Angst

von Stefan Zweig 
4,1 Sterne bei95 Bewertungen
Angst
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Ronja-Melinas avatar

Abiturvorgabe NRW17. Eine interessante Geschichte welche zum nachdenken anregt.

Rockyrockts avatar

Sehr lesenswert!

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Inhaltsangabe zu "Angst"

Irene Wagner, die Hauptperson der Novelle, hat einen Geliebten. Immer, wenn sie diesen verlässt, hat sie Angst, dass ihr Ehemann herausfindet, dass sie ihn betrügt. Eines Tages wird sie von einer Frau aufgehalten, die behauptet, Irene hätte ihr den Geliebten abspenstig gemacht. Diese Frau erpresst Irene, woraufhin sie ihr Geld gibt und flieht. Zu Hause schreibt sie einen Brief an den Geliebten, in dem sie sagt, sie könnte sich in den nächsten Tagen nicht mit ihm treffen. Da dieser jedoch weiterhin an die Beziehung der beiden glaubt, trifft sie ihn am nächsten Tag in einem Café, macht aber nur Andeutungen und lässt ihn im Ungewissen. Als sie nach Hause kommt, trifft sie die Erpresserin wieder und muss ihr noch einmal Geld geben. Daraufhin verlässt sie drei Tage lang nicht das Haus, was ihrer Familie auffällt. Am dritten Tag ist sie mit ihrem Mann bei einem Ball eingeladen und muss aus dem Haus gehen. Dort tanzt sie wie im Rausch, merkt aber dann, dass ihr Mann misstrauisch wird. In der folgenden Nacht hat sie einen Albtraum, in dem die Erpresserin ihrem Mann von ihrer Affäre verrät. Am nächsten Tag erhält Irene einen Brief mit der Forderung nach 100 Kronen, die sie sofort dem Boten gibt. Als sie zurück zum Mittagstisch kommt, merkt sie, dass sie den Brief offen liegen gelassen hat. Deshalb nimmt sie ihn und verbrennt ihn schnell. Wieder kommt es ihr durch eine Bemerkung ihres Mannes so vor, als würde er etwas ahnen. Als sie am Nachmittag spazieren geht, trifft sie ihren Geliebten, den sie ignoriert. Am nächsten Tag bekommt sie erneut einen Brief, in dem 200 Kronen gefordert werden. Wieder bezahlt sie widerstandslos, hat aber daraufhin für einige Zeit Ruhe. Als sie eines Tages nach Hause kommt, spielt der Ehemann mit den Kindern Gericht, da das Mädchen ein Spielzeug des Bruders zerstört hat. Zu dem Anlass redet sie mit ihrem Mann über Schuld, woraufhin sie wieder das Gefühl hat, er würde etwas ahnen. Einige Zeit später klingelt die Erpresserin an der Haustür und verlangt Irenes Verlobungsring. Erst will sie ihn nicht hergeben, aber dann kommt ihr Mann, und sie muss überstürzt gehorchen. Am nächsten Tag geht sie in der Stadt herum und fühlt sich die ganze Zeit von ihrem Mann verfolgt. Schließlich kommt sie auf die Idee, ihren Geliebten zu fragen, ob er mit der Erpresserin reden könne. Als sie aber zu seiner Wohnung kommt, sagt er, er würde sie nicht kennen. Irene entdeckt, dass er schon eine neue Geliebte hat. Daraufhin geht sie zur Apotheke und kauft ein Gift, mit dem sie sich umbringen will. Da taucht ihr Mann auf und bringt sie nach Hause, wo sie zusammenbricht. Er erzählt ihr, dass er eine arbeitslose Schauspielerin angeheuert hat, um sie zu erpressen, damit sie ihren Geliebten verlässt. [Wikipedia]

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783946619994
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:88 Seiten
Verlag:Boer, K
Erscheinungsdatum:01.01.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.08.2014 bei Aureon Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Samantha_Jane_Winchesters avatar
    Samantha_Jane_Winchestervor 6 Tagen
    Spannender als jeder Krimi

    "Aber dann, wenn sie heim wollte, stieg es fröstelnd auf, dies andere geheimnisvolle Grauen, nun wirr gemengt mit dem Schauer der Schuld und jenem törichten Wahn, jede fremde Blick auf der Strasse vermöchte ihr abzulesen, woher sie käme, und mit frechem Lächeln ihre Verwirrung erwidern..."


    Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lieblinge. Stefan Zweig ist ein Meister darin, menschliche Gefühle, Zwiespalte und Nöte zu beschreiben. Gekonnt spinnt er die Angst, Verzweiflung und Scham welche Frau Irene spürt und die Umstände so zusammen, dass es einen mitreisst, dass man die Angst selber förmlich spüren, und das Buch gar nicht mehr zur Seite legen kann. Für mich spannender als jeder Krimi.
    Eine absolute Leseempfehlung.

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    Sookie70s avatar
    Sookie70vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Die Untreue einer Frau und Besitz- und Moralanspruch eines Mannes... Großes (Kopf-)Kino - schön und schrecklich zugleich.
    Wie weit darf "Mann" gehen?

    Vor dem Hintergrund des jungen 20. Jahrhunderts spielt sich diese Geschichte ab: Irene Wagner ist seit acht Jahren mit einem Juristen verheiratet, hat zwei Kinder und lebt ein gutbürgerliches, sicheres Leben. Aber sie hat ein Geheimnis: Seit einiger Zeit pflegt sie eine Affaire mit einem jungen Musiker. Es folgt die Erpressung Irenes durch die vermeintliche Freundin des Geliebten, die sie beinahe um den Verstand bringt. Sie plant bereits ihren Selbstmord, weil sie keinen Ausweg mehr sieht - da gesteht ihr Mann, dass er alles gewusst hat und Urheber des Possenspiels ist, nur um sie wieder zurück zu gewinnen.

    Freud lässt grüßen - sehr deutlich merkt man dem Werk Stefan Zweigs Nähe zu dem großen Psychoanalytiker an. Die Novelle liest sich leicht, die Sprache begeistert, die Geschichte selbst hinterlässt allerdings einen deutlich bitteren Beigeschmack. Nichts für die emanzipierte Frau von heute, die in Irenes Situation vielleicht noch eins drauf gesetzt hätte ;-) !

    Auf jeden Fall mehr als eine ungeliebte Schullektüre - vielmehr ein zeitloser und höchst lesenswerter Klassiker.

    Kommentare: 1
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Als Schullektüre sicher zu langweilig, als erfahrener Leser ein ordentliches Buch.
    ✎ Stefan Zweig - "Angst"

    Dieses süße kleine Reclam-Heft habe ich von einer lieben Freundin neulich zum Geburtstag geschenkt bekommen. :) Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs etwas skeptisch war, denn mit den Klassikern kann ich meist nicht so viel anfangen, wobei es auch da eine Reihe (sehr) guter gibt. ;)
    Ich habe mich dann aber doch auf dieses Experiment eingelassen, denn zum einen wollte ich meine Freundin nicht enttäuschen, weil es irgendwo ungelesen verstaubt; zum anderen wollte ich ihr aber auch davon berichten, wie ich es fand - und dafür muss ich es nun mal lesen. ^^
    Ich dachte, ich lese es ganz schnell nebenbei an einem Abend oder so, denn von den 84 Seiten, die meine Ausgabe hat, gehören nur 64 Seiten der Geschichte - und normalerweise lese ich das gut weg. ;)
    In diesem Fall hat es sich dann doch etwas länger gezogen. Zum einen, weil die Geschichte nicht ganz so interessant war, dass ich es unbedingt in einem Rutsch lesen wollte; zum anderen, weil es zwar "nur" 64 Seiten sind, aber die Schrift ist doch recht klein und eng und auch der Schreibstil entspricht nicht ganz der heutigen Zeit.
    Stefan Zweigs Geschichte überzeugt dennoch mit psychologischen Geschick. Sie zeigt die Wirkung von Angst und Verzweiflung auf und am Ende war ich doch überrascht, was sie für eine Wendung nimmt.
    Ich denke, es ist ein typisches Schulbuch, auch wenn ich es nicht lesen musste. Als solches fände ich es sicher zu uninteressant, aber als Leser mit mehr Lebens-/Lesenserfahrung durchaus etwas, was man bei seinen Klassikern stehen haben und lesen kann.

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    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor 5 Jahren
    Angst – Novelle von Stefan Zweig

    Irene Wagner ist seit 8 Jahren mit dem Strafverteidiger Fritz Wagner verheiratet und hat zwei Kinder. Außerdem hat sie auch einen Geliebten, von dem niemand erfahren sollte. Eine Frau jedoch weiß von dem Verhältnis und erpresst Irene. Sie bezahlt, aber die Erpresserin will mehr – ein Kreislauf aus Angst und Verzweiflung beginnt.

    In dieser Novelle gelang es Stefan Zweig meisterhaft, panische Angst und unendliche Verzweiflung auszudrücken. Der Leser wird in die Angst mit hineingezogen und leidet mit Irene - aber auch mit ihrem Mann. Ein überraschendes versöhnliches Ende, das aber trotzdem die Frage offen lässt, ob man Ehebruch und Racheaktion wirklich verzeihen kann. 

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 8 Jahren
    Rezension zu "Angst" von Stefan Zweig

    Der Inhalt, die Handlung der Erzählung geht aus den mir vorangegangenen Rezensionen ausreichend hervor, weswegen ich an dieser Stelle auf eine Wie-derholung verzichte und mich ausschließlich zur Leseatmosphäre äußere. Auch in der Novelle „Brief einer Unbekannten“ habe ich Stefan Zweigs unglaubliche Fähigkeit bewundern können, menschliche Situationen und Nöte auf eine so eindringliche Weise zu schildern, dass der Leser sich selbst in dieser Situation wähnt. Auch in „Angst“ ist dies so. Die kurze Erzählung ist von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd, elektrisierend, bedrückend, beklemmend. Die Dialogführung, z.T. mit abgekackten Gesprächen, die die Angst des Sprechenden noch mehr verdeutlichen, ist entsprechend der Situation gekonnt umgesetzt. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass ein Autor dies in dieser Intensität nur beschreiben könne, weil er es selbst so erlebt hat; biographische Indizien gibt es zu dieser Annahme natürlich keine. Diese Lektüre ist absolut keine vertane Zeit. Unbedingt lesenswert!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Angst" von Stefan Zweig

    Wien, 1910: Stefan Zweig beschreibt zu beginn der Novelle den Zustand der unkontrollierten Angst, der Frau Irene überkommt, als sie den Heimweg von ihrem Geliebten antritt. Als sie aus der Türe schreiten will, stellt sich ihr plötzlich eine Frau in den Weg, die sie beschimpft und offensichtlich über ihre Affäre bescheid weiß. Irene weiß sich nicht anders zu helfen, als der Frau alles Geld in die Hand zu drücken, dass sie in der Tasche hat. Sie schreibt ihrem Geliebten, dass sie ihn nicht mehr sehen kann und hofft, dass sich die Sache damit erledigt hat.
    Aber die Frau lauert ihr auf und fordert mehr Geld. Sie wird mit der Zeit immer dreister und Irene traut sich schon bald nicht mehr vor die Türe, wird von Angstzuständen geplagt und verstrickt sich ihrem Mann gegenüber immer mehr in ein Netz aus Lügen. Bis sie sich aus versehen ein Ultimatum in einer Lüge formuliert.

    Zweig beschreibt die Angst in seiner gleichnamigen Novelle in all ihren schrecklichen Facetten. Es reißt einen regelrecht mit, dieser Strudel aus Angst und Verzweiflung, der so unerbittlich Irenes Leben zu zerstören sucht. Bis zum spannenden Finale und dem sozusagen Happy End, bleibt die Stimmung immer zum zerreissen gespannt.
    Spannender als jeder Hollywood Film und das auf gerade mal 58 Seiten!

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    S
    sunshinelovevor 9 Jahren
    Rezension zu "Angst" von Stefan Zweig

    Dieses Buch ist fesselnd, so klar beschrieben, dass einem selber die Angst unter die Haut fährt. Eines der besten das ich bisher gelesen habe!

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    elane_eodains avatar
    elane_eodainvor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Ein erzählerisches & psychologisches Meisterwerk über die fürchterliche Macht der Angst. Wer traut sich danach noch heimlich untreu zu sein?
    Rezension zu "Angst" von Stefan Zweig

    Eine kurze, aber starke Erzählung. Eine Beschreibung vom Erleben und Verhalten unter dem Einfluss von Angst. Ein erzählerisches und psychologisches Meisterwerk!

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    matze9889s avatar
    matze9889vor 10 Jahren
    Rezension zu "Angst" von Stefan Zweig

    Es ist überraschend wie angenehm so ein gedankenexperiment beim lesen sein kann. Die Ängste einer Frau, die durch die Untreue entstehen ....

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    Ronja-Melinas avatar
    Ronja-Melinavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Abiturvorgabe NRW17. Eine interessante Geschichte welche zum nachdenken anregt.
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