Die Akte Baader

von Stefan Schweizer. 
4,5 Sterne bei21 Bewertungen
Die Akte Baader
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Wider den popkulturellen Einfluss der RAF auf unsere Gesellschaft.

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ein Biografischer Roman, wer tatsächliche Ereignisse aufgreift und detailgetrau schildert.

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Inhaltsangabe zu "Die Akte Baader"

Andreas Baader wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Früh zeichnen sich trotz verzweifelter Bemühungen der Mutter schulische Probleme und berufliches Scheitern ab. Baader schlittert in die Kriminalität, bewegt sich gern in der halbseidenen Münchener Schickeria, um dann in Berlin einen Politisierungsschub zu erfahren. Mit der Kommune 1 und der Kaufhausbrandstiftung 1968 vollzieht sich sein Weg vom Rebell zum Revolutionär. Mit der Gründung der linksrevolutionären Roten Armee Fraktion (RAF) wird er zum Staatsfeind Nr. 1!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839222003
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:07.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    MelaKafers avatar
    MelaKafervor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wider den popkulturellen Einfluss der RAF auf unsere Gesellschaft.
    Wider den verklärten Blick auf die RAF

    Stefan Schweizer hat sich in diesem Buch dem Versuch verschrieben, den heutzutage oft verklärten, idealisierten Blick auf Andreas Baader und die Rote Armee Fraktion gerade zu rücken. Von der frühen Kindheit bis zum Staatsfeind Nummer 1, zeigt der Autor den Lebensweg des Andreas Baader. Er zeichnet dabei das Bild eines rebellischen Jungens, der schon früh zu Aggressionen und Gewaltbereitschaft neigt. Die politische Intention scheint da weniger ausgeprägt zu sein. Hauptsache gegen die Erwachsenen, das Establishment, wen auch immer. Der Drang zur Selbstdarstellung und durchaus narzisstische Züge scheinen einen entscheidenden Teil der Persönlichkeit Baaders aus zu machen.
    Ich fand die Intention des Autor, gegen die heute oft gängige Praxis, die RAF und ihre Mitglieder und ihre Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verharmlosen, sehr ehrenwert. 
    So fand ich das Nachwort des Autors ausgezeichnet. Mit dem Rest habe ich mich wegen der anspruchslosen Sprache sehr schwer getan.

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    Diana182s avatar
    Diana182vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: ein Biografischer Roman, wer tatsächliche Ereignisse aufgreift und detailgetrau schildert.
    Die Akte Baader - ein historischer Roman

    Das Cover zeigt ein altes Schwarzes/Weiß Bild. Darauf zu sehen ist Andreas Baader, der Gründer der RAF.


    Da ich bereits einige Bücher des Autors gelesen habe, machte mich nun natürlich auch dieser Bericht neugierig. Ich kenne die damaligen Ereignisse nur aus einigen TV- Berichten und Reportagen, welche ich aber immer nur am Rande verfolgt habe. Hier wollte ich nun meine Wissenslücken auffüllen.


    Der Einstig führt den Leser in die Kindheit des späteren RAF Gründers zurück. Wir erfahren einiges aus dem jungen Leben und schnell wird deutlich, dass Andreas Baader sich schon hier von vielen gleichaltrigen Jugendlichen unterschied. Gewalt gehört zum alltäglichen Leben dazu. Aber er versprühte auch hier schon einen gewissen Charme, den er sich seinen Mitmenschen gegenüber zum Vorteil machte und diesen gekonnt einsetzte….


    Der Autor beweist auch hier wieder sein Talent zum Schreiben und erzählt die Geschichte, als würde sie sich gerade erst ereignet haben. Atmosphärisch dicht und fast schon detailgenau können wir das Leben des Andreas Baader hier in seinen Einzelheiten begleiten.
    Manches wurde zwar fiktiv hinzugefügt, dennoch könnte sich die Geschichte genau so zugetragen haben.


    Das Buch reißt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite mit und ich war stets neugierig, was mich im weiteren Verlauf der Geschichte erwarten würde.


    Viele Ereignisse waren mir so noch nicht bekannt und ich verstand einige Zusammenhänge nun viel besser. So konnten viele Wissenslücken geschlossen werden und ich konnte beim Lesen direkt viele neue geschichtliche Hintergründe hinzugewinnen.


    Für alle interessierten, vergebe ich daher eine Leseempfehlung und volle Punktzahl.

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    Durga108s avatar
    Durga108vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: was ist real, was fiktiv?
    Staatsfeind Nr. 1

    Stefan Schweizers biografischer Roman liest sich schnell, interessant und man fühlt sich atmosphärisch in die Zeit der 60er und 70er Jahre zurückversetzt. Er gibt v.a. Baader, aber auch Ensslin, Meinhof u.a. Persönlichkeit, schmückt ihre Charaktere aus, schafft Marotten und Macken.

    "Andreas Baader ist eine der schillernden Figuren unter den deutschen Schwerverbrechern - seine Person, seine Taten und Verbrechen sind legendär. Während er bei manchen als Revolutionär und Freiheitskämpfer gilt, sehen viele in ihm einen eiskalten Mörder, der nicht vor schweren Bombenattentaten zurückschreckte, um die deutsche Demokratie zu bekämpfen. Es ranken sich viele Mythen um den Gründer der Roten Armee Fraktion (RAF)... Der biografische Kriminalroman umfasst anschaulich schildernd die wichtigen Stationen seines Lebens, damit die Leserinnen und Leser auf spannende Weise nachvollziehen können, wie Andreas Baader vom kleinen, vaterlosen bayrischen Buben zum Staatsfeind Nr. 1 in Deutschland werden konnte. .."

    Immer wieder stellte ich mir beim Lesen die Frage, was Fiktion und was Realität ist, zumal ich schon div. Sachbücher über die RAF gelesen habe. Der Leser muss sich dies  ins Gedächtnis rufen. Es handelt sich tatsächlich um einen Roman, bei dem sich der Autor zwar an manche realen Geschehnisse gehalten hat, alles andere stammt jedoch aus Schweizers Feder. So begründet er auch die RAF-Gründung als Kneipen-Idee, die v.a. aufgrund von Baaders Narzissmus entstand. Baader strotzt in "Die Akte Baader" vor Selbstüberschätzung und Brutalität mit einem starken Hang zu div. Drogen, ohne jegliche politische Vision und Intellekt. Ähnlich erklärt Stefan Schweizer auch die Attentate und die Konstellationen der RAF-Mitglieder zueinander. Mir gefällt, dass er Baader entglorifiziert, macht es sich damit jedoch zu einfach und zeichnet m.E. ein zu banales Bild der RAF, umreißt zu wenig die politischen Umstände der Zeit. 

    Da mir der Roman als solcher gut gefallen hat und einen Lesesog entwickeln konnte, gibt es von mir vier Sternchen.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 6 Monaten
    Der Baader-Mythos

    der 1970er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland: Andreas Baader, DER Top-Terrorist seiner Zeit? Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof nur als Staffage? Die 2. und 3. Generation der RAF erst recht? Nun, ganz so war es nicht und so wird es auch nicht vom Autor Stefan Schweizer dargestellt. Dass er sich allerdings komplett auf den Charakter des Andreas Baader fokussiert, das ist Tatsache. Das Buch ist auch als Biografischer Roman um die Person Andreas Baader herum gekennzeichnet.

    Die Handlung ist fiktiv, orientiert sich aber eng an der Wahrheit. Mich stören "erfundene" Namen für reale Figuren wie Anwälte, aber auch bestimmte RAF-Mitglieder - ein Umstand, der offenbar mit dem Datenschutz zu tun hat. Dennoch: es gibt genug "echte" Namen wie Baader, Ensslin, Meinhof, Meins, die neben die fiktiven gestellt werden. Ich habe das während der Lektüre als ausgesprochen verwirrend empfunden, gerade wenn es anscheinend um so offensichtliche Personen - und wichtige Akteure der "Szene" in der ein oder anderen Hinsicht - wie Horst Mahler und Brigitte Mohnhaupt ging.

    Das Bild eines komplett Bösen, als der Baader weitgehend - so zumindest meine Wahrnehmung - dargestellt wird - mit einer gewissen naiven Motivation die auch anderen RAF-Kämpfern (vor allem Meinhof und Ensslin) zugeordnet wird, erscheint mir dennoch nicht ganz adäquat.

    Erzählt wird eine fiktive Geschichte über das Leben von Andreas Baader, die sich eng an realen Ereignissen ab Mitte der 1960er Jahre orientiert. Also quasi eine Biographie Baaders, die so einige schriftstellerische Freiheiten enthält. Welche denn eigentlich? Nun, mir schien es, als ob vor allem bestimmte Dialoge fiktiv waren, die sich aber im Großen und Ganzen durchaus in reale Entwicklungen einfügen. Zudem werden Baader und auch anderen Akteuren gewisse Eigenschaften, oft sehr extremer Art, zugeordnet - das kann so gewesen sein, muss aber nicht. Die hier geschilderten Ereignisse grenzen sich auch nicht sonderlich von denen ab, die sich real zugetragen haben - es gibt also keine überraschenden Wendungen oder Pointen.

    Die Punkte, die aus meiner Sicht wesentlich sind, kannte ich bereits aus Biographien und anderen Sachbüchern zum Thema. Es mag für Leser, die sich noch nicht viel mit der Thematik beschäftigt haben, als süffig geschriebener Einstieg hilfreich sein - ich habe nicht allzu viel Neues oder Anderes erfahren.

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Interessantes Buch über Andreas Baader
    Interessantes Buch über Andreas Baader

    Der Autor Stefan Schweizer beschäftigt sich in seinen Büchern meist mit Themen aus Politik,Geschichte und Terrorismus.Ich habe schon viele Bücher von ihm gelesen und bin immer wieder beeindruckt.

    Auch diesmal hat er es geschafft mich mit dieser Lektüre in den Bann zu ziehen.

    Hier nun geht es um die RAF.Im Mittelpunkt steht der Schweizer Andreas Baader.Stefan Schweizer erzählt uns seinen Lebensweg.Er berichtet über seine Kinder und Jugendzeit.Diese war nicht sehr schön .Schon in dieser Zeit war er gewalttätig und aggressionsgeladen.Dies begleitet ihn sein Lebenlang.Ich habe miterlebt wie er zur RAF kam und sich dort sehr arangiert hat.Meist mit sehr gewalstsamen und brutalen Mitteln schreckte er nicht vor nichts zurück.
    Durch die sehr guten Recherchen des Autors habe ich auch viele Informationen und Wissenswertes über die RAF erhalten.Das hat mir sehr gut gefallen.
    Durch die sehr fesselnde und packende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Ich hatte das Gefühl alles selbst mit zuerleben.
    Teilweise war ich sehr schockiert und es hat mich emotional sehr bewegt zu lesen,zu was so eine Organisation alles fähig ist.
    Die Spannung ist von Anfang bis zum Ende sehr hoch.Auch wenn es eigentlich nur eine Biographie ist.
    Der Schreibstil ist leicht und flüssig.Und man kommt mit dem Lesen sehr gut voran.Auch werden die einzelnen Stadionen von Baader sehr gut beschrieben.Jedenfalls ist Stefan Schweizer wieder ein genialer Roman gelungen der mich einfach mitgerissen hat.

    Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte und rundet das Meisterwerk ab.


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    M
    Mattdervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Intelligentes Buch über Andreas Baader
    Biographischer Roman mit einem Mix aus Realität und Fiktion

    Andreas Baader wurde 1943 in München geboren, verbrachte die ersten Lebensjahre aber bei seiner Großmutter in Halle an der Saale. Später wuchs er sehr behütet bei seiner Mutter, Tante und Großmutter in der bayerischen Landeshauptstadt auf. Quasi einem reinen Frauenhaushalt, da sein Vater im II. Weltkrieg vermisst und zehn Jahre nach Kriegsende für tot erklärt wurde.
    Baader war intelligent, aber schon bald eckte er in verschiedenen Schulen an, was trotz den Bemühungen seiner Mutter dazu führte, dass er grandios scheiterte und in halbseidene Kreise und die Kriminalität schlitterte. Im Alter von 20 Jahren zog Baader nach West-Berlin und erfuhr hier schließlich eine Politisierung. Im vielzitierten Jahr 1968 entwickelt er sich schlussendlich vom rebellischen jungen Mann zu einem gewaltbereiten Revolutionär...

    Der Autor Stefan Schweizer hat bereits Bücher zum Thema Geschichte und Politik, insbesondere auch zu Terrorismus, verfasst. Im nun vorliegenden biografischen Roman widmet er sich einem der führenden Köpfe der ersten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF). Sehr anschaulich schildert Schweizer den Werdegang Baaders - zeigt nicht nur einen cholerischen, gewalttätigen Mann mit einem extremen Geltungsbedürfnis, sondern auch sein Leben als geliebter Sohn und Partner.
    Dennoch ist "Die Akte Baader" kein Sachbuch, denn so manches Stilmittel des Romanes zeigt eindeutig in die Richtung Roman - ebenso wie die Tatsache, dass beispielsweise Geschehnisse, deren Fortgang wir nicht (genau) kennen, hier erzählt und nicht im Dunkeln gelassen werden oder aber, dass wir an den Ideen und der Gefühlswelt der Hauptfigur teilhaben dürfen. Die fiktiven Szenen werden nicht gekennzeichnet oder im Nachgang erläutert, daher ist die Kategorisierung des Verlages, dass es sich beim vorliegenden Buch um einen biografischen Roman handelt, durchaus korrekt. Nichtsdestotrotz bleiben aber auch die belegbaren Fakten rund um die RAF nicht außen vor, so dass alles in allem eine interessante Mischung entstanden ist.

    Auch wenn man am Ende der Lektüre meint, den charismatischen Baader mit einem Hang zur Selbstüberschätzung und Brutalität zu kennen, so gibt es keinen Moment während der Lektüre, in dem der Terrorist verherrlicht wird.
    Nicht ganz klar ist mir, wer sich für diesen Roman begeistern kann. Wenn ich an einer sachlichen Aufarbeitung der RAF und ihrer führenden Köpfe interessiert bin, dann muss ich im Grunde zu einer fundierten Biographie oder einem Sachbuch über die erste Generation der RAF greifen. Für einen gelungenen Roman hingegen, der fest in das Fundament historischer Fakten eingebettet ist, hätte ich mir immerhin ein Nachwort gewünscht, in dem die Fiktion von der Realität getrennt und erläutert wird

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    Polly16s avatar
    Polly16vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Wie wird jemand vom Rebell zum Mörder? Die Akte Baader gibt Einblick in das Leben eines Menschen, der zum Mythos geworden ist.
    Vom Summer of Love zum deutschen Herbst – Die Akte Baader

    Verbrecher, Rebell, Mörder, Staatsfeind Nr. 1 – Andreas Baader, Kopf der Rote Armee Fraktion, hatte eine beachtliche kriminelle Karriere hinter sich, als er im Herbst 1977 tot in seiner Zelle im Gefängnis Stammheim aufgefunden wurde. Wer war dieser Baader, der wie kein anderes Mitglied der linken Terrorszene die Gemüter im Nachkriegsdeutschland polarisiert hat? Der Wissenschaftler Stefan Schweizer ist dieser Frage in seinem Roman Die Akte Baader nachgegangen.


    Kontext: Als im Sommer 1967 die Hippiebewegung in den USA bereits auf ihrem Höhepunkt war, begannen die Studenten weltweit auf die Straßen zu gehen. Die Unruhen waren je nach Land in unterschiedlichen Ursachen begründet. Die große Gemeinsamkeit lag im Protest gegen den Vietnamkrieg, der symbolisch für Unterdrückung und Ausbeutung durch das kapitalistische System stand. Der Höhepunkt der deutschen Revolte ist am 2. Juni 1967 erreicht, als in Berlin der Lehramtsstudent Benno Ohnesorg durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe stirbt. Dieser Tag galt später Vielen als die Geburtsstunde der RAF. Zu dieser Zeit hatte der aus Bayern stammende 24jährige Berndt Andreas Bader bereits in Berlin als Kleinkrimineller Fuß gefasst und durch seine Kontakte ins studentische Milieu einen Politisierungs- und Radikalisierungsschub erfahren.

    In seinem auf biografischen Fakten basierenden Roman zeichnet Stefan Schweizer Baaders Lebensweg vom Jungen, der ohne Vater aufwuchs bis zum Mörder, der hinter den Mauern des Stammheimer Gefängnisses starb, detaill- und kenntnisreich nach. Viel erfährt man aus den Kinder- und Jugendzeit Baaders. Baaders eigensinniger Charakter zeichnet sich schon früh ab. Unfähig, Autoritäten anzuerkennen, gerät der junge Baader schon früh in Konflikt mit dem Gesetz. In seiner Berliner Zeit trifft er dann auf Gudrun Ensslin, die seinem Revoluzzertum den intellektuellen Überbau verschafft. Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt. Doch was den Reiz des Buches ausmacht, ist die Vermischung von Fakten und Fiktion.
    Am Ende ist es nicht wichtig, ob die Fakten zur Geschichte der RAF in korrekter chronologischer Reihenfolge geschildert werden. Diese sind ja bereits anderweitig zur Genüge beschrieben worden. Stefan Schweizer geht es darum, das Innerste eines Mannes darzustellen, der auf charismatische Weise Schicksal für viele Menschen gespielt hat. Die Akte Baader ist nicht nur ein spannend geschriebener, rasanter Kriminalroman, sonder auch ein gelungener Beitrag zur Entmystifizierung einer der schillerndsten Persönlichkeiten aus der linken Terrorszene.

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    snowbells avatar
    snowbellvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: ein einfühlsames Psychogramm von Andreas Baader, das Fakten mit Fiktion kombiniert
    Fakten und Fiktion

    Wie werden Idealisten zu Terroristen?

    Das ist die zentrale Frage, wenn man sich mit den führenden Köpfen der Rote Armee Fraktion (RAF) beschäftigt. In dem Buch "Die Akte Baader" steht Andreas Baader im Mittelpunkt, der ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter aufwächst. Früh zeichnen sich trotz verzweifelter Bemühungen der Mutter schulische Probleme und berufliches Scheitern ab. Baader schlittert in die Kriminalität, bewegt sich gern in der halbseidenen Münchener Schickeria, um dann in Berlin einen Politisierungsschub zu erfahren. Mit der Kommune 1 und der Kaufhausbrandstiftung 1968 vollzieht sich sein Weg vom Rebell zum Revolutionär. Mit der Gründung der linksrevolutionären Roten Armee Fraktion (RAF) wird er zum Staatsfeind Nr. 1!

    Das Cover ist nicht spektakulär. Es zeigt eine bekannte Schwarz-Weiß-Fotografie. Die grobkörnige Aufnahme ist ein Stück Zeitgeschichte und ein Stück Selbstinszenierung. Andreas Baader wird in Handschellen abgeführt. in seiner freien Hand hält er eine Zeitung. Seine Augen sind hinter einer schwarze Sonnenbrille verborgen. Er ist lässig gekleidet, nicht rasiert und macht einen selbstbewussten, verwegenen Eindruck. Er scheint auf seine Taten stolz zu sein Denn seine aufrechte, selbstbewusste Haltung bringt zum Ausdruck: Schaut her, hier bin ich!

    Ehrlich gestanden, habe ich mich mit diesem Buch etwas schwer getan. Stefan Schweizer hat gründlich recherchiert, und ich staune über die Flut an (mir gänzlich unbekannten) Informationen, die er in diesem Werk zusammengetragen hat. Trotzdem kann das geballte Fachwissen ein gewisses Defizit nicht ausgleichen. Meiner Ansicht nach pendelt dieses Werk etwas unentschlossen zwischen einem Sachbuch und einem Biographischen Roman/Krimi hin und her.

    Stefan Schweizer entwirft ein spannendes Psychogramm des Terroristen, das Fakten mit Fiktion kombiniert. Leider habe ich den Menschen Andreas Baader hinter dem Mythos kaum entdecken können. Der Autor schildert zwar das aufsehenerregende Geschehen aus der Perspektive des bekannten Terroristen, aber er versetzt sich nicht in seine Lage und erweckt ihn nicht zum Leben. In jeder Zeile spürt man eine deutliche Distanz zu der in den Fokus gerückten (negativ besetzten) narzisstischen, psychopathischen Figur.

    Auch der sprachliche Stil dieses Buchs hat mir nicht zugesagt. Auf mich wirkten alle Passagen, in denen wörtliche Rede verwendet wurde, holprig und ungelenk. Aus diesem Grunde kann ich leider nur  4 Sterne für ein interessantes Buch vergeben, das sich mit einer wichtigen Persönlichkeit der deutschen Zeitgeschichte befasst.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Die Akte Baader
    Ein bisschen Roman,ein bisschen Sachbuch

    In diesem Buch geht es um das Leben von Andreas Baader,dem Kopf der Terrorgruppe RAF.Das Buch erzählt das komplette Leben von der Kindheit bis zum Tod

     

    Was gleich etwas auffällt, ist das es keinem Genre richtig zugeordnet werden kann,es ist kein richtiger Roman aber auch kein Sachbuch,wie man es kennt.

    Baader wird hier durchgehend Andreas genannt,was ihn nicht unbedingt sympathischer macht für mich.Und die Geschehnisse werden ziemlich real erzählt,so wie es eben war

    Ich fand das Buch gut geschrieben,mit der Sprache hatte ich manches Mal Schwierigkeiten,einige Begriffe kannte ich nicht

     

    Aber es ist ein mega interessantes Buch,das viele Informationen bereithält,die ich so noch nicht kannte

    Man sich durchaus so reinlesen,das schwierig wird,wieder aufzuhören

     

    Und Baader hat ja nun auch nichts ausgelassen,dann soll es auch so erzählt werden

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    Sonnenschein12s avatar
    Sonnenschein12vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wirklich sehr interessanter und spannender biografischer Roman über Andreas Baader und die Entstehung der RAF, eine klare Leseempfehlung
    "Ich bin eine wichtige Persönlichkeit, dachte er" - ein biografischer Roman über Andreas Baader


    Stefan Schweizer hat einen sehr spannenden und interessanten biografischen Roman über Andreas Baader und die Entstehungsgeschichte der RAF geschrieben.
    Es ist kein Sachbuch, der Autor beschreibt gut nachvollziehbar auf der Grundlage der tatsächlichen Ereignisse, wie Gespräche  und Diskussionen hätten stattfinden können. Dies sollten Leser*innen im Hinterkopf behalten, aber "der Roman basiert maßgeblich auf polizeilich überlieferte Fakten" (Nachwort, S. 312).
    Andreas Baader wird 1943 geboren und wächst in einem Frauenhaushalt auf. Seit frühester Kindheit ist es sein größter Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen, er will unbedingt, dass er "der Welt" bekannt wird ( heutzutage gäbe es wohl genügend Fernsehprofile, wo er sein Glück - friedlich - hätte versuchen können, aber damals...). Dieses Ziel bestimmt sein Leben und seine Handlungen.
    Mit Gudrun Ensslin findet er eine entsprechende Unterstützerin, Partnerin und Geliebte, gemeinsam mir ihr und anderen (u.a. Ulrike Meinhof, Jan Carl Raspe, Holger Meins) vollzieht sich ihr Weg von der Rebellion zur Revolution, später zur Gründung der RAF bis hin zum - wahrscheinlich selbst inszenierten - Tod in Stammheim 1977.
    Dieser Weg wird von Stefan Schweizer (ohne zu Verteufeln oder zu Verherrlichen) sehr kritisch nachgezeichnet. Man fühlt sich als Leser*in manchmal mitten in die Diskussionsrunde versetzt, möchte Gegenargumente vorbringen! Häufig habe ich gedacht:" ach ja, so hätte es sein können..."
    Ein wirklich anregender Roman (weit über das bloße Lesen hinaus) für alle Menschen, die sich mit einem Stück Zeitgeschichte der Bundesrepublik beschäftigen möchten - von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    S
    Liebe LovelyBooks-Fans,

    ich möchte euch herzlich zur Buch-Verlosung und anschließenden Lese-Runde meines Biografischen Kriminalromans „Die Akte Baader“ aus dem Gmeiner Verlag einladen. Der Krimi basiert auf historischen Tatsachen. Er schildert eng an den geschichtlichen Ereignissen orientiert das Leben von Andreas Baader: Kindheit, Jugend, Kriminalität, Politisierung, Staatsfeind Nr. 1 und den mythenumwobenen Selbstmord im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

    Es gibt 20 Taschenbücher zu gewinnen! Die Bewerbungsfrist endet am 23. September 2018. Der Lesebeginn startet am 8. Oktober 2018.

    Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Es wäre wünschenswert, wenn ihr vor eurer Bewerbung schon eine Leserunde und mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht habt.

    Ich werde an der Lese-Runde aktiv teilnehmen und stehe immer für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

    Leseprobe (unter Klick ins Buch) gibt es bei zum Beispiel bei Amazon unter

    https://www.amazon.de/Akte-Baader-Zeitgeschichtliche-Kriminalromane-GMEINER-Verlag/dp/3839222001/ref=asap_bc?ie=UTF8

    Kurz zum Buch:
    Andreas Baader wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Früh zeichnen sich trotz verzweifelter Bemühungen der Mutter schulische Probleme und berufliches Scheitern ab. Baader schlittert in die Kriminalität, bewegt sich gern in der halbseidenen Münchener Schickeria, um dann in Berlin einen Politisierungsschub zu erfahren. Mit der Kommune 1 und der Kaufhausbrandstiftung 1968 vollzieht sich sein Weg vom Rebell zum Revolutionär. Mit der Gründung der linksrevolutionären Roten Armee Fraktion (RAF) wird er zum Staatsfeind Nr. 1!

    Bitte schickt mir eine E-Mail an stefan.schweizer0511@gmail.com, wo ihr im Falle eines Gewinns eure Rezension hinterlegt und welches Buch-Format ihr gerne hättet (Taschenbuch, Ebook ...).


    Ich freue mich schon auf eine spannende Leserunde mit euch.

    Herzliche Grüße

    Stefan Schweizer
    Zur Leserunde
    S
    Liebe LovelyBooks-Fans,

    ich möchte euch herzlich zur Buch-Verlosung und anschließenden Lese-Runde meines Biografischen Kriminalromans „Die Akte Baader“ aus dem Gmeiner Verlag einladen. Der Krimi basiert auf historischen Tatsachen. Er schildert eng an den geschichtlichen Ereignissen orientiert das Leben von Andreas Baader: Kindheit, Jugend, Kriminalität, Politisierung, Staatsfeind Nr. 1 und den mythenumwobenen Selbstmord im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

    Es gibt 20 Taschenbücher zu gewinnen! Die Bewerbungsfrist endet am 28. Februar 2018. Der Lesebeginn startet am 10. März 2018.

    Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Es wäre wünschenswert, wenn ihr vor eurer Bewerbung schon eine Leserunde und mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht habt.

    Ich werde an der Lese-Runde aktiv teilnehmen und stehe immer für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

    Leseprobe (unter Klick ins Buch) gibt es bei zum Beispiel bei Amazon unter

    https://www.amazon.de/Akte-Baader-Zeitgeschichtliche-Kriminalromane-GMEINER-Verlag/dp/3839222001/ref=asap_bc?ie=UTF8

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