Stefan Wolfschütz Mitten ins Gesicht

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Inhaltsangabe zu „Mitten ins Gesicht“ von Stefan Wolfschütz

Auch wenn die Form nicht allen angestammten Regeln der Haiku-Dichtung folgt, so sind die Gedichtminiaturen aus dem Krieg Anfang der zwanziger Jahre als anerkannte, französische Haiku in den dortigen Literaturzeitschriften erschienen. Ein Phänomen, das vor Augen führt, wieviel es noch aus jenen dunklen Zeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu entdecken gibt. Erschütternd ist es, dabei zu erkennen, welch kultureller Reichtum in den Orten und in den Köpfen der Menschen gnadenlos zerbombt, vernichtet und begraben wurde.

Eine ungewöhnliche Anthologie ist dieses Büchlein, ein außergewöhnliches Zeitdokument. Miniaturgedichte als Momentaufnahmen des Grauens...

— parden
parden

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

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    • 1030
  • Leserunde zu "Südwind" von Volker Friebel

    Südwind
    VolkerFriebel

    VolkerFriebel

    Vorwort Vor dem Haus fallen Kirschblüten ... Ich nehme sie wahr, wende mich ihnen zu, und sie entstehen neu auf dem Papier, als Skizze, als Gemälde mit Worten, als Auseinandersetzung mit dem Vergehen und der Tiefe der Welt. Worauf ich schaue, was ich höre, womit ich mich beschäftige, sagt nicht nur etwas über mich selbst aus, es verändert mich auch. Es verändert mich, ob ich mich Kirschblüten zuwende oder Börsennachrichten, Kriegsberichten, ziehenden Wolken, Flüchtlings­elend, Gedränge in der Straßenbahn, Auslagen in der Fleischerei­abteilung eines Supermarkts. Es liegt zumindest in Teilen an mir, wohin ich mich verändere, wohin ich mich verändern will. Das sind auch Entscheidungen. Das Haiku ist so eine Entscheidung. Es hat eher mit Achtsamkeit zu tun als mit Zerstreuung, eher mit Werden und Vergehen als mit Statik, eher mit offener Wahrnehmung und Betrachtung als mit abstrakten Ideen, eher mit dem Kleinen als mit dem Großen. Eindeutige Zuordnungen sind fast immer problematisch. Und jeder, der ein Haiku verfasst, legt damit auch etwas von sich selbst hinein, auch wenn er „objektiv“ bleiben möchte – und jeder, der ein Haiku liest, tut dies genauso. Wie die meisten interessanten Dinge, ist ein Haiku kaum zu definieren – aber zu erleben. In unser Erleben gehen auch all unsere bisherigen Erfahrungen ein, es kann nie vorurteilsfrei sein – und doch eröffnet es die Möglichkeit, uns zu verändern, wenn wir es offen zu gestalten versuchen. Und die Texte dieser Sammlung bieten reichlich Gelegenheiten, sich auf das Haiku einzulassen, in seiner Vielgestaltigkeit, in der oft ganz unterschiedlichen Auffassung seines Konzepts. Welches Konzept liegt diesem vierzehnten Jahrbuch des Projekts Haiku heute zu Grunde? Die Verbreitung des Haiku in der deutsch­sprachigen Welt soll beobachtet und dokumentiert werden. Die Vielfalt und die Breite der Ausdrucksformen ist dabei ausdrücklich erwünscht. Literarische Qualität und Inspiration sind die wichtigsten Kriterien. Natürlich stellt sich auch manchmal die Frage, was noch als Haiku gelten kann und was nicht, eine Frage, auf die eine klare Antwort nicht möglich ist. In das Jahrbuch sind 596 Haiku von 115 Autoren und zehn Tan-Renga aufgenommen. Erstveröffentlicht wurden viele der Texte in den Monatsauswahlen von Haiku heute, im Sommergras (der Vierteljahresschrift der Deutschen Haiku-Gesellschaft), in Chrysan­themum (Halbjahres-Zeitschrift zu Haiku und Verwandtem), in den Werkstätten des Hamburger Haiku Verlags, auf VerSuch (Projekt Gendai-Haiku), auf Tageshaiku, in der Facebook-Gruppe Haiku-like. Weitere Texte wurden von den Autoren auf die Ausschreibung des Jahrbuchs hin eingereicht. Für die Aufnahme war Bedingung, dass die Texte im Jahr 2016 geschrieben oder in diesem Jahr erstveröf­fentlicht worden waren. Alle Texte wurden durch den Herausgeber ausgewählt und von ihm zusammengestellt, kritisch unterstützt durch Elisabeth Menrad. Wie sich die deutschsprachige Haikuwelt weiterentwickelt, wird sich zeigen. Wir sind, als Leser wie als Autoren, bei dieser Gestaltung da­bei. „Mögest du in interessanten Zeiten leben”, lautet ein chinesischer Fluch. In der Literatur interessante Zeiten können beglückend sein. Näheres zum Projekt Haiku heute und dem Haiku-Jahrbuch: www.haiku-heute.de Es werden 3 Papierexemplare verlost. Alle Interessenten bekommen eine pdf-Datei mit dem vollständigen Buch zur Verfügung gestellt. Diese ist jetzt schon unter der oberen Netzseite ladbar. 

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  • Haiku aus dem Krieg 1914-1918...

    Mitten ins Gesicht
    parden

    parden

    24. July 2017 um 19:04

    HAIKU AUS DEM KRIEG 1914-1918...Eine ungewöhnliche Anthologie ist dieses Büchlein, ein außergewöhnliches Zeitdokument. Mitten im Gefecht des Ersten Weltkrieges haben seinerzeit junge, französische Intellektuelle die ihnen kürzest mögliche Form verwendet, um das Unfassbare, das grauenhafte Geschehen eines menschenverachtenden Krieges zu dokumentieren: die Haiku-Dichtung.Ein GranattrichterHat in seinem WasserDen ganzen Himmel aufbewahrt.Auch wenn die Form nicht allen angestammten Regeln der Haiku-Dichtung folgt, so sind die Gedichtminiaturen aus dem Krieg Anfang der zwanziger Jahre als anerkannte, französiche Haiku in den dortigen Literaturzeitschriften erschienen. Erschütternd ist es, dabei zu erkennen, welch kultureller Reichtum in den Orten und in den Köpfen der Menschen gnadenlos zerbombt, vernichtet und begraben wurde.Ein Kunstwerk, der KnaufDieses stolzen Säbels.Wie man doch Verbrechen schönfärbt!Den Ersten Weltkrieg in einem Haiku festhalten zu wollen, liefe auf dasselbe hinaus wie den ganzen Ozean in einen Fingerhut zu gießen. Doch Momentaufnahmen werden auf diese Art festgehalten wie in einem fotografischen Schnappschuss, mitsamt der ihm innewohnenden Emotionen. Und so kann auch diese minimale Form ein gewichtiges Wort mitreden bei der Rekonstruktion des Schreckens. Ist es ein letzter Gedanke,Der sich da in seinem Auge regt?Nein. Es ist die erste Made.Nach einer heute noch aktuellen Studie aus dem Jahre 1906 ist das Haiku 'ein schichtes Tableau aus drei Pinselstrichen, eine Vignette, eine Skizze, bisweilen nur ein einfaches Berührtsein, ein Eindruck.' Es ist ein Wahrnehmungskonzentrat, das Empfindungen hervorrufen soll. Und weil 'der Ausdruck auf das äußerste Minimum reduziert erscheint, ist es unmöglich, ein gutes Haiku zu verfassen, wenn man nicht zuvor ein starkes Gefühl oder eine aufrichtige Gemütsbewegung erlebt hat.' Das (oder der) Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt, mit 17 Silben oder weniger.In den WirbelnDes schlecht vergrabenen PferdesMacht mein Fuß: Flosch...Sehr erstaunt war ich über den Fund dieses Büchleins, denn mir war nicht bekannt, dass während des Ersten Weltkrieges so viele Haikus geschrieben wurden. Doch einige französische Intellektuelle, die dem Grauen des Krieges nicht entkommen konnten, haben zu vielen Szenen die kleinen Gedichte geschrieben, um den Schrecken des Momentes nicht zu vergessen - und Stefan Wolfschütz hat sie gesammelt. Ring nicht so nach Luft!Die Kugel hat dich mit Blut besudelt,Doch nur deine Schläfe gestreift.Es sind nicht immer die typischen Haiku, auf die man hier trifft, und nicht jedes Gedicht konnte mich erreichen. Doch die zahlreich gesetzten Lesezeichen beweisen, dass mich einige Miniaturen doch angesprochen haben und dass ich die Sammlung letztlich als einzigartig emfpunden habe. Mit dem Tod im Herzen,Dem Grauen in den AugenSind sie aus dem Graben gestürmt.Die Fotografie war damals noch nicht so weit entwickelt - und so stellt das Haiku womöglich die unverfälschteste Form dar, die Grauen des Ersten Weltkrieges zu präsentieren. Man erahnt die schrecklichen Bilder, die sich den Soldaten lebenslang eingebrannt haben.Mit einem Loch in der Stirn, in Zeltplane eingerollt,So trägt ihn ein Kamerad auf der Schulter weg:Trauriges Schlachtopfer ... auf das eine Mutter wartet.Krieg und Poesie - geht das überhaupt? Ja, das geht, wie diese Anthologie beweist. Auch wenn mich nicht jedes Gedicht ansprechen konnte und mir gelegentlich nicht klar war, was manche der präsentierten Gedichte noch mit einem Haiku zu tun haben sollten, finde ich es lohnenswert, solcherlei Schätze zu sammeln und sich davon berühren zu lassen.© Parden

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