Die Enthüllung der Welt

von Stefan Schmortte 
4,9 Sterne bei16 Bewertungen
Die Enthüllung der Welt
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

BuchHasis avatar

Kleiner Mann ganz groß

jutschas avatar

Einer der besten Romane, die ich in 2017 gelesen habe

Alle 16 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Enthüllung der Welt"

Piet van Leeuwen ist der scharfsichtigste Mann des 17. Jahrhunderts, aber das Allerwichtigste in seinem Leben übersieht er. Kleinwüchsig zur Welt gekommen und von seiner Mutter verstoßen, ist ihm wie zum Ausgleich eine ganz besondere Gabe in die Wiege gelegt worden. Seine Augen sind ein Wunder. Selbst winzigste Details, für die seine Mitmenschen blind sind, erkennt er mit seinem besonderen Blick. Seine Andersartigkeit macht ihn schon früh zum Außenseiter. Und die Suche nach dem Allerkleinsten wird zu seinem Lebensthema.
Nur mit sehr viel Glück überlebt er seine Kindheit in einem Internat, in dem Gewalt und Missbrauch herrschen. Nach entbehrungsreichen Lehrjahren in Amsterdam eröffnet er in seiner Geburtsstadt Delft ein Tuchhandelsgeschäft. Dort lebt er mit seiner jüdischen Magd Carla unter einem Dach, die er aus einem Hurenhaus freigekauft hat. Keiner in der Stadt ahnt etwas von ihrer geheimen Liebesbeziehung. Und nur die allerwenigsten wissen, was Piet hinten in seiner Werkstatt anstellt, wenn er am Abend seinen Laden schließt.
Als die ersten Gerüchte über seine merkwürdige Apparatur in der Stadt die Runde machen, muss Piet um sein Leben fürchten. In den Kreisen der Wissenschaft erntet er mit seiner unglaublichen Entdeckung bald großen Respekt, aber die Liebe seines Lebens verliert er darüber immer mehr aus dem Blick. Die grausame Wahrheit, die ihm Carla die ganze Zeit über verschweigt, erkennt er erst, als das Unheil seinen Lauf bereits genommen hat. Am Ende sieht er nur einen Ausweg, um sich an der Welt und seinem Schicksal zu rächen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783957611758
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:600 Seiten
Verlag:Lago
Erscheinungsdatum:11.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,9 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne15
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    jutschas avatar
    jutschavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Einer der besten Romane, die ich in 2017 gelesen habe
    Einer der besten Romane, die ich in 2017 gelesen habe

    Das Buch erzählt die Lebensgeschichte des Erfinders des Mikroskops in absolut fesselnder Art und Weise.

    Ein Mikroskop kennt jeder, den Namen seines Erfinders eher nicht. Ich fand die Geschichte einfach wunderbar und habe nebenbei wirklich viel gelernt, auch wenn sicher einiges für die Handlung des Romans dazu gedichtet wurde. Es könnte aber genauso gewesen sein. Es war alles absolut schlüssig und nachvollziehbar.

    Im Buch gibt es mehrere Handlungsstränge. Zunächst habe ich befürchtet, dass ich das nicht auseinanderhalten kann, aber das war unbegründet. Der Leser erfährt nach und nach alle Hintergründe, die man zum Verstehen des Buches benötigt, und jeder Handlungsstrang war für mich persönlich spannend.

    Das Buch hat mir gut gefallen, es ist spannend von Anfang bis zum Schluss.
    Der Schreibstil ist flüssig, sehr gut lesbar und vor allem absolut fesselnd. Es war mir gut möglich, mich in den Protagonisten hinein zu versetzen. Der zeitliche Kontext und der geschichtliche Hintergrund sind sehr gut recherchiert. Aufgrund der Authentizität und der Spannung, die sich durch das ganze Buch hält, kann ich den Roman wirklich weiterempfehlen. Es ist eines meiner Highlights in 2017. Für mich ist er 5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung wert.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    BuchHasis avatar
    BuchHasivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Kleiner Mann ganz groß
    Kleiner Mann ganz groß

    Piet van Leeuwen ist kleinwüchsig, rothaarig und wurde von seiner Mutter verstoßen. Er hatte keine leichte Kindheit.
    Als er erwachsen ist, entdeckt er mithilfe einer selbstgebauten Apparatur die Welt des Unsichtbaren. Er sieht alle kleinen Dinge und in der Wissenschaft erntet er bald großen Respekt. Doch es das geht alles nicht lange gut.


    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Leser begleitet Piet auf seiner langen Reise nach Anerkennung und die Suche  nach dem kleinen Detail. Man fiebert und trauert mit ihm mit.


    Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Charaktere sehr gut beschrieben.


    Die Schrift war etwas zu klein und das Lesen war auf Dauer anstrengend. 


    Dennoch eine sehr gelungener historischer Roman.



    Kommentieren0
    7
    Teilen
    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 9 Monaten
    Forschergeist

    Piet van Leeuwen kommt im 17. Jahrhundert in Delft zur kleinwüchsig Welt. Von der Mutter wird er verstoßen und nach dem Tod des Vaters kommt er in ein Internat. Dort herrschen furchtbare Zustände und er überlebt das alles nur mit Hilfe seines Freundes. Anschließend geht er bei einem Tuchhändler in die Lehre und eröffnet danach in Delft sein eigenes Geschäft. Er kauft die jüdischen Magd Carla aus dem Hurenhaus frei und lebt mit ihr zusammen unter einem Dach. Dass sie eine Liebesbeziehung haben verheimlicht er genauso wie die Forschungen, die er betreibt. Dank Karlmann lernt er das Linsenschleifen und er setzt seine ganze Energie darin, in dieser Kunst immer besser zu werden. Damit erwirbt er sich Respekt, aber es gibt auch die, die Teufelswerk darin sehen.

    Piet hat von Geburt aus den Makel der Kleinwüchsigkeit mitbekommen und dazu hat er auch noch rote Haare. Es gibt in jener Zeit viele Menschen die das als Zeichen des Satans betrachten. Wissenschaft und Forschung werden argwöhnig beäugt. Daher ist die Gefahr für den ständig forschenden Piet sehr groß. Zu spät erkennt er dies.

    Die Charaktere sind sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Ich mochte diesen Piet, der so viel Ablehnung ertragen musste. Ich hätte ihm allerdings gewünscht, dass sein scharfsinniger Blick auch das Wesentliche im Leben erfasst hätte und nicht nur seine Forschungsobjekte. Die Figur des Piet basiert auf einem realen Vorbild.

    Es ist eine wunderbare Geschichte, die historische Fakten mit fiktiven Elementen verbindet.

    Dem Autor gelingt es, alles genau und verständlich rüberzubringen.

    Eigentlich ist dies eine Geschichte, die einen so packen könnte, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Leider wird dies verhindert durch die furchtbar kleine Schrift. Ich konnte immer nur ganz kleine Abschnitte lesen und habe entsprechend lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen.

    Trotzdem ist dies ein sehr interessantes Buch.

    Es ist eine fesselnde Geschichte über einen besonderen Menschen.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    angeltearzs avatar
    angeltearzvor 9 Monaten
    Die Enthüllung der Welt

    Bei historischen Romanen bin ich immer etwas vorsichtiger, da es nicht immer mein Geschmack trifft bzw. mir einfach zu langweilig wird. Allerdings hat mich der Klappentext von diesem Buch neugierig gemacht. Ich mag es die Lebensgeschichte von jemanden zu hören oder zu lesen. Deswegen war es für mich klar, dass ich dieses Buch einfach lesen musste.Der Klappentext hat auch nicht zu viel versprochen. Tatsächlich verrät der Klappentext sogar zu wenig, wie ich finde. In dem Buch geht es um so viel mehr, als nur das Lebensthema von Piet. Es geht hauptsächlich um Piet. Um sein Leben, seine Liebe und seine Leidenschaft. Auch das mit dem “historisch” würde ich weg lassen. Es spielt zwar im 17. Jahrhundert, aber das ist auch schon alles, was mit “historisch” verbunden werden kann.
    Wäre Piet nicht Fiktion, wäre es glatt eine Biografie. Piets Geschichte wird so detailiert geschrieben, dass ich erst nicht glauben wollte, dass es Piet nicht gab. So viele Details, die der Autor sich ausgedacht. Es ist so genial und es wirkt alles so echt. Der Autor hat sich Gedanken gemacht und gibt allen Charakteren eine unglaubliche Tiefe. Ich habe an einigen Stellen so mit Piet gelitten. Wie mit ihm umgegangen wurde, ist schon sehr heftig. Ich hätte den kleinen Mann am Liebsten in den Arm genommen und beschützt. Ich würde sagen, hier hat der Autor wirklich alles genial hinbekommen.Natürlich gibt es auch hier den einen Charakter, der einen irgendwann so richtig auf den Keks ging.Auch das Setting ist super durchdacht. Das Kopfkino ist angesprungen und man läuft neben Piet her, als wäre es ganz selbstverständlich.
    Es wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Hauptsächlich natürlich aus der Sicht von Piet, aber es gibt noch weitere Charaktere, die wichtig sind und die ebenfalls ein paar Kapitel erhalten haben.Der Autor schreibt sehr gut. Er hat einen besonderen Stil, der sich trotzdem leicht lesen lässt. Ich würde ihn mit Grisham vergleichen so vom Stil her. Es ist nicht der Geschmack von jedem. Aber es passt einfach generell super zu dem Buch und mir gefällt der Stil sehr.
    Ein kleiner Kritikpunkt, den ich aber nicht in meine Bewertung fließen lasse. Es ist mir an manchen Stellen zu religös, teilweise sogar regelrecht fanatisch. Ist in meinen Augen etwas zu übertrieben und hätte mit etwas weniger den gleichen Effekt gehabt. Das ist aber nur eine Geschmackssache.
    Wer nicht damit klar kommt, dass Kinder und Tiere misshandelt werden, der sollte das Buch auf keinen Fall lesen. Die wenigen Absätze mit den Tieren habe ich übersprungen, obwohl ich eigentlich abgehärtet bin.Ich möchte dieses Buch wirklich empfehlen! Les es!
    Das Cover: Was für ein wunderschönes Cover! Ich kann mich gar nicht satt sehen an den vielen Kleinigkeiten.
    Fazit: Es ist wenig historisch, aber dafür mit viel Leidenschaft, die in viele Richtungen geht. Ein toller Autor, der sich eine geniale Geschichte niedergeschrieben hat.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Vampir989s avatar
    Vampir989vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: faszinierender historischer Roman
    faszinierender historischer Roman

    Klapptext:
    Piet van Leeuwen ist der scharfsichtigste Mann des 17. Jahrhunderts, aber das Allerwichtigste in seinem Leben übersieht er. Kleinwüchsig zur Welt gekommen und von seiner Mutter verstoßen, ist ihm wie zum Ausgleich eine ganz besondere Gabe in die Wiege gelegt worden. Seine Augen sind ein Wunder. Selbst winzigste Details, für die seine Mitmenschen blind sind, erkennt er mit seinem besonderen Blick. Seine Andersartigkeit macht ihn schon früh zum Außenseiter. Und die Suche nach dem Allerkleinsten wird zu seinem Lebensthema.

    Ich hatte große Erwartungen an diesen Roman und ich wurde nicht enttäuscht.Der Autor hat es geschafft mich in das 17.Jahrhundert in die Niederlande zu entführen.Ich habe den Leidens und Lebensweg des kleinwüchsigen Piets mit verfolgt.Der Schreibstil ist leicht und flüssig.Ich kam mit dem Lesen sehr gut voran.Die Seiten flogen nur so dahin und wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen.Piet hatte eine schwere Kindheit und auch die Zeit im Internat war sehr hart.Schon früh interessiert er sich für die Wissenschaft.Er experimentiert sehr viel.Dort erlangt er bald Anerkennung und Ruhm wonach er sich sehnt.Der Autor hat es durch seine beeindruckende und fesselnde Erzählweise verstanden mich förmlich in die Geschichte hinein zu ziehen.Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen.Alle Charaktere wurden hervorragend ausgearbeitet und waren in Ihrer Art und Weise auch sehr unterschiedlich.Das hat mir sehr gut gefallen.Besonders sympatisch fand ich Piet und Clara.Viele Szenen wurden sehr detailliert beschrieben und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Ich habe mit gelitten,mit gebangt und mit gefühlt.Es gab viele herzlose und brutale Ereignisse.Aber auch einige sanfte und gefühlvolle Momente konnte ich mit erleben.Durch die guten Recherchen des Autors habe ich auch viele interessante Informationen über die Wissenschaft,besonders über das Mikroskop,Mikroben und Bakterien erhalten.Das hat mir sehr gut gefallen.Es hat mich tief beeindruckt und fasziniert zu erfahren wie der kleinwüchsige Piet sein Leben meistert.Die Spannung bleibt von Anfang bis zum Ende erhalten und es kommt nie Langeweile auf.Das Ende fand ich sehr emotional und es hat mich sehr berührt.Es passt genau zu diesem wunderschönen historischen Roman.Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt .Es rundet das brilliante Werk ab.Ich hatte viele unterhaltsame Stunden mit dieser Lektüre.Für Leseliebhaber von historischen Romanen die sich auch für die Wissenschaft interessieren ist diese Lektüre sehr empfehlenswert.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Mary2s avatar
    Mary2vor 10 Monaten
    Forschung im Hinterzimmer - Ein bemerkenswerter historischer Roman

    Delft im 17. Jahrhundert, die Zeit des Jan Vermeer, das „Goldene Zeitalter der Niederlande“ ist Schauplatz dieses großen Romans um das Leben eines kleinen Mannes: Piet van Leeuwen. Kleinwüchsig geboren und von der Mutter abgelehnt, finden sich nur wenige Lichtblicke in seiner Kindheit. Nach dem Tod des geliebten Vaters erlebt Piet in einem Internat Willkür und Missbrauch. Seine Rettung ist die Lehre bei einem Amsterdamer Tuchhändler und ein vom Lehrer erbeuteter „Lesestein“, der Vergrößerungen erzeugt. Vom eigenen Kleinwuchs, einer besonderen Sehfähigkeit und vom Vermächtnis des Vaters inspiriert, entwickelt Piet ein lebhaftes Interesse an kleinen und kleinsten Dingen. Als er schließlich das Linsen-Schleifen erlernt, ist es um ihn geschehen: Tiere, Pflanzen und alle nur erdenklichen Körperflüssigkeiten werden von ihm genauestens untersucht und beobachtet. Er baut die verschiedensten Mikroskope und verfolgt ehrgeizig das Ziel, die Geheimnisse des Lebens zu ergründen.

    Die Figur des Piet van Leeuwen ist als körperlich beeinträchtigt angelegt worden. Der Zeit entsprechend werden seine roten Haare und der Klumpfuß als satanische Zeichen angesehen. Rechtgläubige fanatische Christen sehen darin eine Gefahr, die es zu beseitigen gilt.

    Europa befindet sich teilweise noch in sehr tradierten Vorstellungen, die Wissenschaft wird von der einfachen Bevölkerung misstrauisch beäugt, die Forscher werden angefeindet, da sie vermeintlich die Schöpfung herabwürdigen. Dementsprechend findet Piets Forschung im Geheimen statt und wird nur ausgewählten, aufgeklärten Personen offenbart. Als Piet eine Ausnahme macht, nehmen die Dinge einen unheilvollen Gang.

    Bei aller Liebe zum Kleinen wird Piet ein so fanatischer Forscher, dass die zwischenmenschlichen Begegnungen dem zum Opfer fallen. Erst spät erkennt Piet diese Gefahr, um schließlich die Wissenschaft zu Gunsten seiner Familie aufzugeben.

    In diesem Zwiespalt mag auch heute so mancher Wissenschaftler stecken, der mit dem Tunnelblick seine Ziele ehrgeizig verfolgt.

    Stefan Schmortte gelingt eine detailreiche und sehr plastische Darstellung der Niederlande im 17. Jahrhundert. Historische Ereignisse (Delfter Donnerschlag, Ostindien-Kompanie) finden sich in seinem Roman wieder, ergänzt durch fiktive Handlungsträger, die geschickt mit Piets Geschichte verwoben werden. Die Figur des Piet lehnt der Autor dabei an die historisch verbürgte Person des Antoni van Leeuwenhoek an. Dieser gilt als autodidaktischer Naturforscher, der zahlreiche Studien mit selbst erbauten Lichtmikroskopen durchführte.

    Für diesen gewaltigen Roman sollte man sich Zeit nehmen: Einerseits ist der schiere Umfang (klein gedruckt!) Grund genug, andererseits können bei gründlicher Lektüre die philosophischen Überlegungen des Protagonisten besser gewürdigt werden.

    Jeder historisch interessierte Leser wird an diesem gut recherchierten Roman seine Freude haben. Kurzweilig erzählt entsteht trotz wechselnder Schauplätze ein präzises Bild im Kopf des Lesers. Ein bemerkenswertes Ende lässt die Lektüre noch lange nachklingen.

    Ich vergebe gerne 5 Sterne, würde in einer weiteren Auflage jedoch eine größere Schrift empfehlen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    dicketillas avatar
    dicketillavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein hervorragendes Buch über eine bewegende Zeit, in der ein kleiner Mensch am Ende das Große im Leben findet. Mehr davon Herr Schmorrte!
    Die Geschichte einer Leidenschaft

    Es ist die Geschichte des Kleinwüchsigen Piet van Leeuwen, der in Liebe gezeugt, aber seine Geburt nur Ablehnung, Abscheu bei seiner Mutter hervorbrachte. Sein liebender Vater am Ende nicht mehr die Kraft hatte, diese Ablehnung seiner Geliebten, die sich auch auf ihn übertrug, zu ertragen, aus dem Leben schied.
    So wurde der kleine Piet, gegen eine großzügige Spende seines vermögenden Großvaters, mit Hilfe der Kirche , an einen anderen Ort verbracht, die Schande nicht mehr vor Augen zu haben.
    Die außergewöhnliche Fähigkeit des Jungen, seine Scharfsinnigkeit, wurde einst nur vom Vater erkannt, ansonsten sah man in ihm ein hinkendes, rothaariges, häßliches Monster, das nur für Unheil sorgte.
    Piet landet in einer Schule, in der es für den dortigen Rektor nur Auserwählte und Nichtauserwählte gab. So durchläuft Piet eine Zeit voller Demütigungen und Misshandlungen, kann nur mit viel Glück überleben.
    Als er den Lesestein des Rektors findet, beginnt für Piet eine Leidenschaft, die sein weiteres Leben prägen sollte.
    "Wer für das Allerkleinste im Leben ein Auge hat, wird das Allergrößte in seinem Leben gewinnen:" (S.137)
    Diese Worte richtete Piets Vater, in seinem Abschiedsbrief, einst an ihn. Es sollte Jahre dauern, bis er deren Bedeutung erkennt.
    Er hat die Möglichkeit bei einem Tuchhändler in Amsterdam unterzukommen, wo er bald seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.
    Lernt Karlmann kennen, der bei einem Brillenmacher arbeitet, ihm die Kunst des Gläserschleifens beibringt, ihm die Welt mit den Augen einer Fliege zeigt, und zu einem Freund wird.

    Es ist aber auch die Geschichte Carlas, einer Jüdin, die von ihren Eltern nach Amsterdam geschickt wird, um der Inquisation in Portugal zu entgehen, der dann übel mitgespielt, für Piet eine besondere Rolle spielen wird.
    Des Arztes Gaesbeek, der die Erfindung Piets fördert, ihn immer wieder darin ermutigt.
    Karlmann, der einen Fehler begeht, den er teuer bezahlen muss.
    Aber auch des verblendeten, hasserfüllten Kirchendieners Drooten, der zu einem gefährlichen Widersacher Piets wird.

    Stefan Schmorte hat ein hervorragendes, historisches Buch geschrieben, welches uns in eine Welt der Wissenschaft führt, in der zuerst der Zweifel, dann das Unfassbare, fast schon Teuflische steht.
    Ein Leonardo da Vinci, Galileo als Ketzer angesehen werden, da hat es ein Piet van Leeuwen erst recht mit der Erfindung seines Mikroskops, und der Entdeckung seiner Animalcula schwer.
    Der Autor schickt uns auf die unterschiedlichsten Kontinente, Städte, wohin der Leser ihm überallhin folgt, fasziniert von der Darstellung aller Schönheit, aber auch Greul, dem Unfassbarem.
    Seine Charaktere sind mit solch einer Genauigkeit beschrieben, dass man  ihnen mit seinen Sinnen begegnet, Zuneigung, Ablehnung empfindet.
    Ich habe lange kein solch umfangreiches Buch gelesen, dass Wissenschaft, kombiniert mit einzelnen Schicksalen, so treffend zu erzählen weiß.Und selbst die wissenschaftlichen Erklärungen verständlich erkannt werden.

    Ich habe gelitten, geweint, Hoffnung in mir getragen. Bin Seite um Seite der Geschichte gefolgt, um mich am Ende für dieses tolle Leseerlebnis beim Autor zu bedanken.




    Kommentare: 5
    27
    Teilen
    Engi-Elis avatar
    Engi-Elivor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Spanend wie er seinen Weg beschreitet
    Wissenschaft

    Piet Ist der hauptpotogranist der Geschichte . Er musste viel leid erdulden wie von seiner Mutter verstoßen .... Von der Geselschaft wird er nicht akzeptiert sondern abgestoßen . Er seht und betrachtet die Sachen andres . Nach seiner Lehre kehrt er zurück in seine Heimat Stadt . Er eröffnet einen Laden aber vor allen arbeitet er an der Wissenschaft beteiligt ist . In Kreis der Wissenschaftler bekommt er Anerkennung und ansehen . Was er liebt ist die Wissenschaft aber auch etwas andres seine Carla jedoch merkt er es zu spät das sie für ihn kostbar ist . Mann seht obwohl er schwer hatte in der Kindheit in seinen Weg , ist er nach vorne gegangen um seinen träum zu erfühlen . Die Wissenschaft wie sich die Welt dadurch verändert . Jeder der Figuren hat seinen Chrakter passenden zu den Buch Elementen .

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    camilla1303s avatar
    camilla1303vor 10 Monaten
    Vom Kleinen und Großen

    Der Roman „Die Enthüllung der Welt – Die Geschichte einer Leidenschaft“ von Stefan Schmortte ist 2017 im Lago-Verlag, Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH erschienen und spielt im 17. Jahrhundert in den Niederlanden.

    Piet van Leeuwen ist ein kleiner, unansehnlicher Mann der schon in der Kindheit von der eigenen Mutter verstoßen wurde und auch keine leichte Jugend im Internat hatte. Nach einer Lehre bei einem Tuchhändler in Amsterdam, kehrt er in seine Heimat Delft zurück, wo er seinen eigenen Tuchhandel betreibt. In jeder freien Minute forscht er an Apparaturen, um das Kleinste der Welt zu entdecken. Während er immer mehr Anerkennung in Wissenschafts-Kreisen erhält, verliert er das Wesentliche, seine Liebe Carla, beinahe aus den Augen. Zu spät merkt er, was für ihn im Leben wirklich zählt.

    Der Autor hat es mit seinem Debut-Roman geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln, Epilog eingeschlossen. Sein Schreibstil verblüfft, da Schmorrte keine harten, brutalen Details auslässt, diese aber immer wieder mit etwas Schönem, fast schon Romantischem aufhebt und mich beim Lesen immer wieder in eine Traumwelt abgeholt hat. Nicht nur der Haupt-Protagonist Piet war gut herausgearbeitet, auch die Nebencharaktere wurden beim Lesen fast schon lebendig und neben der persönlichen Odyssee, habe ich von Piet viele Dinge über den Mikrokosmos, Mikroben und Amsterdam im 17. Jahrhundert erfahren.

    Ein glorreiches Buch, das mich gespannt auf weitere Schätze aus der Feder Stefan Schmorttes zurücklässt.

    Kommentare: 1
    7
    Teilen
    Pucki60s avatar
    Pucki60vor 10 Monaten
    Die Enthüllung der Welt

    Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Piet van Leeuwen. Piet wird in Delft kleinwüchsig geboren und von seiner Mutter verstoßen. Als dann auch noch sein Vater stirbt, kommt er in ein Internat, das von einem fanatischen Rektor geleitet wird. Nur mit Glück und Hilfe seines Freundes Karlmann überlebt er die Schulzeit. Danach arbeitet er bei einem Tuchhändler in Amsterdam und kann sich langsam aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten die Anerkennung seinem Meisters erwerben. Piet ist zwar kleinwüchsig, hat aber besonders gute Augen und kann mehr sehen als andere Leute. In Amsterdam trifft er seinen Freund Karlmann wieder, der das Handwerk des Brillenschleifens erlernt hat. Piet wird von ihm in die Kunst des Linsenschleifens eingeführt und wird darin immer versierter. Als er sein Elternhaus in Delft erbt, kehrt er dahin zurück und eröffnet ein Tuchgeschäft. Nebenbei stellt er immer genauere Linsen und Mikroskope her und erlangt mit seinen Entdeckungen bei der Royal Society in London Anerkennung. Aus Amsterdam ist ihm seine Geliebte Carla gefolgt, die als Magd bei ihm lebt. Aufgrund seiner Forschungen verliert er ihre Bedürfnisse immer mehr aus den Augen, was sich eines Tages zum Verhängnis wird.

    Die Geschichte von Piet ist sehr schön und genau geschrieben. Piet ist sympathisch beschrieben und aufgrund seiner Kleinwüchsigkeit und der dadurch bedingten Schwierigkeiten Mitleid mit ihm. Dieses und eine Botschaft, die er von seinem Vater bekommen hat, treibt ihn an, immer kleinere Dinge zu sehen. Damit ist er seiner Zeit voraus, wird aber sehr misstrauisch beobachtet, besonders vom Kirchendiener Drooten. Die Nebenfiguren wie Drooten, Karlmann und dem Arzt und Pastor sind sehr schön beschrieben und ihre Erlebnisse erweitern die Handlung.

    Dem Autor ist hier eine interessante Lebensgeschichte gelungen, sofort hat mich Piet in seinen Bann gezogen. Allerdings ist die Schrift in dem Buch sehr klein, das war ein Nachteil und dadurch ließ sich das Buch nicht ganz so schnell lesen.

    Für die Geschichte gebe ich 5 Punkte, weil sie mir wirklich gut gefallen hat und kann sie historisch Interessierten absolut empfehlen. Für die kleine Schrift würde ich dem Buch aber nur 4 Punkte geben,


    Kommentare: 3
    126
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    MuenchnerVerlagsgruppes avatar

    Darum geht's:

    Piet van Leeuwen ist der scharfsichtigste Mann des 17. Jahrhunderts, aber das Allerwichtigste in seinem Leben übersieht er. Kleinwüchsig zur Welt gekommen und von seiner Mutter verstoßen, ist ihm wie zum Ausgleich eine ganz besondere Gabe in die Wiege gelegt worden. Seine Augen sind ein Wunder. Selbst winzigste Details, für die seine Mitmenschen blind sind, erkennt er mit seinem besonderen Blick. Seine Andersartigkeit macht ihn schon früh zum Außenseiter. Und die Suche nach dem Allerkleinsten wird zu seinem Lebensthema.
    Nur mit sehr viel Glück überlebt er seine Kindheit in einem Internat, in dem Gewalt und Missbrauch herrschen. Nach entbehrungsreichen Lehrjahren in Amsterdam eröffnet er in seiner Geburtsstadt Delft ein Tuchhandelsgeschäft. Dort lebt er mit seiner jüdischen Magd Carla unter einem Dach, die er aus einem Hurenhaus freigekauft hat. Keiner in der Stadt ahnt etwas von ihrer geheimen Liebesbeziehung. Und nur die allerwenigsten wissen, was Piet hinten in seiner Werkstatt anstellt, wenn er am Abend seinen Laden schließt.
    Als die ersten Gerüchte über seine merkwürdige Apparatur in der Stadt die Runde machen, muss Piet um sein Leben fürchten. In den Kreisen der Wissenschaft erntet er mit seiner unglaublichen Entdeckung bald großen Respekt, aber die Liebe seines Lebens verliert er darüber immer mehr aus dem Blick. Die grausame Wahrheit, die ihm Carla die ganze Zeit über verschweigt, erkennt er erst, als das Unheil seinen Lauf bereits genommen hat. Am Ende sieht er nur einen Ausweg, um sich an der Welt und seinem Schicksal zu rächen.


    Klingt spannend, ich will bei der Leserunde teilnehmen! Was muss ich tun?

    Toll, das freut uns! Du musst dich bis zum 15. Oktober 2017 bei jnebel@m-vg.de mit einer kurzen E-Mail anmelden. Wir schicken den ersten 20 Anmeldern – natürlich kostenlos – ein Buch zu. Die Leserunde startet dann am Montag, 23. Oktober 2017 und endet am 27. November 2017.

    Wir werden dann alle gemeinsam das Buch Abschnitt für Abschnitt gemeinsam lesen und darüber diskutieren. Zu jedem Abschnitt werden wir eine zentrale Frage stellen, zu der uns eure Meinung brennend interessiert, aber natürlich dürft ihr euch frei über jedes andere Themen austauschen, das euch während der Lektüre auf dem Herzen lag. Und natürlich dürft ihr das Buch auch schneller durchlesen, wenn es euch packt und ihr es einfach nicht mehr zur Seite legen könnt – aber dann bitte keine Spoiler aus Rücksicht auf die anderen Leser.

    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks