Stefan Spjut Troll

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Inhaltsangabe zu „Troll“ von Stefan Spjut

Ein Spannungsroman aus Schweden, der die Grenzen zum Paranormalen überschreitet - „wie der junge Stephen King!“ (Dagens Nyheter)

An einem Sommertag läuft der kleine Magnus in Nordschweden in den Wald und kehrt nicht mehr zurück. Seine Mutter behauptet, ein Riese habe ihn entführt. Jahre später verschwindet wieder ein Junge, und wieder soll ein Troll ihn geholt haben. Alles nur Aberglaube, wie die Polizei meint? Doch die junge Susso ist überzeugt, dass es übernatürliche Wesen gibt. Ihre Suche führt sie in eine geheimnisvolle, archaisch anmutende Welt, deren Bewohner sich mit roher Gewalt gegen Eindringlinge wehren.

"Troll" beginnt langsam, aber die Handlung entwickelt sich immer rasanter.

— Kaoskoch

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    Troll

    Kaoskoch

    07. September 2015 um 13:17

    "Troll" spielt in den einsamen winterlichen Wäldern Schwedens, wo man kilometerweit vom nächsten Nachbarn entfernt lebt. Ich konnte diese weite Landschaft als Kind öfter erleben und war nachhaltig davon beeindruckt. Zur Handlung: An einem Sommertag läuft der kleine Magnus in Nordschweden in den Wald und kehrt nicht mehr zurück. Seine Mutter behauptet, ein Riese habe ihn entführt. Jahre später verschwindet wieder ein Junge, und wieder soll ein Troll ihn geholt haben. Alles nur Aberglaube, wie die Polizei meint? Susso nimmt die Fährte auf. Ihre Suche führt sie in eine geheimnisvolle, archaisch anmutende Welt, deren Bewohner sich mit roher Gewalt gegen Eindringlinge wehren. Dass Susso überzeugt von der Existenz übernatürlicher Wesen ist, liegt an einem Foto, das ihr Großvater, ein berühmter Naturfotograf, auf einem seiner Flüge aufnahm. Es zeigt einen kleinen Jungen, der nackt auf dem Rücken eines Bären reitet. Susso richtet eine Website über Kryptozoologie ein, über die sie schließlich von Edit kontaktiert wird. Edit sah ihren Enkel im Gespräch mit einem aus dem Stallovolk, wie diese mystischen Wesen in Schweden heißen, und macht sich Sorgen - zurecht. Susso wird mehrfach eindringlich davor gewarnt, ihre Nachforschungen fortzusetzen. Ihre Hartnäckigkeit bringt sie und ihre Familie in Gefahr und die uralte Symbiose zwischen Stallovolk und Menschen ins Wanken. Dabei wird schnell klar, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, dass es mehr gibt als Gut und Böse und dass ein Eichhörnchen nicht unbedingt harmlos ist. Wenn sich die geneigte Leserin auf die sich langsam entwickelnde Handlung einlässt, wird sie immer mehr in den Bann des Stallovolkes gezogen. Spjut arbeitet in "Troll" mit zwei Handlungssträngen und drei Perspektiven, was für grundverpeilte Frettchen wie mich gelegentlich etwas verwirrend war, da ich bei einem Perspektivwechsel immer wieder kurz brauchte, bis ich in die Handlung fand. Gelegentlich hätte ich mir auch Erklärungen für die gewünscht, die in der skandinavischen Mythologie, aber auch im skandinavischen Christentum nicht so ganz zu Hause sind - Laestadianer beispielsweise sagten mir auf Anhieb gar nichts. Spjuts Sprache ist atmosphärisch dicht und eindringlich. Das düstere Horrorszenario, das er heraufbeschwört, kommt langsam in Fahrt - zu Anfang hat "Troll" Längen, aber das Durchhalten wird belohnt. Mich hat's nicht gewundert, dass die Filmrechte des Buches schnell verkauft waren, und ich freue mich auf die Verfilmung (zumal sie vermutlich auch temporeicher ist als das Buch).

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  • Surreal

    Troll

    michael_lehmann-pape

    17. March 2014 um 13:08

    Surreal Wenn ein Eichhörnchen ein verdecktes, zweites „Gesicht“ trägt, man auf einem Foto auf dem Rücken eines Bären eine kleine, nackte Gestalt entdeckt und jemand, der sich ungefragt „eingebracht“ hat, mit verdrehtem Kopf dann gegen die Wand gelehnt auf dem Boden sitzt, dann könnte ein Troll dahinter stecken. Genauso, wie wenn ein Junge in der „Sommerfrische“ der einsamen Hütte in all diesen Mückenschwärmen einfach verschwindet. (Wobei die Frage schon gestattet ist, wieso die Mutter überhaupt auf die Idee kam, an diesem gottverlassenen Ort „Urlaub“ zu machen). Susso, deren Mutter Gudrun (die einzige „Ich-Erzählerin“ im Buch, die eher „vom Rande aus“ hier und da ihre Sicht der Dinge einfließen lässt) Tochter eben jenes Mannes ist, der das einzigartige Foto des „Bärenreiters“ vom Flugzeug aus erstellt hat ist, lässt dieses Bild des Großvaters keine Ruhe. Warum findet sich so wenig Handfestes über „Trolle“ in den öffentlichen Medien? Warum hat niemand deutliche Hinweise von Menschen verfolgt, die solche Wesen gesehen haben wollen? Susso geht dem nach, arbeitet mit verdeckten Kameras, wird ein um das andere Mal in ihrer Suche enttäuscht, bis sie auf Edit trifft. Denn Edit hat einen Troll gesehen, direkt vor dem Fenster. Einen Troll, der ihren Enkel angesprochen hat. Denn Trolle wollen „sich kümmern“. In einer Art und Weise, die Eltern oder Großeltern sicherlich nicht recht sein kann. In einer Art, die vielen Menschen durchaus bekannt zu sein scheint, auch wenn diese darüber nicht gerne reden. Und so macht sich Susso auf ihre intensive Suche. Eine Suche nach einem Troll, die sie in massive Gefahr führen wird. Denn, auch wenn niemand offen darüber spricht, es gibt Menschen, die in Verbindung stehen. Enger, als ihnen oft lieb ist, aber eine echte Wahl haben sie eher nicht. Autos, die auf dem Dach liegen, Lärm, Hunde, die auf Scheunendächer geworfen werden, all das spricht seine ganz eigene Sprache, was es heißt, einen Troll zu verärgern oder „bei Laune“ halten zu müssen. Und überhaupt sehen sich im Buch all jene getäuscht, die grundsätzlich meinen, solche „kryptozoologischen“ Wesen gäbe es nur in alten Legenden und die zudem meinen, Trolle wären zwar merkwürdig und wenig freundlich, aber doch ziemlich klein und damit leicht einzuschüchtern. Weder gibt es nur „kleine“ Trolle noch sind diese leicht zu beeindrucken. Das „Stallovolk“ ist es, welches Spjut im Buch als jene Wesen benennt, die von fast drei Meter Größe bis hin zu nur einem Meter „Kleine“ ihr Wesen (bzw. Unwesen) im Verborgenen der schwedischen Einsamkeiten treiben und bei denen man besser nicht „in der Schuld“ steht. Denn „Stallos“ treiben ihre Schulden ein, koste es, was es wolle. In düsterer Atmosphäre, gesäumt von Schneeverwehungen und Schneebergen links und rechts der einsamen Straßen und Hütten siedelt Spjut seine Geschichte an. Bei der es nicht ganz einfach ist, hineinzukommen ob der vielen befremdlichen Namen, der verschiedenen Perspektiven und der verschiedenen, beteiligten Personen. Wobei auch seine teils doch etwas sperrige Sprache zunächst auch eines „Einlesens“ in Stil und Form bedarf. Dann allerdings packt Spjut den Leser durchaus mit seinem surrealen und doch so alltäglich, real wirkenden Szenario. Der Bedrohung von Kindern, dem Verschwinden des kleinen Jungen zu Anfang, das später noch eine gewichtige Rolle spielen wird, den „Trophäen“, die Susso im Baum finden wird und vielem Mehr, was Spjut in und um diese “Verfolgten und Verfolger“ ansiedeln wird. Bis der Leser tatsächlich meint, da könnte was dran sein, an diesem Eichhörnchen, das Susso zum Ende hin eng beschützen wird. Hier und da etwas sperrig in der Sprache und in den Ereignissen baut Spjut über das Buch hinweg eine fühlbare Spannung und ein langsames Entsetzen auf, das die Lektüre durchaus lohnt und, nach einer Phase des „Einlesens“ zu einem flüssigen, stets düsteren Erlebnis gestaltet.

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