Stefanie Mann

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Stefanie MannDie Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!
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Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!

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Rezension zu "Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!" von Stefanie Mann

Humor ist wenn man trotzdem lacht
dieDoreenvor 3 Jahren

Als Krankenschwester konnte ich natürlich nicht an "Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!" von Stefanie Mann vorbei gehen.Die Altenpflegerin Stefanie ist 25 und arbeitet seit 5 Jahren in diesem Beruf. Mit Witz und Humor versucht sie über den Alltag mit "ihren" Senioren zu berichten.Nach "House of God" (welches für mich übrigens zur Pflichtlektüre in der Pflegeausbildung und dem Medizinstudium gehören sollte) und "Abgezockt und Todgepflegt" (Bevor die Oma ins Heim kommt, sollte dieses Buch ebenso zur Pflichtlektüre für die Angehörigen werden) war ich gespannt was mich hier erwartet.Die Autorin versucht auf eine humorvolle Art sich mit den Themen Demenz, Pflegenotstand und Pflegebedürftigkeit auseinander setzten. Anfangs gelingt dies sogar sehr gut, nur ist mir im Laufe des Buches irgendwann das Lachen im Hals stecken geblieben. Denn das was die Autorin hier schmunzelnd für meinen Geschmack etwas verharmlost ist kein Spaß mehr sondern in 90 Prozent der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser mittlerweile bitterer Ernst über den man nicht mehr lachen kann sondern eher heulen sollte. Das Problem ist aber, dass die breite Masse der Leser einen Tatsachenbericht wahrscheinlich eher nicht gelesen hätte, sondern lieber etwas zum Schmunzeln möchte. Dennoch schlägt das Buch gegen Ende ernstere Töne an und führt den Leser vor Augen, dass ignorieren und übersehen des Pflegenotstandes keine Lösung ist.So kann man nur hoffen, dass viele dieses Buch lesen und trotz der stellenweiße sehr witzigen Anekdoten auch mal zwischen die Zeilen schauen, denn keiner will aber viele werden einmal auf die Hilfe anderer angewießen sein.
Fazit:
Man sollte trotz des Humors die ernste Seite des Buches nicht außer acht lassen. Für mich als Pflegekraft wurde einiges zu sehr verharmlost, aber dennoch haben viele Anekdoten mich auch an so manches Krankenhauserlebniss erinnert.

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PollyMaundrells avatar

Rezension zu "Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!" von Stefanie Mann

Wenn die Gebiss-Mafia wieder zuschlägt...
PollyMaundrellvor 3 Jahren

Klappentext
"Guten Morgen, Frau Winkler, wie geht es Ihnen?"
"Das geht Sie gar nichts an."

Steffi ist Altenpflegerin, und sie liebt ihren Beruf - und "ihre" Alten. Dabei hätte sie manchmal so einigen Grund, sich vor den Rollator zu werfen. Wenn die Altenheim-Mafia mal wieder die Dritten versteckt hat, die Bewohner versuchen, den Christbaumschmuck zu essen, oder nach zehn Tagen Dauereinsatz um halb fünf Uhr morgens der Wecker zum Dienstantritt klingelt. Doch Steffi weiß: Im bewegten leben einer Altenpflegerin, voll Lachen, voll Schweiß und auch mal Kummer, hilft kein Jammern und kein Zetern, sondern nur ein fester Magen und das Herz am rechten Fleck.

Erster Satz
Morgens, halb sieben in Deutschland.

Cover
Das Cover an sich, lässt bereits auf ein lustiges Buch hoffen.
Der Titel in einer Sprechblase lässt durchscheinen, dass es sich dabei um ein Zitat eines "Alten" aus diesem Buch halten könnte. Fernseher, Pillendose und Wollknäul mit Stricknadeln im Comicstil, die munter durcheinanderfliegen zeigen, dass es wild zugeht im Altenheim.

Mir persönlich gefallen allerdings die Farbkombinationen nicht so gut.

Meinung
Da ich selber seit vielen Jahren nebenbei in der Pflege arbeite (Dialysezentrum, ambulante Alten- und Krankenpflege, Geriatriestation im Krankenhaus), war mir klar, dass ich dieses Buch lesen MUSS! ;-)

Nachdem ich "Are you finished?" - "No we are from Norway" gelesen hatte, hatte ich mir etwas ähnliches unter diesem Buch vorgestellt. Natürlich, andere Berufsgruppe, aber tatsächlich ähnlich lustig beschriebene Arbeitsumstände.

Stefanie Mann berichtet knallhart ehrlich aber ebenso herzlich von ihrem Arbeitsalltag im Altersheim.
Kollegen, die Probleme mit dem Entfernen der Ausscheidungen haben, Bewohner, die morgens einen Teller in der Hand halten, auf denen sich definitiv nicht das Frühstück befindet - eher das Abendessen in verdauter Form ;-) und die Altenheim-Mafia, die sich gegenseitig die Gebisse versteckt.

Die Arbeit des Pfelegepersonals (egal ob Altenheim, Krankenhaus, ambulante oder häusliche Pflege) wird oftmals unterschätzt und definitiv nicht genügend honoriert (auch finanziell). Menschen, die sich für die Pflege entscheiden müssen dafür geboren sein und ich sage gerne, dass man das "Pflege-Gen" besitzen muss. Es muss ein Maß zwischen mitfühlen und nicht an sich rankommen lassen gefunden werden.
Wie das im Leben so ist, mag man nicht jeden Menschen gleich gern und der ein oder andere liegt einem mehr am Herzen, als prinzipiell gut wäre. Und doch muss man gucken, dass man alle Menschen gleich gut behandelt und seinen persönlichen Ärger nicht an ihnen auslässt, auch wenn man es leid ist etwas zum hundertsten Mal zu erklären. Besonders bei dementen Patienten wird die persönliche Geduld oftmals auf die Probe gestellt.

Stefanie Mann beschreibt in ihrem Buch die oftmals lustigen, aber auch anstrengenden und traurigen Erlebnisse mit "ihren Alten" und macht klar: Eines wird es in der Pflege niemals...langweilig!

Zitate / Textstellen
"Jungs wie dich brauchen wir bei der Reichswehr!"
"Ähm, ich bin ein Mädchen!"
"Na, dann bekommste eben Kinder und kriegst von unserem Führer das Mutterkreuz!"
In diesem Sinne: Gelobt sei, was hart macht, und ran an die Arbeit!
(Seite 11)

Eigentlich kann Fritz nicht mehr selber laufen - wenn man ihn dann jedoch aus dem Bett in den Rollstuhl hebt, ist er schneller, als man beim nächsten Bewohner die Einlagen wechseln kann, wieder in seinem Bett. Wie er das macht? Keiner hat es je gesehen.
(Seite 33)

Fazit
Egal ob Pflegepersonal oder nicht - dieses Buch bietet für jeden etwas.
Erheiterung, die Möglichkeit nachzudenken und auch die ein oder andere Träne, wenn der Sensenmann leise an die Tür klopft.

Vielleicht schafft Stefanie Mann es mit diesem Buch, dass die Menschen, die andere Menschen pflegen mehr Anerkennung, Verständnis und Mitgefühl bekommen - denn das haben sie verdient!


Diese und alle meine anderen Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog.
http://franzyliestundlebt.blogspot.de

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derMichis avatar

Rezension zu "Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!" von Stefanie Mann

Seniorenpflege mit Herz und Humor!
derMichivor 3 Jahren

Altenpfleger mag nicht der beliebteste oder angesehenste Beruf sein. Der Alltag ist in der Tat verrückt, anstrengend und voller Herausforderungen. Stefanie Mann beschreibt in ihrem neuen Buch, wie das Leben in diesem Job aussieht. Einblicke, die man nicht vergisst.
Sie haben es schon nicht einfach, die Mitarbeiter des Altenheims "Frankenruh". Die Bewohner spielen gerne mal verrückt, laufen davon, sperren sich ein, streiten sich erbittert oder knabbern an Dekoartikeln herum. Und dann sind da ja noch die Angehörigen, die ihre Alten gerne besonders gut versorgt wissen möchten. Falls sie sich überhaupt füreinander interessieren. Da meint man, zumindest die Betreuten müssten doch eigentlich dankbar für alles sein. Doch weit gefehlt. Nicht jeder lässt das mit sich machen, was mitunter dringend nötig ist. Da wird auch mal politisch höchst unkorrekt geflucht und Vokabular aus dem Dritten Reich bemüht. Auch bewegende Sterbefälle kommen immer wieder vor. Es gibt allerdings auch Momente, da liebt Altenpflegerin Steffi ihren Beruf, trotz spontaner Notdienste am eigenen Geburtstag, gelegentlichen Beschimpfungen und anderer unvorhergesehener Ereignisse.
Wer setzt sich schon gerne mit dem Ende des Lebens auseinander? Vermeiden lässt es sich kaum. Seien es eigene Angehörige, die in einem Heim leben oder das eigene fortschreitende Alter, früher oder später ist es soweit. Da kann es helfen sich zumindest zu informieren und humorvoll zu wappnen. Genau das ist Stefanie Manns Ansatz. Sie berichtet direkt und ohne große Umschweife vom knochenharten Alltag in der Seniorenresidenz. Auch Euphemismen wie Einstuhlen oder Brechen lassen keinen Zweifel daran, was eben dazugehört, dort zu arbeiten. Kopfkino und Phantomgestank inklusive. Und doch lässt die Autorin nie einen Zweifel daran worum es geht - um Menschen. Auch wenn ihre Alten wunderlich sein mögen oder dem Personal den Alltag schwer machen, die Würde der einzelnen Personen steht im Vordergrund. Der lockere Tonfall täuscht nicht darüber hinweg, hilft aber einen Zugang zu den beschriebenen Ereignissen zu finden.
Eindrücklich gerät auch ihr Eintreten für die oft unterschätzten Tätigkeiten der Pfleger. Eine unterbezahlte Arbeit, die auch noch relativ wenig Anerkennung findet und oft stressig ist. Neben aller Unterhaltung bringt das Buch dem Leser damit ein Berufsbild näher, über das man nicht unbedingt alles weiß, was wichtig und richtig ist. In jedem Fall kann man hinterher mit mehr Respekt und weniger Berührungsängsten an die Thematik herangehen.
Alles in allem ein sowohl bewegendes als auch unterhaltsames Zeugnis einer unterschätzten Tätigkeit. Beim nächsten Besuch im Altenheim wird man möglicherweise manches anders sehen.

Seitenzahl: 256
Format: 12,1 x 18,1 cm, Taschenbuch
Verlag: Heyne

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