Stefanie Karras

 5 Sterne bei 1 Bewertungen

Alle Bücher von Stefanie Karras

Cover des Buches Grenzgänger (ISBN: 9783000634901)

Grenzgänger

 (1)
Erschienen am 30.09.2019
Cover des Buches Streifenlichter (ISBN: 9781791728915)

Streifenlichter

 (0)
Erschienen am 16.12.2018

Neue Rezensionen zu Stefanie Karras

Cover des Buches Grenzgänger (ISBN: 9783000634901)zwischendenseiten_eus avatar

Rezension zu "Grenzgänger" von Stefanie Karras

Herausragend gut!
zwischendenseiten_euvor einem Jahr

Ist es Zufall, wenn sich Schicksale zwischen gestern und heute nach 100 Jahren plötzlich wie selbstverständlich kreuzen? Was bleibt zurück, wenn ein Kind unsere Welt viel zu früh verlassen muss? Gibt es diese eine dunkle und übermächtige Energie, die in der Lage ist, Seelen gefangen zu nehmen – damals wie heute? Was meint ihr? Dieser kleine Auszug des Klappentextes lässt euch schon ein bisschen erahnen, worum es in diesem Buch geht, jedoch erwartet euch auf dieser fesselnden Reise viel mehr als man zunächst vermuten würde. Normalerweise lese ich wirklich nur Sachbücher, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Für dieses Werk habe ich gern eine Ausnahme gemacht, denn es zieht einen als Leser direkt in den Bann und die Geschichte der kleinen Lina (die wirklich mal um 1900 gelebt hatte), verdient es gelesen zu werden.


Zum ersten Mal hörte ich von Lina in einer Folge der Geisterakten. In dieser deutschen Serie versucht ein Team, höchstprofessionell wie kein anderes, dem Paranormalen auf den Grund zu gehen und Phänomene durch diverse hochwertige Geräte nachzuweisen. Gerade die 2. Staffel gefällt mir besonders gut, aber als dann das kleine Mädchen mit ihrem zarten Stimmchen auf sich aufmerksam machte, waren Tausende Zuschauer einfach nur geflasht und wollten erfahren, welche Geschichte hinter dem Phänomen Lina steckt.


So wurde ich vor Kurzem auf dieses Buch aufmerksam gemacht und wusste, dass ich mir dies nicht entgehen lassen möchte. Zu sehr faszinierte mich diese Kinderstimme, die sich seitdem ins Gedächtnis vieler Fans eingebrannt hatte. Ich fand es toll, dass die Autorin Stefanie Karras recherchiert hatte, um die Geschichte des 6-jährigen Mädchens möglichst detailgetreu wiedergeben zu können. Dabei holte sie sich Unterstützung und forschte beim Betreiber des ortsansässigen Bergbaumuseums nach, welches sich seit Jahren dafür einsetzt, die Geschichte des Ortes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und auch den alten, versteckten Friedhof auf dem Lina beigesetzt wurde, möglichst zu erhalten.


Welch schwieriges Leben voller Entbehrungen die Grundschülerin gelebt hatte, wird direkt im ersten Kapitel deutlich, welches sich ungefähr bis zur Buchmitte hinzieht. Nach wenigen Seiten taucht man als Leser in eine andere Welt ein, man wird ohne es zu merken hineingezogen und sieht die Bilder vor sich, während man mitfiebert, mitlacht und mitfühlt. Man versinkt in Linas Leben, als ob man live dabei gewesen wäre, in einer längst vergangenen Zeit, in der Krankheiten meistens zum Tode geführt haben und die Menschen einfach machtlos waren. Schon nach ca. 50 Seiten nahm mich die Geschichte so gefangen, dass ich immer wieder merkte, wie Tränen in mir aufstiegen. Zunächst konnte ich mir diese noch verkneifen, atmete ein paar Mal tief durch, doch spätestens als Linas bester Freund Josef starb, flossen die Tränen über meine Wangen, ohne sich aufhalten zu lassen. Ich war so ergriffen von den Zeilen, die ich las.


Dies lag aber nicht nur an der Story, sondern auch an dem guten Schreibstil der Autorin. Dieser kommt nicht so geschwollen rüber, wie man ihn oft in Romanen findet, sondern bodenständig, einfühlsam und leicht lesbar. Stefanie Karras schafft es, sämtliche Emotionen beim Leser zu wecken, was ich wirklich herausragend finde. Sie entführt uns auf eine spannende Reise, die sich im weiteren Verlauf ganz anders entwickelt als zunächst gedacht.


Ich möchte natürlich nicht die komplette Story des Inhalts vorwegnehmen aber dennoch ein paar Stichpunkte nennen, worauf ihr euch gefasst machen könnt:


Bevor der kleine Josef verstarb, kündigte sich sein bevorstehender Tod, schon in einem angsteinflößenden Traum an. Eine dunkle Energie, die Viele sicher als böse bezeichnen würden, kommt ins Spiel. Diese wacht über die verstorbenen Kinderseelen des Dorfes. Lina war ein mutiges Mädchen und machte es sich zur Aufgabe, sich und die anderen zu retten. Diesen Entschluss fasste sie bereits zu Lebzeiten, denn auch sie musste kurz darauf Bekanntschaft mit dem Bösen machen. 


Doch kann ein 6-jähriges Mädchen diese große Aufgabe ganz alleine meistern? Linas Zuversicht trug sie stets durch ihr kurzes Leben, auch als sie ihren besten Freund so plötzlich verlor, zu dem sie eine innige Freundschaft pflegte. Doch auch nach dem Tod verlor sie ihre Hoffnung nicht...


Nach dem 1. Kapitel folgt dann ein Cut und die Story wechselt in die heutige Zeit. Genauer gesagt in die Zeit, in der sich Lina bei dem Team der Geisterakten bemerkbar machte. Aber auch die Autorin selbst, war davon betroffen und ihr Leben änderte sich schlagartig. Ihre eigene Medialität entwickelte sich gerade, doch es wurde ihr nicht einfach gemacht. Immer wieder drängten sich ihr innere Bilder auf, von denen sie zunächst niemanden erzählte, da sie erst an ihrer neuen Aufgabe wachsen und viel dazulernen musste. Man bekommt tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt, ihr Privatleben (was allmählich aus den Fugen gerät) und natürlich auch, was es mit der dunklen Energie auf sich hat, die den Namen "Der Wächter" trägt. Der Wächter forderte im Verlauf immer mehr Aufmerksamkeit von Stefanie Karras ein, da das Team anscheinend etwas aufgewirbelt und aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Und so ließ sie sich auf dieses Spiel zwischen Himmel und Erde ein. Doch wie soll sie so, Lina und den anderen Kindern helfen? Ist es überhaupt möglich? Mehr und ob es ein Happy End gibt, möchte ich nicht verraten, sonst wäre es ja langweilig. 


Ich konnte das Werk von Stefanie Karras jedenfalls nur noch schwer aus den Händen legen, jede frei Minute hatte ich weitergelesen und dabei ununterbrochen mitgefiebert, gehofft und gebangt. Gänsehaut war mein ständiger Begleiter. Besonders hervorheben möchte ich auch noch die tollen Zeichnungen, die den Inhalt abrunden. Diese haben mir echt gut gefallen. Auch hatte ich gar nicht damit gerechnet. Ich empfinde die Zeichnungen, vor allem von Lina und Josef als Bereicherung für dieses Werk.


Einen klitzekleinen Kritikpunkt habe ich aber auch, dieser fließt jedoch nicht in meine 5 Sterne Bewertung mit ein: Ich fand es sehr schade, dass die Teammitglieder im Buch andere Namen bekommen hatten. Dies wird andere Leser jedoch nicht stören, wenn sie die Geisterakten gar nicht kennen. Bei mir sorgte dieser Aspekt nur jedes Mal für ein kurzes Stolpern beim Lesen, weil ich dann immer nachdenken musste: Wer war das jetzt noch mal? Selbstverständlich hat jeder Autor/in das Recht sich diese Freiheit rauszunehmen. Oder vielleicht wollten die betreffenden Personen auch gar nicht mit ihrem echten Namen genannt werden. So oder so, es tut dem Inhalt kein Abbruch, dennoch wollte ich es erwähnt haben.


Mein Fazit:

Es lohnt sich definitiv das Buch zu lesen! Auch diejenigen, die ausschließen, dass es dunkle Energien bzw. Seelen gibt, die nichts Gutes im Schilde führen, sollten sich die Geschichte dennoch nicht entgehen lassen. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Werk auch viele andere in seinen Bann ziehen wird und die Leser in ein Wechselbad der Gefühle eintauchen werden, so wie es bei mir der Fall war. Ich möchte die Autorin dazu ermutigen, weiter dran zu bleiben und das Schreiben weiterzuverfolgen


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