Stefanie Gercke

 4,1 Sterne bei 189 Bewertungen
Autorenbild von Stefanie Gercke (© Christine Strub)

Lebenslauf von Stefanie Gercke

Das Land der tausend Feuer: Stefanie Gercke, Jahrgang 1941, kommt auf einer Insel des Bissagos-Archipels vor Guinea-Bissau, Westafrika als erste Weiße zur Welt. Ihre Kindheit und Jugend verbringt die deutsch-südafrikanische Schriftstellerin in Hamburg und Lübeck, ehe sie im Alter von 20 Jahren nach Südafrika auswandert. Aufgrund der politischen Situation muss sie das Land 1978 verlassen, kehrt jedoch nach der Machtübernahme Nelson Mandelas zurück. Mittlerweile lebt Stefanie Gercke mit ihrem Mann, dem Ingenieur Hans-Hermann Gercke und ihrer großen Familie in Hamburg, verbringt aber regelmäßig Zeit in der südafrikanischen Provinz. Die Autorin der sieben Südafrika-Romane setzt sich in ihren Werken sowohl mit der Geschichte Süd-Afrikas als auch mit der politischen Vergangenheitsbewältigung auseinander.

Alle Bücher von Stefanie Gercke

Cover des Buches Ich kehre zurück nach Afrika (ISBN: 9783453417649)

Ich kehre zurück nach Afrika

 (42)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Ein Land, das Himmel heißt (ISBN: 9783426515303)

Ein Land, das Himmel heißt

 (30)
Erschienen am 01.07.2014
Cover des Buches Ins dunkle Herz Afrikas (ISBN: 9783426514733)

Ins dunkle Herz Afrikas

 (22)
Erschienen am 03.03.2014
Cover des Buches Schatten im Wasser (ISBN: 9783641091675)

Schatten im Wasser

 (21)
Erschienen am 29.06.2012
Cover des Buches Jenseits von Timbuktu (ISBN: 9783453409477)

Jenseits von Timbuktu

 (19)
Erschienen am 11.02.2013
Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783641091682)

Schwarzes Herz

 (14)
Erschienen am 29.06.2012
Cover des Buches Nachtsafari (ISBN: 9783453409484)

Nachtsafari

 (9)
Erschienen am 09.03.2015
Cover des Buches Über den Fluss nach Afrika (ISBN: 9783641091699)

Über den Fluss nach Afrika

 (9)
Erschienen am 29.06.2012

Neue Rezensionen zu Stefanie Gercke

Cover des Buches Ein Land, das Himmel heißt (ISBN: 9783426515303)
vallss avatar

Rezension zu "Ein Land, das Himmel heißt" von Stefanie Gercke

Südafrika: Schönheit, Grausamkeit und Schicksal
vallsvor einem Jahr

Das Buch dreht sich um die junge Juliane bzw. Jill, die als weiße Südafrikanerin in Natal, Südafrika auf der Farm Inqaba geboren wurde. Das Leben ist gut zu ihr: Ihre Familie ist wohlhabend und sie steht kurz davor, ihren Freund Martin zu heiraten. 

Doch der Schein trügt. Ihre alte, schwarze Nanny warnt sie: Sie spürt, dass Unheil über Inqaba hereinbrechen wird. 

Tatsächlich folgen in den nächsten Jahren Schicksalsschläge, die Jill aus der Bahn werfen, sie aus ihrer behüteten Rolle zwingen und sie testen. Hat sie das Zeug dazu, Inqaba, ihre Heimat, ihre Zuflucht, ganz allein und auf sich gestellt, zu erhalten und sich dabei neu zu finden? 

Meine Meinung: 

Das Buch hatte seine guten und schlechten Momente, daher bekommt es eigentlich nur 3,5 Sterne von mir. Die anschaulichen Beschreibungen der Umgebung fand ich überwiegend sehr schön, da man das Gefühl hatte, beim Lesen in die afrikanische Landschaft versetzt zu werden, zu sehen, was Jill sieht, zu hören, was sie hört und die Umgebung zu schmecken und zu riechen. Allerdings gab es auch Passagen, in denen für meinen Geschmack viel zu viel beschrieben wurde, was eher die eigene Vorstellungskraft gehemmt hat und den Text an manchen Stellen langatmig und schwerfällig machte. Einige Ereignisse haben zudem nicht wirklich zur Entwicklung der Handlung beigetragen und ließen mich bis zum Ende mit der Frage nach dem Zweck zurück.

Die erste Hälfte des Buches hat mir deutlich weniger gefallen als die zweite Hälfte. Das lag zum Teil daran, dass ich mich zuerst wenig mit Jill identifizieren konnte. Damit, wie sie mit den Angestellten umging und wie naiv sie manchmal gegenüber den Taten ihres Ehemanns Martin war. Sie machte auf mich einen eher unreflektierten und anmaßenden Eindruck. Allerdings war das mit großer Wahrscheinlichkeit die Intention der Autorin, um die Entwicklung des Charakters zu intensivieren. Trotzdem fand ich manche Handlungen Jills, auch noch ab der Hälfte des Buches, fragwürdig und hätte mich in vielen Situationen anders verhalten. 

Ebenfalls hat mich gestört, dass einige Schicksalsschläge im Buch etwas konstruiert wirkten. Es war mir teilweise ein wenig zu viel "Pech" auf einmal. Auch einige glückliche Zufälle erschienen mir ein wenig unrealistisch. Mir ist klar, dass das Buch den Aberglauben der schwarzen Bevölkerung, der Zulus einweben will und daher so viel mit schicksalhaften Wendungen und Ereignissen spielt. Dennoch hätte ich mit Unglücksfällen mehr gespart. Es erschien mir ein wenig unrealistisch, dass Jill nach all diesen Ereignissen immer noch Kraft hatte, weiterzumachen. Selbst die robustesten Menschen wären an einem vergleichbaren Schicksal zerbrochen. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass einige Begebenheiten für den Leser sehr vorhersehbar wirkten, Jill allerdings immer nur ein Bauchgefühl diesbezüglich hatte und später sehr überrascht schien, dass sie richtig gelegen hatte. 

Nichtsdestotrotz ging es ab der Hälfte des Buches steil bergauf. Jill wurde mir viel sympathischer. Obwohl ich es ein wenig unrealistisch fand, dass sie nach allem, was passiert war, die Kraft aufbrachte, Inqaba alleine auf Vordermann zu bringen, habe ich dies sehr bewundert. Es war spannend mitzuerleben, welche Maßnahmen sie sich ausdachte, um Inqaba zu einem Ziel für Touristen zu machen.

Während die Charaktere in der ersten Hälfte des Buches eher blass wirkten, kamen einem die bedeutenden Nebencharaktere ab der Hälfte des Buches immer näher und man hat einige von ihnen sehr lieb gewonnen, was dazu beigetragen hat, dass man das Buch nicht mehr weglegen wollte, weil einen interessiert hat, wie es mit allen weitergeht. Die Charaktere sind allgemein ein großer Pluspunkt, einige waren wirklich sehr realistisch und gut ausgearbeitet. 

Ein positiver Wendepunkt war zudem der Eintritt eines neuen Mannes in Jills Leben, der eindeutig besser zu ihr passte und wie ich fand, auch viel besser ausgearbeitet war als Martin und einen spannenderen Charakter hatte.

Sehr interessant waren auch die politischen Hintergründe des Südafrikas der 90-er Jahre. Aus Jills Perspektive und der ihrer Freunde, die sich als weiße Afrikaner betrachten und sich nicht vorstellen können, woanders zu leben, konnte man hautnah das Leben in Südafrika und die vorherrschenden Konflikte erfahren. Man konnte ein Stück weit besser verstehen, warum Südafrikaner eben nicht nur Europäer sind, die zufällig irgendwann Land in Afrika besiedelten, da ihre Mentalität aufgrund der Umstände, unter denen sie aufgewachsen sind, eine völlig andere ist.

Das Land ist genauso schön und atemberaubend, wie zerrissen und grausam und es gelingt der Autorin sehr gut, diesen Kontrast darzustellen. 

Es stehen sich auf der einen Seite radikale rechte Farmer und auf der anderen Seite aufrührerische Schwarze, die das Land ihrer Vorfahren zurückfordern, gegenüber. Jill, die eigentlich nur in friedlichem Einvernehmen mit den schwarzen Farmarbeitern, die sie schon ihr Leben lang kennt, leben will, gerät dabei zwischen die Fronten. 

Gegen Ende des Romanes erschüttern brutale Überfälle die Farmen in Natal, die ich sehr spannend und anschaulich beschrieben fand. Jill muss hier auf die harte Tour lernen, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.

Ein sehr atmosphärisches Buch, dass trotz meiner Kritikpunkte definitiv zu empfehlen ist, da es ab der Hälfte einen starken Wendepunkt gibt, ab dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte, da man ab hier richtig in die Welt eintaucht und mit den Charakteren mitfiebert.

PS: Wenn jemand das Ende mit dem vergrabenen Gegenstand verstanden hat, bin ich dankbar für eine Erklärung :)




Kommentare: 1
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Cover des Buches Jenseits von Timbuktu (ISBN: 9783453409477)
BlueLeos avatar

Rezension zu "Jenseits von Timbuktu" von Stefanie Gercke

Jenseits von Timbuktu von Stefanie Gercke
BlueLeovor 2 Jahren

Das Buch „Jenseits von Timbuktu“ spielt in Afrika und hat aufgrund dessen direkt meine Aufmerksamkeit geweckt. Ich liebe die Beschreibung der wilden Natur, der Tiere und das Gefühl von Abenteuer beim Lesen. Die ersten Seiten des Buches haben mich direkt ins Herz getroffen. Schon beim Lesen hat mich Anitas Schicksal stark berührt und ich bewundere ihre Stärke und ihren Umgang mit dem Thema Schuld und Tot. 

 

Nachdem der Grundstein für die Handlung gelegt ist verlagern sich die Geschehnisse nach Afrika und leider fiel es mir hier zunehmend schwer der Geschichte weiter zu folgen. Die Beschreibungen sowie die Handlung haben sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen. Auch scheinen mir die Beschreibungen der Landschaft etwas trist und ich hatte das Gefühl, dass sich hier die traurige Grundstimmung von Anita wiedergespiegelt hat. Für mich folgte daher ein etwas zäher Abschnitt durch den ich mich etwas durchkämpfen musste. Was ich wiederrum sehr gelungen und interessant fand war die Einbindung von der Geschichte und Politik Afrikas.

 

Mit der Zeit habe ich wieder besser in die Geschichte hineingefunden, da die Beschreibungen lebendiger wurden und die Handlung an Fahrt aufnimmt. Auch die Nebencharaktere gewinnen mit jeder Seite mehr Tiefe und konnten mich in ihren Bann ziehen. Besonders angetan haben es mir Jill und ihre Tochter Kira, mit welchen ich persönlich noch mehr mitgefiebert habe als mit Anita selbst. Das Buch bleibt bis zum Ende sehr spannend. Oft hatte ich jedoch das Gefühl, dass alle Katastrophen die es überhaupt nur geben kann am Ende gleichzeitig aufgetreten sind. Für mich war es etwas zu viel des Guten, da sich dadurch zum Ende hin die Ereignisse überschlagen haben. Eine durchaus interessante Geschichte die einen guten Einblicken in eine Welt gibt, die man sich manchmal nur schwer vorstellen kann. Die genannten negativen Punkte trüben das Lesegeschehen leider ein wenig. 

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Cover des Buches Ort der Zuflucht (ISBN: 9783453269439)
KerstinMCs avatar

Rezension zu "Ort der Zuflucht" von Stefanie Gercke

Auf in das KwaZulu-Natal Land
KerstinMCvor 3 Jahren

Das Cover hat in mir Fernweh entfacht. Ein männlicher Löwe ist in der Steppe von Afrika zu sehen. Er scheint der Sonne entgegen zu brüllen. Ein schönes Bild, das Lust macht auf eine Safari in Afrika. Und es passt perfekt zu der Geschichte.

Stefanie Gercke entführt mich mit „Ort der Zuflucht“ in das KwaZulu-Natal Land. Wenn du dich jetzt fragst wo genau das liegt, dann schaue auf mein Sketchnote. Es ist eine Region an der Küste in Südafrika. Ich hatte mir das Buch für meinen geplanten Südafrika Urlaub besorgt, der dann leider doch nicht stattfand. Nach dem Buch ist meine Sehnsucht nach der Weite Afrikas und den Wilden Tieren noch größer geworden. Also heißt es sparen und dann wird es vielleicht diesen Herbst doch noch was mit mir und Afrika. Ich möchte mein Sternzeichen, wie auf dem Cover einfach mal in freier Wildbahn sehen.

Nun zurück zum Buch. Die Geschichte startet in Deutschland mit der Protagonistin Nina und ihrem Vater Viktor. Ein Schicksalsschlag hat vor über 20 Jahren dafür gesorgt, dass die Familie ihr Leben in Südafrika aufgegeben hat und nach Deutschland, in Viktors Heimat zog. Nun steht Nina vor der schwersten Aufgabe ihres Lebens, sie muss, um ihren Vater zu retten sich ihrer Vergangenheit stellen und zurück ins KwaZulu-Natal reisen. Da sind Angst und Schrecken vorprogrammiert.

Die Beschreibungen der Landschaft in Südafrika kommen in der Geschichte nicht zu kurz. So konnte ich direkt mit den Augen der Protagonistin ihre Umgebung wahrnehmen. Dabei fand ich gerade das Beharren auf den Sicherheitsvorkehrungen spannend. Eine Frau sollte im Dunkeln nicht alleine mit dem Auto durch die Gegend fahren. Denn Dunkelheit bedeutete wirklich dass es schwarz wie die Nacht ist. Und da waren Unebenheiten auf den Wegen kaum noch auszumachen. Natürlich kann sich Nina an die gut gemeinten Ratschläge ihrer Freunde nur schwer halten. Und muss erfahren, wie es ist im dunkeln im Niemandsland sich zu bewegen.

Ninas Geschichte hat mich sofort in den Bann gezogen. Schon der Einstieg mit ihrem Vater und damit der Auslöser für die Südafrikareise war spektakulär. Den musste ich auch direkt in meinem Sketchnote festhalten. Ab der Landung in Südafrika konnte ich den Roman nur schwer zur Seite legen. Zu sehr wollte ich wissen was damals passiert ist und ob Nina ihre Erinnerung zurückerlangt.

Mich hat der Roman in eine mir unbekannte Welt entführt, die ich unbedingt kennen lernen möchte. Bis dahin werde ich bestimmt noch weitere Reisen nach Afrika mittels Romanen unternehmen, um mir ein klein wenig Fernweh nach Hause zu holen.

Stefanie Gercke hat meine Sehnsucht nach Afrika weiter entfacht. Ihr Schreibstil hat mich überzeugt und wird mich hoffentlich noch oft nach Afrika entführen. Von mir bekommt das Buch eine ganz klare Leseempfehlung, für alle die Spannung lieben und wie ich sich nach Afrika sehnen. Das Safari- Feeling kommt im Roman nicht zu kurz. Ich sage nur Warzenschwein im Bungalow und Leopard am Gartenzaun.

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Gespräche aus der Community

Ich habe gerade einen Roman von Stefanie Gercke gelesen und war davon recht angetan - nun habe ich gesehen, dass sie noch mehr geschrieben hat und möchte wissen, in welcher Reihenfolge man ihre Romane lesen sollte, da alle doch inhaltlich irgendwie zusammen hängen, jedenfalls wenn man den Inhaltsangaben glauben kann - wer weiß was darüber?
2 Beiträge
vallss avatar
Letzter Beitrag von  vallsvor einem Jahr

Weiß jemand, was es mit dem Ende des Buches auf sich hat? Also mit dem Finger der aus der Erde ragt?

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