Stefan Zweig

 4,3 Sterne bei 3.288 Bewertungen
Autor von Schachnovelle, Sternstunden der Menschheit und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stefan Zweig (©Gemeinfrei)

Lebenslauf

Stefan Zweig war ein bedeutender österreichischer Schriftsteller. Geboren am 28. November 1881 in Wien als Sohn von Moritz Zweig, einem wohlhabenden jüdischen Textilunternehmer und Ida Brettauer, die ebenfalls aus einer reichen Kaufmannsfamilie stammte. Zusammen mit seinem Bruder wuchs er in Wien auf. Seine Kindheit wurde nicht durch die jüdischen Wurzeln geprägt. Am Wiener Gymnasium Wasagasse legte er seine Matura ab. Bereits während seines Studiums erschienen seine ersten Veröffentlichungen. 1901 veröffentlichte er seine ersten Gedichte unter dem Titel Silberne Saiten. 1904 erschien seine erste Novelle. Neben eigenen Erzählungen und Essays arbeitete Zweig auch als Übersetzer der Werke Verlaines, Baudelaires und insbesondere Émile Verhaerens sowie als Journalist. Seine Bücher erschienen im Insel-Verlag in Leipzig. Zweig pflegte einen großbürgerlichen Lebensstil und reiste viel, unter anderem besuchte er 1910 Indien und 1912 Amerika. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zum Militär und wurde wegen seiner Untauglichkeit ausgemustert und im Archiv des Kriegsministeriums eingesetzt, in welchem er zusammen mit Rilke arbeitete. Der Kriegsverlauf machte Zweig immer mehr zum Kriegsgegner - auch unter dem Einfluss seines Freundes, des französischen Pazifisten Romain Rolland. 1917 wurde Zweig vom Militärdienst beurlaubt, später ganz entlassen. Er zog nach Zürich in die neutrale Schweiz. Nach Kriegsende kehrte Zweig nach Österreich zurück, er lebte in Salzburg und heiratete im Januar 1920 Friderike von Winternitz. Als engagierter Intellektueller trat Stefan Zweig vehement gegen Nationalismus und Revanchismus ein und warb für die Idee eines geistig geeinten Europas. 1928 bereiste Stefan Zweig die Sowjetunion, wo seine Bücher auch auf Russisch erschienen. 1930 widmete er sein Buch Die Heilung durch den Geist Albert Einstein, den er in seinem Exil in Princeton (USA) in der Kirche und im Leseraum der Christian Science besuchte. Zweig emigrierte daher 1934 nach London - die Kontakte nach Deutschland rissen nicht ab, obwohl seine Bücher in Deutschland nicht mehr erscheinen durften (lediglich noch in Wien). 1936 wurden Zweigs Bücher in Deutschland verboten. Seine erste Ehe wurde 1938 geschieden, seine zweite Ehe ging er 1939 mit Charlotte Altmann ein. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges nahm Stefan Zweig die britische Staatsbürgerschaft an. Er verließ London und gelangte über die Stationen New York, Argentinien und Paraguay im Jahr 1940 nach Brasilien. Am 22. Februar 1942 beging Stefan Zweig in Petrópolis (bei Rio de Janeiro) durch eine Medikamentenüberdosis Selbstmord. Seine Frau wartete seinen Tod ab und beging dann ebenfalls Selbstmord. Vielen Dank an muncy.

Neue Bücher

Cover des Buches Paris, Stadt der ewigen Jugend (ISBN: 9783692310046)

Paris, Stadt der ewigen Jugend

Erscheint am 12.03.2026 als Buch bei Zederngold & Ferne Verlag GmbH.
Cover des Buches Das Japan-Buch. Die schönsten Reportagen aus dem Land der aufgehenden Sonne (ISBN: 9783730615225)

Das Japan-Buch. Die schönsten Reportagen aus dem Land der aufgehenden Sonne

Neu erschienen am 18.02.2026 als Gebundenes Buch bei Anaconda Verlag.
Cover des Buches Biografien & Autobiografien / Marie Antoinette (ISBN: 9783565164479)

Biografien & Autobiografien / Marie Antoinette

Neu erschienen am 09.01.2026 als Taschenbuch bei epubli.

Alle Bücher von Stefan Zweig

Cover des Buches Schachnovelle (ISBN: 9783755769965)

Schachnovelle

(1.507)
Erschienen am 19.01.2022
Cover des Buches Sternstunden der Menschheit (ISBN: 9783150206393)

Sternstunden der Menschheit

(213)
Erschienen am 07.05.2021
Cover des Buches Die Welt von Gestern (ISBN: 9783596902583)

Die Welt von Gestern

(116)
Erschienen am 25.03.2020
Cover des Buches Marie Antoinette (ISBN: 9783746763675)

Marie Antoinette

(113)
Erschienen am 21.09.2018
Cover des Buches Angst (ISBN: 9783946619994)

Angst

(110)
Erschienen am 01.01.2018
Cover des Buches Ungeduld des Herzens (ISBN: 9783746719740)

Ungeduld des Herzens

(104)
Erschienen am 26.04.2018
Cover des Buches Maria Stuart (ISBN: 9783746745558)

Maria Stuart

(95)
Erschienen am 24.07.2018
Cover des Buches Brief einer Unbekannten (ISBN: 9783745051643)

Brief einer Unbekannten

(70)
Erschienen am 05.04.2017

Neue Rezensionen zu Stefan Zweig

Cover des Buches Schachnovelle (ISBN: 9783755769965)
Bernas avatar

Rezension zu "Schachnovelle" von Stefan Zweig

Berna
Am Ende bist du schachmatt!

In dem Roman „die Schachnovelle“ von Stefan Zweig aus dem Jahre 1942 geht es um Dr. B., einen Vermögensberater, der von der Gestapo in Isolationshaft dauerhaft verhört wird. Dieser beginnt aus Not Schach zu spielen, um der Situation in Isolation zu entfliehen.

Schach ist kein Spiel, das man alleine spielt, denn erst die Unkenntnis des nächsten Zuges des Gegners macht das Spiel interessant. 

Was ist aber, wenn man keine andere Möglichkeit hat?

Was macht es mit einem, wenn eine Person Schach in der Rolle als „Ich-Weiß“ und „Ich-Schwarz“ zugleich spielt?

Eins ist klar, wenn man keine andere Möglichkeit hat, sich abzulenken, spielt man es alleine. Nun so macht es der Protagonist.

Wenn Sie mehr über die Folgen wissen wollen, dann lesen Sie das Werk. Sie werden es nicht bereuen. 🙂


Cover des Buches Schachnovelle (ISBN: 9783755769965)
helenpreidt_s avatar

Rezension zu "Schachnovelle" von Stefan Zweig

helenpreidt_
Beeindruckendes, psychologisch dichtes Werk, das noch lange nachwirkt 👏🏻

Die Darstellung von Isolation, geistiger Überforderung und innerem Zerfall ist intensiv und sprachlich meisterhaft umgesetzt. Besonders die Figur des Dr. B. bleibt eindrücklich.
Trotzdem hat mich etwas beim Lesen stark beschäftigt: der Umgang mit Mirko Czentovic. Er wird von Anfang an als geistig schwerfällig, sozial unbeholfen und beinahe lächerlich dargestellt. Teilweise geht das über eine bloße Charakterzeichnung hinaus und wirkt fast wie eine Abwertung oder Beleidigung. Das hat mich gestört.
Czentovic hatte es im Leben offensichtlich nicht leicht. Er stammt aus einfachen Verhältnissen, verfügt kaum über Bildung oder soziale Gewandtheit – und doch arbeitet er sich zum Schachweltmeister hoch. Das ist eine enorme Leistung. Umso mehr hat es mich aufgeregt, dass ihm diese eine Stärke kaum gegönnt wird. Statt Anerkennung erfährt er vor allem Geringschätzung. Dabei kann er nichts für seine Herkunft oder seine begrenzten Ausdrucksmöglichkeiten. Dass seine Spezialbegabung fast moralisch negativ gefärbt wird, wirkte auf mich unfair.
Auch der Ich-Erzähler erscheint in seiner Haltung widersprüchlich: Einerseits beschreibt er Schach als beinahe mechanisches Spiel, das wenig echte Kreativität verlange, andererseits erkennt er die enorme geistige Komplexität an. Diese Ambivalenz macht das Werk zwar tiefgründig, zeigt aber auch eine gewisse intellektuelle Überheblichkeit gegenüber jemandem, der „nur“ in einem engen Bereich brilliert.
Gerade diese Spannungen haben die Novelle für mich so intensiv gemacht. Sie regt nicht nur zum Nachdenken über Macht, Isolation und psychische Belastung an, sondern auch über Bildung, Arroganz und Gerechtigkeit.

Liebe und Leid...

LIEBE UND LEID...

Die Liebe der Erika Ewald ist eine feinfühlige Novelle von Stefan Zweig über das Aufblühen und Zerbrechen einer zarten Liebe. Erika, die nicht mehr an das große Glück glaubt, begegnet einem jungen Musiker – sensibel, talentiert, voller Hingabe. Zunächst scheint das Glück vollkommen. Doch als er zwischen seiner Kunst und der Liebe wählen muss, stellt sich die Frage: Ist wahre Leidenschaft vereinbar mit Hingabe an einen anderen Menschen? (Verlagsbeschreibung)

Die Pianistin Erika Ewald verliebt sich während der Proben für ein gemeinsames Konzert in einen Geigenvirtuosen. Während ihre Liebe zunächst eher platonischer Natur ist – sie erfreut sich an gemeinsamen Gesprächen und Spaziergängen –, wächst in ihm das Begehren für die junge Frau. Er gesteht ihr seine Gefühle, jedoch spürt sie, dass sie für diesen Schritt noch nicht bereit ist und flieht im letzten Moment. Es folgt eine unbestimmte Zeit des Wartens, in denen beide keinen Kontakt mehr haben. Indes beginnt Erika innerlich zu reifen und fühlt sich ebenfalls körperlich zu dem jungen Künstler hingezogen... 


"Und wenn man in solchen schweigenden Nächten zu zweit geht, von niemandem gehört und gestört, und sich die dunklen Schatten der Häuser über die Worte senken und die Stimmen ohne Nachhall in der Stille verwehen, da ist man so vertrauensvoll, als ob man zu sich selbst spräche. Da wachen Gedanken aus den Tiefen auf, die in der bunten Unrast des Tages ungehört untergehen und denen erst die Stille des Abends sanfte Schwingen gibt; und die Gedanken werden zu Worten, fast ohne dass man es will."


"Die Liebe der Erika Ewald" ist eine Erzählung des österreichischen Autors Stefan Zweig, erschienen 1904. In poetischer und dabei vollkommen unkitschiger Sprache folgt sie dem Erleben, den Gedanken und Gefühlen der Pianistin Erika Ewald, die sich zu einem jungen Geigenvirtuosen hingezogen fühlt, der bald jedoch schon mehr von ihr will. Als er sie immer mehr bedrängt, flieht sie und bricht den Kontakt zu ihm ab. Gedanken und Gefühle jedoch arbeiten weiter in ihr, bis Erika schließlich bereit ist, auch den nächsten Schritt zu tun.

Erika lebt mit ihrer Schwester und ihrem Vater zusammen, und alle drei haben sich im Grunde nichts zu sagen. Die gemeinsamen Mahlzeiten verlaufen schweigend, die Arbeiten im Haus werden vom Personal erledigt, das gutbürgerliche gesellschaftliche Korsett sitzt eng. Es gibt klare Verhaltensvorgaben, gesellschaftliche Konventionen, denen Erika durch ihre Bekanntschaft mit dem Pianisten ein wenig entflieht. Die Biederkeit des Elternhauses und die größeren Freiheiten des Künstlertums, der strenge Verhaltenskodex v.a. für die Frauen des Bürgertums und die oft weniger rigiden Regeln für die Männer - all dies kommt hier nebenbei zum Ausdruck und lässt die Gegensätze der Lebenswelten deutlich werden. 


"Aber sie hütete sich wohl, ihr Glück offen zu zeigen; ihre Lippen bargen oft ein Lächeln reinster Seligkeit mit so herbverschlossener Gewalt vor den Leuten und vor ihrer Familie, als sei es ein aufquellendes Weinen. (...) Und sie baute kühle und abgenutzte Alltagsworte um ihr Glück und um ihr Leben, so dass es durch viele Hände gehen konnte, ohne verkannt zu werden und in wertlose Scherben zu zerbrechen."


Eine heimliche Liebe also, und eine ganz unschuldige, was Erika anbelangt. Als sie die Absichten des Geigenvirtuosen endlich begreift, ist es fast zu spät - doch die Trennung ohne Abschied, das Ende aller Gemeinsamkeiten sind genauso unerträglich. Also fasst Erika schließlich einen folgenschweren Entschluss und besucht ein Konzert des Musikers, bange hoffend, dass er sie in der ersten Reihe entdecken und seine Geige nur für sie spielen würde, so wie in den vergangenen Tagen. Und doch endet der Abend mit einer herben Enttäuschung, so tiefschneidend, dass sie Erika für den Rest ihres Lebens begleiten wird.

Begeistert hat mich bei dieser Novelle v.a. die altertümliche Sprache, die Schönheit der wohlgesetzten Worte, die Atmosphäre die diese erzeugen. Sven Görtz ist für diesen Text die ideale Besetzung als Sprecher (ungekürzte Hörbuchausgabe: 1 Stunde und 47 Minuten). Der ruhige Vortrag überzeugt und passt zu der leisen Sprache des Textes. Man kann sich in die oft traumhafte Atmosphäre fallen lassen und der Erzählung lauschen.

Das Ende - ich hätte es mir anders gewünscht, aber es passt letztlich zu der jungen Frau und zu den damaligen Gegebenheiten. 

Eine eindrucksvolle psychologische Miniatur – leise, klug und voller innerer Spannung. 


© Parden

Gespräche aus der Community

Klassiker-Leserunde 

Beginn: 01.10.2022

462 Beiträge
Favoles avatar
Letzter Beitrag von  Favole

Danke für den Tipp! Anhören mag ich es mir zwar eigentlich nicht nochmal. Aber Hintergründe und Bonusmaterial schau ich mir mal an. ;o)

Stefan Zweig (1881-1942) geht in dieser Geschichte aus dem Sanskrit der Frage nach, ob man von aller Schuld befreit ist, wenn man nicht mehr handelt. Das Ergebnis stellt den Protagonisten Virata vor die Frage nach der Verantwortlichkeit von allem, was nicht getan wurde. Eine Geschichte zum Nachdenken und Reflektieren.

Gelesen vom Melker Märchen Mönch, eine Produktion der Erzählwerkstatt.

38 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzer

Vielen Dank, dass ich dieses Hörbuch hier mithören durfte. Es hat mir sehr gut gefallen.

Meine Rezension, die nach Freischaltung auch bei Amazon zu finden ist:

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Zweig/Virata-Die-Augen-des-ewigen-Bruders-5353917170-w/rezension/7154274069/

In der Klassikerrunde kam die Idee auf, die Schachnovelle von Stefan Zweig gemeinsam zu lesen. JEDE:R IST WILLKOMMEN! 

Keine Verlosung! Alle lesen mit dem eigenen Buch! 

Beginn der Leserunde: *26. Januar* 

265 Beiträge
Elbenwinds avatar
Letzter Beitrag von  Elbenwind
Geduld und Akzeptanz fangen beim Warten in der Einkaufsschlange an.

Wie wahr!

Zusätzliche Informationen

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien (Österreich) geboren.

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