Stefan Schridde

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Stefan SchriddeMurks? Nein danke!
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Murks? Nein danke!
Murks? Nein danke!
 (4)
Erschienen am 29.09.2014

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Rezension zu "Murks? Nein danke!" von Stefan Schridde

Gutes Buch, wenn auch etwas langatmig
ViktoriaVulpinivor 3 Monaten

Sehr detailliert wird beleuchtet, wie der Murks sich in der Gesellschaft ausbreitete und was die Gründe dafür sind.  Murks findet man überall, vom plötzlich streikenden Drucker bis hin zum Smartphone bei dem der Akku nicht austauschbar ist.

Grundsätzlich ein wirklich tolles Buch, dass auch bei vielen Produkten die Schwachstellen genau aufzeigt. Zu lesen ist es allerdings etwas  unangenehm, da es sich ziemlich in Details verläuft ;)

Aber es ist perfekt, wenn es einfach nur darum geht ein Gefühl dafür zu entwickeln.

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M

Rezension zu "Murks? Nein danke!" von Stefan Schridde

Fehler als Teil des Geschäfts
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Fehler als Teil des Geschäfts

Es ging das Gerücht vor einigen Jahren, als Ford Volvo übernahm, dass der schwedische „Dauerläufer“ und den Kfz eben zu lange lief. Und so an verschiedenen Stellschrauben gedreht würde, um die durchschnittliche Lebenserwartung bestimmter, wichtiger Teile in Motor und Karosserie anfälliger zu gestalten.

Auch wenn dies immer ein Gerücht blieb, in das logische Denken einer auf ständiges Wachstum ausgerichteten Marktwirtschaft würde ein solcher Vorgang nahtlos hineinpassen. Wie viele der Beispiele, die Stefan Schridde in diesem Buch versammelt und die er vielfach als klar erwiesen benennt.

Wenn die Dinge, die man kauft, solide und auf Dauer ausgelegt wären oder zumindest mit relativ geringem Aufwand zu reparieren wären, dann wären die angestrebten Wachstumsrenditen sicherlich nicht aufrecht zu erhalten. Das alte und bekannte Beispiel der Tintenstrahldrucker, welches Schridde vor Augen führt, macht diese Ziele und Vorgänge einer Notwendigkeit der Ersetzung und des Neukaufs überdeutlich.

Und damit stehen Drucker nicht alleine. Schwer zugängliches Innenleben von Geräten und Maschinen (wie die verbauten Motorräume moderner PKW oder festverbaute Akkus in Handys), anfällige Technik, vieles führt zu einer erschwerten bis unmöglichen Reparaturmöglichkeit und damit am besten gleich zu einer notwendigen Neuanschaffung nach Ablauf eines (für den Hersteller) überschaubaren Zeitraums.

„Geplante Obsolenz“ als „geplanten oder verfrühten Verschleiß und weitere Methoden zur Verkürzung der Nutzungsdauer durch fehlerhafte Konstruktion, mangelnde Qualität und ungeeignetes Material“ ist das Thema, dem Schridde sehr praktisch bezogen, mit vielen Beispielen und klarem Blick im Buch nachgeht.

Ein Fakt, dem sich inzwischen auch die Politik kaum mehr verschließen kann. Wie sonst wären die Anträge und Ideen der europäischen Gemeinschaft zu verstehen, den Zeitraum von Garantie und Gewährleistungspflicht mindestens zu verdoppeln?

Es sind eben jene „Sollbruchstellen“, die Schridde sehr verständlich am Beispiel damaliger Selbstbau-Modell mit ihren „Stegen“ (an denen die Teile hingen) verdeutlicht, die mehr und mehr zum Ärgernis der Konsumenten werden. „Sollbruchstellen“, die ganz bewusst heutzutage in Geräte eingebaut werden. Zur Sicherung des „großen Ganzen“, hier natürlich ist die Sicherung des Geschäftsmodells gemeint durch den ständig künstlich produzierten Neu-Bedarf.

Die „Begrenzung der Lebensdauer“ ist damit Teil der Produktstrategie. Und das auf allen Ebenen, wie sich bestens am Beispiel der Handys zeigen lässt, in denen zum einen „Sollbruchstellen“ eingeplant werden, zum anderen zudem die „innere Verfallsdauer“ stark gesteigert wird, damit am besten jedes Jahr für hohe Summen neu angeschafft werden muss und auch neuangeschafft werden will.

Gut, dass Schridde das Buch nicht nur benutzt, um sich Luft zu verschaffen (auch wenn in fast umgangssprachlichem Stil es eine Freude ist, die vielfachen Beispiele sich zu Gemüte zu führen), sondern er ebenso konstruktiv auf eine durchaus mögliche „Therapie der Obsolenz“ verweist.

Zum einen durch sich verstärkende, „wieder erstarkende“ Qualität bei der Fertigung, vor allem aber durch gezielte und geplante Wege in die „werdende Kreislaufwirtschaft“ (basierend auf der „Green Economy eines David Pearce).

Impulse und Möglichkeiten, die sicherlich nicht von der fertigenden Industrie zu erwarten sind (da kurzfristig Renditen und Gewinne geschmälert werden würden), sondern die einen mündigen Bürger und einen politischen Rahmen benötigen. Aber auch „was jeder jetzt schon tun kann“ legt Schridde knapp und komprimiert vor Augen.

Ein sehr informatives, interessantes, flüssig und gut zu lesendes Buch, dass den Nagel auf den Kopf trifft und die Augen in Richtung Qualität und Kreislaufwirtschaft weit öffnet.

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W

Rezension zu "Murks? Nein danke!" von Stefan Schridde

„Was wir tun können, damit die Dinge besser werden.“
WinfriedStanzickvor 4 Jahren

„Was wir tun können, damit die Dinge besser werden.“  Darüber ausreichend und umfassend zu informieren verspricht das vorliegende Buch des „Murks-Spezialisten“ Stefan Schridde, der durch die Verbraucherschutzorganisation „Murks? Nein Danke!“ und die Blogs „Murks-Lupe“ und „Murks.Barometer“ bekannt wurde und mit seiner Arbeit schon wesentlich dazu beigetragen hat, die Debatte um die schadhaften Folgen von geplanten Verschleiß von Produkten  zu befeuern.

 

Mit vielen Tipps und der Möglichkeit, das Buch interaktiv zu nutzen, will er Verbrauchern helfen, bei der nächsten Anschaffung nicht schon bald wieder Murks in den Händen zu haben.

 

Konkrete Aktivitäten wie zum  Beispiel die immer zahlreicher werdenden Repair-Cafes, genauso wie Kreislaufkonzepte wie das cradle to cradle – Konzept von  Michael Braungart werden beschrieben.

 

Er hält seit langem unsere Umweltschutzstrategie für grundlegend falsch, weil sie, wie er sagt, darauf angelegt sei, den Schaden der Produktion für die Umwelt lediglich zu minimieren. Seine Vision indessen ist eine Kreislaufwirtschaft, bei der erst überhaupt kein Schaden entsteht.

Sein Vorbild sind dabei die Ameisen. Ginge es nach ihm, gäbe es in Zukunft nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch angebaut werden können und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. "Cradle to cradle" - von der Wiege zur Wiege - bezeichnet er dieses Kreislaufprinzip. Er forscht seit Jahren im Auftrag von immer zahlreicher werdenden Firmen nach neuen Konzepten, um umweltschonende Produkte herzustellen.


Braungart geht nicht  wie vielen Umweltschützern um Moral, sondern um Qualität. Produkte, sagt Braungart, die Menschen krank machen, sind einfach nur primitiv. Die Biomasse der Ameisen etwa auf der Erde ist etwa viermal größer als die Biomasse der Menschen und doch sind die Ameisen kein Umweltproblem, weil alle ihre Nährstoffe immer wieder in Kreisläufe gehen. Wenn die Menschen lernen, dass sie nützlich sein können anstatt weniger schädlich, kommen die Menschenrechte zurück, sagt Braungart. Ein erstaunlicher Ansatz. Denn wenn alle Stoffwechselprodukte der Menschen wieder Nährstoffe sind (entweder biologische Nährstoffe für alle Verschleißprodukte oder technische Nährstoffe für Gebrauchsgüter), dann könnte die Erde viel mehr Menschen menschenwürdig beherbergen.

 

Vielleicht lassen sich dieser Ansatz und der viele Menschen integrierende Ansatz von Schridde ja gut verbinden.


 

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