Stefan Paubel Alte Kanaldeckel in Berlin

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Inhaltsangabe zu „Alte Kanaldeckel in Berlin“ von Stefan Paubel

Die schönen alten Kanaldeckel Berlins verschwinden rasant aus dem Stadtbild – das vorliegende Buch dokumentiert zahlreiche der historischen Originale. In wenigen Jahren sind auch diese verschwunden und durch Eintönigkeit nach DIN EN 124 ersetzt.
Über die Geschichte der Stadtentwässerung Berlins, sie besteht aus Kanalisation, Abwasserpumpwerken, Abwasserdruckrohren, Rieselfeldern und Klärwerken wurde bereits mehrfach beschrieben. Sehr ausführlich von Hilmar Bärtel 2003 in »Geklärt« (125 Berliner Stadtentwässerung). Danach noch einmal als kurzer Überblick 2014 in »Berliner Wasser« (Die Geschichte einer Lebensnotwendigkeit).
Die Chronik der Kanalisation als wichtigster Teil der Stadtentwässerung, sie »sammelt« das Abwasser ein, ist ebenfalls weitgehend bekannt. An dieser Stelle nur kurz: 1873 stellt James Hobrecht den einheitlichen Entwurf für die gesamte Entwässerung Berlins auf. Dieser Entwurf beschreibt das »eingesammelte« Abwasser mittels Dampf-Kolbenpumpen auf die Rieselfelder in der Umgebung zu befördern. Der Bau des Systems beginnt noch im selben Jahr.
Der Hobrechtsche Entwurf für die Kanalisation teilt das damalige Berliner Stadtgebiet in 12 unabhängige Entwässerungssysteme. Die zugehörigen Abwasserpumpwerke eines jeden Radialsystems liegen an einem möglichst tiefen Punkt im Urstromtal, Spree oder Landwehrkanal. Das Mischwasser, häusliches und gewerbliches Abwasser plus Regenwasser kann daher – radial – im freien Gefälle durch die Kanäle (Sammler) zum Pumpwerk fließen. Den ersten Teil des Radialsystems III übernimmt am 1. Januar 1878 der städtische Entwässerungsbetrieb (noch heute in Funktion).
Es gibt unterschiedlich geformte Abdeckungen auf Gehwegen und Straßen der Stadt. Man kann sie den verschiedenen Medien zuordnen. In diesem Buch interessieren aber nur die alten runden Kanaldeckel. Die fachlich korrekte Bezeichnung lautet »Schachtabdeckung für Einsteigeschächte«, liebevoll Gullydeckel genannt. Jede Schachtabdeckung besteht aus dem runden Deckel und einem quadratischen oder runden Rahmen. Quadratische Deckel sind die ganz seltene Ausnahme. Wenn vorhanden, sind sie durch Scharniere vor Absturz gesichert. Runde Deckel können nicht in den Schacht stürzen! Die Abdeckung deckt den Schacht zu. Der Deckel verschließt das Mann-Loch. Kanalisationsschächte benötigt man zur Kontrolle, Reinigung, Lüftung und als Einstieg. Nur bei sehr großen begehbaren Kanälen gibt es ausnahmsweise Treppen.
Die alten Berliner Gullydeckel sind von Stefan Paubel nach Herstellern geordnet und nach Typen (Bauweisen) sortiert. Die älteste Hobrechtsche Urform mit »Doppelring« besitzt zwei Reihen Lüftungsöffnungen (siehe Abb. Tafel 9, Hobrecht-Atlas 1884). Die spätere Bauform, wir nennen sie »Einfachring« hat nur eine Reihe Lüftungsöffnungen. Der Rahmen wiegt 158 kg, der Deckel 117 kg, zusammen 275 kg Gusseisen (siehe Abb. S. 221 »Fünfzig Jahre Berliner Stadtentwässerung« 1928). Dazu sh. Abb. Seite 6. Wann der Modellwechsel erfolgte, konnte ich nicht ermitteln. Anlass für diese Veränderung sind höhere Verkehrslasten durch Autos, denn die Urform »Doppelring« zerbricht leichter.
Die Lebensdauer einer Schachtabdeckung wird 1928 je nach Verkehrsbelastung noch mit fünf bis 20 Jahren angegeben, in sehr ruhigen Straßen länger. Die Liegezeit beträgt jedoch tatsächlich 100 Jahre und mehr.
Im Originalzustand sind die frühen Deckel immer mit vier Stück getränkten Eichenholz-Segmenten, »Holz-Klötzen« ausgefüllt. Sie bieten den Hufen der Pferde einen guten Halt. Deckelverschlüsse haben sich nicht bewährt. Sie fördern die Verschmutzung und das Festfrieren. Auf einigen Deckeln erkennt man noch Verriegelungszapfen als Verschlussvorrichtung. Auf sie wird später verzichtet. ...
Stefan Paubel hat 1.300 Straßen im gesamten Berliner Stadtgebiet systematisch abgesucht. Dabei wurde er in über 700 Straßen fündig! Dieser Bildband ist eine umfassende und repräsentative Auswahl aller in Berlin vertretenden Hersteller, Modellreihen und deren Varianten. Das Buch wirft einen vielleicht sentimentalen, aber dennoch offenen Blick auf eine vergangene Epoche, auf die Ursprünge und Entwicklung der Berliner Kanalisation und ist so ein kleiner Mosaikstein zum detailierten Verständnis der vielfältigen Stadt und Technikgeschichte.

Aus der Einleitung von Johannes Horscht

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