Stefan Moster Die Frau des Botschafters

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Inhaltsangabe zu „Die Frau des Botschafters“ von Stefan Moster

Die Freundschaft zwischen Klaus und Oda, der Frau des Botschafters, beginnt mit einem Fisch. Eines Herbstmorgens legt ihn der Fischer auf den Steg der deutschen Botschaft in Helsinki, deren Garten an die Ostsee grenzt. Oda war früher Fernsehredakteurin, jetzt repräsentiert sie Deutschland an der Seite ihres Mannes. Klaus, der allein in einem Holzhaus am Meer wohnt und sich selbst zu genügen scheint, eröffnet eine Gegenwelt zum Diplomatenleben, in dem Oda die Tage oft lang werden. Vor allem sehnt sie sich nach ihrem Sohn Felix, der in einem Heim in Deutschland lebt. Eines Tages fasst Oda einen tollkühnen Plan: Sie will ihrem Sohn das einzigartige nordische Licht auf dem zugefrorenen Schärenmeer zeigen. Mit Klaus als Komplizen macht sie sich auf den Weg, ohne dass irgendjemand anderes von ihrem Vorhaben weiß.

Die bewegende Geschichte einer ungleichen Freundschaft, einer Ehe und einer besonderen Mutter-Kind-Beziehung. Ein elegant erzählter Roman über die Entwicklung einer Frau und die Frage, was es heißt, Mensch zu sein – getaucht in das berückende Licht des Nordens.

Stefan Moster erschüttert mit jedem Satz! Einer der ganz Großen!

— OelemannC

Mosters Romane: Kein Platz für Plattitüden. Harte Lebensthemen, mit sanfter Einfühlung erzählt.

— Die Buchprüferin

Wunderbar erzählt.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein Buch mit Wiedererkennungswert.

— Orientlady

Sprachlich hervorragend gestaltete Geschichte über das Leben einer Frau, die sich schuldig fühlt.

— mabuerele

Still und ein wenig spröde wie die finnische Landschaft - das Buch beginnt als sachliche Romanze, wird dann jedoch lyrischer und zarter...

— TochterAlice

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  • Leserunde zu "Die Frau des Botschafters" von Stefan Moster

    Die Frau des Botschafters

    Mare_Verlag

    Wir möchten eine mare-Vorableserunde mit Euch starten! Der neue Roman von Stefan Moster Die Frau des Botschafters erscheint zwar erst am 20. August, aber wir haben einige Vorabexemplare aus der Druckerei erhalten - und die möchten wir exklusiv unter Euch verlosen! Zum Buch: Die Freundschaft zwischen Klaus und Oda, der Frau des Botschafters, beginnt mit einem Fisch. Eines Abends legt ihn der Fischer auf den Steg der deutschen Botschaft in Helsinki, deren Garten an die Ostsee grenzt. Oda war früher Fernsehredakteurin, jetzt repräsentiert sie Deutschland an der Seite ihres Mannes. Klaus, der allein in einem Holzhaus am Meer wohnt und sich selbst zu genügen scheint, eröffnet eine Gegenwelt zum Diplomatenleben, in dem Oda die Tage oft lang werden. Vor allem sehnt sie sich nach ihrem Sohn Felix, der in einem Heim in Deutschland lebt. Eines Tages fasst Oda einen tollkühnen Plan: Sie will ihrem Sohn das einzigartige Licht auf den zugefrorenen Buchten vor der Küste Helsinkis zeigen. Mit Klaus als Komplizen macht sie sich auf den Weg, ohne dass irgendjemand anderes von ihrem Vorhaben weiß. Die bewegende Geschichte einer Freundschaft, einer Ehe und der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Ein elegant erzählter Roman über die Entwicklung einer Frau und die Frage, was es heißt, Mensch zu sein - getaucht in das berückende Licht des Nordens. Zur Leseprobe Die Freundschaft zwischen Oda und Klaus ist wirklich sehr ungleich: Klaus lebt allein in einer Hütte am Meer - Oda hingegen residiert in einer Villa. Um ihren Mann nach Helsinki zu begleiten, hat sie ihren Job als Fernsehjournalistin an den Nagel gehängt und Deutschland verlassen - Klaus kennt fremde Länder nur aus dem Fernsehen (spricht aber überraschenderweise sehr gut Deutsch!). Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Welten... Möchtet Ihr zu den 20 Vorablesern gehören*? Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet dazu bis zum 28. Juli 2013 diese Frage: Wie sind Eure Erfahrungen mit Freundschaften, was funktioniert besser? »Gleich und Gleich gesellt sich gern« oder »Gegensätze ziehen sich an«? Wir freuen uns auf viele Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung dabei ist, dass Ihr Euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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  • Ein Buch wie ein Stück Zartbitterschokolade!

    Die Frau des Botschafters

    Arizona

    04. September 2013 um 15:49

    Cover Ein langer Holzsteg, der sich weit ins Meer erstreckt, ein trüber, wolkenverhangener Himmel. So wird schon hier eine etwas melancholische Stimmung vermittelt, aber vielleicht soll der Rettungsring ein Symbol für die Hoffnung darstellen... Autor Stefan Moster ist 1964 in Mainz geboren, und lebt als Autor, Übersetzer, Lektor und Herausgeber mit seiner Familie in Finnland. Es sind bereits zwei Romane von ihm erschienen. Verlag Der Mare Verlag hat wirklich ganz ausgewählte Bücher in seinem Programm, da lohnt es sich durchaus mal einen Blick auf die Homepage zu werfen... Inhalt Ein Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft, und zwar zwischen Oda, der Gattin des deutschen Botschafters in Helsinki, sowie Klaus, der ein Nachbarn der Botschaftervilla ist. Erzählt wird vom Leben der Frau des Botschafters, davon wie einsam Oda sich fühlt in ihrer herrschaftlichen Villa mit Blick auf die Ostsee. Sie fühlt sich gelangweilt vom Diplomatenleben, das mehr Schein als Sein ist. Ein Großteil der Arbeit als Diplomat besteht eben aus dem Repräsentieren. Und für seine Frau bedeutet dies, einfach nur an der Seite ihres Mannes zu stehen. Ihren eigenen Beruf als Journalistin musste sie aufgeben. Ihr Mann Robert ist vollständig eingespannt in seinen Dienstplan. Und da kommt der bodenständige Klaus mit seinem Boot daher, ein älterer Mann aus der Nachbarschaft, und er wirft ihr einen Fisch auf den Steg... Das ist der Anfang einer platonischen Freundschaft. Auch Klaus, der das Kind eines deutschen Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg ist, hat an seiner Vergangenheit zu tragen. Aber er bildet eben auch einen Gegenpol zu ihrer Scheinwelt mit ihren Empfängen - er geht angeln, fährt mit dem Boot etc. und steht so für das "echte" Leben. Hier finden sich zwei einsame Seelen. In Odas Beziehung zu ihrem Mann Robert gibt es noch ein gravierendes Problem, denn sie haben haben einen schwer behinderten Sohn, Felix, der in Deutschland in einem Pflegeheim lebt. Oda besucht ihn regelmäßig, und wir erfahren, wie sie und alle Beteiligten mit dieser Behinderung umgehen. Bewertung Vor allem fällt die Sprache des Romans positiv auf, er ist sehr fein erzählt, aber eben auch mit einer melancholischen Grundstimmung. Die Besonderheit des Romans ist die Erzählperspektive, und zwar wird die gesamte Geschichte erzählt vom Bibliothekar der deutschen Bücherei. Das ist am Anfang doch etwas befremdlich, da er nur eine Nebenfigur ist, aber zum Schluss klärt sich alles noch auf. Dadurch wirkt alles etwas distanziert, aber so wird es auch nie kitschig. Die Sprache ist sowohl nüchtern als auch lyrisch, und so passt sie auch zur herben Landschaft des Nordens. Das zentrale Thema des Lebens mit einem schwer behinderten Sohn sowie auch die Suche nach Glück wirft viele Fragen auf und lässt einen doch sehr nachdenklich werden. Aber das Buch fängt auch die herbe Schönheit Finnlands ein. Eine Empfehlung für alle, bei denn es auch mal etwas melancholisch sein darf... denn auch so ist doch das Leben. Ab und zu darf es doch auch mal ein Stück Zartbitter-Schokolade sein, oder?

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  • Melancholische Geschichte über Beziehungen

    Die Frau des Botschafters

    irismaria

    24. August 2013 um 16:29

    "Die bewegende Geschichte einer ungleichen Freundschaft, einer Ehe und einer besonderen Mutter-Kind-Beziehung. Die Freundschaft zwischen Klaus und Oda, der Frau des Botschafters, beginnt mit einem Fisch. Eines Herbstmorgens legt ihn der Fischer auf den Steg der deutschen Botschaft in Helsinki, deren Garten an die Ostsee grenzt. Oda war früher Fernsehredakteurin, jetzt repräsentiert sie Deutschland an der Seite ihres Mannes. Klaus, der allein in einem Holzhaus am Meer wohnt und sich selbst zu genügen scheint, eröffnet eine Gegenwelt zum Diplomatenleben, in dem Oda die Tage oft lang werden. Vor allem sehnt sie sich nach ihrem Sohn Felix, der in einem Heim in Deutschland lebt. Eines Tages fasst Oda einen tollkühnen Plan: Sie will ihrem Sohn das einzigartige nordische Licht auf dem zugefrorenen Schärenmeer zeigen. Mit Klaus als Komplizen macht sie sich auf den Weg, ohne dass irgendjemand anderes von ihrem Vorhaben weiß. Ein elegant erzählter Roman über die Entwicklung einer Frau und die Frage, was es heißt, Mensch zu sein - getaucht in das berückende Licht des Nordens." soweit die Inhaltsangabe, die gut die Handlung der Geschichte trifft. Interessant finde ich die Erzählperspektive, denn Teile des Buchs sind aus der Sicht eines Mannes geschrieben, der Oda von früher kennt und nun als Biliothekar in der Bibliothek der Botschaft lebt. Ganz begeistern konnte mich "Die Frau des Botschafters" aber nicht. Die Stimmung war mir zu melancholisch, die Beziehungen zu kaputt und die Handlungen der Akteure nicht immer nachvollziehbar.

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  • Rezension zu "Die Frau des Botschafters" von Stefan Moster

    Die Frau des Botschafters

    Rosen-Rot

    20. August 2013 um 15:58

    Oda ist die Ehefrau des deutschen Botschafters und lebt mit ihrem Mann in Helsinki. Sie langweiligt sich in ihrem Leben, und ihre Gedanken sind nur bei ihrem behinderten Sohn, der in einem Pflegeheim lebt. Eines Tages begegnet sie Klaus und freundet sich mit ihm an. Das Buch erzählt die Geschichte von Oda und Klaus. Der Schreibstil des Autors ist etwas gewöhnungsbedürftig. Er bleibt die ganze Zeit über sehr emotionslos und distanziert, so dass man keine richtige Sympathie zu den Figuren aufbauen kann. Die Geschichte ist oftmals sehr widersprüchlich, und auch das Ende hat mir nicht gefallen. Insgesamt ist dies ein Buch, das ein wenig anders ist. Es ist kein gewöhnlicher Liebesroman, doch es ist auf seine Weise trotzdem sehr lesenswert.

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  • Die Frau des Botschafter - Stefan Moster

    Die Frau des Botschafters

    lesefreude_book

    18. August 2013 um 20:10

    Das Leben einer Botschafterfrau ist unumgänglich mit Luxus, Glamour und High Society verbunden. Dass es hinter der Fassade oft aber ganz anderes aussieht, davon erzählt Stefan Moster in seinem Buch. Während Oda, die Frau des deutschen Botschafters in Helsinki sich langweilt, geht ihr Mann seinem geregelten stressigen Alltag nach. Als eines Tages ein Fischer einen Fisch auf den Steg der Botschaft für Oda ablegt, beginnt sich das Leben der Botschaftergattin rasant zu ändern und eine tiefgründige Freundschaft entsteht. Neben der Tristesse des ständigen alleine seins in der Botschafter Villa, plagen Oda die Sorgen um ihren Sohn, der in einem Heim für schwerbehinderte Kinder untergebracht ist. Die Gefühle, Ängste und Sorgen werden sehr anschaulich beschrieben. Moster verzichtet allerdings auf eine detaillierte Beschreibung des Äußeren seiner Charaktere und lässt dem Leser hier viel Spielraum. Während mir Oda anfänglich sympathisch war, handelt sie im weiteren Verlaufe immer egoistischer und büßt einige Sympathiepunkte ein. Hingegen ist der Fischer von Anfang bis zum Ende ein ansprechender Charakter. Ungewöhnlich ist der häufige Erzählerwechsel. Einerseits wird aus Sicht eines reinen Erzählers berichtet und plötzlich wird in die Perspektive des Bibliothekars als Ich-Erzähler gewechselt. Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass der Bibliothekar in seinen Erzählungen von Dingen berichtet die er eigentlich gar nicht wissen kann und so die Rolle eines auktorialen Erzählers einnimmt. Zum Schreibstil von Stefan Moster fällt mir nur das Wort „wunderbar“ ein. Die Wörter wirken sorgfältig ausgewählt und gewissenhaften in wunderbaren Satzkonstruktionen zu kleinen Meisterwerken verpackt. Der Schreibstil hat eine beruhigende und entspannende Wirkung auf mich. Als Leser gerät man in eine Art Zwickmühle. Weiterlesen und endlich erfahren wie das Buch ausgeht oder das Ende hinauszögern und so noch länger die schönen Sätze und den Schreibstil genießen können. Leider hat die Geschichte gerade am Ende ein paar kleine Schwächen. So bleiben bei mir einige Fragen offen, die ich zu gerne noch aufgeklärt gehabt hätte. Fazit: „Die Frau des Botschafters“ ist das perfekt Buch auf das man sich nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag freuen kann. Gerade aufgrund der Sehnsucht nach dem weit entfernten, behinderten Sohn, nicht immer ein leichtes Buch, aber eines das definitiv zum Nachdenken anregt.

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  • Ein Buch mit Botschaft

    Die Frau des Botschafters

    Cattie

    15. August 2013 um 18:06

    "Die Frau des Botschafters" ist das Werk von Stefan Moster und beschäftigt sich mit der Botschaftergattin Oda, ihrer Freundschaft zum Fischer Klaus und der Beziehung zu ihrem Sohn Felix. Oda lebt an der Seite ihres Mannes Robert, dem deutschen Botschafter, in Helsinki, Finnland. Eines Tages legt ihr der Fischer Klaus, der selber von Deutschland fasziniert ist, einen Fisch auf den Steg. Von da an entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, die so ganz unterschiedlich sind. Oda vertraut Klaus so sehr, dass sie sich mit ihm an ihrer Seite einen großen Wunsch erfüllen möchte. Sie will ihren schwerbehinderten Sohn Felix, der in einem Heim in Deutschland lebt, ihre neue Heimat und das Eis zeigen. Da es in der Beziehung zu ihrem Mann kriselt, bricht sie mit Klaus zusammen auf. Erzählt wird die einfühlsame Geschichte aus Sich eines Bibliothekars, der die deutsche Bibliothek in Helsinki führt und sowohl Klaus als auch Oda begegnet. Einige Gemeinsamkeiten zwischen Oda und ihm waren mit jedoche in bisschen zu sehr zufällig und unwahrscheinlich. Mir hat die Geschichte gut gefallen, da ich die Freundschaft zwischen Oda und Klaus sehr interessant fande. Der Anfang war mir jedoch zu sehr von den politischen Aktivitäten durchzogen und von deren Beschreibung, was ich als langweilig empfunden habe. Es hat mir etwas zu lange gedauert, bis die Freundschaft in die "Gänge kam". Das Ende hingegen war sehr schön erzählt, wenn auch etwas vorhersehbar. Den Schreibstil und die Idee, den Bibliothekar als Erzähler fungieren zu lassen, fand ich abwechslungsreich, auch wenn man anfangs etwas verwirrt war, dass als der Erzähler so plötzlich direkt auftauchte. Eine schöne Idee, z.b. Klaus rote Mütze. Auch der Umgang mit Felix' Behinderung wurde gut in das Buch eingefügt und zeigt aus verschiedenen Sichten (die einer Mutter und die einer Pflegerin), wie man damit zugehen kann. Ich muss hier auch nocheinmal erwähnen, dass das Cover sehr schön gestaltet ist und das Buch von sehr guter Qualität ist. Vor allem hat mir das Papier des inneren Buchdeckels gefallen, diese gerifellte Optik sieht sehr schön aus. Das Buch fand ich gut geschrieben, aber da es anfangs etwas zu sehr in die Länge gezogen war, doch das Ende hat das wieder gut gemacht. Es ist auch nicht zu sehr in die kitschige Richtung gegangen. Deswegen vergebe ich 4 von 5 Mützen für diesen Roman. :)

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  • Wege aus der Einsamkeit oder das Licht des vereisten Meeres

    Die Frau des Botschafters

    Gruenente

    14. August 2013 um 07:31

    Oda ist die Frau des deutschen Botschafters in Helsinki. Auf den ersten Blick ein beneidenswertes Leben: viel Freizeit, viele Empfänge, wichtige Persönlichkeiten, Konzerte… Aber Oda ist nicht glücklich in dieser Welt, in der sie keine eigene Aufgabe hat, sondern nur das hübsche, repräsentable Bild neben ihrem Mann Robert abgeben muss. In einer Welt in der Spontanität nicht vorkommen darf, fühlt sich die Journalistin a.D. unterfordert, gelangweilt und einsam. Einmal im Monat fliegt sie zu ihrem Sohn Felix, der in einem Heim in Deutschland untergebracht ist. Felix ist durch einen Herzstillstand während der Geburt (für den Oda sich die Schuld gibt) schwerstbehindert und wird sein Leben lang wie ein Säugling versorgt werden müssen. Eines Tages schmeißt ein Mann aus einem kleinen Boot einen frischen Fisch auf den Steg am Botschaftsgebäude. Oda passt ihn einmal ab und lädt ihn ein. Klaus kommt auch zum Botschaftsempfang, sieht deplaziert aus, erweist sich aber als jovialer Unterhalter, spricht sogar deutsch, das er sich in Gedenken an seinem ihm unbekannten Vater angeeignet hat. Dann ist da noch der Bibliothekar der deutschen Bücherei in Finnland. Er ist der Chronist dieser Geschichte, ein mensch an einem Scheideweg, der sich sehr für Oda interessiert. Als die Ostsee im Winter zufriert, kommt Oda auf die Idee, das Felix dieses Licht gesehen haben muss, bevor die drohende Erblindung einritt. Sie fasst einen irren Plan, das Buch wird zu einer Art Roadmovie und Klaus ist immer helfend dabei. Die Sprache ist Leicht, fließend und berührend. Das Tempo wechselt von melancholisch zu  mitreißend. Die Charaktere sind allesamt sehr komplexe, interessante Menschen. Der Autor begrenzt sich aber bei jedem auf den für diesen Roman relevanten Teil. Vielleicht gibt es bald mal ein Buch, in dem die Geschichte des namenlosen Bibliothekar erzählt wird? Einige Erzählstränge wurden auch ziemlich kurz abgehandelt, Längen kann man dem Buch nicht vorwerfen. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir eine längere Problembehandlung fast gewünscht. Im Epilog werden die verschiedenen Geschichten kurz weitergeführt, dies bietet Erklärungen aber auch genug Platz für eigene Gedanken. Einige logische Probleme hatte ich (z.B. warum haben sie keine Kaiserschnitt durchgefüht?), aber das hier ist ja kein Krimi, in dem man an der Auflösung mitarbeitet. Die Gefühlswelten der Akteure war sehr eindringlich und nachvollziehbar.. Dies Buch ist eine Art Entwicklungsroman, Oda wird wieder zum selbstständigen Menschen. Aber auch für die anderen Protagonisten ändert sich das Leben völlig. Einzige Konstante bleibt Felix, der weiter in seiner eigenen Welt lebt, in die niemand wirklich Einblick hat.

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  • Ein Leben zwischen Pflicht und Gefühl

    Die Frau des Botschafters

    Herbstrose

    09. August 2013 um 20:24

    Das Leben Odas an der Seite ihres Mannes Robert, des deutschen Botschafters in Helsinki, ist geprägt von Einsamkeit und Langeweile. Außer bei offiziellen Anlässen zu repräsentieren hat die ehemalige Fernsehredakteurin keine andere Aufgabe. Oda verzehrt sich vor Sehnsucht nach ihrem Sohn Felix, der in einem Heim in Deutschland lebt. Sie gibt sich die Schuld, dass der Junge schwer behindert zur Welt kam, worunter naturgemäß auch die Ehe des Paares leidet. Eines Tages lernt Oda Klaus kennen, einen alten finnischen Fischer, dessen Leben so ganz anders ist. Er lebt bescheiden in einem Holzhaus am Meer und ist mit sich und der Welt zufrieden. Seinen Traum, einmal die Heimat seines deutschen Vaters zu besuchen, hat er längst aufgegeben. Doch dann hat Oda einen verwegenen Plan. Bevor Felix vollständig erblindet möchte sie ihn für einen Tag nach Helsinki holen, um ihm das einzigartige nordische Licht zwischen Himmel und Eismeer zu zeigen. Und Klaus soll ihr dabei helfen … „Die Frau des Botschafters“ von Stefan Moster ist ein wunderbares Buch, die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft und einer rührenden Mutterliebe. Der Leser ist sofort von der besonderen Atmosphäre gefangen. Der Autor lässt eine Romanfigur erzählen, sachlich, emotionslos und ohne zu verurteilen. Das erklärt auch die Kühle und Distanziertheit, mit der die meist melancholische Stimmung wiedergegeben wird. Sehr schön die bildhafte, poetische Beschreibung der Weite des Nordens und der besonderen Lichtverhältnisse. Für den Lesefluss sehr wohltuend sind auch die wenigen namentlich agierenden Protagonisten. Fazit: Ein leises, anspruchsvolles und dennoch fesselndes Buch, das sich unbedingt lohnt zu lesen. 

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  • Blau bis grau...

    Die Frau des Botschafters

    Orientlady

    08. August 2013 um 00:40

    Oda ist die Frau des deutschen Botschafters in Finnland und als solche weiß sie, wie sie sich in der Öffentlichkeit zu geben hat. Nach außen hin wirken die beiden, wie das perfekte Paar.Tatsächlich ist die Beziehung zu ihrem angesehenen Mann jedoch eher abgekühlt und zwar nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass Oda einen schwerbehinderten Sohn auf die Welt gebracht hat, wobei sie als schuldig gilt. Und so verbringt Oda einen Großteil der Zeit damit, über ihr Leben nachzudenken und aus dem Fenster der Botschaft hinaus aufs Meer zu blicken. Alsbald lernt sie Klaus kennen, der ihr an Rang zwar weit unterlegen ist, bei dem sie jedoch eine behagliche Leichtigkeit verspürt . Und außer seine Vorliebe für Deutschland hat auch Klaus einiges zu erzählen. Bald geht es Odas Sohn Felix schlechter, er muss nun auch um sein Augenlicht bangen und so beschließt Oda ihm kurzerhand die Schönheit des Winters vor Augen zu führen auf das er sich an sie erinnern möge. Die Reise birgt einige Risiken, doch Oda ist bereit, alles auf sich zu nehmen.Denn Klaus ist bei ihr... und nicht nur er. Das Buch verfügt über eine außergewöhnlich feinfühlige Sprache, die jedoch zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Die Geschichte ruft eine gewisse Atmosphäre hervor, die durch das finnische Leben am Meer im Winter geprägt ist und sich bis zum Ende zieht. Die Aura des Grauen, des Kalten, des Nassen, des Ungewissen, aus dem jedoch Hoffnung schimmert ist also die ganze Zeit präsent. Die Figuren sind detaillreich skizziert und vollkommen; die Rolle eines gewissen Bibliothekars, der eine Vorliebe für Oda hegt, die an Stalking grenzt, und die gesamte Geschichte erzählt, lässt hingegen Fragen offen. Insgesamt war das Buch für mich eine völlig neue Leseerfahrung, was sowohl an der eigenen Sprache, am Ort als auch an der Handlung liegt. Allerdings konnte mich das Buch nicht völlig überzeugen, da es mir oft an Spannung bzw. mehr Geschehnissen gefehlt hat und ich mich zum Ende hin gefragt habe, ob das Buch "die Frau des Botschafters" den Lesern eine Botschaft mitgeben wollte und wenn ja, welche.

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  • Die Melancholie der Botschaftergattin

    Die Frau des Botschafters

    serendipity3012

    07. August 2013 um 18:53

    Odas Leben scheint ohne Freude: Sie ist die Frau des Botschafters in Helsinki, ihre Hauptaufgabe ist es, ihren Mann bei öffentlichen Auftritten zu begleiten und Deutschland zu repräsentieren. Ihre Tage sind leer. Sie sehnt sich nach ihrem Sohn Felix, der aufgrund von Komplikationen während der Geburt behindert ist und in einem Heim in Deutschland lebt, wo er rund um die Uhr betreut wird. Besserung wird es für Felix nicht geben. Oda fühlt sich an Felix’ Zustand schuldig. Da sie und ihr Mann Robert keinen Weg gefunden haben, gemeinsam mit ihrem Schicksal fertig zu werden, leidet die Beziehung. Sie scheinen den Zugang zueinander verloren zu haben. Oda lernt Klaus kennen und freundet sich mit ihm an, Klaus, der sich selbst genügt, der nicht viel hat, aber auch nicht viel braucht, dessen eigene Biographie eine Leerstelle aufweist: Den deutschen Vater hat er nie kennengelernt. Zusammen beschließen sie, Felix für ein Wochenende nach Helsinki zu holen. Da dies für Felix sehr gefährlich sein kann, darf niemand sonst von ihrem Plan wissen. Stefan Mosters Roman „Die Frau des Botschafters“ erzählt die Geschichte einer Frau, die ein Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen hat, die sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat, die als Diplomatenfrau gelernt hat, wie man freundlich-distanziert durchs Leben kommt, ohne zu viel von sich preiszugeben. Oda ist einsam, und langsam sucht sie einen Weg aus dieser Einsamkeit heraus. Moster beschreibt Odas Leben behutsam, er beobachtet seine Protagonistin, ohne zu werten, aber nicht ohne Emotion. Er ist genau in seinen Beschreibungen, lyrisch und manchmal altmodisch seine Sprache, er hat es nicht eilig: Der Übergang vom Herbst in einen langen, dunklen und kalten Winter braucht seine Zeit, als Leser geht man den Erzählrhythmus bedächtig mit. Sämtliche Figuren in Mosters Roman sind lebensnah, und vieles wird zwischen den Zeilen vermittelt: Da wird einiges deutlich durch das, was nicht gesagt wird. So fiebert man mit Oda mit, leidet mit ihr und wünscht sich, sie möge einen Weg aus ihrer Melancholie finden, und auch zurück zu ihrem Mann, der mit der schweren Situation auf seine Weise zurechtzukommen versucht. Am Ende lässt man die Protagonisten des Romans nur widerwillig zurück, gerne hätte ich sie noch länger begleitet, hätte gern noch mehr über sie erfahren, „Die Frau des Botschafters“ hätte für mich noch mehr von diesen Menschen erzählen dürfen. Ein stiller Roman, der sich zu lesen lohnt.

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  • Melancholisch und Gefühlvoll

    Die Frau des Botschafters

    Selfesteem

    06. August 2013 um 22:39

    Im Buch wird die Geschichte der Botschafter- Gattin Oda erzählt, diese lebt in Finnland. In Koblenz lebt jedoch ihr geistig- Behinderter Sohn, welchen sie einmal im Monat besucht. Da sie ihren Sohn nicht bei sich aufziehen kann und sich die Schuld an seiner Lage gibt, ist sie traurig/deprimiert. Durch einen missglückten Angelversuch lernt sie Klaus kennen, welcher sie mit frischem Fisch beliefert. Bald bildet sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Negativ: Manchmal gibt es Zeitsprünge durch die man manchmal den Überblick verliert. Oft wird aus der Sicht eines Biblotheken geschrieben, was eigentlich gut ist, aber es gibt so viele Zufälle, den dieser hat Jahre zuvor, Oda schon mal gesehen, hat Zufällig in dem heim in dem Odas Sohn ist gearbeitet. Außerdem erzählt er manchmal Erinnerungen bei denen man nicht wirklcih durchblickt warum er das nun erzählt. Positiv: Die Sprache ist sehr schön, da in den "guten" Momenten alles bildhaft und wunderschön geschildert wird. Ebenso wird auch in den "schlechten" Momenten alles sehr trist geschrieben was sehr gut zum Inhalt passt. Außerdem gibt es verschiedene Kleinigkeiten die das Buch anschaulicher machen, zum Beispiel macht der Finne Klaus manchmal kleine Fehler. Außerdem ist die Thematik sehr Interessant und auch das Ende hat mir gut gefallen, auch wenn es sehr traurig war. Sehr authentische Charaktere mit Oda hat man zB oft Mitleid, kann aber auch Ihre Trauer, Selbstzweifel, Freude, Mutterliebe, Freundschaft nachvoll ziehen, vorallem wenn sie Ihrem Sohn Sprachnachrichten übermittelt. Außerdem wird oft aus der Sicht der Frau, die sich um den Jungen kümmert geschrieben, was mich am meisten bewegt hat , sie erzählt von ihrer Arbeit von den Kindern und wie sie Oda empfindet. Und die letzte tolle Person ist Klaus, welcher nur wenig in seinem Leben hat, jedoch sehr Glücklich damit ist und anderen wie zB Oda einfach so hilft. Ich fand sein Leben sehr Interessant und hätte gerne noch mehr von ihm gehabt. Da das Buch sehr schwer vom Inhalt ist, sollte man sich viel Zeit beim lesen lassen, da man manche Seiten auch öfters lesen muss zwischen durch auch mal etwas Sacken lassen muss. Trotzdem ist es die Zeit wert und man sollte es unbedingt lesen, wobei es für mich besser in den Winter passt da die wichtigen Stellen auch im Winter spielen.

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  • Die Frau des Botschafters

    Die Frau des Botschafters

    mabuerele

    06. August 2013 um 20:09

    Die Geschichte wird vom Bibliothekar der deutschen Bibliothek in Helsinki erzählt. Oda ist die Frau des deutschen Botschafters. Sie hält, wie man so schön sagt, ihren Mann den Rücken frei. Damit aber ist ihre Zeit nicht ausgefüllt. Sie versucht zu angeln. Dabei beobachtet sie Klaus, ein Einheimischer. Er legt ihr einen Fisch auf den Bootssteg. Mit sachlicher Sprache beschreibt der Autor das Leben im Kreise der Diplomaten. Es zählt der schöne Schein. Zeiten der Langeweile wechseln sich ab mit öffentlichen Terminen. Jeder Fehler wird gnadenlos registriert. Die Personen werden ausführlich charakterisiert und haben doch die Möglichkeit, sich im Laufe der Handlung weiterzuentwickeln und zu verändern. Oda ist eine gebildete Frau. Doch sie ist geplagt von Schuldgefühlen. Ihr Sohn Felix kam behindert zur Welt. Robert, der Botschafter, ist auf seine Karriere bedacht. Er bewegt sich vorsichtig auf dem glatten Parkett der Diplomatie. Klaus ist das Kind einer finnischen Frau und eines deutschen Soldaten. Er hat seinen Vater nie kennengelernt. Doch die Sehnsucht hat ihn bewogen, sich die deutsche Sprache beizubringen. Der Autor hat es geschickt verstanden, verschiedene Geschichten in die eigentliche Erzählung einzufügen. Dadurch entsteht eine innere Spannung, die durch die Handlung trägt. Die sprachliche Gestaltung des Romans ist hochwertig und sehr vielschichtig. Wenn es um Menschen und ihre Probleme geht, bleibt die Sprache meist sachlich. Emotionen finden sich nur an wenigen Stellen. Das bewirkt, dass sich der Autor häufig einer Wertung enthält und mich als Leser anregt, mir selbst eine Meinung zu bilden. Das betrifft insbesondere das Thema Behinderung und seine Folgen. Andererseits malt der Autor mit seinen Worten berührende Landschaftsbilder. Die Kälte des Eises der Ostsee oder die Helligkeit des Lichtes werden spür- und fühlbar. Der Autor beherrscht das Spiel mit Metaphern, Aufzählungen und Satzverknüpfungen. Die Sprache der Dialoge ist präzise und auf das Wesentliche beschränkt. Eine besondere Stellung nehmen die kursiven Teile des Romans ein. Hier versucht Oda ihrem Sohn gedanklich zu sagen, was sie denkt und fühlt. Das Cover gefällt mir. Im Buch wird nicht nur eine Brücke geschlagen. Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Er erzählt in leisen Tönen und wirkt in weiten Bereichen fast deprimierend. Allerdings gilt letzteres vorwiegend für den ersten der drei Teile, in die das Buch aufgegliedert ist. Eine hohe Position und finanzielle Sicherheit sind keine Garantie für Glück und Zufriedenheit. Auch diese Botschaft steckt in der Handlung. Doch es gibt immer wieder Szenen voller Menschlichkeit und Selbstlosigkeit, die das negative Element aufwiegen. Dazu gehört auch, dass die Protagonisten plötzlich ganz anders handeln, als ich es als Leser erwartet habe. Gerade diese Vielfalt in den Abläufen und in der Sprache macht das Besondere des Buches aus.

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  • Rezension zu "Die Frau des Botschafters"

    Die Frau des Botschafters

    Schneekatze

    05. August 2013 um 16:56

    Die Freundschaft zwischen zwei Menschen, die aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen; die Spannung zwischen der kalten Berufswelt, in der es nur um Ansehen und Stolz geht, und der ganz anderen Welt, am Meer; und die Entwicklung von den Hauptprotagonisten, das detaillierte Beschreiben der Gegenwärtigkeit, das Leben im Hier und Jetzt – um all das geht es im Roman „Die Frau des Botschafters“. Das, was mir als erstes aufgefallen war, ist der außergewöhnliche Schreibstil des Autors. Auf den ersten Blick wirkte er für mich emotionslos, voll von äußeren Beschreibungen, und genau diese sind es, die den Blick ins Innere öffnen. Sehr genau, sehr detailreich, und so, als ob jedes Wort genau passend an seiner Stelle steht. Und in allem eine Verzweiflung, ein melancholischer Unterton, in dem jedoch trotzdem eine gewisse Schönheit liegt oder besser: diese zeigt. Die Personen im Roman stehen für sich: Oda, die Frau des Botschafters, zerrissen von dem Leben in der Öffentlichkeit und dem Rückzug oder besser auch Aufbruch in diese andere Welt, fernab von der Diplomatenwelt. Ihr ehrgeiziger Ehemann Robert, der an seine berufliche Zukunft denkt; im Gegenteil dazu der stille Klaus, der das Leben so nimmt, wie es ist, und zufrieden ist mit Kleinigkeiten, mit dem, was er hat. Und auch die weiteren Personen haben ihre Positionen, und jede für sich entwickelt sich stetig, langsam. Was mir auch sehr gefallen hat, ist der Wechsel zwischen fast schon lyrischer Sprache und dem sachlichen Wissen, seien es politische und geschichtliche Ereignisse oder wie man mit einer Angel umgeht. Alles verständlich dargestellt, ohne dass man aus der Geschichte herausgerissen wird, wie es mir bei anderen Roman schon erging. Fazit: Die besondere Ausdrucksweise und auch die Spannung, die immer aufrechterhalten wird, dazu die Geschichte von Freundschaft und Glück, und die feinfühlige Entwicklung der Personen: Auf jeden Fall lesenswert!

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  • Eine Ode an die Freundschaft

    Die Frau des Botschafters

    selda

    04. August 2013 um 21:12

    Oda, frühere Journalistin, langweilt sich in der Rolle der Frau des Botschafters. Sie und ihr Mann Robert leben in Helsinki. Während er seinen Geschäften nachgeht, lernt sie mehr oder weniger engagiert die Landessprache und verbringt Zeit im parkähnlichen Garten des Botschaftsgeländes. Ihr einziger Lebensinhalt ist ihr behinderter Sohn, Felix, der in Deutschland in einem Pflegeheim lebt.   Beim Versuch zu angeln, begegnet ihr Klaus. Klaus liebt die deutsche Kultur- er hat einen deutschen Vater den er nie kennenlernen durfte. Aus der Einsamkeit der beiden entwickelt sich eine tiefe, kompromisslose Freundschaft, die letztlich beide dazu bringt, über sich hinauszuwachsen und Träume wahr werden zu lassen. Für beide beginnt eine Reise zu sich selbst. Der Autor schafft es mit seiner präzisen, klaren Sprache immer genau den Abstand zu halten, den der Leser braucht, um durch die schwierigen Inhalte getragen zu werden. Der Wechsel zwischen kühler Distanz und zarter, anrührender Poesie schafft eine gewisse Leichtigkeit in der Schwere der Themen. Die wunderschöne Bildsprache, die der Autor kreiert, ist fein und elegant. Schon allein deswegen lohnt es sich unbedingt, das Buch zu lesen. Die Frau des Botschafters ist ein Buch über die Kraft der Freundschaft. Unbedingt lesenswert!

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  • Poetisch-melancholisches Buch über die Emanzipation der Frau des Botschafters

    Die Frau des Botschafters

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. August 2013 um 20:35

    Die Frau des deutschen Botschafters in Finnland lebt in einem goldenen Käfig. Sie hat nichts zu tun als die Gattin des Botschafters zu repräsentieren und auf Empfängen Small Talk zu reden. Den Rest der Zeit langweilt sie sich. So kommt sie auf die Idee, mit dem Geschenk des schwedischen Botschafters angeln zu gehen. Es misslingt, bringt ihr aber die Bekanntschaft von Klaus, einem Mann, dessen deutscher Vater als Besatzer im Zweiten Weltkrieg in Finnland war und den er nie kennengelernt hat. Dafür interessiert sich Klaus für die deutsche Sprache, Kultur etc. und freut sich sehr, als er auf den Empfang zum Tag der Einheit in der Botschaft eingeladen wird... Was die Öffentlichkeit nicht sieht und weiß, ist, dass das Botschafterpaar einen schwerstbehinderten Sohn haben, der das Augenlicht zu verlieren droht... Der Erzählstil ist sehr poetisch, aber dabei nicht schwierig. Man kann das Buch sehr gut lesen. Die Erzählsituation ist spannend. Es wird mit der Zeit deutlich, dass eine Figur des Romans als Erzähler auftaucht, der mit der Familie des Botschafters durch die Vergangenheit verknüpft ist. Die Geschichte ist, wie man oben schon erkennen kann, dramatisch, wird dabei aber nicht überzogen oder zu aufgeregt erzählt, sondern eher ruhig und melancholisch. Das Cover bildet dabei eine gute Visualisierung der Stimmung des Romans und verdeutlicht besser als alle Adjektive den Erzählstil.

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