Stefan Schweizer

 4,5 Sterne bei 259 Bewertungen
Autor von Goldener Schuss, Die Akte Baader und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stefan Schweizer (©Stefan Schweizer)

Lebenslauf

Autor sozialkritischer Literatur mit Schwerpunkt Kriminalromanen, Thrillern, Literatur und Sachbüchern. Für die Recherche ist kein Weg zu weit und kein Informant zu gefährlich. Als Schriftsteller bewegt er sich in fremden Kulturen und exotischen subkulturellen Milieus. Gesellschaftliche Ränder faszinieren ihn und für Recherchen scheut er keine Kontakte mit Schwerkriminellen, politischen Extremisten, Süchtigen und Gescheiterten.

Alle Bücher von Stefan Schweizer

Cover des Buches Goldener Schuss (ISBN: 9783839216880)

Goldener Schuss

(43)
Erschienen am 04.02.2015
Cover des Buches Die Akte Baader (ISBN: 9783839222003)

Die Akte Baader

(40)
Erschienen am 07.02.2018
Cover des Buches Ritter und die Al Qaida (ISBN: 9783942661416)

Ritter und die Al Qaida

(17)
Erschienen am 11.03.2013
Cover des Buches Berlin Gangstas (ISBN: 9783862655915)

Berlin Gangstas

(17)
Erschienen am 01.08.2016
Cover des Buches Ritter und die PKK (ISBN: 9783944264219)

Ritter und die PKK

(14)
Erschienen am 15.11.2014
Cover des Buches RAF - 1. Generation (ISBN: 9783942661799)

RAF - 1. Generation

(15)
Erschienen am 09.03.2012
Cover des Buches Islamisierung Deutschlands? (ISBN: 9783946686408)

Islamisierung Deutschlands?

(10)
Erschienen am 20.10.2017
Cover des Buches Mörderklima (ISBN: 9783947612871)

Mörderklima

(9)
Erschienen am 26.08.2020

Neue Rezensionen zu Stefan Schweizer

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Ludwig Wittgenstein

Mit einer Einleitung, der Erläuterung der Vorgehensweise, zwei Teilen, einem Fazit, einem Ausblick und einer Bibliographie präsentiert hier Stefan Schweizer (1973) „Idealismus - Selbstorganisation - Konstruktivismus“.


In der Einleitung schreibt er: „Es wird im Folgenden ausführlich belegt, dass die relevanten Axiome und Prämissen der Selbstorganisationstheorien im Deutschen Idealismus fundiert und vom Radikalen Konstruktivismus spezifiziert werden.“ Wie der Untertitel seines Buches sagt, findet also „eine ideengeschichtliche Rekonstruktion“ statt.


Folgerichtig wendet sich Schweizer zunächst im ersten Teil seines Werkes den deutschen Idealisten, Immanuel Kant (1724 - 1804), Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814) und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling(1775-1854), zu. Im Fazit fasst er zusammen: „Die Philosophie Kants erklärte durch die kopernikanische Wende der Transzendental-Philosophie Sachverhalte, welche ‚hinter‘ den menschlichen Wahrnehmungsbedingungen liegen, ohne dabei auf Transzendenzkonstrukte zu rekurrieren. Fichte radikalisierte Kant, indem er jegliches Dasein dem Individuum und seiner produzierenden Tätigkeit zuschrieb, somit also auch die Potentialität eines Bezugs auf transzendente Erklärungskonstrukte negierte. Auch Schelling insistiert auf einer radikalen Subjektivität, zugleich versucht er eine Versöhnung des Subjekts (Geist) mit dem Objekt (Natur). Die Natur hatte bei Fichte nur als Produkt des eigenen Subjekts eine Rolle gespielt, bei Schelling rückt sie mehr als eigenständige Entität in den Blickpunkt.“


Im zweiten Teil des Aufsatzes widmet sich der Autor der „Autopoiesetheorie und (dem) Radikalen Konstruktivismus als Fortführung und Spezifizierung der Theorien des Deutschen Idealismus.“

Was die Autopoiesetheorie betrifft, sind  die chilenischen Biologen Humberto Maturana Romecin (1928 - 2021) und Francisco Javier Varela García (1946 i- 2001) zu nennen.


Schweizer schreibt: „Die zentrale - und so darf man wohl ruhig hinzufügen: radikale - Axiomatik der ‚Theorie der Autopoiese‘ lautet, dass alle lebenden Systeme per definitionem autopoietische, d.h. sich selbst organisierende Systeme sind. Das heißt, dass somit Leben ohne externale Einflüsse denkbar wird und von einer Säkularisierung bzw. Enttranszendierung des Lebens gesprochen werden kann. Maturana und Varela beschreiben die Selbstorganisation so: ‚Unser Vorschlag ist, daß Lebewesen sich dadurch charakterisieren, daß sie sich - buchstäblich - andauernd selbst erzeugen. Darauf beziehen wir uns, wenn wir die sie definierende Organisation autopoietische Organisation nennen.’“


Maturana und Varela differenzieren deutlich zwischen Organisation und Struktur: „Ein Lebewesen ist durch seine autopoietische Organisation charakterisiert. Verschiedene Lebewesen unterscheiden sich durch verschiedene Strukturen, sie sind aber in Bezug auf ihre Organisation gleich.“ Schweizer erläutert: „Veranschaulichen kann man sich diese abstrakten Überlegungen durch einen Vergleich von autopoietischen Systemen, wie z.B. zwischen Fischen und Menschen. Beide Male handelt es sich um lebende Systeme, die hinsichtlich ihrer autopoietischen Organisation und der damit verbundenen organisationellen Geschlossenheit identisch sind.“


Die Autopoieseaxiomatik erklärt Schweizer anhand von 11 Punkten. Im zehnten geht es um die Sprache: „Erst durch den Bereich der Sprache wird menschliches Bewusstsein und menschliche Identität erzeugt … Oder frei nach Wittgenstein ließe sich formulieren, dass die Welt des Menschen die Welt seiner Sprache ist.“


Der Satz Ludwig Wittgensteins (1889 - 1951), „wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“, fehlt in Schweizers Werk. Er begründet es mit den Worten. “Da der Radikale Konstruktivismus aber keine Aussagen über das Sein trifft, können sich die Parallelen (zwischen der Autopoiesetheorie, dem Radikalen Konstruktivismus und der Subjektivität Fichtes) ausschließlich auf den kognitiven Bereich beziehen.“


Nachdem sich der Autor der „sozialwissenschaftlichen Verwendungsweise des Modells“ zugewandt hat, widmet er sich schließlich dem Radikalen Konstruktivismus. Hier sind die Namen Ernst von Glasersfeld (1917 - 2010), Heinz von Foerster (1911 - 2002), Paul Watzlawick (1921 - 2007), Niklas Luhmann (1927 - 1998) und Siegfried J. Schmidt (1940) zu nennen.


„Man gelangt so über die Erkenntnisse der chilenischen Neurobiologie zur philosophisch-erkenntnistheoretischen Position des Radikalen Konstruktivismus, einer Position, ‚die in Fortsetzung skeptischer und konstitutionstheoretischer Überlegungen jegliche Form der Erkenntnis - einschließlich des Erkannten selbst - als Konstruktion eines Beobachters begreift. Erkennen meint nicht die passive Abbildung einer äußeren objektiven Realität, sondern bezeichnet einen Prozeß der eigenständigen Herstellung bzw. Konstruktion einer kognitiven Welt [...] Die reale Welt als solche ist keine erfahrbare Wirklichkeit; Wirklichkeit ist vielmehr immer wahrgenommene, beobachtete, erfundene, also konstruierte Wirklichkeit.’“


Zu Foerster schreibt er: „Heinz von Foerster betont auf physiologisch-materieller Grundlage des Nervensystems die Autonomie und Selbstregelung des Menschen und die damit verbundene Problematik des ästhetischen und ethischen Imperativs.“


In der Zusammenfassung zum Konstruktivismus ist dann zu lesen: „Das bedeutet, dass nur praktisches Überleben über Brauchbarkeit von Erkenntnis und somit Evolution entscheidet und eben nicht der Wahrheits- oder Schönheitsgehalt.“


Von dort kommend wirft er einen Blick auf „Watzlawicks Hypothese über die durch Ideologien generierte Wirklichkeit“: „Was die durch Setzung einer bestimmten Ideologie erfundene Wirklichkeit betrifft, ist ihr Inhalt gleichgültig und mag jenem einer anderen Ideologie total widersprechen; die Auswirkungen dagegen sind von einer erschreckenden Stereotypie.“


Das achte und letzte Kapitel des zweiten Teils steht unter der Überschrift „Siegfried Schmidts Weiterentwicklungsversuch des Radikalen Konstruktivismus“. Der Potsdamer Schweizer schaut sich Luhmanns Semantikkonzept an: „Bei Luhmann gelten Kultur bzw. Semantiken als Formen kultureller Ausprägungen als das Gedächtnis sozialer Systeme, ‚aber nicht in der Form räumlicher Speicher, die zu <betreten> und zu <verlassen> wären, sondern eines fortlaufenden, rekursiven Löschens und Vergegenwärtigens bedeutsamer Symbole, durch welche die Kontingenz des Augenblicks reflexiv wird.‘“ Dann  fährt er fort: „So überrascht Schmidts Fazit kaum, dass es keine Kultur gibt, der Mensch sie aber trotzdem irgendwie benötigt … Folglich besitzen Gesellschaften keine Kulturen und sind keine Kulturen, ‚sondern sie werden und sind Gesellschaften im Vollzug erfolgreicher Anwendungen von Kulturprogrammen‘ … Im Fazit passt Schmidt sein Konstrukt dem aktuellen soziologischen Mainstream mit dem Insistieren auf der Aktantenperspektive an, denn Aktanten konstituieren, produzieren und modifizieren Kultur.“


Zuletzt entwirft Schweizer einen kurzen Ausblick: „Es bleibt u.a. das Desiderat einer weitergehenden ideengeschichtlichen Rückführung autopoietischen und radikalkonstruktivistischen Theorieguts. Einen Ansatzpunkt dafür bietet, wie beinahe für das gesamte abendländische Denken, die griechische Philosophie. An dieser Stelle wird die These aufgestellt, dass die Wurzeln beider Theoriestränge in der griechisch-antiken Philosophie auffindbar sind.“


Wie die Zitate hier deutlich machen, ist die Sprache des Autors nicht immer leicht zu verstehen. Berücksichtigt frau aber, dass der Aufsatz 2007 in der Electroneurobiología erschienen und folglich nicht als einer seiner Kriminalromane zu lesen ist, kann sich die Leserin daran erfreuen, auch dieses Fachlatein zu entschlüsseln.


Was bleibt, ist Stefan Schweizer herzlich für dieses spannende Werk zu danken.



Vera Seidl

Cover des Buches Dr. Junkie - Berlin im Rausch (ISBN: 9783911008419)
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Rezension zu "Dr. Junkie - Berlin im Rausch" von Stefan Schweizer

Heidelinde12
Dr. Junkie – Berlin im Rausch ist längst verfilmungsreif – und jede Seite wert, gelesen zu werden.

Stefan Schweizer bleibt mit den Folgeband  seiner Reihe ››Dr. Junkie – Berlin im Rausch‹‹ seiner Linie treu: Schonungslos, eindringlich und gleichzeitig hochspannend schildert er den weiteren Weg von Dr. Paul Straff. Während in den ersten drei Teilen der Absturz des Hausarztes im Mittelpunkt stand, setzen die neuen Bände genau dort an, wo ich als Lesende mit dem Ende des dritten Teils schmerzvoll zurückgelassen wurde – mit der Frage: Kann es für Paul noch einen Ausweg geben?

Der Autor bewahrt auch diesmal seinen präzisen, sezierenden Blick. Er zeigt erneut, wie zerbrechlich die Fassade einer vermeintlich normalen gehobenen Mittelklassefamilie ist und welche Dynamik entsteht, wenn Drogen, Leistungsdruck, gesellschaftliche Erwartungen und ein ungestilltes inneres Vakuum aufeinandertreffen. Die Illusion vom Familienglück zerrinnt, wobei seine Frau durch ihren übersteigerten fanatischen Glauben, ihren Standesdünkel und auch ihre jahrelange sexuelle Verweigerung ihrerseits erheblich dazu beiträgt.

Mitten im Behandlungszimmer von Dr. Straff kommen Opioide ins Spiel – fast unabsichtlich, aber mit gewaltigen Folgen. Schmerzhaft realistisch beschreibt Schweizer, wie eine Tablette zur nächsten führt und wie schnell der Sog unausweichlich wird.

Besonders berührend war für mich Band 5, der stellenweise schwer auszuhalten ist. Pauls verzweifelter Versuch, mit Cannabis oder Lachgas den Entzug zu überlisten, macht schmerzlich deutlich, dass er zwischen Selbstbetrug und Selbstzerstörung pendelt, während die Familie gleichzeitig auseinanderbricht. Selten hat mich eine Geschichte in diesem Genre so emotional gepackt – selten sind mir beim Lesen wirklich Tränen gekommen.

Neben Paul bleibt die pubertierende Tochter Hygieia im Gedächtnis. Sie wächst zunehmend zur eigentlichen Heldin der Reihe heran: ehrlich, rebellisch, tragikomisch in ihren Versuchen, erwachsen zu werden, und zugleich die Einzige, die die Kraft findet, sich auf die Suche nach ihrem Vater zu machen. Ihre Begegnung mit ihm in Berlin-Charlottenburg ist ein literarischer Schlag in die Magengrube – ein Moment, der alles zerbrechen lässt und dennoch Hoffnung aufblicken lässt.

Schweizer gelingt es meisterhaft, ein Wechselspiel aus Tempo und Stille, aus Spannung und Emotionalität zu schaffen. Die Dialoge sind von bedrückender Echtheit, die Figuren so nachvollziehbar gezeichnet, dass sie mir nach diesen sechs Teilen oft schmerzhaft vertraut vorkommen.

Für mich ist die Reihe spätestens mit den Bänden 4 bis 6 weit mehr als nur eine fiktive Geschichte über Drogenmissbrauch. Es ist ein Gesellschaftsroman, der aktuelle Brüche beleuchtet, einen dunklen Draufblick unserer Gesellschaft ermöglicht, vor dem viele, auch die Politiker die Augen verschließen.  Das Buch lässt mich und als Leserin mit der Frage zurücklässt: Wie viel Halt haben wir wirklich im Leben – und was passiert, wenn dieser wegbricht?

Ich bleibe fassungslos, erschüttert und gleichzeitig gespannt auf alles, was noch kommt. Dr. Junkie – Berlin im Rausch ist längst verfilmungsreif – und jede Seite wert, gelesen zu werden.

Heidelinde Penndorf

(September 2025)

Cover des Buches Berliner Werwolf (ISBN: 9783911008310)
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Rezension zu "Berliner Werwolf" von Stefan Schweizer

Fuexchen
Intrigen und Machtspiele lassen grüßen

Ein Oberstaatsanwalt steht vorm großen Karrierehöhepunkt an die Spitze der Berliner Justiz, doch dann erhält er den Auftrag, Mitgliedern rechtspopulistischer Parteien die Beteiligung an Sprengstoffattentaten in Berlin nachzuweisen – zur Not auch unterzuschieben. Der politische Druck ist immens und seine Widersacher versuchen mit allen Mitteln, nicht nur seine bürgerliche Existenz zu vernichten, sondern trachten ihm sogar nach dem Leben. Plötzlich erkennt Geilen, dass sich die größten Feinde in den eigenen Reihen befinden und sein Leben keinen Pfifferling mehr wert ist.

Da mich der Klappentext neugierig machte, wollte ich dann auch wissen, was es mit der Geschichte von Stefan Schweizer aus dem Mainbook Verlag auf sich hat.

Ich kenne bereits ein Buch des Autors und da wusste ich, dass sein Schreibstil absolut schnörkellos, direkt und schonungslos ist. Entsprechend zackig und aufwühlend ist die Handlung. 

Da das Cover drei Pillen zeigt, verrate ich nicht zu viel, wenn ich sage, dass hier offen mit Drogenkonsum umgegangen wird. Es wird aufgezeigt, welch erschreckenden Einfluss „nur ein paar Pillen“ auf einen Menschen haben kann.
Ebenso geht es aber auch um Intrigen und Machtgehabe.

Ob das nun überspitzt dargestellt wird oder nicht, mag ich nicht zu beurteilen. Aber ich kann beurteilen, dass die Handlung erschüttert.

Gleichzeitig hat mir aber auch das gewisse Etwas gefehlt. Um so richtig, richtig erschüttert zu werden, waren für mich persönlich zu wenig Gefühle im Spiel. 

Da die Handlung rasant dahinrast, bleibt kein Platz für große Emotionen. Was ich persönlich schade finde, da ich mich durch Gänsehautmomente umso mehr in der Geschichte verlieren kann.

Dennoch wurde mir hier ein Buch geliefert, das eine spannende Handlung aufweisen kann. Die Bezeichnung „Krimi“ mag erst mal irreführend sein, da es in meinen Augen kein Kriminalfall ist. Dennoch besitzt die Geschichte eine Sogwirkung, so dass ich schlussendlich gut unterhalten wurde.
Wer Politintrigen mag, ist hier genau richtig. Ich vergebe drei Sterne.

Gespräche aus der Community

Die Leserunde zu "Götterdämmerung" von Michael Seitz und Stefan Schweizer wird von beiden Autoren gleichermaßen begleitet. Sie stehen jederzeit für Rückfragen, Anmerkungen und Feedback zur Verfügung. "Götterdämmerung" richtet sich an alle Leser*innen, die rasante und actiongeladene Politik-Faction-Thriller mit gesellschaftspolitischem Tiefgang mögen.

50 BeiträgeVerlosung beendet
welikajas avatar
Letzter Beitrag von  welikaja

Ich folge Euch und hoffe, ich bekomme es dann mit, wenn der 2. Teil erscheint!

Euch auch besinnliche Weihnachten und viel Erfolg in 2022!

S
StefanSchweizer
- Gewinnspiel -
Es fehlen noch knapp über 50 Freund*innen, dann habe ich die 5.000-Freunde-Marke bei Facebook "geknackt! Mein 5.000 Facebook-Freund gewinnt ein signiertes Exemplar meines im Februar 2020 erscheinenden neuen Sachbuchs "50 Jahre RAF - Die ganze Geschichte der Roten Armee Fraktion". Ein Blick auf meine Autoren-Homepage gibt erste Infos rund um das neue Projekt. 
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Das Buch "Die Konquistadoren" aus der Reihe C.H. Beck Wissen von Vitus Huber stellt auf sehr knappem Raum die Eroberung der Neuen Welt nach der Entdeckung von Christopher Kolumbus 1492 dar. Es ist ein spannendes und lesenswertes Buch und vermittelt zumindest Personen, die in dieser Materie noch recht unbedarft sind, interessante Einblicke.
Zum Inhalt: Im Frühjahr 1519 landeten die spanischen Eroberer unter der maßgeblichen Führung von Hernán Cortés in Mexiko. Sie unterwarfen in lediglich zwei Jahren die mächtigen Reiche der Indios, die durchaus aus heutiger Sicht als Hochkulturen gelten dürfen. Durch diese Erfolge beflügelt, gerieten sehr bald weitere Teile Amerikas unter spanische Herrschaft.
In "Die Konquistadoren" geht Vitus Huber meisterhaft dem Rätsel nach, wie das so schnell und ohne offizielle königliche Truppen geschehen konnte. Das ist das innovative Moment an diesem Buch: Er wirft einen neuen, frischen Blick auf die Konquistadoren und kommt auch zu neuen Einsichten. Huber beschreibt anschaulich, aber wissenschaftlich immer korrekt, wer sie waren, wie sie wo zu welchem Zeitpunkt lebten, wie ihre sogenannten Beutegemeinschaften funktionierten. Zudem erklärt er, warum aus einer chaotischen Eroberungsphase langfristige koloniale Herrschaft hervorgehen konnte.
Das Fazit über Hubers Buch ist trotz dieser positiven Elemente ein wenig zwei geteilt. Es ist bekannt, dass hinsichtlich der deutschen Geschichte (1. und 2. Weltkrieg) auch in der Geschichtswissenschaft revisionistische Tendenzen vorherrschen. Diesen Befund könnte man auch in Sachen Eroberung der Neuen Welt auf Huber anwenden. Denn er "relativiert" dabei die Schuld der Konquistadoren, indem er aufzeigt, dass der spanische Siegeszug nur durch indigene Unterstützung möglich war. Dies belegt er m.E. durchaus schlüssig und plausibel durch Zahlen: Die Konquistadoren waren massivst in der Minderheit und konnten trotz technischer Überlegenheit (Waffen, Pferde ...) nur Siege gegenüber den starken Gesellschaften der Neuen Welt erlangen, weil sie geschickte Bündnisse eingingen und mit den Indios andere Indios besiegten und unterwarfen. Durch diese Aussage relativiert Huber meiner Meinung nach zu sehr die Schuld der Spanier und weiterer Eroberer, die diese an der beinahe vollkommenen Ausrottung der Indios besaßen. Trotz allem ein hervorragendes Buch, das neue Denkanstöße vermittelt und hiermit allen zur Lektüre empfohlen wird.
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