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NussCookie

vor 2 Jahren

(13)

Informationen:
Dies ist Band eins einer Trilogie der Autorin Stefanie Hasse, welche im Impress Verlag erschienen ist. Das E-Books ist erhältlich für 3,99€ bei einer Seitenanzahl von 321 Seiten. Band zwei „Düstere Schatten“ erscheint bereits im Mai 2015, ebenfalls im Impress Verlag für 3,99€.

Klappentext:
Es vergeht keine Nacht, in der Victoria nicht von ihm träumt. Dem unbekannten Jungen, der ihr vertrauter erscheint als selbst der Mann, neben dem sie schläft. Doch erst in der Nacht des aufgehenden Blutmonds kehren die Erinnerungen an ihre Jugend schlagartig zurück. Daran, wie es begann …
Mit achtzehn Jahren denkt man eigentlich darüber nach, was und wer man werden will. Aber Victorias Schicksal wurde schon bei ihrer Geburt entschieden – und nun offenbart. Als Kind des Mondes, Teil eines alten Geschlechts, das schon Götter, Magier, Feen und Vampire hervorgebracht hat, erfährt sie, welche seltene Gabe sie trägt. Und trifft in ihrer Ausbildung auf den ungewöhnlichen Jungen, von dem sie einst träumen wird. Darian.

Erster Satz:
„»Göttlicher Mond, schenk‘ mir dein Gehör!«“ (Position 18)

Erwartung:
Die Trilogie ist schon vor Impress auf dem Markt gewesen und hatte damals wie heute meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nur wie das so immer ist: Viele Bücher, wenig Zeit. Nachdem ich also unendlich viele gute Meinungen gelesen habe und den Bücherblog der Autorin liebend gerne lese, sind meine Erwartungen ungefähr so hoch wie mein SuB (=Stapel ungelesener Bücher). Hoffentlich kann das Buch da mithalten.

Covereindrücke:
Das Cover ist größtenteils in einem wunderschönen blau-grün-Ton gehalten. Im Hintergrund sieht man einen großen Vollmond, welcher wunderbar zur Geschichte passt. Im Vordergrund sieht man ein Mädchen, welches in einem Meer aus Mohnblumen wandert. Die Mohnblumen spielen in der Geschichte zwar keine Rolle, aber sehen sie nicht einfach wundervoll aus? Das Cover ist wirklich gelungen und eine richtige Augenweide. Da bekommt man doch gleich noch viel mehr Lust auf die Geschichte.

Meinung:
Die Geschichte beginnt mit einem ganz besonderen Clou, nämlich mit einem Prolog, welcher die Gegenwart erzählt! Das hat bei mir ganz kurz für Verwirrung gesorgt, da ja meist der Prolog die Vergangenheit erzählt. Die eigentliche Hauptgeschichte ist also der Rückblick/ die Erinnerung der älteren Victoria an die 18 jährige Victoria, als diese ihre Kräfte erhielt. Wir begleiten die Charaktere also sozusagen in ihre eigene Vergangenheit. Dieser Effekt hat es wirklich in sich und schafft es schon am Anfang den Leser an die Seiten zu fesseln. Auch die Idee, dass die Kinder des Mondes ihr erstes Ausbildungsjahr vergessen und nicht alle berufen werden ist erfrischend, auch wenn ich die Vorstellung, wie Victoria, erschreckend finde alles vergessen zu müssen was man in diesem Jahr gemacht hat. Die Kapitel werden überwiegend aus der Sicht von Victoria geschildert, aber auch andere Charaktere wie Darian und vereinzelt auch Nebencharaktere kommen kurz zu Wort. Die Perspektivwechsel wurden so eingebaut, dass sie perfekt zu den Wendungen im Buch passten und man dadurch einen tieferen Blick in das Innenleben der Charaktere erhaschen konnte. Sie waren also eine Bereicherung für die Geschichte und ließen die ein oder andere Wendung viel besser nachvollziehen.

Die eigentliche Geschichte beginnt also in der Vergangenheit. Victoria lebt ihr normales Leben, als sich von einem Tag auf den nächsten alles für sie verändert. Ihr bester Freund eröffnet ihr ihre wahre Bestimmung: Sie ist ein Kind des Mondes, ausgewählt um eben diesem zu dienen. Victoria erhält vom Mond eine einzigartige Fähigkeit, die der Telepathie. Mit der Zeit lernt sie diese zu kontrollieren, natürlich mit anfänglichen Schwierigkeiten, sodass sie auch schon mal die Gedanken der anderen Menschen hört. Sie ist eine durchaus sympathische junge Frau, welche trotz ihres enormen Talents nie überheblich wirkt. Das rettet ihr so einige Sympathiepunkte, denn Victoria ist eine starke Persönlichkeit, deren Talente sich mehr und mehr entwickeln. Es nimmt gar kein Ende, so hat man das Gefühl und sie wird mit neuen Gaben, Fähigkeiten und Erfolgen geradezu überhäuft. Immerhin ist sie ein Neuling und große Macht birgt auch große Verantwortung, was ihr manchmal nicht ganz bewusst zu sein scheint. Sie ist ein richtiger Überflieger, geradezu perfekt und dabei auch noch kein bisschen eitel oder überheblich. Im Gegenteil, sie bleibt auf dem Teppich und auf der guten Seite der Macht. Das rettet ihr meine Sympathie, denn ich kann solche Perfektionisten nicht leiden. Manchmal jedoch traf sie Entscheidungen, die ich so nicht nachvollziehen konnte, da sie meiner Persönlichkeit widersprechen. Auch ist sie sich ihrer Macht am Ende des Buches mehr als bewusst, was hoffentlich nicht ihren Charakter verändern wird.

Über Darian, Victorias Seelenverwandter, kann ich nicht viel sagen ohne zu spoilern. Am Anfang steht er gar nicht im Fokus, dann plötzlich entwickelt sich zwischen Darian und Victoria wie aus dem Nichts eine Liebesgeschichte. Ich wusste nicht so recht, was ich mit dieser raschen Entwicklung und meiner Sympathie für ihn anfangen sollte, war das doch alles recht plötzlich. Nach einer aufregenden aber auch unerwarteten Wendung im Buch, musste er sich meine Sympathie wieder erkämpfen. Dieses Verwirrspiel zog sich über das gesamte Buch. Ich habe ihn schlussendlich aber ins Herz geschlossen, was eben an seiner Zuneigung für Victoria lag.

Nach eben der großen Wende in Kapitel 14, konnte ich der ganzen Sache nicht mehr wirklich trauen. Man rätselt über die Bedeutung von ‚gut‘ und ‚böse‘, weißer und dunkler Magie, wiegt das Für und Wider ab, macht sich Gedanken und schmiedet Pläne, spinnt die Geschichte in Gedanken weiter und verspinnt sich auch ab und zu, nur um sich zu fragen: Gibt es denn kein grau? Es ist ein einziges Verwirrspiel und meinen Respekt der Autorin, dass sie sich nicht in ihrem eigenen Fadengespann verstrickt hat. Eine Wendung folgt der Nächsten und es wird nie langweilig. Aus Altbekannten wie Vampire, Werwölfe, usw. schafft sie etwas Neues, das sich mit den Kindern des Mondes wie etwas liest, das es zuvor noch nicht gab. Die verinnerlichten Strukturen werden beibehalten. So ist eine Fee gut, ein Werwolf böse. Natürlich darf aber auch die wirklich böse und dunkle Seite in einem Buch wie diesem nicht fehlen. So ist das Böse immer präsent und man weiß nie, wann es wieder zuschlägt. Es gibt so mehrere kleine Höhepunkte an denen man denkt, die Spannung könnte nicht weiter steigen, aber man irrt sich.
Die Nebencharaktere bekommen ihre kleinen Momente erst im letzten Drittel des Buches, was sie aber nicht weniger interessant macht. Auch hier wird aus Abneigung schnell Sympathie für einzelne Charaktere, welche auch teilweise einen Wandel durchleben und man hofft für sie, dass sie in Band zwei etwas mehr an Bedeutung gewinnen werden.
Wenn man dann denkt, den finalen Höhepunkt des Buches bereits erreicht zu haben, kommt noch einmal der Epilog und man muss feststellen: Weit gefehlt! Das Buch endet also mit einem übertrieben fiesen Cliffhanger, welcher einen zwingt sofort zu Band zwei zu greifen. Blöd nur, wenn dieser erst im Mai erscheint. So bleibt man mit Fragen über Fragen zurück, die in einem Endloskarussell ihre ewigen Kreise ziehen.

Fazit:
Dieser Auftakt der Trilogie konnte mich sehr gut unterhalten. Altes trifft auf Neues und wird zu einer eigenständigen Welt, die mich regelrecht eingenommen hat. Gut trifft auf Böse und wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden. Die Liebe ist auch mit dabei und lässt so einige Charaktere zu ihrem wahren Selbst finden. Neben zahlreichen Wendungen und Verwirrungen war die Spannung immer permanent präsent und mündete in einen Cliffhanger der besonderen Art, welcher mich ganz ungeduldig auf Band zwei hin fiebern lässt. Ich vergebe somit 5 Cookies und hoffe, dass ein Monat schnell vorbei geht.

Vielen herzlichen Dank an Lovelybooks, Impress und die Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Autor: Stefanie Hasse
Buch: Darian & Victoria - Schwarzer Rauch
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