Stefanie Gregg Duft nach Weiß

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Inhaltsangabe zu „Duft nach Weiß“ von Stefanie Gregg

„Am Abend der Ankunft des ersten Briefes fiel ich sofort in einen tiefen Schlaf. Ich träumte von tanzenden, bunten Häusern, die um mich herum einen Reigen, den Ratschenitza, zu lauter, wilder Musik vorführten. Vor jedem Haus war ein grasgrüner Rasen, den die Häuser wie einen Rock vor sich her schwangen … Deutschland. Hatte ich von diesem Land schon vorher gehört? Ich weiß es nicht mehr. Deutschland. Das wurde das Wort, das mir in den folgenden Jahren alles verheißen sollte, was ich nicht hatte. Deutschland, weiß wie das Papier.“ Stefanie Gregg wirft einen liebevollen Blick auf Anelijas Familie, auf ihre Kindheit mit Großmutter und Urgroßmutter in Bulgarien. Der Roman erzählt aber auch die Geschichte des regimekritischen Schriftstellers Georgi Markow, der 1978 Opfer des Regenschirm-Attentats in London wurde. Packend und berührend schildert Stefanie Gregg die Lebensgeschichte der beiden, die weit mehr verbindet als die Sehnsucht nach Freiheit und einem selbst­be­stimmten Leben.

Eine Lebensgeschichte, die mir völlig neue Einblicke in ein anderes Land verschafft hat!

— bookexperiences
bookexperiences

Ein gut recherchiertes, kluges, herzenswarmes Buch mit politischem Hintergrund und einem Mord

— Thanna51
Thanna51

Ein Buch über Freiheit, insbesondere Meinungsfreiheit, Familie und auch über die Liebe. Packend und berührend.

— leckereKekse
leckereKekse

Sehr interessant und lesenswert, besser als das Wissen über vergangene Zeiten aus dem Geschichtsunterricht in der Schule.

— Tulpe29
Tulpe29

Bulgarischer Kommunismus trifft auf konsumgeiles Deutschland. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, eindrucksvoll erzählt!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Sehr einfühlsam, die verschiedenen Ebenen sind gekonnt verstrickt. Interessante Infos über das Leben in Bulgarien und als Flüchtling hier

— Gruenente
Gruenente

Sehr bewegend

— IvonneL
IvonneL

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    Duft nach Weiß
    bookexperiences

    bookexperiences

    18. January 2017 um 14:13

    Über Bulgarien weiß ich nicht viel, muss ich gestehen. Eigentlich sogar fast nichts was die Geschichte des Landes oder die Kultur betrifft. Wie die Menschen dort genau leben oder in der Vergangenheit gelebt haben. Unter welchen sozialen und politischen Bedingungen. All das ist oder war mir bislang relativ fremd. Stefanie Gregg hat mir mit „Duft nach Weiss“ einen genaueren und vor allem unverfälschten Blick auf die dortigen Verhältnisse verschafft. Ihre Protagonistin Anelija wächst dort im Kreise der engsten Familie auf. Eine Familie, die augenscheinlich stark von Frauen geprägt ist, denn sie wohnt zusammen mit ihrer Urgroßmutter, Großmutter und Mutter in einem kleinen Haus. Als Letztere sich eines Tages nach Deutschland absetzt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, bleibt Anelija zurück. Das ist jedoch nicht alles in diesem rasant erzählten Spannungsroman. Ein weiteres zentrales Augenmerk richtet sich auf den Schriftsteller Georgi Markow, der in seinen Werken öffentlich Kritik an der kommunistischen Regierung übt und hierzu klare Ansichten vertritt zu denen er eindeutig Position bezieht. Nach den ersten Seiten konnte ich nicht anders und musste umgehend den Namen des regimekritischen Autors auf der Suche nach weiterführenden Informationen im Internet eingeben. Dieser Part der Geschichte ist nämlich nicht frei erfunden, sondern basiert in wesentlichen Teilen auf wahren Begebenheiten. In gewisser Weise auf knallharten Fakten, die einerseits rätselhaft bleiben und andererseits unleugbar stattgefunden haben. Markow wurde in der belgischen Hauptstadt Sofia geboren. Später lebte er in London, wo er schließlich mit 49 Jahren Opfer eines Mordanschlages wurde, dessen Umstände bis heute nicht vollständig geklärt sind. Im Verlauf der Handlung offenbart sich, dass der Unterschied zwischen Deutschland und Bulgarien in ein einigen Punkten gravierend ist. Für Anelija ist Deutschland wie ein weißes Papier. Eine Metapher, die in der Geschichte häufiger auftaucht. Möglicherweise ist mit dem weißen Papier gemeint, dass es in diesem hoffnungsvollen Land mehr Platz für eigene Gedanken gibt. Für einen Neuanfang. Alles auf Null setzen. Dort kann man seine Meinung frei äußern, ohne Angst vor Verfolgung oder gar schlimmeren Konsequenzen. Sich frei bewegen. Selber entscheiden, welches Studium man wählt oder welchen Beruf man ausüben möchte. Anelija erlebt dies am eigenen Leib und durch die Geschehnisse rundum Markow wird diese Dringlichkeit zusätzlich verschärft und spürbar. Zwei Lebensgeschichten werden hier miteinander vereint, die von dem mehr als berechtigten Wunsch und Bedürfnis nach einem freien Leben berichten. Politische Hintergründe, die gut recherchiert und durchleuchtet wirken, runden den aufschlussreichen und fesselnden Roman ab. Lesenswert!

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  • Absolute kaufempfehlung!!!

    Duft nach Weiß
    MichaelMerhi

    MichaelMerhi

    10. October 2016 um 13:43

    Hammer Story und Geniale Charaktere.Leise Töne die noch lange in den Ohren klingeln und ein Bulgarien, das man so nicht kennt. Mir hat der Schreibstiel wunderbar gefallen. Flüssig und spannend zugleich. Thriller, Drama und Unterhaltung in einem, wie ein Überaschungsei. Meine schonungslose Rezension findet ihr auf meinen Youtube Kanal:https://www.youtube.com/watch?v=UcczLnDQqxM

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  • Zeitreise in die Kindheit

    Duft nach Weiß
    Thanna51

    Thanna51

    21. September 2016 um 20:01

    Über den Inhalt des Buches wurde in den Rezensionen schon genug geschrieben. Deswegen halte ich mich hier ganz an meine eigenen Empfindungen beim Lesen des Buches. Für mich war die berührende Geschichte über weite Strecken eine Zeitreise in eine Kindheit, auch wenn sich meine Kindheit nicht in Bulgarien (sondern in Österreich in den frühen Fünfzigerjahren) und nicht unter einem kommunistischen Regime abspielte und sich auch kein berühmter Dichter in meiner Ahnengalerie findet. Doch die wohlige Wärme, die die beiden Babas unter den einfachen, ja ärmlichen Lebensbedingungen ausstrahlen, die Werte, die sie trotz geringer Bildungsmöglichkeit hochhalten, den Weitblick, den sie in aller Enge der Umgebung beweisen, das alles erinnert mich an meine "Baba", sprich Oma, die meine frühe Kindheit geprägt hat und bei der Vieles genau so ablief wie bei Anelijas Zuhause. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, so warm und direkt hat mich meine eigene Kindheit in diesem Buch eingeholt. Dazwischen knüpft sich der "Regenschirmmord" an Markow und lange ist unklar, wie Anelija und Markow zusammengehören. Ich mag diese Mischung zwischen politischen und sozialen Hintergründen und einer ganz persönlichen Lebensgeschichte, und Stefanie Gregg hat das sehr klug und herzenswarm ineinander gewoben. Den Bildungshunger und den wilden Willen nach Freiheit verkörpert Anelija sehr glaubwürdig, ich selbst kenne einige "Anelijas" in meinem Umfeld, teils aus Russland, teils aus Rumänien, die mit ungeheurer Gradlinigkeit und Aufnahmefähigkeit die Möglichkeiten unseres Bildungs-Systems aufsaugten und in wenigen Jahren ihre deutschen Schulfreunde hinter sich ließen. Danke an die Autorin für dieses wunderbare Buch, das ich atemlos in fast einem Stück ausgelesen habe.

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  • Freiheit duftet Weiss

    Duft nach Weiß
    Gruenente

    Gruenente

    11. August 2016 um 19:49

    1975. Eine Mutter lässt ihre kleine Tochter in Bulgarien bei der Oma zurück und sucht in Deutschland ihr eigenes Glück. Der Tochter bleibt nur die seltene Post der Mutter. Sie schreibt mit weisem Papier, das in weißen Umschlägen steckt. Diese Post duftet für Anelija nach weiß, nach Freiheit, nach einem schönen Leben in einem fremden Land. Die Kindheitsgeschichte erzählt Anelija im Rückblick. 1995 lebt sie selbst in Deutschland, studiert und erzählt ihrem Freund von ihrem Leben mit der Großmutter, der Schulzeit unter einem kommunistischen Regime, den Repressalien für die Familie einer Flüchtigen. Diese Geschichte wird filigran mit einer tatsächlichen Lebensgeschichte verknüpft. Der bulgarische Autor Georgi Markow musste sein Land verlassen um weiter seine Bücher veröffentlichen zu können. Dieser Teil des Buches erzählt von einem Leben im Exil. Da Markow versucht vom Ausland aus kritische Radiosendungen in seinem Land zu veröffentlichen, wird er zum Intimfeind des bulgarischen Staatschefs Todor Schiwkow. Dieser beschließt seinen Tod, Markow wird 1987 Opfer des sogenannten Regenschirm Attentats in London.   Ein Buch über das Leben in einem kommunistischen Staat, Freiheit, Familie, Liebe. Obwohl die Ereignisse schon Jahrzehnte her sind, haben insbesondere die Themen Meinungsfreiheit und Flucht eine starke Aktualität.

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  • Duft nach Freiheit

    Duft nach Weiß
    leckereKekse

    leckereKekse

    11. August 2016 um 18:45

     http://leckerekekse.de/wordpress/duft-nach-weiss/

  • Sehnsucht nach Deutschland

    Duft nach Weiß
    Tulpe29

    Tulpe29

    05. August 2016 um 11:06

    Das Buch erzählt sehr anschaulich von den damaligen Verhältnissen im kommunistischen Bulgarien. Die Menschen , besonders im ländlichen Raum, leben in bitterer Armut und ständiger Angst vor der Staatsmacht. Anelija, die kleine Protagonistin, wächst in einem kleinen Dorf auf. Den Vater kennt sie nicht. Die sehr junge Mutter flieht zu ihrem neuen Mann nach Deutschland, wo für sie ein besseres Leben beginnt. Das kleine Mädchen überläßt sie der Obhut ihrer Mutter und Großmutter. Die Frauen führen kein leichtes Leben, arbeiten sehr hart für das Allernötigste. Anelija ist eine fleißige und wißbegierige Schülerin. Ihr Ziel ist es, auch nach Deutschland zu ihrer Mutter zu kommen, in ein Land, das für sie in ihrer Fantasie das Paradies ist. Die wenigen Briefe der Mutter sind auf schneeweißem Papier geschrieben, wie Anelija es nicht kennt. In den seltenen Päckchen aus Deutschland sind Süßigkeiten, die es so in Bulgarien nicht gibt und für die ohnehin das spärliche Einkommen der kleinen Familie nicht ausreichen würde. Als junges Mädchen gelingt es Anelija, ebenfalls nach Deutschland zu kommen, wo sie studieren und nach ihrer Mutter suchen kann. Sie lernt ihren Freund Enno kennen, wird schwanger, will die Schwangerschaft in Bulgarien abbrechen lassen, macht sich gemeinsam mit Enno auf die Reise in ihre Vergangenheit und läßt ihn nun auch an ihrem früheren Leben teilhaben. Die Geschichte ist seht interessant und lesenswert, das Cover gut dazu passend.

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  • Rezension zu "Duft nach Weiss"

    Duft nach Weiß
    ElkeK

    ElkeK

    31. July 2016 um 10:15

    Inhaltsangabe: München 1995: Anelija wurde in Bulgarien geboren und von ihrer Großmutter und Urgroßmutter aufgezogen, seit die Mutter in den Westen geflohen war. Im Alter von knapp 17 Jahren gelang ihr selbst die Flucht nach Deutschland. Inzwischen ist der Eiserne Vorhang gefallen und Reisen in die ehemaligen Ostblock-Staaten sind ohne weiteres möglich. Gemeinsam mit ihrem Freund Enno fährt sie nun in ihre alte Heimat zurück und sie beginnt sich zu erinnern, wie ihr Leben einst war: ärmlich, schmutzig und demütigend durch das Regime von Schiwkow, der in Anelija den neuen Menschen des Sozialismus gesehen hatte. Und Anelija erinnert sich auch, was sie fühlte, wenn die selten Briefe der Mutter aus Deutschland eintrafen: Sauberes Papier – sie roch der Duft nach Weiss. Mein Fazit: Mein großer Dank geht an die Autorin Stefanie Gregg, die mir mit diesem Buch einen kleinen Einblick in unsere europäische Geschichte gewährte. Es gibt zwei Geschichten in diesem Buch, die auf dem ersten Blick nur eine Gemeinsamkeit haben: Bulgarien. Die erste beginnt 1995, als Anelija ihrem Freund Enno in sehr emotionalen Rücklicken von ihrem Leben im kommunistischen Land erzählt. Ihre Mutter hat sie viel zu früh bekommen – mit 17 Jahren. Der Vater ist unbekannt. Von Anfang an hat die Großmutter sie aufgezogen und als Anelija fünf Jahre alt ist, flüchtet die Mutter nach Deutschland. Anelija kommt in die Schule, muss sich wegen ihrer unklaren Herkunft Hänseleien gefallen lassen. Auch die ärmlichen Verhältnisse machen dem Mädchen manchmal zu schaffen, dennoch liebt sie ihre Familie und arbeitet überall mit, wo ihre Hilfe gebraucht wird. Als sie schließlich aufs Gymnasium kommt, wird sie mehr und mehr mit dem System konfrontiert, wo Andersdenkende ihre Gedanken nicht laut aussprechen dürfen und wo jeder Flüchtling als Staatsfeind betrachtet wird. Je mehr sie über das System erfährt, desto größer wird ihr Wunsch nach Freiheit – alles aussprechen zu dürfen, was man denkt; den Beruf zu ergreifen, den man sich wünscht; reisen ohne Beschränkungen und Genehmigungen. Sie wird schon kritisch beäugt, nur weil sie mit viel Eifer deutsch sprechen lernt. Sie lernt zu schweigen – wie viele andere Bulgaren auch. Einzig die Liebe zu Büchern hilft ihr, die Sprachlosigkeit zu überwinden. Mir fällt dazu folgendes Zitat ein (Seite 121): „Diese Worte, die für andere sinnlos waren, wurden für mich zu einer Sprache ohne Fragezeichen. Wenn ich diese Worte las, konnte ich wieder den Sinn meiner Träume entschlüsseln. Es war die Zeit, in der mir klar wurde, dass Worte mir alles bedeuteten.“ Der andere Erzählstrang, der in eher kleinen Abschnitten erzählt wird, ist die wahre Geschichte des Schriftstellers Georgi Markow, der sich in seinen Werken eher regimekritisch äußerte und sich bald gezwungen sah, aus Bulgarien nach Italien und dann schließlich nach London zu fliehen. Er konnte bei der BBC als Journalist anheuern und tat das Unglaubliche: Im Radio verhöhnte er Schiwkow und das System und ganz Bulgarien konnte es heimlich hören. Somit gibt Schiwkow seinen Mord in Auftrag – mit einem präparierten Regenschirm. Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen und bei den wenigen Pausen schweiften meine Gedanken zu Anelija und ihren beiden Babas ab. Sie führten ein karges, aber doch zufriedenes Leben. Und doch konnte ich Anelijas Sehnsucht nach dem Duft nach Weiss sehr gut nachvollziehen. Verhieß es doch Sauberkeit, Freiheit und grenzenlose Möglichkeiten. Beide Geschichten sind fesselnd und ohne Schnörkeleien beschrieben. Der Schreibstil ist angenehm und die abwechselnden Abschnitte waren für mich genau richtig portioniert. Die Personen konnte ich mir gut vorstellen, sie waren für mich greifbar, als säßen sie neben mir und würden mir ihre Geschichte von Angesicht zu Angesicht erzählen. Das passiert auch nicht oft. Und es gibt tiefe Einblicke in ein System, das zutiefst menschenverachtend ist. Ein sehr bewegendes Buch – von mir eine klare Lese-Empfehlung mit fünf Sternen.

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  • Lesenswerter Roman

    Duft nach Weiß
    esposa1969

    esposa1969

    29. July 2016 um 00:07

    Klappentext:„Am Abend der Ankunft des ersten Briefes fiel ich sofort in einen tiefen Schlaf. Ich träumte von tanzenden, bunten Häusern, die um mich herum einen Reigen, den Ratschenitza, zu lauter, wilder Musik vorführten. Vor jedem Haus war ein grasgrüner Rasen, den die Häuser wie einen Rock vor sich her schwangen … Deutschland. Hatte ich von diesem Land schon vorher gehört? Ich weiß es nicht mehr. Deutschland. Das wurde das Wort, das mir in den folgenden Jahren alles verheißen sollte, was ich nicht hatte. Deutschland, weiß wie das Papier.“ Stefanie Gregg wirft einen liebevollen Blick auf Anelijas Familie, auf ihre Kindheit mit Großmutter und Urgroßmutter in Bulgarien. Der Roman erzählt aber auch die Geschichte des regimekritischen Schriftstellers Georgi Markow, der 1987 Opfer des Regenschirm-Attentats in London wurde. Packend und berührend schildert Stefanie Gregg die Lebensgeschichte der beiden, die weit mehr verbindet als die Sehnsucht nach Freiheit und einem selbst­be­stimmten Leben.Leseeindruck:In dem Roman „Duft nach Weiß“ von Autorin Stefanie Gregg lesen wir die Geschichte der 17-jährige Anelija. Die Handlung beginnt 1987 in Bulgarien und wir erfahren über Anelijas Leben und auch ihrer Flucht. Gleich im nächsten Kapitel schwenkt die Zeit um und wird hier zu einem historischen Roman, denn wir lesen nun über den bulgarischen Schriftsteller Georgi Iwanow Markow, der 1978 Opfer des Regenschirmattentats wurde. Wir lesen über die Zeit des Kommunismus´, Dikatur und in der man keine eigene Meinung haben durfte. Dieser Roman bringt uns zurück in jeden Zeit, die ich so nur vom Hören-Sagen kannte. Trotz der Zeitsprünge war ich während des Lesens immer am Ball, da diese Zeitangaben vor den jeweiligen kapiteln gut gekennzeichnet sind. Der gesamte Schreibstil las sich flüssig und fesselnd. Die Autorin hat brillant recherchiert und dies perfekt in ihrem Roman umgesetzt.Faszinierend auch das Cover mit der Londoner Waterloo Bridge und dem Attentäter mit präpariertem Regenschirm auf selbiger. Geschichte hautnah! Ich habe den Roman mit Spannung gelesen und vergebe sehr gerne 5 Sterne!@ esposa1969

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  • Zwei Schicksale, die Sehnsucht nach dem Duft nach Weiß

    Duft nach Weiß
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. July 2016 um 21:42

    Zwei Schicksale zeigen dem Leser die Folgen des Kommunismus in Bulgarien. Eines beruht sogar auf wahrer Begebenheit.Da gibt es das Mädchen Anelija, dessen Mutter die fünfjährige bei ihren Babas zurücklässt und nach Deutschland abhaut. Manchmal bekommt Anelija einen Brief. Der ist so schön weiß.In Bulgarien ist das Leben hart: Die Menschen werden eingeschüchtert, unterdrückt, sie dürfen nicht laut sagen, was sie denken, sie arbeiten den ganzen Tag. Anelija muss sich die Schule verdienen, in dem sie in den Ferien in einem Arbeitslager schuftet. Und das Mädchen träumt von Deutschland, dem Land der Freiheit, dem Land in dem ihre Mutter nun lebt. Und von dem Land, aus dem der Duft nach Weiß hervorkommt.Aber auch das Schicksal vom bulgarischen Schriftsteller Georgi Markow ist interessant. Er kritisiert das Regime und muss schon bald aus Bulgarien flüchten, in ein Land, dessen Buchstaben ihm fremd erscheinen. Dort arbeitet er für die BBC und wird obendrein vom KGB verfolgt. Das ist der wahre Kern des Buches, denn Markow gab es wirklich und er wurde in London vom KGB durch eine vergiftete Regenschirmspitze getötet.Zwei Erzählstränge zeigen zwei Schicksale der bulgarischen Diktatur. Erzählt wird in Rückenblenden, denn Anelija ist bereits am Anfang des Romans längst in Deutschland.Beeindruckend sind die kleinen Details, die die Autorin geschickt in die Handlung packt. Zum Beispiel den Anblick von Bulgarien als Bulgare und den Anblick von Land und Leute durch einen Touristenschleier. Oder auch die Details, die Anelija auffallen, als sie zum ersten Mal mit der deutschen Gesellschaft konfrontiert wird: Schicke Frisuren, elegante Kleider, aber gehetzte Blicke. Und der Vergleich zum bulgarischen Leben.Dieses Buch ist keine Spannungsgranate, es ist auch kein reines Unterhaltungsbuch. Dieses Buch verlangt mehr vom Leser: Er lässt den Leser nämlich nachdenken. Nachdenken über unsere Gesellschaft, über das Leben früher, das Leben heute, über das Leben unter einer Diktatur, über zwischenmenschliche Beziehungen. Beim Lesen kommt nach nicht umhin, das Gelesene mit dem Gelebten zu vergleichen.Das ist Literatur. Das ist mehr als Unterhaltung. Das ist eine literarische Reise für den Leser.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Ein Roman über Bulgarien, Liebe, Familie und Attentate

    Duft nach Weiß
    Gruenente

    Gruenente

    20. July 2016 um 11:25

    Anelija studiert in Deutschland, sie hat einen Freund: Enno. Ganz normal alles. Doch Anelija hat sich das hart erkämpft. Erst nach und nach erzählt sie Enno von ihrem Leben. Sie stmmt aus Bulgarien:Anelija hatte drei Mütter: ihre Baba, Bab Milena und ihre wirklich Mutter, die nach Detuschland ging als ihre kleine Tochter erst  war. Doch wie das Leben in Bulgarien beschrieben ist, kann man de Mutter, die das uneheliche Kind nach einem One-Nigth-Stand bekam, auch irgendwie verstehen.Anelija wächst behütet und geliebt auf. Doch die Baba bringt die Familie nur mit Mühe durch. FLeisch kommt erst regelmässig uf den Tisch, als Anelija etwas hinzu verdienen kann. Der Kommunismus hält Bulgarien gefangen. Alle haben Angst das falsche zu sagen, beschuldigt zu werden. Es ist ein Leben mit vielen Entbehrungen und wenig Freiheiten. So darf die begabte und fleissige Anelija aufs Gymnasium, das Studienfach soll ihr aber vorgeschrieben werden. Da reicht es ihr, sie flüchte auch nach Deutschland und trifft ihre Mutter wieder.Parallel wird die Geschichte des bulgarischen Autors Georgi Markov erzählt. Wie er versucht in Bulgarien zu schreiben, flühten muss und letztendlich einem Attentat zum Opfer fiel.Die Autorin verknüpft die beidne Geschichten sehr gekommt miteinander.Das Buch ist berührend, ohne eine blumige Spache zu verwenden. Die Sätze sind eher kurz, einfach. Es erklärt die Zwänge in diesem Bulgarien zwischen 1960 bis 1995 sehr klar und bestimmt.

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  • Fesselnd und mitreißend

    Duft nach Weiß
    IvonneL

    IvonneL

    29. May 2016 um 19:36

    Im Rahmen einer Leserunde stellte die Autorin Stefanie Gregg dieses Buch zur Verfügung. Vielen Dank dafür. Ich bin sehr beeindruckend von diesem Werk. Stefanie hat mich mit dieser sowohl wahren als auch fiktiven Geschichte in Ihren Bann gezogen. Die Schreibweise ist sehr lebendig und flüssig. Die Darstellungen der einzelnen Personen und der Ortschaften sind derart gut, so dass Kopfkino an der Tagesordnung war. Als Kind der DDR konnte ich sogar einige Geschehnisse mit meinen eigenen Erfahrungen teilen, wie z. B. „Seid bereit!“. Die Geschichte wird in verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Zeitsprünge – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - sind durch die Jahreszahlen in den Kapitelüberschriften logisch nachzuvollziehen. Das politische Geschehen grenzt sich durch die kursive Schrift gut ab. Gänsehaut gab es für mich am Ende. Die Szenen, welche ich natürlich nicht verrate, haben mich sehr tief berührt.Aber lest selbst und erlebt eine atemberaubende und gut recherchierte Story. 

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