Wie es in einem Forsthaus angeblich zugeht, glaubt man dank der von 1988 bis 2013 ausgestrahlten Familienserie "Forsthaus Falkenau" genau zu wissen. Es ist aber schwer vorstellbar, dass sich die Forsthausgeschichten aus dem der Roman "Fremde Wesen" für das Vorabendprogramm qualifizieren werden. Die durchgehend ungeschminkt-realistische Schilderung des Schicksals von vier Generationen erzählt den Abstieg vom großbürgerlichen Milieu den 20er Jahren bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in eher kleinen Verhältnissen.
Thomas Mann konnte seinen Mehrgenerationenroman "Die Buddenbrooks" noch fast zur Gänze in Lübeck spielen lassen. Aber spätestens seit 1945 sind Familiensagas häufig mit dem Wechsel der Wohnorte verbunden, bei deutschen Familien häufig auf Grund von Flucht und Vertreibung und arbeitsplatzbedingter Binnenmigration. So endet der Roman "Fremde Wesen" eher durch Zufälle in Frankfurt.
Die Geschichte beginnt in einem Landschaftidyll in Ostpreußen. Aber selbst beim abgelegenen Forsthaus am See spürt man die Auswirkungen des 2. Weltkriegs und auch dort geschehen rassistische Nazi-Verbrechen.
Es die Urenkelin Caroline, die aufdecken will, welche Geheimnisse ihre Familie versteckt.
Unbedingt Lesenswert.


