Stefan Schwarz macht aus dem ganz normalen Wahnsinn eines Familienlebens etwas herrlich Absurdes – vermutlich gerade deshalb, weil vieles davon gar nicht so weit von der Realität entfernt scheint.
Dabei ist die eigentliche Geschichte fast nebensächlich. Es sind Max' Beobachtungen, seine Gedanken über seine Familie, seinen Beruf und das Älterwerden, die das Buch tragen. Schwarz schreibt pointiert, böse und mit einem Wortwitz, bei dem ich immer wieder lachen musste. Gerade diese Mischung aus Überzeichnung und ziemlich treffender Alltagsbeobachtung funktioniert für mich ausgesprochen gut.
Nur mit dem Ende kann ich wenig anfangen. Naddi funktioniert für mich wunderbar als nervige, überzeichnete Figur in diesem ganzen Familienwahnsinn. Wenn sie am Schluss plötzlich zum Opfer und zur Überlebenskünstlerin wird, bekommt nicht nur die Figur, sondern die ganze Geschichte eine Ernsthaftigkeit, auf die mich das Buch vorher nicht vorbereitet hat. Das mag für sich genommen funktionieren, für mich sprengt es aber den Rahmen, den der Roman bis dahin gesetzt hat.
Schade, weil ich den Rest wirklich gerne gelesen habe. Trotzdem bleiben sehr viel Sprachwitz, herrlich böse Beobachtungen und einige Sätze, bei denen ich mir gedacht habe: So kann man das natürlich auch schreiben.
Für mich trotz des Endes gute vier Sterne.























