Stefan Zweig Ungeduld des Herzens

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Inhaltsangabe zu „Ungeduld des Herzens“ von Stefan Zweig

Edith, siebzehnjährige Tochter eines ungarischen Großindustriellen, ist an den Rollstuhl gefesselt. Als sie den jungen Leutnant Anton Hofmiller kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, schöpft sie neuen Lebensmut. Anton dagegen hat kein Interesse an der gelähmten jungen Frau, heuchelt ihr aus falschem Mitleid aber Zuneigung vor und lässt sich sogar auf eine Verlobung mit ihr ein. Aus Scham über diese Verbindung verleugnet er sie jedoch vor seinen Kameraden – ohne zu ahnen, welch schwerwiegenden Konsequenzen sein Verrat nach sich ziehen wird …

Ein psychologisches Meisterwerk, dessen Schicksalsverstrickungen mich bei jedem Wiederlesen tief bewegen.

— Barbara62
Barbara62

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  • Eine einfühlsame Meisterleistung

    Ungeduld des Herzens
    janett_marposnel

    janett_marposnel

    20. January 2017 um 14:12

    Der alte Offizier Hofmiller mit den vielen Orden an der Brust erzählt in der Ich-Form wie er sich als junger Leutnant in den Wirren des Mitleids verfängt. Seine Geschichte räumt mit dem Makel des Mitleids, welches oft auf der Ungeduld des Herzens basiert, auf und appelliert an das Mitgefühl der Menschen. Wer sich von der Unruhe des Mitleids ergreifen lässt, kann darin untergehen - so die Botschaft des Buches. Dementsprechend herrscht ab der zweiten Hälfte des Buches auch eine gewisse depressive Grundstimmung vor.Stefan Zweig war es wohl wichtig, den Unterschied zwischen echtem schöpferischen Mitgefühl und falschem schwachen Mitleid klar darzustellen. Das ist ihm durch die vielen kleinen Begebenheiten innerhalb der gesamten Geschichte, in welche sich der junge Hofmiller durch seine Freundschaft zu der wohlhabenden Familie Kekesfalva immer wieder verstrickt, hervorragend gelungen.Durch die anschauliche Darstellung der einzelnen Affären und Ereignisse, die dem 25jährigen Leutnant widerfahren, vollbringt der Autor sogar das Kunststück, dass sich der Leser unbewusst fragt, empfinde ich gerade Mitgefühl oder Mitleid gegenüber dem Protagonisten. So lernt der Leser, während er die Geschichte verfolgt, unwillkürlich den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl kennen. Eine einfühlsame Meisterleistung, die für ein besseres menschliches Miteinander sorgen möchte.

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  • Unerträgliches Mitleid

    Ungeduld des Herzens
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. December 2014 um 17:16

    Haben Sie schon versucht, zu einem Problem, das Sie belastet, in Träumen oder Grübeleien, die Gedanken die im Hirn schwirren, niederzuschreiben?  Wenn Sie zwischen Anschuldigungen und Selbstbeschuldigung, Zweifel und Hoffnung, Fakten und Vorurteilen erschöpft aufwachen. Stefan Zweig schafft es, diese Gedanken des jungen Offiziers, der als Gesellschafter für ein behindertes Mädchen, erkennt, dass sie mehr Gefühle für ihn hat, als sein Mitleid es zulassen wollte, sprach gewandt wieder zu geben.

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  • Die widersprüchliche Natur des Menschen

    Ungeduld des Herzens
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. April 2014 um 17:45

    Stefan Zweig verfügt über eine unfassbare Menschenkenntnis. Beinahe nackt fühlt man sich selbst, wenn er die Gedankengänge und Taten seines Protagonisten so detailliert beschreibt, dass man ihn weder für gut oder schlecht hält, sondern sich sehr weit mit ihm identifizieren kann. Ich bekam bei dieser Lektüre einen anderen Blick auf meine eigenen Beziehungen...ja, der Zweifel nagte an mir, so dass ich mir erst wieder in Erinnerung rufen musste, lockerer zu sein und nicht ständig über alles nachzudenken! Der Autor lässt in eine Geschichte eintauchen, die wie ein Schicksal den Protagonisten vorgeschrieben zu sein scheint. 

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  • Ich habe Urlaub - also ganz viel Zeit zum Lesen. An meinen letzten...

    yvonne_pioch

    yvonne_pioch

    Ich habe Urlaub - also ganz viel Zeit zum Lesen. An meinen letzten freien Tagen habe ich ein besonderes Buch entdeckt, das es in meine Top 20 geschafft hat. Habt Ihr noch Empfehlungen für mich, was ich diesmal entdecken sollte?

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  • Rezension zu "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens
    Monsignore

    Monsignore

    15. March 2010 um 10:56

    Nein, das kann er leider nicht. Dieser hervorragende Erzähler Stefan Zweig hat einen einzigen Roman vollendet - und dieser ist zäh und leblos. Zweig war ein Meiser der Erzählungen, der Novelle, der Geschichtsbetrachtungen und der Erinnerungen. Doch der Roman ist seine Schwäche. Die Personen wirken steif und konturenlos, die Landschaften schwarz/weiß und ohne Substanz. Nehmen wir alleine die Garnisonswelt in tiefer Provinz an der ungarischen Grenze im Jahre 1913. Stefan Zweig kann dies schlicht nicht schreiben. Es ist der Stoff für seinen Freund Joseph Roth, nicht für ihn selbst. - So sehr mich Stefan Zweig sonst fesselt und begeistert - hier hat er mich gelangweilt.

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  • Rezension zu "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens
    Anit

    Anit

    11. November 2009 um 16:34

    Zuerst hatte ich etwas bedenken das Buch zu lesen, weil ich dachte ich würde mir mit der Schreibweise von Stefan Zweig etwas schwer tun. Doch gleich von Beginn an wurde ich in eine tiefberührende Geschichte über Leid und Mitleid gezogen die mich sofort in ihren Bann zog. Die Handlung spielt kurz vor dem 1.Weltkrieg. In einer langweiligen Stadt an der ungarischen Grenze wird ein junger Leutnant zu einer wohlhabenden Familie eingeladen. Auf dem Fest lernt er die behinderte Tochter Edith des Gastgebers kennen. Im Laufe des Abends fordert er sie aus Übermut zum Tanzen auf. Bis dahin wusste er aber noch nichts von ihrer Behinderung. Bestürzt durch dieses Missverständnis gerät er nun in einen Strudel aus Mitleid. Man ist hin und her gerissen ob man für ihn Verständnis haben soll. So hat man einmal das Gefühl er tut es für die Kranke, dann wieder für das eigene Ego. Es gibt viele Personen die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Sie und ihre Handlungsweisen werden von dem Autor sehr einfühlsam, wenn nicht sogar psychoanalytisch beschrieben. Wenn auch die Handlungsstränge zum Teil etwas lang sind, fand ich es gut dass es so geschrieben ist, um alles und jeden richtig verstehen zu können. Auch ich als Leserin hatte Mitleid mit der verwöhnten, egoistischen Tochter, die ihre Krankheit dazu benutzt um die Menschen in ihrer Umgebung zu manipulieren. Genauso empfand ich Mitleid für den Vater, der aus Liebe zu seiner Tochter alles tun würde und auch alles tat. Er bedrängt den jungen Mann immer wieder zu Zusagen, die er später bereut. Der junge Leutnant hätte vielleicht noch die Notbremse ziehen können, wäre da nicht sein Gewissen gewesen, und eben dieses Gewissen ist es wohl auch, dass den Antrieb - ob zu falschem oder echtem Mitgefühl gibt. Selbst der behandelnde Arzt macht Hoffnung auf Heilung, obwohl er weiß, dass es keine Aussicht darauf gibt. Ich habe es oft so empfunden, als hätte der Autor eben diesen Arzt als Sprachrohr benutzt, um die Handlungsweisen zu erklären, die Mitleid hervorrufen können. Man erkennt durch die Beschreibung der Charaktere, dass es sehr viele Facetten von Mitleid gibt, und es ist nur schwer zu erkennen wie man sich richtig verhält. Mitunter hat man das Gefühl Stefan Zweig hat diese Geschichte am eigenen Leib erlebt, denn anders kann man kaum erklären wie er sich so glaubwürdig in die Menschen seines Romans hineinversetzen konnte. Mich hat diese Geschichte sehr berührt und ich werde mir noch lange Gedanken um dieses Thema machen. Ich möchte mich noch bei einem Freund bedanken der mir dieses Buch geschenkt hat, und mich dazu brachte mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und der mir auch Stefan Zweig als Autor näher gebracht hat.

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  • Rezension zu "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens
    elane_eodain

    elane_eodain

    26. February 2009 um 12:44

    Diesem Roman von Stefan Zweig liegt ein schwieriges Thema zugrunde: Mitleid, jedoch „falsches Mitleid“, denn er beschreibt, wie man sich auf Grund dieses Mitleids in ein Verhalten hineintreiben lässt, das man eigentlich gar nicht möchte. INHALT: Der Protagonist des Buches, ein ungarischer Leutnant, geht eine Verlobung mit der gelähmten Edith ein, weil er sich gedrängt fühlt, Mitleid hat, ihr helfen und Hoffnung geben möchte. Doch dieses Ansinnen geht gänzlich schief, denn als Edith heraus findet, dass des Leutnants Zuneigung nur auf Mitleid beruht, er nicht zu ihr stehen kann und sie eigentlich auch nicht ehelichen möchte, bricht für sie ihre Welt zusammen... GEDANKEN: Damit sind die wichtigsten Geschehnisse des Romans auch schon erzählt, doch Stefan Zweigs Bücher machen die genaue Beschreibung der Gedanken und Gefühle, des inneren Kampfes der Protagonisten aus. Dies macht seine Werke so einzigartig – das Eintauchen in die Gefühlswelt eines fremden Menschen, das Mit-Erleben und Mit-Leiden. In "Ungeduld des Herzens" ist das unbeschreiblich gut gelungen, ich war und bin begeistert von diesen in Worte gefassten Emotionen. Dieses Thema ist heute noch genauso aktuell wie damals - ein Thema, mit dem ich mich auch selbst schon beschäftigen musste – dieses Buch hat mir nicht nur schöne Lesestunden gebracht, es hat mich im Leben auch weiter gebracht, mich bei einer eigenen Entscheidung bestärkt. FAZIT: "Ungeduld des Herzens" ist eines meiner mir liebsten, wichtigsten und persönlichsten Bücher!

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  • Rezension zu "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens
    JuliaO

    JuliaO

    24. July 2008 um 09:50

    An sich bin ich ein Zweig Fan. Die Geschichte war aucg wirklich sehr gut, aber einfach zu lang gezogen... um mindestens 1/3 gekürzt wäre sie eben so gut wie seine anderen Werke...

  • Rezension zu "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens
    matze9889

    matze9889

    19. June 2008 um 13:55

    Obwohl der Stil wirklich gut ist, und auch die Handlungsidee überzeugen kann bin ich dennoch enttäuscht von diesem Buch. Es ist zu langatmig ... eine Stelle wird fast wörtlich zweimal wiederholt ... das muss nicht sein. Also so gut die anderen Novellen und Porträts von Stefan Zweig sind, so schlecht war dieser Roman, meiner Meinung nach.

  • Rezension zu "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens
    katermurr

    katermurr

    05. May 2008 um 16:02

    Dieses Buch hat mich fasziniert, weil ich mit der Hauptfigur gut mitfühlen konnte, weil ich verstehe, wie ein Mann in eine Lage kommt, beziehungsmäßig, der er sich dann nicht gewachsen fühlt, bezw. die er charakterlich nicht bewältigen kann. Dieses Buch stellt wichtige Fragen an mein Selbstverständnis und wo und wie ich Grenzen setzen will und soll.