Stefan aus dem Siepen Das Seil

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Inhaltsangabe zu „Das Seil“ von Stefan aus dem Siepen

Ein abgelegenes Dorf, von Wäldern umschlossen. Einige Bauern führen hier ein einsames und zufriedenes Dasein, das von Ereignissen kaum berührt wird. Eines Tages geschieht etwas vermeintlich Belangloses: Einer der Bauern findet auf einer Wiese am Dorfrand ein Seil. Er geht ihm nach, ein Stück in den Wald hinein, kann jedoch sein Ende nicht finden. Neu-gier verbreitet sich im Dorf, ein Dutzend Männer beschließt, in den Wald aufzubrechen, um das Rätsel des Seils zu lösen. Ihre Wanderung verwandelt sich in ein ebenso gefährliches wie bizarres Abenteuer: Das Ende des Seils kommt nicht in Sicht die Existenz des Dorfes steht auf dem Spiel.

Gelungene Parabel

— FrauPi

Nicht sonderlich originell & voller Klischees: dumme Bauern, böse Natur etc. Dass nicht alles ergründet werden kann, wusste ich bereits.

— Hazel93

Eine einfache aber interessante kleine Geschichte.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Hochinteressante Idee und tollgeschriebene Geschichte.

— Lesemanie

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  • Parabel

    Das Seil

    dominona

    27. October 2014 um 21:55

    Am Anfang liest man das Buch, weil man wissen will, wohin das Seil führt, aber schnell wird klar: das hier ist eine Parabel. wer kennt das nicht, wenn man auf Teufel komm raus an einer Sache hängt und man einfach nicht aufhören kann. Hier kommt noch dazu, dass es Menschen betrifft, die vorher eine klar geregelte Ordnung hatten und durch ein Seil ins Chaos gestürzt werden - selbst verschuldetes Chaos wohl gemerkt. Interessante kleine Geschichte.

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  • Eine gelungene Parabel

    Das Seil

    WinfriedStanzick

    27. June 2014 um 09:20

      Mit einer wunderbaren, dichten, reichen und ausdrucksstarken Sprache erzählt der im diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland arbeitende Autor Stefan aus dem Siepen eine Geschichte aus einer fernen Zeit, die doch als Parabel gelesen werden will und versteckt angedeutete Hinweise auch auf gegenwärtige Phänomene gibt. Da ist ein kleines Dorf. Versteckt, inmitten großer, schier unendlich scheinender Wälder führen die wenigen Menschen, die dort mit ihren Familien wohnen, eine eher kärgliche Existenz. Sie scheinen aus der Zeit gefallen. Es gibt keine Angabe darüber, wo das Dorf sich befindet und zu welcher Zeit die ganze Handlung spielt. Wenn man die Art und Weise betrachtet, wie diese Bauern und Jäger ihr Feld bestellen (sie ernten das Getreide mit Sensen) und wie sie jagen (mit Pfeil und Bogen), dann schreiben wir vielleicht irgendein Jahr im 19. Jahrhundert. Doch während man, von der ersten Seite an, nicht nur durch die Handlung, sondern vor allem auch durch die anspruchsvolle und reiche Sprache gefesselt, sich in kurzer Zeit durch das dünne Buch liest, werden diese Informationen immer unwichtiger. Denn es ist nicht wichtig für die Aussage des Buches, wann die Menschen gelebt haben, sondern wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten und welche Rolle einzelne Protagonisten, die es sehr wohl gibt, spielen. Eines Tages, die Ernte steht kurz bevor, weil ein schlechter Sommer die Erträge bedroht, geht der junge Bauer und Familienvater Bernhard auf seinem gewohnten Abendgang um das Dorf. Da findet er auf einer Wiese am Waldrand ein Seil. Ein dickes, wertvolles Seil ragt da mit seinem Ende aus dem Gras und macht Bernhard neugierig. Er folgt seinem Verlauf etwa 10 Minuten in den Wald, und als er das Ende nicht sehen kann, kehrt er wieder nach Hause zurück. Doch schon früh morgens ist er wieder auf, und erzählt aufgeregt den anderen davon. Die nehmen das alles erst einmal nicht ernst, doch schließlich wird beschlossen, dass Michael, Raimund und der etwas aus dem Rahmen de Dorfes fallende Uli in den Wald gehen, um das Ende des Seiles zu suchen. Ein Angriff eines Ebers, bei dem Uli schwer verletzt wird, vereitelt diese Suche schon bald. Doch schon am nächsten Morgen wollen die Dörfler, wie aus dem Siepen sie nennt, erneut losziehen. Sie erhalten Unterstützung und ideologische Aufrüstung durch Rauk, einem Lehrer mit einem Klumpfuss und zwei mächtigen Doggen, Thor und Hetzer, die ihn auf jedem Schritt begleiten. Rauk, der zwei Tagesmärsche entfernt in einem Marktdorf wohnt, und in bestimmten Abständen im Dorf auftaucht, um die Kinder der Dörfler zu unterrichten, war am Abend, wie immer plötzlich, aufgetaucht und zeigt sich von der Geschichte des Seils begeistert. Er besteht darauf, am nächsten Morgen mitzuziehen. Die Männer sind gespalten, doch sie schweigen. Denn "die Dörfler standen zu Rauk in einem scheu-unherzlichen Verhältnis, in dem sich Respekt und eine heimliche, nicht recht in Worte zu fassende Abneigung die Waage hielten. Zwar wussten sie es zu schätzen, dass er ihren Kindern, aus irgendeinem gutartigen Antrieb heraus, wenigstens eine Spur von Bildung zu geben versuchte. Doch zugleich war er ihnen nicht geheuer, sie brachten es nicht fertig, auch nur ein paar Worte mit ihm zu wechseln, ohne ein Gefühl des fremdartigen, auf unbegreifbare Art Bedrohlichen zu empfinden." Warum sie mit ihrem Gefühl Rauk gegenüber gar nicht so falsch liegen, entpuppt sich im Verlauf einer spannenden Handlung, in der eine große Gruppe sich am nächsten Morgen aufmacht, darunter auch Bernhard, dessen Frau Agnes mit der erst vor kurzem geborenen Tochter Elisabeth, den verletzenden Uli pflegend, mit den anderen Frauen, den Kindern und einem alten Mann zurückbleibt. Am Abend, so sagten sie, wollten sie schon wieder da sein, denn am nächsten Tag soll die Ernte beginnen, die über Tod oder Leben der Dorfbewohner im nächsten Jahr entscheidet. Doch das Seil nimmt kein Ende. Während Bernhard auf eine Rückkehr drängt, schafft es Rauk mit seinen geschliffenen Reden den Dörflern zu suggerieren, dass sie etwas ganz Großem auf der Spur seien. Bernhard lässt sich von den anderen noch einmal überreden. Doch am Ende des zweiten Tages, kehrt er zusammen mit zwei anderen um. Er wird seine Frau und seine Tochter nie mehr wiedersehen... Sehr geschickt wechselt Stefan aus dem Siepen mit jedem neuen Kapitel die Perspektive. Einmal ist er bei der Gruppe, die unter dem immer stärkeren ideologischen Einfluss Rauks dem Seil nachhetzen und alles vergessen, was einmal ihr Leben ausgemacht hat, dann bei dem nachdenklichen und kritischen Bernhard, der als einziger wagt, Rauk die Stirn zu bieten und dann wieder bei den Zurückgelassenen im Dorf. Als die Seilgruppe nach Tagen auf ein verlassenes Dorf trifft, rechtfertigt Rauk dessen Plünderung, und die Bauern sind erschrocken über das, was sie dort veranstalten. Doch ihre betroffene Nachdenklichkeit wird von Rauk sofort weggeredet und sie laufen weiter. Später, so viel sei verraten, wird deutlich, warum dieses Dorf verlassen wurde. Und obwohl die Gruppendynamik der Seilgruppe bis hin zum Mord eskaliert, gehen sie weiter und immer weiter... Es ist eine gelungene Parabel, die erzählt von menschlichen Obsessionen, und welches Verhängnis es über Menschen bringt, wenn sie mit einer Idee oder einem Vorhaben einfach nicht aufhören können. Und von dem bösen Einfluss, den Menschen mit ihrer Sprache auf andere ausüben können.  

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  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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    • 1362
  • Das Seil - Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    milasun

    22. September 2013 um 11:24

    Das Buch hat mich sehr an Marlen Haushofers "Die Wand" erinnert: In ein normales, alltägliches Dasein bricht etwas Unvorhergesehenes herein, das zu Unverständnis, Neugier, Misstrauen und schließlich schierer Verzweiflung führt. Im Gegensatz zu "Die Wand" aber, wo man mit einer Protagonistin sieht, fühlt und erlebt, läuft man hier mit einer - bis auf ein paar Ausnahmen - namen- und gesichtslosen Masse mit, in die man sich nicht hineinversetzen kann. Auch bleibt das Buch seltsam ereignislos, hat keine wirklichen Höhen und Tiefen und hinterlässt einen faden Nachgeschmack. Ein interessantes literarisches Experiment, das ich aber nicht noch einmal lesen würde. Wem die Grundidee gefällt, die Parabel aber zu ereignis- und emotionslos gewesen ist, dem sei "Die Wand" von Marlen Haushofer empfohlen.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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    • 37
  • Das Seil

    Das Seil

    Aleshanee

    18. April 2013 um 07:55

    Das war ein sehr merkwürdiges Buch: Ein Seil, das eines Tages am Waldrand eines kleinen Dorfes auftaucht, weckt die Neugier der Dorfbewohner und so machen sich die Männer des Ortes auf den Weg, um dem Ursprung des Seiles auf den Grund zu gehen. Auf diese Suche hab ich mich auch begeben, und genau wie die Männer aus dem Dorf hat mich das Seil nicht mehr losgelassen, weil ich unbedingt wissen wollte, wo es denn nun hinführt ... Es wird ein weiter Weg für die Männer, auf dem sie so einiges an ihrem bisherigen "Menschsein" zurücklassen müssen und die fixe Idee alles ist, was ihren Geist beherrscht. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig und eintönig, er läuft so dahin, wie die Männer an dem Seil und gibt dem ganzen leider etwas sich langsam dahinziehendes. Jedes Auf und Ab wird dadurch gemildert und abgeflacht, was für mich irgendwie unbefriedigend war. Die Idee an sich fand ich richtig cool, nur die Umsetzung hat mir einfach nicht so richtig gefallen. Vor allem der Schluss war mir viel zu knapp und unausgeschöpft. Ich hatte so viele Vorstellungen im Kopf, was noch alles passieren würde - und nichts, ein einfacher Cut mittendrin. Das "Seil" hat mich auf jeden Fall gefesselt, die Geschichte drumherum leider nicht so sehr und die Parabel darin ... was soll sie mir sagen? Soll man beim Althergebrachten bleiben? Allem Neuen und Ungewöhnlichem aus dem Weg gehen? Nicht neugierig sein, keine neuen Wege einschlagen wenn es bedeutet, Altes zurückzulassen? Soll man sich nicht verändern und weiterentwickeln? Das war mir in dieser Geschichte alles zu verzerrt. Alles, was geschieht, war negativ belastet, jeder ist für diese fixe Idee sozusagen über Leichen gegangen, das war mir einfach zu ... einseitig. © Aleshanee blog4aleshanee.blogspot.de

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  • Eine Überraschung

    Das Seil

    pelznase

    25. March 2013 um 17:50

    Es war seltsam mit diesem Buch. Einerseits war ich sehr skeptisch. Eine Geschichte um so etwas Gewöhnliches wie ein Seil? Und das auch noch auf weit mehr als 100 Seiten? Das musste ja etwas arg Sonderbares sein. Also eigentlich: nee, lieber nicht. Andererseits reizte es mich schon zu erfahren, was es mit diesem Seil auf sich hat. Und so ein ganz kleines bisschen hatte mich der Klappentext auch an den Film “The Village” erinnert, den ich nicht übel fand. Auf den ersten Blick gibt die Handlung nicht viel her. Ein einsames Dorf irgendwo räumlich und zeitlich im Nirgendwo. Die Menschen dort leben einfach, aber soweit zufrieden. Dann entdeckt man das Seil und eine Truppe Männer macht sich auf, der Sache auf den Grund zu gehen. Wohin führt dieses Seil? Wenn ich behaupten würde, ich hätte vom Anfang bis zum Ende gespannt an den Nägeln geknabbert, dann würde ich lügen. Natürlich war ich genau wie die Männer neugierig, wohin das Seil führt und was das Geheimnis dahinter ist. Das war es dann aber auch schon. Zwar erlebt der “Froschertrupp” einige Abenteuer, auch von der lebensgefährlichen Art, aber nein, sonderlich tief beeindruckt hat mich das nicht. Nun ist es aber so, dass “Das Seil” eine Parabel ist. Das widerum heißt, der Geschichte muss eine (moralische) Botschaft innewohnen. Ich habe zwar irgendwie nicht das Gefühl, DIE wesentliche Botschaft erfasst zu haben, aber doch immerhin eine. Nämlich, was heftige Faszination, Besessenheit und Fixierung auf etwas aus den Menschen machen kann. Immerhin haben wir hier eine Gruppe ganz normaler Bauern, für die der Horizont nach ein paar Schritten in den Wald erreicht ist. Ihre Neugier auf das Seil bringt sie dazu, weiterzugehen und etliche Strapazen auf sich zu nehmen. Bis dahin kann man das durchaus noch positiv sehen, es ist ja normal, dass man für seine Wünsche und Ziele auch etwas leistet und auch ein paar Schwierigkeiten in Kauf nimmt bzw nehmen muss. Doch hier steigert sich das noch weiter. Denn bald sehen sich die Männer Gefahren gegenüber, die ihr Leben bedrohen. Und so werden aus ihnen Kämpfer, rücksichtslose Kämpfer, Plünderer und zunehmend auch Egoisten untereinander, was den Zusammenhalt in der Gruppe gefährdet. Bezogen auf die Moral, die ich in der Geschichte gesehen habe, bedeutet das nun, dass man trotz allen Sehnens und Strebens nach einem Ziel, nie zu einem Menschen werden sollte, der man zuvor nie war. Denn weder Kämpfen, noch Plündern oder Egoismus gehörte im Dorfalltag zum Leben der Männer. Und man sollte auch für seine Wünsche nicht wortwörtlich bzw im übertragenen Sinne über Leichen gehen, wie es die Gruppe tut. Wenn man bedenkt, dass der Mensch heute leider immer mehr zum Egoismus tendiert, dann hat Stefan aus dem Siepen in “Das Seil” eine ganz wichtige und sehr aktuelle Botschaft eingebaut. Vielleicht macht sich mancher Leser nach diesem Buch noch ein paar Gedanken mehr. Eines aber noch mal ganz klar: auch wenn ich etwas weiter oben Kämpfe, Leichen und lebensbedrohliche Szenen erwähne, das klingt weit dramatischer als es sich im Buch liest. Wer auf Action und nervenzerfetzende Spannung hofft, wird enttäuscht werden. Aber trotzdem hält einen die Geschichte auf diese dezente Art bei der Stange. Und im Nachhinein -auch ich musste das Gelesene erstmal sacken lassen- bin ich beeindruckt wie solch ruhige Klänge ohne viel Tamtam deutlich eine so wichtige Botschaft vermitteln können. “Das Seil” liest sich weder inhaltlich, noch sprachlich besonders schweirig. Dafür aber in gewisser Weise gewöhnungsbedürftig. Stefan aus dem Siepens Sätze sind mitunter recht lang. Sätze, die bequem für sich alleine als Satz hätten stehen können, sind mit einem Komma an den Vorgänger angehängt. Verblüfft hat mich auch die unterschiedliche Kennzeichnung von wörtlicher Rede. Meist wird sie durch einen vorangesetzten Bindestrich kenntlich gemacht. Hin und wieder trifft man aber auch diese Anführungszeichen >>…<< an. Und ich meine mich auch an die vertrauten Gänsefüßchen zu erinnern. Wenn mir jemand die Botschaft hinter diesem Wechsel erklären kann, ich wäre neugierig Ein Stück Wald. Was kann man zu dem Cover mehr sagen? Aber das passt ja zur Geschichte. Und irgendwie finde ich es ganz interessant, das der untere Teil, der Waldboden, sehr scharf dargestellt ist, während es in den Baumkronen nur noch ein Muster aus schwarzen und weißen Streifen ist. Dahinter steckt sicher auch etwas, das sich mir nicht erschlossen hat. Macht aber nichts Fazit:  Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine auf den ersten Blick inhaltlich so unspektakuläre Geschichte bei der Stange halten würde. Sie hat es aber. Und ich finde die Botschaft, die ich herausgelesen habe auch ganz wichtig. Speziell in der heutigen Zeit. Aber wie gesagt glaube ich irgendwie nicht, dass das DIE ultimative Moral ist, die Stefan aus dem Siepen mir mitgeben will. Ich werde das Gefühl nicht los, da steckt noch mehr dahinter bzw darin…

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Neonsonne

    28. February 2013 um 08:17

    Was war das denn? . Bauer Bernhard findet am Waldrand ein Seil, dessen Ende er nicht finden kann. Schon bald weiß das ganze Dorf bescheid. Um der Sache auf den Grund zu gehen, folgen die Bauern kurze Zeit später dem Seil mit etwas Proviant auf ihren Rücken. Diese Abwechslung kommt den Bauern gerade recht in ihrem tristen Alltag. Sie lassen ihre Frauen und die Alten zurück, anstatt sich um die bevorstehende Ernte zu kümmern. Der Marsch beginnt mit der Überzeugung schon am Abend wieder zurück zu sein.. . Klingt super, nicht wahr? Das dachte ich auch, leider wurde ich enttäuscht. Dabei klingt das Alles spannend und lustig zugleich. Die Schreibweise ist mir viel zu steif, das war mir bereits auf der ersten Seite klar. Auf der Suche nach dem Seil ereilt einige Männer ein trauriges Schicksal. Ein langweiliger Marsch durch den dunklen Wald, der uns ein paar wenige nette Szenen schenkt. . Am schlimmsten finde ich das offene Ende. Das hat mich richtig wütend gemacht. Zum Glück hat dieses Buch nur 175 Seiten. Man hätte mehr aus der Geschichte machen können. Der Ansatz ist super, das war es aber auch schon. Ich empfehle das Buch nicht, habe zwar schon schlechtere gelesen, aber für mehr als 2 Sterne reicht es nicht.. . Eins hat mich diese Parabel allerdings gelehrt, dass zu große Neugier ungesund sein kann!

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Nefertari35

    02. February 2013 um 15:56

    Das Seil - Stefan aus dem Siepen Leseeindruck (keine Rezension): Ein so seltsam anmutendes Buch habe ich noch nie gelesen. Es geht wirklich die ganze Zeit um ein Seil und so wie die Reaktion der Bauern ist, die das Ende des Seils finden wollen, kann man selber nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte reißt einen eigentlich nicht vom Hocker, aber irgendwie will man trotzdem wissen, wies weitergeht und dann ists plötzlich zu Ende.

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Trollkjerring

    11. January 2013 um 23:21

    Eines Tages liegt in einem kleinem Bauern Dorf ein Seil am Waldrand. Von der Frage angetrieben wo das Seil endet und was sich an dessem befindet, begeben sich die Bauern auf eine Reise, ohne zu Wissen was sie erwartet. Ich fand das Buch ziemlich spannend, auch wenn es zwischendurch etwas holperte und ich etwas ins Stocken geriet. Ich war erst vom Ende etwas entäuscht und fand es dann mit der Zeit doch auch irgendwie genial. Auf jeden Fall finde ich es im Gesamten ein sehr gelungenes Buch und die Idee solch ein Buch zu schreiben einfach genial.

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Rilana

    10. December 2012 um 23:52

    Ein Seil. Ein einfaches Seil liegt am Waldrand. Doch grade die einfachen Dinge sind es, die die Menschen vollkommen aus der Fassung bringen können. Die Handlung Eines Abends findet Bernhardt, einer der Bauern des sehr abgelegenen kleinen Dorfes, bei seinem Spaziergang am Rand des Waldes das Ende eines Seils. Schnell macht die Nachricht über das Seil, das kein sichtbares Ende nimmt, die Runde im Dorf. Und schon bald spricht niemand mehr über etwas Anderes. So dauert es nicht lange, bis sich eine kleine Gruppe von Bauern auf den Weg macht, um das andere Ende des Seils zu finden und dessen Geheimnis zu lüften. Doch bleiben sie erfolglos, was die Bauern nur noch neugieriger macht. Daraufhin macht sich am nächsten Tag eine Gruppe aus allen männlichen Bewohnern des Dorfes, die bei guter Gesundheit sind, auf den Weg um das Seil zu erkunden. Lediglich ein einziger Mann bleibt zurück, um bei den Frauen nach dem Rechten zu sehen Eigentlich wollen die Bauern nur einen halben Tag in die Suche nach dem anderen Ende des Seils investieren, doch das Seil ist lang. So lang, dass es sie sehr viel länger fesselt als nur die wenigen, abgemachten Stunden. Mein Eindruck Zuerst eine kleine Info. Aufgrund des Textes auf dem Buchrücken und anderen Inhaltsangaben denken manche Leute bei diesem Buch an Fantasy oder Mystery. Aber keins von beidem ist der Fall. Das Seil ist eine Parabel. Es geht um ganz normale Bauern in einem ganz normalen Dorf, doch durch das Seil wird ihr gewöhnlicher Alltagstrott vollkommen aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Suche nach dem anderen Ende des Seils bringt ihre schlechtesten Eigenschaften zum Vorschein, die ungewöhnliche Situation senkt die Hemmschwellen. Bei den Bauern entwickelt sich eine regelrechte Obsession um das Seil und genau diese ist es die einen das Buch immer weiter lesen lässt. Man versucht nachzuvollziehen, was mit diesen einfachen Männer geschieht, aber leicht ist das wirklich nicht. Auf die Charaktere wird in dem Buch nicht sonderlich eingegangen. Nur die wichtigsten Merkmale der wenigen namentlich genannten Charaktere werden angesprochen. Grade genug um mitzubekommen, dass es sich um ganz normale Menschen handelt, die in den Sog des Unbekannten geraten. Dafür wird aber im Verlauf der Geschichte auf einige andere Details wert gelegt, die das ganze Szenario authentischer erscheinen lassen. Der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Erzählung mutet ein wenig altertümlich an, doch bei einer Parabel passt das ja. Eigentümlich ist allerdings die Satzlänge. Wenn ein längerer Satz auch noch schön verschachtelt ist, kann es schon mal ein wenig kompliziert werden. Sobald die Geschichte an Tempo zunimmt bestehen die Sätze mehr aus stichwortartigen Beschreibungen, die durch Kommas getrennt werden. Der längste Satz, an den ich mich grade erinnere, umfasst mehr als eine ganze Seite. Nachdem die Geschichte im Großen und Ganzen vor sich hinplätschert folgt das Ende ziemlich abrupt. Es ist offen wie ein Scheunentor und lässt viel Raum für Mutmaßungen. Über das, was den Bauern wohl noch passieren wird sowie darüber, was die Parabel einem beibringen möchte. Mein Fazit Das Seil zu lesen war wirklich sehr interessant. Es war meine erste freiwillig gelesene Parabel - und ich bereue es nicht. Denn ich liebe Bücher, von denen man mehr hat, weil man über sie nachdenken kann. Mit 180 Seiten ist das Seil ein Buch, das man relativ schnell durch hat, obwohl es teilweise ein wenig kompliziert zu lesen ist. Wer lehrreiche Erzählungen mag, dem kann ich das Seil wirklich empfehlen. Ich hatte sehr viel Spaß daran es zu lesen und darüber zu diskutieren.

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Bücherwurm

    08. November 2012 um 21:59

    Ein raffiniertes, kleines Büchlein aus der Feder des deutschen Autors Stefan aus dem Siepen aus Potsdam. So komplett anders als die Alltagsbücher, die uns so alltäglich in den Bücherladenketten entgegenwinken. Ich würde sogar sagen: Erfrischend, mutig, gänzlich abseits der üblichen Lesekost, an die wir uns ja so ganz und gar gewöhnt haben. Dieser Kost, die wir so gerne lesen, weil wir nicht mehr denken müssen während des Lesens! Und obwohl ich wusste, dass mich hier -schon alleine des dünnen Umfanges wegen- ein komplett anderes Lesevergnügen erwartet, hat der Autor mich so ganz und gar überrascht! Flüssig und süffig zu lesen, einfach geschrieben, und doch lässt es den Leser nicht los, viel passiert nicht, es ist auch eher ein sehr leises Buch mit Figuren, die vorhersehbar agieren, nichtsdestotrotz schleicht sich ein leichter Grusel ein, ein Hauch von Horror und Spannung und ich möchte denjenigen Leser sehen, der dieses Buch anfängt, abbricht und weglegt, ohne zu grübeln, wie es wohl ausgeht! Es spielt in früheren Zeiten, das Leben ist hart, das Dorf klein, die Dorfbevölkerung einfach gestrickt. Keine Technik, keine Telefone, keine Autos noch Maschinen. Es wird Herbst, bald ist Erntezeit, sehr wichtig für das Überleben in dem kleinen Dorf! Und eines Morgens liegt da ein Seil! Es endet auf einem Feld, gehört niemandem und verschwindet im Wald. Man kann nicht dran ziehen und auch nicht erkennen, wo es endet. Man kann es aber auch nicht einfach so liegen lassen, oder doch? Nachzulesen in diesem Buch! Ich gebe dem Buch 4 Sterne, weil ich es mit grosser Neugier las, verstanden habe, dass dem Autor nicht gelegen ist, dass wir uns mit den Figuren identifizieren, sondern dass er uns einen Spiegel vorhalten möchte, wie verbissen wir oft Dinge verfolgen, die sinn- und zwecklos sind, oder -wie im Falle hier- sogar sehr negativ für unser Leben sein können. Und dies alles, weil es irgendwie in unserer Genetik verankert wurde, dass wir nicht loslassen können, dass wir immer denken, wir verpassen was, wenn wir nicht Distanz einhalten. Diese ungeheure Neugier, dieses komplette Chaos, das ausbricht, wenn nur ein unbenötigtes Seil unseren Alltagstrott zu stören wagt! Unfähig zu verharren und über den berühmten Gartenzaun zu blicken, und Vernunft walten zu lassen, sondern das gewohnte "stur Draufhalten", das wird und wurde uns in unserer Gesellschaft ja schon so oft zum Verhängnis, lernen wir es denn nie?

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Hasewue

    19. October 2012 um 21:50

    Ein kleines Dorf im nirgendwo. Zufriedene Bauern mit ihren Familien mitten im Wald und ein Seil, dass das alles verändern wird. Als eines Tages einer der Bauern ein loses Seil am Boden liegen sieht wird er stutzig, denn das Seil scheint endlos zu sein und das Seilende ist nicht in Sicht. Bald schon beschließt ein Dutzend Männer in den Wald aufzubrechen um das Ende des Seiles zu finden und dadurch das Rätsel zu lösen. Doch wissen sie nicht, dass dieses Seil sie weiter von ihren Familien weg führen wird als ihnen lieb ist. „Das Seil“ von Stefan aus dem Siepen war für mich zunächst ein sehr vielversprechendes Büchlein, das mich sofort thematisch ansprach. Leider konnte es mich nicht so wie andere begeistern. Der Anfang war zunächst sehr vielversprechend, da nur ein kleiner Einblick in das Geschehen gewährt wurde und vieles offen war. Mit der Zeit wurde die Geschichte aber immer zäher, vor allem die Dorfgeschehnisse waren meines Erachtens sehr langatmig geschildert, und auch vorhersehbarer, zumindest was einige Stellen des Buches betraf und auch bezüglich des Endes. Sprachlich war der Anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem die Tatsache, dass wörtliche Reden ohne Anführungszeichen eingeleitet wurden. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar daran, aber zu Beginn war das schon sehr irritierend. Ein deutlicher Pluspunkt war aber Siepens anschaulicher und ausführlicher Schreibstil, der eine dichte Atmosphäre schuf und so die Geschichte für mich zumindest etwas zugänglich machte, die Figuren waren mir hier nämlich zu blass und farblos, sodass ich durch sie keinen rechten Draht zu den Geschehnissen und der Handlung fand und sich dadurch eher Distanz aufbaute. Was mich dann trotz der Zähe im größten Teil der Geschichte hinderte das Buch abzubrechen war die Frage nach dem „Seilende“. Diese Frage zieht sich ja durch die ganzen 184 Seiten und die Aufklärung, wenn man überhaupt von solch einer sprechen kann, fand ich unbefriedigend und zu abrupt, vor allem, wenn man die Geschehnisse betrachtet, die sich davor und durch diese Odyssee ereignet hatten. Die finalen Ereignisse waren aber das Mitreißendste und Berührendste der Geschichte und wobei ich nicht weiß, ob ich mit diesem offenen Ende wirklich zufrieden bin. Einerseits bin ich kein Fan davon, wenn der Autor einen so hängen lässt, andererseits war es stimmig zur Geschichte und rundete sie in gewisser Weise ab. Was mich dann aber das ganze Buch über richtig gestört hat, war die Message, die es auf mich hatte. Der Aufbruch der Männer wurde als Unglück für das Dorf und ihre Frauen vermittelt. Immer wieder wurde suggeriert – zumindest kam es so bei mir an – das ein Ausbruch aus dem Alltagstrott schlecht ist, man solle mit dem zufrieden sein was man hat und keinesfalls nach mehr, geschweige denn nach Abenteuer streben. Wenn ja, dann handelt man egoistisch und verantwortungslos und muss mit seinen Fehlern leben. Aber gerade das ist es doch was man tun muss. Wenn jeder Tag gleich ist, man Angst vor Veränderung und deren Konsequenzen hat, dann hat man auch Angst vorm Leben und kann es unmöglich in all seinen Facetten genießen. Für mich war „Das Seil“ hier einfach zu negativ und einseitig und die Botschaft ist alles andere als nachvollziehbar. 2 von 5 Sternen!

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    midnighter

    11. September 2012 um 23:08

    Ich denke zum Inhalt muss man nicht mehr viel sagen. Eines Tages liegt am Waldrand eines kleinen Dorfes plötzlich ein Seil und keiner der Einwohner kann sich erklären, wo dieses herkommt. Es lässt den Bauern einfach keine Ruhe, bis sich schließlich fast alle männlichen Dorfbewohner aufmachen, das Geheimnis des Seils zu ergründen. Auf ihrem langen Weg durch den Wald passiert dann das ein oder andere, womit sich die Menschen auseinander setzen müssen und auch für die zurückgebliebenen Frauen verändert sich ihr Leben... Man sollte auf keinen Fall mit der Erwartung an diesen "Roman" gehen, irgendeine spannende Geschichte über ein mysteriöses Seil vorzufinden. Eher im Gegenteil, dieses Mysterium wird nämlich erst gar nicht aufgeklärt....Natürlich ist es eine Parabel, die einen gewissen Sachverhalt inhaltlich übertrieben darstellt, so dass man daraus die eigentliche Moral ziehen kann. Entweder konnte ich mir diese Moral bei "Das Seil" einfach nicht erschließen oder es gibt erst gar keine... Es ist natürlich durchaus möglich Beziehungen zum Nationalsozialismus aufzustellen, wenn man sich die Figur des Rauk anguckt, dem die Bauer blind folgen und erst als es zu spät ist, in der Lage sind wenigstens ein bischen selber zu denken. Genauso könnte man auch sagen, dass es um Autonomie oder Fanatismus geht. Mir zumindestens ist die Hauptbotschaft nicht wirklich klar. Und sollte sie wirklich einer der geraden genannten Themen vermittelt, passiert das aber auf einem schlechten Weg. Die Figuren sind so blass und austauschbar, dass man sich in keiner Weiße mit Ihnen identifizieren kann. Auch inhaltlich passiert nicht gerade viel, so dass es oft langweilg wird - außer die Hoffnung zu erfahren, was es mit dem Seil auf sich hat. Aber da wird man ja am Ende entäuscht... Es laß sich eher wie eine Schullektüre. Allem in allem kann ich sagen, dass mir "Das Seil" nicht gefallen hat, es gibt bei weitem besser Bücher bzw. Texte die sich mit diesen Themen beschäftigen und das Verhalten von Menschen in gewissen Situation besser darstellen. Wenn man das "Seil" nicht gelesen hat, verpasst man nichts, zu dem sind 15 Euro für die paar Seiten doch sehr teuer. Also keine Kaufempfehlung.

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  • Rezension zu "Das Seil" von Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

    Buchhandlung_am_Schaefersee

    03. August 2012 um 18:28

    Der Einbruch des Unbegreiflichen und Chaotischen in eine wohlgeordnete Welt Ein Bauer entdeckt ein Seil, das scheinbar unendlich tief in den Wald hineinführt. Und aus dieser simple Begebenheit entwickelt sich ein rätselhaftes, bizarres und entlarvendes Abenteuer. Denn die Männer setzen alles daran, das Rätsel des Seils zu lösen - Ihren Seelenfrieden, Ihr Leben und die Existenz des gesamten Dorfes. Stefan aus dem Siepen erzählt eine großartige Parabel über menschliche Obsession, die den Leser nach jedem Kapitel selber rätseln lässt, welches Ende diese Geschichte nehmen wird. Und das Ende ist dann ebenso schlicht wie verstörend. Dieses Buch lässt einen nicht los und hallt lange nach.

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