Kate will nur noch weg. Ihr Leben liegt in Scherben und sie weiß nicht, wie es weitergehen soll, wie sie sich mit den neuen Voraussetzungen arrangieren soll. Eine wunderbare Fügung stellt die Rückzugsmöglichkeit in des Haus ihres Großonkels auf Korsika dar. Kate bricht alle Brücken ab und will aus ihrem Leben fliehen, aber vor sich selbst und dem, was ihr widerfahren ist, kann sie nicht davonlaufen. Sie muss sich mit dem Vergangenen, das drückt und quält, auseinandersetzen.
Der Abstand tut ihr dabei gut. Und noch besser tut ihr die Gesellschaft, die sie durch den unerwarteten Bewohner Ewan des eigentlich leer stehend geglaubten Hauses bekommt. Zunächst von Kate unerwünscht und belastend, zunehmend jedoch immer willkommener. Denn sie merkt, dass Ewan zwar etwas schräg anmutet, aber ein gutes Händchen dabei hat, die Wunden im Herzen der jungen Frau zu verbinden und ihr Seelenheil wiederzufinden. Ganz nebenbei ebnet er Kates Glaubensweg, der im Lauf der Zeit zu einer unwegbaren Schotterpiste verkommen ist Und das ganz uneigennützig, obwohl er selbst einen schweren Weg zu gehen hat.
Als Kate dessen Ausmaß gewahr wird, gibt sie gerne all die Liebe und Herzenswärme zurück, die Ewan ihr zuvor hat angedeihen lassen. Wird jetzt alles wieder gut? Nun, diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, denn es kommt wie immer auf den Blickwinkel an. Zudem sind die Geschehnisse komplex, so wie das Leben nun einmal ist.
Diese Geschichte mit einer tollen Location rund um wiedergefundenen Glauben und Gottvertrauen, Zerbrechen und Heilen, Vergebung, Verlustbewältigung, Krankheit, Leben und Tod, wahre Freundschaft, (Nächsten-)Liebe und das Finden des richtigen Platz im Leben hat mich sehr berührt. Sie ist eindringlich und emotional geschildert – an einigen Stellen hätte ich jedoch gerne mehr Erklärungen und Hintergrundinformationen gehabt. Dennoch kann ich den Roman nur wärmstens empfehlen, denn er trifft tief ins Herz und hat mir einige Tränen abgenötigt.







