen und keine Worte gibt und alle stets glücklich und zufrieden miteinander leben.

    Stefan Merill Block ist es gelungen mit "Wie ich mich einmal in alles verliebte" ein berührendes und tiefgründiges Buch zu schreiben. Es handelt von Liebe, Enttäuschung, Verlust und endet am Schluss dann eben doch bei der Liebe. Einerseits ist dieser Buch ein Familienroman, da Abels Geschichte in Rückblenden erzählt wird, andererseits begleiten wir Seth dabei wie er erwachsen wird und letztendlich lernt Verantwortung zu übernehmen. Das Buch findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt, die am Ende doch zusammengeführt werden und ein großes Ganzes ergeben.

    Das Buch ist sprachlich nicht gerade einfach zu verdauen. Die Sätze sind aufeinander abgestimmt, der Autor war hier sichtlich bemüht seiner Geschichte eine eigene Melodie zu geben. An manchen Stellen wirkt die Geschichte daher zu angestrengt und viel zu überladen mit Eindrücken und Bildern. Trotzdem gelingt es Stefan Merill Block über weite Teile der Geschichte seinen Inhalt auf einen sprachlich gehobeneren Niveau zu vermitteln, dass den Leser mitreißen und begeistern kann.

    Fazit

    "Wie ich mich einmal in alles verliebte" ist ein berührendes und tiefgründiges Buch. Es hat mich beim Lesen immer wieder zum Nachdenken angeregt und an vielen Stellen war ich erstaunt über die Fantasie des Autors, die doch so glaubwürdig und real wirkte. Alzheimer ist ein Thema mit dem ich mich bisher nicht so viel beschäftigt habe, Stefan Merill Block hat es jedoch geschafft mich für diese Krankheit zu sensibilisieren. Seth und auch sein engstirniger Vater sind mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen und es tat mir leid die beiden am Ende des Buches gehen lassen zu müssen. Abel und seine gesamte Geschichte haben mich tief traurig hinterlassen und doch hätte ich mir seine Geschichte nicht anders wünschen können.

    Insgesamt gebe ich diesem wundervollen Buch viereinhalb Sterne und kann mich bei dem Autor nur für ein unvergessliches Leseerlebnis bedanken!

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    Thailas avatar
    Thailavor 7 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Ein bißchen verwirrend ist der Anfang von Stefan Merill Blocks Roman "Als ich mich einmal in alles verliebte". Da geht es zum einen um einen buckeligen Mann, der sich in die Frau seines Bruders verliebt. Abel erzählt die Geschichte aus der Rückschau, mittlerweile ist er alt und klammert sich mit aller Kraft an seine Farm, die von Enteignung bedroht ist. Zum anderen ist da Seth, ein Junge, dessen Mutter zunehmend verwirrter wird und offensichtlich an Alzheimer leidet. Beide erzählen ihre Geschichte, und man fragt sich, handelt es sich um die selbe Person, in verschiedenen Lebensphasen oder gibt es einen anderen Zusammenhang zwischen ihnen. Und dann gibt es zwischendurch immer wieder märchenhafte Erzählungen über Isidora, das Land des Vergessenes, sowie wissenschaftlich anmutende Abschnitte über die Entstehung einer Variante des Alzheimers, die besonders perfide ist, da sie bereits in den mittleren Jahren auftritt und nicht erst im fortgeschrittenen Alter. Diese Erkrankung zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und verbindet die verschiedenen Erzählstränge und Erzählweisen miteinander. Sehr kunstvoll verflechtet der Autor diese Geschichten miteinander.

    In diesem Roman über Alzheimer geht es weniger um die Betroffenen, als um die Angehörigen und wie sie versuchen, diesen Abschitt auf Raten zu verarbeiten. Dabei fällt es ihnen sehr schwer, die Krankheit zu akzeptieren. Zu traumatisch ist es, dass langsame Zerbrösseln des Geistes eines geliebten Menschens zu ertragen. Dazu kommt die quälende Frage, ob man das fatale Gen, das die Krankheit auslöst, womöglich selber in sich trägt. Block erzählt über die Gefühle der Betroffenen sehr einfühlsam.
    Wie in jedem guten Buch bedeutet die Krankheit mehr als nur ein Leidensweg. Sie steht im Roman auch als Metapher für eine Gesellschaft, in der nur die Zukunft zählt und alles Alte schnell an Wert verliert, der Geschichte eines Menschens der eines Ortes wenig Wert beigemessen wird.

    All das beschreibt Block leichtfüssig und sehr süffig lesbarer Form.

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    pat_ricias avatar
    pat_riciavor 7 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Alzheimer und das Land Isidora (kann es dort so schlimm sein) aus der Sicht eines Jugendlichen, der davon betroffen ist. Seine Mutter leidet an dieser Frühform und er rollt die Geschichte dieser Krankheit auf. Sehr spannend mit vielen Denkanstössen.
    Auf der anderen Seite der "Vater"? der Ekrankten, der sich im Leben immer hintenangestellt hat und nun auf die Rückkehr seiner Tochter wartet.
    Ein sehr lehrreiches Buch. Trotz des schwierigen Themas nicht traurig denn.... kann Isidora so übel sein ??

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    Maggis avatar
    Maggivor 8 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Ein aufwühlender, tiefgehender Roman über eine Familie, die mit der Alzheimer-Frühform klar kommen muss.
    Der Sohn der Familie stürzt sich mit Hingabe in die Erforschung der Familiengeschichte und der Krankheitsgeschichte und möchte, da die Krankheit vererbt wird, alles darüber heraus finden.

    Schonungslos ehrlich gezeichnete, zutiefst menschliche Charaktere mit Stärken, Marotten, Schwächen, Wut, Hass, Angst und Fluchtgefühlen werden uns geschildert und gaben mir das Gefühl bei allem dabei zu sein.

    Sehr spannend und auch medizinisch fundiert, sowie ausführlich wird von der Entstehung und Verbreitung der Krankheit erzählt und doch dadurch nie der Faden verloren.

    Ein nicht immer einfaches Buch, aber sehr empfehlenswert.

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    Fantasie_und_Träumereis avatar
    Fantasie_und_Träumereivor 8 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Der deutsche Titel des Buches ist meiner Meinung nach unglücklich gewählt, denn so wie ich vermuten auch viele andere Leser eine sehr romantische Liebesgeschichte dahinter.
    Das ist jedoch nur bedingt der Fall. In erster Linie handelt dieses Buch von Menschen, mit und ohne Alzheimer, die auf der Suche nach etwas Verlorenem sind. In erster Linie auf der Suche nach sich selbst, ihrem Leben oder dem Inhalt ihres Lebens.
    Verpackt ist das Ganze in die tragische, mitreissende Geschichte der Familie Haggard, die schon seit mehreren Generationen von einer Frühform der Alzheimer Krankheit befallen ist und deren Leben auf Lügen aufgebaut ist.
    Erzählt wird aus der Ich-Perspektive des Jungen Seth, dessen Mutter an Alzheimer erkrankt ist und nie etwas von ihrem Leben preisgegeben hat, weshalb er sich nun auf die Suche seiner Vorfahren macht, und aus der Sicht des alten Farmers Abel, der sich in die Frau seines Bruders verliebte und dessen Leben eine tragische Wende nahm.
    Der Autor, erst 28 Jahre alt,hat sich viele Gedanken zum Thema gemacht und baut einen historischen Teil ein, der über die Geschihte der Alzheimer Erkrankung erzählt.
    Manchmal konnte ich seinen Gedankengängen nicht sofort folgen, weshalb ich oft etwas in der Luft hing, bis sich die Zusammenhänge klärten.
    Es ist eine Geschichte, die einen stark berührt, mit Protagonisten,deren Charakterzüge so gut herausgearbeitet sind, dass der Leser ein klares Bild von ihnen vor Augen hat. Man leidet und hofft mit jedem Einzelnen mit. Vor allem das Ende, obwohl etwas vorhersehbar drückt stark auf die Tränendrüse.

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    Tiffy_01s avatar
    Tiffy_01vor 8 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Abel ist in die Frau seines Bruders verliebt. Als Paul in den Krieg zieht, beginnen die beiden eine folgenschwere Affäre.
    Seth ist 15 und seine Mutter verändert sich immer mehr – sie fängt an, Dinge zu vergessen, ihn zu vergessen – bis sie eines Tages schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird.
    Doch was verbindet die beiden Männer? Wieso werden ihre Geschichten parallel erzählt?

    Stefan Merrill Block erzählt die Geschichte zweier junger Männer, die etwas verbindet: Die Krankheit Alzheimer. Die Handlung wird aus den Perspektiven von Seth und Abel erzählt und erst am Ende erfährt der Leser, in welchem Verhältnis Seth und Abel zueinander stehen.

    Block erzählt auf einfühlsame und berührende Weise diesen Roman und leistet einen erheblichen Beitrag dazu, dass die Gesellschaft mehr über die Krankheit erfährt, die jeder kennt und über die doch kaum jemand Bescheid weiß. Und er beschreibt in eindrucksvoller Weise, wie einen jeden die Frage nach seiner Herkunft und der Herkunft seines Lebens antreibt. Lesenswert!

    ---

    Lieblingszitate:
    „Schaut mich an. Nach all den Jahren bin ich immer noch eifersüchtig. Warum sonst muss ich vergleichen, wer wen am meisten geliebt hat? Das Leben ist doch kein Wettbewerb, wo derjenige das meiste kriegt, der am meisten liebt.“

    „Da die Evolution im Lauf von Jahrmillionen praktisch alles einmal ausprobiert, kam ich zu dem Schluss, dass sie sicher auch schon mit einem durch und durch pessimistischen Verstand experimentiert haben musste. Vielleicht waren die frühen Hominiden allesamt Pessimisten gewesen und deswegen ausgestorben.“

    (Die Kurzbeschreibung auf der Rückseite des Buches entspricht leider nicht der Handlung des Buches)

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    dzaushangs avatar
    dzaushangvor 9 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Also mich hat dieses Buch nicht so sehr begeistert. Insbesóndere die Geschichte rund um das defekte Gen, das über Generationen hinweg Unheil anrichtet, hat mich nicht wirklich gepackt.

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    tinchen11s avatar
    tinchen11vor 9 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Der Oriiginal -Titel des Buches The Story of Forgetting trifft es wohl eher ...denn es geht in erster Linie um Symptome , Verlauf und das Auseinanderstzenm mit einer Frühform von Alzheimer .
    Dies wird in eine sehr berührende Geschichte verpackt , die mitfühlen läßt und traurig stimmt...
    Ein wirklich eindrucksvolles Buch !

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    P
    papalagivor 9 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Einfach eindrücklich und berührend.
    Der Originaltitel " The Story of Forgetting" trifft für mich eher zu, schliesslich geht es in erster Linie um das Vergessen, um die Frühform der Alzheimer-Erkrankung.
    In 4 Erzählstrengen führt uns Block durch die Geschichte:
    Einerseits Abel, mittlerweile in die Jahre gekommen und auf seiner verlotternden Farm ausharrend, bis sie bereit ist, zurückzukommen. Sein Leben wird erzählt, über seine Liebe und wie er die Krankheit seiner Mutter und seines Bruders erlebt hat.
    Dann erzählt Seth,15-jähriger Sohn von Jamie, wie er die Krankheit seiner Mutter erlebt und wie er und sein Vater wieder zueinander finden. Dass ihm keine Ruhe lässt, dass er nichts von Mutters Vergangenheit weiss.
    Dann führt uns eine genetische Historie durchs Buch, darin erfahren wir wie es zu dieser Frühform von Alzheimer kam, dass der Ursprung zurück auf Robert Mapplethore IV reicht, zurück ins 18. Jhd. Dank seiner vielen Geliebten und des Zufalls (oder war es Schicksal?) und der daraus entstehenden Nachkommen konnte die Krankheit verbreitet werden.
    Und zu guter Letzt die Geschichte um Isidora, das Land des Vergessens, die alle drei Stränge miteinander verbindet.
    In einer lebhaften, witzigen Sprache versteht es Block den Leser zu fesseln und so ganz nebenbei erfahren wir die Entstehung der Alzheimer-Frühform.

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    LeseAnnes avatar
    LeseAnnevor 9 Jahren
    Rezension zu "Wie ich mich einmal in alles verliebte" von Stefan Merrill Block

    Einfach zu traurig:-(

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