Stefanie Höfler

 4.5 Sterne bei 26 Bewertungen
Autorin von Tanz der Tiefseequalle, Mein Sommer mit Mucks und weiteren Büchern.
Stefanie Höfler

Lebenslauf von Stefanie Höfler

Renommierte Kinder-und Jugendbuchautorin: Die deutsche Autorin und Lehrerin Stefanie Höfler wurde geboren 1978. Ihr Debütroman "Mein Sommer mit Mucks" wurde sogleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und erhielt den Nachwuchspreis für deutschsprachige Kinder- und Jugendbuchliteratur. Schon während ihres Germanistik, Anglistik und Skandinavistiks Studiums an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und an der University of Dundee, Schottland hat sie Geschichten verfasst. Das nicht nur ihr erstes Buch, sondern auch ihr zweiter Jugendroman "Der Tanz der Seequalle" im März 2017 für Preise ausgezeichnet und nominiert wurde, zeigt ihr außerordentliches Talent fürs Schreiben. Trotz ihres Erfolges arbeitet sie weiterhin als Lehrerin und Theaterpädagogin im Schwarzwald, weil sie den Kontakt zu den jungen Menschen nicht missen möchte und der aktive Umgang mit Kindern sie zu neuen Büchern inspiriert.

Neue Bücher

Tanz der Tiefseequalle
 (11)
Neu erschienen am 05.09.2018 als Taschenbuch bei Julius Beltz GmbH & Co. KG.

Alle Bücher von Stefanie Höfler

Stefanie HöflerTanz der Tiefseequalle
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Tanz der Tiefseequalle
Tanz der Tiefseequalle
 (11)
Erschienen am 05.09.2018
Stefanie HöflerMein Sommer mit Mucks
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Mein Sommer mit Mucks
Mein Sommer mit Mucks
 (8)
Erschienen am 23.05.2018
Stefanie HöflerDer große schwarze Vogel
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Der große schwarze Vogel
Der große schwarze Vogel
 (6)
Erschienen am 10.07.2018
Stefanie HöflerMein Sommer mit Mucks. In Einfacher Sprache
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Mein Sommer mit Mucks. In Einfacher Sprache
Mein Sommer mit Mucks. In Einfacher Sprache
 (1)
Erschienen am 12.01.2018

Neue Rezensionen zu Stefanie Höfler

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Rezension zu "Der große schwarze Vogel" von Stefanie Höfler

Ein trauriges Thema und zuviel Distanz
NeriFeevor 2 Monaten

Der große schwarze Vogel ist eine Geschichte von Stefanie Höfler aus dem Jahr 2018. Das Jugendbuch ist im Beltz-Verlag erschienen. In der Geschichte geht es um den vierzehnjährigen Ben, der, ganz unerwartet, an einem strahlenden Oktobertag, seine Mutter verliert.

Darum gehts

Ben hat einen jüngeren Bruder, Karl, der aber von allen nur Krümel genannt wird. Weil der Vater in ein tiefes Loch fällt, wohnen die Brüder zunächst bei Tante Gerda. Während Krümel immer wieder weg läuft, der Vater die Jazzmusik seiner verstorbenen Frau hört und sein bester Freund Janus nicht recht mit ihm umzugehen weiß, geht Bens Leben irgendwie weiter. Und trotz großem Verlust und tiefem Schmerz, geschieht plötzlich auch Schönes.

Die Aufmachung des Buches ist sehr farbenfroh gestaltet. Die Illustrationen zeigen Blätter verschiedener Bäume, die den Herbst ankündigen. So wird ein direkter Zusammenhang zum herbstlichen Tag hergestellt, an dem die Mutter stirbt und gleichzeitig auf ihre naturbezogene Persönlichkeit hingewiesen. Die Mutter liebte ausgiebige Waldspaziergänge und Pflanzen aller Art.

Höfler erzählt die Geschichte fast lautlos, geradezu distanziert. Sie lässt wenig Raum für große Emotionen, scheint ihren Leser schonen zu wollen. Die Kapitel wechseln zwischen der Woche, in welcher Bens Mutter stirbt und seinen Erinnerungen an sie. Jeder der Protagonisten scheint für sich zu trauern und jeder tut dies auf seine ganz persönliche Art. Obwohl die Thematik selbst tiefe Trauer und großen Schmerz verspricht, ist es die Hoffnung und das Leben selbst, die Ben an das Gute denken lassen. Trauerbewältigung aus eigenem Antrieb und nach eigenem Ermessen gelingt hier auf sehr stille Weise.

Es sind nicht ausschließlich die positiven Aspekte, die Ben bei dem Gedanken an seine Mutter verspürt. Er hat ganz genau ihre regelmäßigen, heftigen Wutausbrüche im Kopf, wenn er an sie denkt. Aber eben auch ihre Leidenschaft für Jazz-Musik und ihre tiefe Liebe für die Natur und ihre Familie, ihre roten Haare, die überall herum liegen und ihren großen Mund.

Zum Ende hin wird die Autorin etwas lauter, hält aber den ruhigen Ton. Für meinen Geschmack hätte die Erzählung mehr Tiefgang, mehr Emotionen vertragen können. Stefanie Höfler versucht den Tod eines nahen Angehörigen als Literaturthema für junge Menschen zu enttabuisieren, läuft aber Gefahr, aufgrund großer Distanz zur Trauer genau das zu verfehlen. Insgesamt ist es eine sehr schöne Geschichte, sofern diese Formulierung, in Anbetracht der Thematik erlaubt ist. Die Charaktere sind sympathisch, ihre Handlungen jedoch oft zu starr. Der leise Ton kann für betroffene Jugendliche aber durchaus der richtige sein.

Ich danke dem Beltz-Verlag.

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Rezension zu "Der große schwarze Vogel" von Stefanie Höfler

Rezension: Der große schwarze Vogel
killmonotonyvor 2 Monaten

Trauerbewältigung als Jugendbuch-Thema — Sprachlich wunderschön und toll umgesetzt.

Dieses Buch sprach mich sofort mit seinem Klappentext an. Außerdem ist “Der große schwarze Vogel” von Stefanie Höfler ja schon ein Eyecatcher. Das Buch ist geschmückt mit Federn und Blättern in herbstlichen Farben. Wer das Buch erst einmal gelesen hat, versteht direkt den Zusammenhang: Bens Mutter liebt die Natur, den Wald, alle Pflanzen und Tiere. Mit ihrer Familie macht sie wöchentliche, ausgedehnte Spaziergänge durch den örtlichen Wald und setzt sich für die Umwelt ein. Sie ist zwar aufbrausend und oft auch wütend, aber ihre Wut verfliegt immer schnell. Dann ist sie wieder die tollste Mutter, die es für Ben und seinen kleinen Bruder Krümel (eigentlich Karl) geben kann. Bis sie eines Tages stirbt. Die kleine Familie muss nun lernen, wie man mit diesem Riss, der mitten durch einen durch geht, lebt. Alles erinnert noch an sie, alles riecht noch nach ihr und überall liegen ihre langen, roten, lockigen Haare. Bens Vater kommt mit dem plötzlichen Verlust überhaupt nicht zurecht, igelt sich in seiner Trauer ein und scheint dabei völlig zu vergessen, dass er noch zwei Kinder hat. Während Ben und Krümel erstmal bei ihrer Tante wohnen, versuchen die beiden Brüder, das Beste aus der Situation zu machen und dafür sorgen sie erst einmal dafür, dass das Begräbnis ihrer Mutter gerecht wird.

"Mas Todestag war ein strahlender Oktobertag. Wenn in einer Geschichte jemand stirbt, dann meistens an einem Regentag. Oder an einem nebelverhangenen Tag, an dem kein Sonnenstrahl die Wolkendecke durchdringt. Das passt besser zum Tod, unterstreicht die düstere Stimmung."

Berührend und mit einer sehr feinen Sprache erzählt Stefanie Höfler uns die Geschichte von Ben, Krümel und ihrem Vater und wie sie mit dem Tod ihrer Mutter bzw. Ehefrau umgehen. Dabei wird kapitelweise gewechselt zwischen Jetztzeit und Vergangenheit, wir erfahren in Rückblicken Bens von einzelnen Momenten, Augenblicken und Szenen aus der Zeit, als seine Mutter noch am Leben war. Ben glorifiziert seine Mutter in seinen Rückschauen niemals, überlegt sich nicht, was er hätte anders machen können, er betrachtet die Dinge, wie sie waren und wie sie sind. In der Schule kämpft Ben mit den Blicken der anderen, und plötzlich steht ihm nicht mehr nur sein bester Freund zur Seite, sondern auch ein Mädchen, das vorher keine zwei Worte mit ihm gewechselt hat. Ben findet heraus, dass auch sie — oder vielmehr ihr Bruder — dem Tod bereits begegnet ist. Dieses Band schweißt die beiden immer mehr zusammen und es entsteht eine Freundschaft, die vielleicht auch zu etwas mehr werden könnte.

In diesem Jugendbuch lernt die Familie, mit dem Tod umzugehen und zu heilen. Die Konstellation hat mich leicht an “Trauer ist das Ding mit den Federn” erinnert, das ich neulich erst gelesen habe. Und dennoch sind die beiden Bücher sehr unterschiedlich. Zumal Ben und seiner Familie keine riesige Krähe bei der Trauerbewältigung hilft; das schaffen die drei auf ihre Art ganz allein. Und darum ist “Der große schwarze Vogel” auch keine “Fantasie”-Geschichte, sondern eine, die genauso überall auf der Welt passieren kann (und auch passiert).

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/stefanie-hoefler-der-grosse-schwarze-vogel

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Rezension zu "Der große schwarze Vogel" von Stefanie Höfler

Gutes Buch zu einer schwierigen Thematik
Nadezhdavor 3 Monaten

Ich bin aufgrund der Thematik und des wunderschönen farbenfrohen Covers auf dieses Buch aufmerksam geworden und habe es gern gelesen. Dennoch hinterlässt es mich ein wenig zwiegespalten.

 

Es ist mir wichtig, dass es Bücher gibt, in denen die Thematik vom Tod eines Elternteils so explizit, detailliert und ungeschönt aufgegriffen wird.  Durch die vielen Perspektivwechsel erlebt man ebenso das unmittelbare Geschehen an den Tagen um den Tod der Mutter herum, was ganz minutiös erzählt wird, wie auch Rückblicke auf Erlebnisse mit der Mutter sowie dann im letzten Drittel des Buches einige gut gewählte Vorausblicke auf das neue, veränderte Leben ohne die Mutter. Atmosphärisch ist das immer gut beschrieben. In den Rückblenden finden sich schöne Eindrücke und Momentaufnahmen aus dem Leben eines Kindes und mit zum Alter passenden Reflexionen. Dabei kommt auch das nicht immer einfache Wesen der Mutter zum Vorschein, die als eine Frau mit Ecken und Kanten dargestellt wird. Wunderschön fand ich die Beschreibungen vom Wald und von den Pflanzen, auch wenn einige Fragen im Detail aufgeworfen wurden: Unreife Kastanien pflücken, die nach nichts riechen? Salbeigrüne Augen? Aber das sei mal dahingestellt…

 

Als eher unrealistisch habe ich die Gefasstheit der Erwachsenen nach dem plötzlichen Tod der Mutter wahrgenommen, dieses sofortige Sich-Verabschieden, auch die entsprechende nüchterne Aufforderung an die Kinder. Das ging mir viel zu schnell. Hier fehlten mir die Phasen der Fassungslosigkeit, des Nicht-Annehmen-Wollens des Geschehenen, der unmittelbare Schmerz... Dass die Leute gleich so sachlich reagieren und sich verabschieden, erschien mir nicht glaubwürdig, zumal der Vater ja auch anschließend dermaßen in seinem Schmerz versinkt, dass er seine Kinder wochenlang überhaupt nicht mehr wahrnimmt. Ich möchte das nicht weiter beurteilen, hätte aber erwartet, dass die natürlichen Elterninstinkte einen eher dazu bringen, in so einer Situation enger mit den Kindern zusammenzurücken und, bei allem eigenen Schmerz, den Kindern auch ein wenig beizustehen. Insgesamt kamen mir persönlich die in der Beschreibung aufgeführten Themen "Trost und Zuversicht" im Buch zu kurz.

 

Höchst seltsam und fragwürdig fand ich gegen Ende die Szene mit dem Pfarrer. Wer nicht zur Kirche ging, braucht keine christliche Bestattung, es muss also überhaupt kein Pfarrer ins Spiel kommen, wenn man das nicht will. Wenn man es will, findet ein Trauergespräch statt, in dem die Pfarrerin oder der Pfarrer etwas über die verstorbene Person erzählt bekommen, falls sie sie nicht persönlich gekannt haben. PfarrerInnen geben also in den Traueransprachen in der Regel genau das wieder, was man ihnen selbst über das Leben und den Charakter der Verstorbenen erzählt hat. Daher verstehe ich diese seltsame Szene mit der angeblich nicht zutreffenden Beschreibung der Verstorbenen und dem darauf folgenden Wutausbruch des Vaters nicht und ärgere mich über dieses unsachgemäße Pfarrer-Bashing.

 

Insgesamt finde ich, dass das Buch v.a. durch die gelungenen Perspektivwechsel sehr gut gemacht ist, aber es konnte mich emotional nicht so packen, dass ich im Geschehen richtig „drin“ gewesen wäre – ich habe von außen distanziert auf die Handlung geblickt und mitgedacht, aber nicht wirklich mitgefühlt. Ob das an mir selbst lag, weil ich eventuell diese Handlung gar nicht so nah an mich herankommen lassen wollte, oder am Buch, kann ich nicht eindeutig bestimmen. Ich müsste zum Vergleich andere Bücher mit dieser Thematik zeitnah lesen, das habe ich aber momentan nicht vor.

 

Ich kann das Buch also mit gewissen Einschränkungen empfehlen.

 

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