Stefan Steinmetz

 3.7 Sterne bei 9 Bewertungen

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Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman

Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman

 (5)
Erschienen am 21.10.2015
Papierschwalben im Abendwind

Papierschwalben im Abendwind

 (4)
Erschienen am 09.09.2015

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Rezension zu "Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman" von Stefan Steinmetz

Eine starke Geschichte und eine lange Reise!
Romanfresservor 2 Jahren

‚Hättest du nicht Lust, einen Steampunkroman zu lesen‘, fragte mich der Autor per Mail. ‚Klar gerne‘, antwortete ich und dachte erst nach Erhalt des Buches ‚Was ist eigentlich Steampunk?‘. Inzwischen, nach der Lektüre dieses Buches, weiß ich es und keine Sorge, wenn ihr weiterlest, werde ich es euch auch verraten.

Alles dreht sich um Emma. Emma ist die Tochter eines Professoren Heisenberg, der sich ein Luftschiff mietet, um einen neuen Kontinent zu ent- und sich mit Silber von dort einzudecken. Emma assistiert ihrem Vater, spricht zahlreiche Sprachen, zeichnet exzellent und ist generell stets an der Seite ihres Vaters. Und, was man auch recht schnell merkt, sie ist halb mechanisch. Nach einem Attentat auf sie hat ihr Vater ihr ein mechanisches Herz, eine mechanische Lunge und ein künstliches Auge eingebaut. Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass ihr Vater diese Mechaniken nutzt, um sie zu konditionieren, um sie gefügig zu machen – denn er hat die Kontrolle über ihren Aufziehschlüssel. Auch die Luftschiffbesatzung wird darauf aufmerksam und so nutzt sie die Situation auf dem Luftschiff auf, um Emma im Rahmen ihres Möglichen einige Freiheiten zu gewähren. Immer mehr Ungereimtheiten treten auf und es wird klar, dass der Professor nur ein herrschsüchtiger Jäger nach Silber ist, er keine wissenschaftlichen, sondern nur kommerzielle Motive hat. Nach der Entdeckung des Kontinents dort wird die Besatzung von den Einheimischen festgenommen, Emma kann durch ihre Mechanizität ihre Befreiung veranlassen; die Einheimischen sehen sie als Göttin an und sorgt dafür, dass ihr Vater mit seinem Assistenten gefangen gehalten bleibt. Nach einem Aufenthalt dort und einem Showdown auf der Rückreise ist der Vater besiegt, doch Emma wurde getroffen und muss operiert werden – Christian, der Bordkapitän, der auch in sie verliebt ist – hatte schon unterwegs ein neues Uhrwerk angefertigt. Doch nach der Operation ist Emma wie nach einem Schlaganfall kaum ansprechbar. Nach der Rückkehr nach Bayern kehren sie bei einem Bergvolk an einer heilenden Quelle ein, wo Emma geheilt werden soll – doch das Wasser der Quelle allein reicht noch nicht. Und auch nach dieser Episode vergeht noch einige Zeit, bis sich schließlich alles zum Guten wenden kann.

Mit fast 300 Wörtern ist das eine unfassbar lange Zusammenfassung gewesen – und doch habe ich das Gefühl, kaum einen Eindruck vom Buch wiedergeben zu können, weil das Buch einfach enorm umfangreich ist. Meine Ausgabe hat 450 Seiten, die Schrift ist winzig und die Seiten groß. Inzwischen gibt es eine Ausgabe mit 700 Seiten, die eine etwas größere Schrift hat, aber auch an dieser wurde noch die kleine Schriftart bemängelt. Der Roman ist einfach irre umfangreich und es passiert jede Menge – was aber nicht unbedingt negativ zu verstehen ist. Ich finde, an einigen Stellen hätte man kürzen können, hätte man gut und gerne etwas weglassen können, einige Situationen neigen auch dazu, sich zu wiederholen. Andererseits ist es durchaus nachvollziehbar, dass Steinmetz sich in Details verstrickt, weil es in einer Parallelwelt spielt, in der alles erklärungsbedürftig ist. So war das auch gar nicht störend, lediglich Kleinigkeiten sind eben irgendwann redundant. Ganz persönlich hätte ich noch anzumerken, dass ich Verschriftlichungen von Dialekt nicht mag. Das ist so eine Eigenheit von mir, die mir im Buch aber das ein- oder andere Mal aufgefallen ist.

Insgesamt aber fand ich das Buch mehr als gelungen. Es fühlt sich an, als befänden wir uns im frühen 19. Jahrhundert, Dampfmaschine und Elektrizität sind die Neuerungen der Stunde, Mechanik und Elektrik die dominierenden Motive des Buches. Und ziemlich genau dieser Geist der Weltausstellung von Chicago, der Eisenbahnen und Luftschiffe ist es, der das ganze Steampunk-Genre ausmacht. Es ist eine wahrhaft faszinierende Zeit, auch mein Lieblingsautor Hohlbein siedelt seine phantastischen Geschichten oft in dieser Zeit an.

Die Charaktere sind klar definiert und machen im Prinzip nur wenig an Entwicklung durch. Heisenberg als zunächst versteckter Antagonist, Emma als die Hauptfigur, die auch tatsächlich eine emanzipative Wandlung durchmacht, viele weitere Charaktere bleiben allerdings eher unverändert – und das ist auch gut so, weil sie einen festen Bezugsrahmen für die ohnehin schon sehr dynamische Handlung mit häufigen Orts- und Besetzungswechseln bieten. So ist es dann auch in der Natur der Sache, dass trotz eines umfangreichen Epilogs und vieler abgeschlossener Enden einige Handlungsstränge unvollendet bleiben. Aber wirklich dramatisch ist auch das nicht, denn die enorm starke Handlung und die vielen guten Ideen des Romans trösten über diese kleinen Schwachstellen bei weitem hinweg.

Wer also gerne Steampunkromane, also quasi die industrialisierte Form von Fantasyromanen, die ja gerne in einem stilisierten Mittelalter angesiedelt sind, liest, findet im Aufziehmädchen Emma einen wirklich gelungenen Vertreter seiner Art, bei dem man sich auf eine lange Reise einlässt, aber mit einer wahnsinnig starken Geschichte belohnt wird. Für das Buch vergebe ich so gut und gerne 4/5 Sternen. Überflüssig zu erwähnen, dass man dem Buch höchstens am Satz ansieht, dass es ‚nur‘ von einem Indie-Autor stammt, oder?

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Gwynnys avatar

Rezension zu "Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman" von Stefan Steinmetz

Das Herz will, was es will. Egal ob aus Fleisch und Blut, oder Zahnrädchen und Federn.
Gwynnyvor 2 Jahren

FAKTEN
Das Buch „Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunk-Roman“ von Stefan Steinmetz ist erstmals am 21.10.2015 erschienen und wurde vom Autoren selbst verlegt. Es ist als eBook und Print erhältlich.

INHALT
Es treffen zwei Schicksale aufeinander. Das der jungen Emma, einer Frau mit einem Uhrwerk als Herz und weiteren, durch Technik ersetzten, Körperteilen. Von ihrem Vater auf Schlimmste misshandelt, eingeschüchtert und kontrolliert. Sie trifft bei der Planung einer folgenreichen Expedition auf den charmanten Luftschiffer Christian. Einen Mann, der in seinem Leben arg gebeutelt wurde und viel ertragen musste. Obwohl er um ein furchtbares Schicksal fürchtet, kann er sich den Gefühlen für Emma nicht entziehen. Auch sie verliert ihr Herz an ihn. Emma ist so verschüchtert, dass er und seine Crew beginnen zu forschen weshalb. Das Ausmaß ihres Geheimnisses schockiert sie alle. Kann Emma ihrem Vater entkommen, werden Emma und Christian je zusammen finden?

SCHREIBSTIL/ FORM
Stefan Steinmetz hat hier eine unheimlich detaillierte Story geschaffen. Der technische Aspekt, die Emotionen – alles wird äußerst ausführlich beschrieben. Zum Teil finde ich das wirklich gut, denn ich bin in diese Richtung interessiert. Allerdings gibt es leider häufige Wiederholungen und die Beschreibungen der Details werden zu genau und langatmig gehalten. Das verursacht viele kleine Längen. Für jemanden der einfach die Geschichte genießen möchte, könnte es daher zu viel werden. Die Idee ist wirklich toll und ich habe das Buch auch gern gelesen, aber es wird dadurch etwas verleidet. Allerdings hat der Autor ein tolles Händchen dafür, ein Bild vor Augen entstehen zu lassen. Egal ob es um Menschen, die Umgebung oder Emotionen geht. Ich denke das Buch ließe sich auch gut verfilmen :) Besonders toll fand ich wie Dinge aus der realen Welt mit eingeflossen sind. Und für Gänsehaut und einmal ein paar Tränchen war auch gesorgt ;)

CHARAKTERE
Emma
Eine junge Dame, die wegen ihres Lebens sehr zurückhaltend, ängstlich und scheu ist. Allerdings blüht sie unter der Crew von Christian richtig auf. Sie entpuppt sich als unglaublich mutige und liebenswerte Person. Sie legt eine nachvollziehbare Entwicklung hin und ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Christian
Ein sehr charmanter Mann mit dem Herzen am richtigen Fleck. Aufgeschlossen und mutig. Er passt wunderbar zu Emma, aber er lässt seine Vergangenheit seine Gegenwart überschatten. Trotzdem tut er alles um ihr zu helfen.
Es gibt echte Unikate bei den Protagonisten. Am liebsten ist mir Jochen mit seinem herrlichen Dialekt :) Jeder für sich ist greifbar und lebensecht. Auch die Antagonisten sind toll ausgearbeitet. Alle zusammen ergeben ein tolles Gefüge.

MEIN FAZIT
Eine schöne Geschichte mit Herzblut geschrieben, das merkt man. Der Autor hat viel Liebe fürs Detail an den Tag gelegt. Leider ist genau das zum Teil ein Problem. Ich denke das Buch hätte bestimmt an die 50 bis 100 Seiten weniger haben können und wäre dadurch in keinem Fall schlechter geworden. Für mich hat es sich dadurch einfach zu arg gezogen. Die Idee ist aber toll und es hat trotzdem Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Tolle Steampunk-Fantasy für alle, die es gern auch ein wenig abenteuerlich und romantisch zugleich mögen. Gerne empfehle ich es ab ca. 16 Jahren.

MEINE BEWERTUNG
Hier gibt es 3 von 5 Zahnrädchen.
©Teja Ciolczyk, 16.07.2016


Mehr rund ums Buch findet Ihr auf meinem Blog Gwynny's Lesezauber

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dieDoreens avatar

Rezension zu "Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman" von Stefan Steinmetz

Arme Emma
dieDoreenvor 3 Jahren

"Aufziehmädchen Emma" hat mich aufgrund des Klapptext angesprochen. Steampunk ist kein neues Genre für mich und ich mag das viktorianische Zeitalter gepaart mit technischer Moderne.Vom Format des Buches war ich dann allerdings erstmal erschlagen. Das Buch ist groß, dick und die Schriftart ist sehr klein. Ich konnte mich anfangs nur schwer in die Geschichte versetzen und hatte etwas Probleme mich von der Story fesseln zu lassen.Emma mochte ichauf Anhieb. Sie ist die tragische Figur in dem Buch. Vom Vater unterdrückt und überwacht muss sie erst lernen sich von dessen Fesseln zu lösen. Sie war mir eigentlich am sympathischsten. Mir gefiel die Idee, dass sie trotz des Aufziehwerks anstelle des Herzens wahre Liebe empfinden kann. Dabei steht in dem Buch die Liebesgeschichte aber nicht im Fordergrund sondern viel mehr das Abendteuer und die Entdeckungsreise.Das Setting hat der Autor sehr bildlich beschrieben, für meinen Geschmack ist er dabei aber oft zu sehr ins Detail gegangen. Ein paar Beschreibungen weniger und die Geschichte wäre dynamischer geworden. Leider fehlte mir auch etwas die Charakterentwicklung der handelnden Personen. Entweder sie waren nur "Gut" oder nur "Böse" etwas dazwischen gab es nicht. Schade, denn ich mag es wenn Charaktere beide Arten von Charaktereigenschaften haben. Bei so einer komplexen Geschichte wie hier hatte ich das irgendwie auch erwartet.Das Buch war eine Mischung aus Steampunk-, Abenteuer- und Fantasygeschichte, die eine sehr tragische Familientragödie zur Grundlage hat und erinnert tatsächlich ein wenig an die Romane von Jules Verne.
Mein Fazit
Es fiel mir schwer eine Rezension zu dem Buch zu schreiben, da ich nicht weiß wie ich es bewerten soll. Ich habe diese Rezension auch lange vor mir hergeschoben. Trotz des Themas Steampunk und Abenteuer war es doch irgendwie anders als alle Bücher die ich bisher kenne. Liebevoll gezeichnete Charaktere treffen auf eine Abenteuergeschichte die sich manchmal in ihrem Detailreichtum verliert und doch steckt in diesem Buch so viel Symbolik und Liebe, dass es mir schon wieder sehr nahe ging. Wenn ich könnte würde ich mein Herz Emma geben, denn die Familientragödie ging ganz schön unter die Haut damit hatte ich nicht gerechnet.

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