Stefan Schomann

 4 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Stefan Schomann

Stefan Schomann, 1962 in München geboren, arbeitet als freier Schriftsteller. Seine Reportagen, Portraits und Feuilletons erscheinen u. a. in GEO, Stern, ZEIT und der FR. Seine Bücher behandeln China, die Geschichte des Roten Kreuzes und zuletzt das Reisen zu Pferd, wofür er 2019 mit dem »Eisernen Gustav« ausgezeichnet worden ist. Schomann ist Kulturbotschafter der chinesischen Geschichtenerzähler und Ehrenbürger des Dorfes Ma Jie. Er lebt in Berlin und Peking.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Stefan Schomann

Cover des Buches Im Zeichen der Menschlichkeit (ISBN: 9783421046093)

Im Zeichen der Menschlichkeit

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Erschienen am 14.10.2013
Cover des Buches Letzte Zuflucht Schanghai (ISBN: 9783453152601)

Letzte Zuflucht Schanghai

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Erschienen am 17.03.2008
Cover des Buches Das Glück auf Erden (ISBN: 9783293208957)

Das Glück auf Erden

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Erschienen am 24.08.2020
Cover des Buches Der große gelbe Fisch (ISBN: 9783641038366)

Der große gelbe Fisch

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Erschienen am 04.03.2010
Cover des Buches Im Zeichen der Menschlichkeit (ISBN: 9783641121433)

Im Zeichen der Menschlichkeit

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Erschienen am 14.10.2013
Cover des Buches „So geht das Morden täglich weiter“ (ISBN: 9783791726328)

„So geht das Morden täglich weiter“

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Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Der große gelbe Fisch (ISBN: 9783453645257)

Der große gelbe Fisch

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Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Auf der Suche nach den wilden Pferden (ISBN: 9783869712130)

Auf der Suche nach den wilden Pferden

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Erscheint am 07.10.2021

Neue Rezensionen zu Stefan Schomann

Cover des Buches Das Glück auf Erden (ISBN: 9783293208957)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Das Glück auf Erden" von Stefan Schomann

Und über dem Leser schwebt das Hufeisen
aus-erlesenvor 8 Monaten

Von wegen „Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“! Wenn schon Rücken, dann zwischen zwei Buchrücken. Auch wer sich augenverdrehenden Pferdeschwärmerein bisher verschlossen hat, bekommt nun beim Lesen dieser Reportage-Kollektion feuchte Augen. Denn keine Wendy-Phantasien werden hier befriedigt, sondern die Sehnsucht nach dem Neuen, dem weit Entfernten, der Freiheit die Welt auf traditionelle Weise erkunden zu können. 

Stefan Schomann reist durch die Welt. Nicht hoch zu Ross. Doch reist er da hin, wo man es noch tut. Pferde haben seit Menschengedenken eine bedeutende Rolle gespielt. Die Reiterarmeen der Perser, als Nutztiere, um in unwegsamem Gelände ihren Herren die Arbeit abzunehmen odereinfach nur als Fortbewegungsmittel. In manchen Regionen der Erde besitzen Pferde einen höheren Wert als die kostbarsten Juwelen. Von Marokko über Südtirol, Südafrika bis Portugal. Vom Balkan bis in die mongolische Steppe. Von Dülmen bis ins Limousin. So abwechslungsreich die Welt, so vielschichtig die Liebe zu den zahmen, mal wilden, doch immer eleganten Vierbeinern. 

„Das Glück auf Erden“ ist mehr als nur ein bloßer Buchtitel, um Assoziationen bei Lese zu wecken. Es handelt tatsächlich vom Glück auf Erden, das für viele nunmal auf den Rücken der Pferde zu finden ist. Keine Jubelarien wie erhaben man sich fühlt über die Köpfe hinweg die Welt erkunden zu können. Es sind journalistische Glanztaten, weil der Autor sämtliche Klischees außen vor lässt und das beschreibt, was er sieht, was ihm erzählt wird. Es kommt ein bisschen Lagerfeuerstimmung auf, wenn von der Eleganz geschwärmt wird, wenn der wahre Pferdeflüsterer aus dem Nähkästchen plaudert, wenn die Weite der Landschaft so greifbar vor einem erscheint, dass man das Pferdegetrappel unterm Gesäß spürt, ohne dabei im Sattel zu sitzen. 

Das Buch ist kein Ponyhof, genauso wie das Leben. Aber es könnte so einfach sein, sich die Welt im Trab, im Galopp oder einer anderen Gangart eigen zu machen. Es muss was Wunderbares sein einen Meter über den Anderen zu sich selbst zu finden. Westernromantik auf einem erhöhten Niveau!


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Cover des Buches Im Zeichen der Menschlichkeit (ISBN: 9783421046093)Gospelsingers avatar

Rezension zu "Im Zeichen der Menschlichkeit" von Stefan Schomann

Unbedingt lesenswert
Gospelsingervor 8 Jahren

Vor genau 150 Jahren begann die Geschichte des Roten Kreuzes, einer der vielfältigsten Organisationen überhaupt. Diese Geschichte ist gleichzeitig ein Kaleidoskop der Weltgeschichte, denn die Organisation war von Anfang an auf Internationalität ausgelegt, wie schon der Gründungsort Genf veranschaulicht.

Das vorliegende Buch ist jedoch auch ein „nationales Epos“, wie der Autor auf der Buchpräsentation sagte, denn das Deutsche Rote Kreuz hat alle Ausnahmezustände der deutschen Geschichte begleitet.

Ausgelöst und ermöglicht wurde diese weltumspannende Organisation durch einen höchst ungewöhnlichen Mann und seine nicht minder ungewöhnliche Mitstreiter.

Das Buch setzt sich daher zunächst gründlich mit der Person Henri Dunants auseinander, einer schillernden und unkonventionellen Persönlichkeit, die zwischen Genialität, dem einzigartigen Talent, einflussreiche Unterstützerinnen zu finden, und dem eigenen finanziellen Ruin oszillierte.

Genauso schillernd wie die Person war auch die historische Epoche, in der Dunant lebte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Technik, Medizin, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft äußerst rasant, es war eine sehr spannende Zeit. Die Anfänge des Deutschen Roten Kreuzes verliefen ähnlich dynamisch.

Auslöser für Henri Dunants Wirken war die Schlacht von Solferino, deren verheerende Auswirkungen ihn tief beeindruckt haben. Er hatte sich als Nothelfer nützlich gemacht und dabei die Leiden der Verletzten hautnah mitbekommen.

Dunants Buch „Erinnerung an Solferino“ stellt eine absolute Ausnahme dar, denn bis zum Ersten Weltkrieg wurde nicht über die Schattenseiten des Krieges berichtet; Verwundete und Spitäler kamen nicht vor. Dunant und später das DRK durchbrachen dieses Tabu.

Dunants Buch war der Auslöser, und die damalige Popularisierung des Krieges und die gleichzeitigen Bemühungen, seine Auswirkungen zu verringern, boten eine gute Ausgangsbasis für die Gründung einer neuartigen Hilfsorganisation. In ihr verbanden sich Militarismus und Humanismus so gut, dass sich jeder mit dieser neuen Organisation identifizieren konnte.

„Militaristisch gesinnte Zeitgenossen können so die Kampfkraft der preußischen Divisionen stärken, Menschenfreunde ein Werk der Nächstenliebe tun“.

So kam es dann zu der absurden Regelung, dass ein Soldat, der kämpft, als Krieger und Gegner gilt, in dem Moment, in dem er verwundet wird, jedoch zum Opfer wird, das man ebenso fürsorglich behandelt wie die eigenen Soldaten. Bis er dann wieder kämpfen kann und erneut zum Gegner wird.

Stefan Schomann zeichnet die Geschichte des Roten Kreuzes anhand der wichtigen Ereignisse der Epochen nach.

So beschreibt er, dass Neuerungen in der Kriegstechnik und Neuerungen in der Medizintechnik sich gemeinsam und in gegenseitiger Abhängigkeit entwickelten.

„Die Metapher von der großen Kriegsmaschine wird im System der Lazarettzüge unmittelbar anschaulich“.

Die Nähe zum Militär führte mehrmals in der Geschichte dazu, dass das Rote Kreuz sich mitschuldig an Gewalttaten und Völkermord machte, angefangen beim Boxeraufstand in China und dem Abschlachten der Herero in Südwestafrika, bis hin zur Ermordung der Juden.

Schon bald dehnt die Organisation sich in das zivile Leben aus. Auch in der Wohlfahrt warten vielfältige Aufgaben auf die Helfer. Immer wichtiger wird die Verbesserung der „Volksgesundheit“.

Auch dabei ist man immer eng mit den Mächtigen verbunden. Mit progressiven Projekten und mit sozialen Bewegungen dagegen hat das DRK Probleme. In der Kaiserzeit werden beispielsweise Mitglieder der SPD aus dem DRK ausgeschlossen (was zur Gründung des Arbeiter-Samariter-Bundes führte).

Im Dritten Reich beteiligt sich das DRK an der Vernichtung „unwerten Lebens“ und profitiert von den neuen Machthabern. Als der ASB verboten wird, wechseln Mitglieder und Vermögen zum DRK.
Die Organisation konzentriert sich nunmehr wieder verstärkt auf den militärischen Bereich, sie ist „im Grunde eine straff durchorganisierte Unterorganisation der SS“.
Bereits 1933 werden Juden ausgeschlossen, und zwar mit Billigung des Internationalen Komitees, obwohl das den Grundsätzen des Roten Kreuzes widerspricht.

„Der systematische Missbrauch des Roten Kreuzes durch Partei und Staat ist umso bitterer, als dadurch auch die tüchtige, redliche und segensreiche Arbeit Zehntausender von Helfern bis heute überschattet wird“.

Das DRK war vielfältig mit den Machthabern verflochten und auf Gedeih und Verderb an die staatlichen Organe gebunden.

„Wo Unmenschlichkeit System ist, kann niemand zugleich der Macht und der Menschlichkeit dienen“.

Selbst das Internationale Komitee hat sich von den nationalsozialistischen Machthabern einwickeln und sich bei der Besichtigung der Konzentrationslager hinters Licht führen lassen.

Nach dem Krieg besteht das DRK weiter und passt sich wiederum den Gegebenheiten an.
Aus der Nachkriegsfürsorge wird die moderne Sozialarbeit; das DRK konzentriert sich jetzt wieder auf seinen Sachverstand in der zivilen Wohlfahrt. Die Hauptaufgabe leistet jetzt der Suchdienst, der versucht, die durch die Kriegswirren getrennten Familien wieder zu vereinen.

Neue Aufgaben kommen hinzu, wie die zum Beispiel die Vorbereitung auf die Folgen eines Atomkriegs und die Einrichtung von Drogenkliniken.

Und auch bei der Wiedervereinigung ist das DRK ganz vorn dabei, es übernimmt die Verpflegung der Ausreisewilligen in der Prager Botschaft.

Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Rotkreuzgesellschaften verlief problemlos, hatte man doch die gleichen Wurzeln und durch die Internationalität der Organisation auch die gleichen Abläufe in der Ausbildung.

Heute bilden die Bereitschaften die größte Gruppe innerhalb des DRK. Sie unterstützen den Rettungsdienst und übernehmen Sanitätsdienste bei Veranstaltungen.

Solche Dienste habe ich auch gemacht; ich war selbst jahrelang ehrenamtlich im DRK aktiv. Deshalb hat mich dieses Buch natürlich besonders interessiert.

Und ich wurde nicht enttäuscht.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Stefan Schomann sich nicht scheut, deutliche Worte der Kritik zu finden, wenn es um die Kollaboration mit den Machthabern und die Beteiligung an Gewalttaten und Morden geht. Auch Unterschlagungen und Finanzbetrügereien werden nicht verschwiegen.

Das ist meiner Meinung nach auch die einzig richtige Umgehensweise: Offenheit und Transparenz. Schlechte Menschen gibt es überall, man darf ihre Taten nur nicht unkommentiert unter den Teppich kehren.

Stefan Schomann hat ein umfangreiches, umfassendes und faktenreiches Buch vorgelegt, das sich gut und unterhaltsam liest, auch für langjährige DRK-Mitglieder noch überraschende Informationen bringt, und unbedingt lesenswert ist.


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