Stefanie Maucher Franklin Gothic Medium: Aus dem Leben eines Kannibalen: 1

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(4)
(0)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Franklin Gothic Medium: Aus dem Leben eines Kannibalen: 1“ von Stefanie Maucher

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Auch Kannibalen müssen essen

    Franklin Gothic Medium: Aus dem Leben eines Kannibalen: 1
    Kerry

    Kerry

    17. January 2016 um 19:51

    Franklin ist ein Mann mittleren Alters und ein absoluter Gourmet. Wo jedoch andere nur Wert auf den kulinarischen Genuss legen, bevorzugt es Franklin, sein Fleisch zu erjagen und selbst zu erlegen, bevor er es eigenhändig zubereitet. An sich sicherlich noch nichts derart ungewöhnliches, doch Franklin ist ein Gourmet der besonderen Art - er bevorzugt Menschenfleisch. Sicherlich war das noch nie in jeden Supermarkt zu bekommen, doch, gerade nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft, ist es für ihn immer schwerer, geeignetes und vor allem gesundes Fleisch zu erhalten. Doch manchmal spielt auch das Glück einem Gourmet zu. In einem Lokal entdeckt er ein neues Objekt seiner Begierde - die hübsche Asiatin Fou-Mai. Diese scheint bekümmert zu sein und somit perfekt, weil ein leichtes Opfer und in der Tat folgt Franklin der jungen Frau, wird ihrer habhaft und nimmt sie mit nach Hause. Als Fou-Mai wieder zu sich kommt, wappnet sie sich gegen das Schlimmste, doch was dann geschieht, spielt sich außerhalb ihres Vorstellungsvermögens ab, denn dieser Mann, der sie entführt und in seiner Gewalt hat, ist nicht an ihr als Frau interessiert, sondern an ihr als Fleischlieferantin seiner Speisen und er nimmt auch keinerlei Anstoß daran, von seinem Opfer zu kosten, wenn dieses bei vollem Bewusstsein ist. Nach den ersten Probestücken, verbringt Franklin die junge Frau in den Keller - immerhin gilt es, sein Fleisch frisch und am Leben zu erhalten. Fou-Mai hat schon fast mit ihrem Leben abgeschlossen, ahnt sie doch, dass sie den Keller nicht mehr lebend verlassen wird und dennoch, es gibt so viel, für das es sich zu leben lohnt - so zum Beispiel Naomi, ihre Mitbewohnerin und Geliebte. Naomi selbst ist krank vor Eifersucht und Sorge - ist Fou-Mai zu ihrem Ex-Freund zurück gegangen? Doch dann sieht sie, wie ein Mann mittleren Alters Sachen aus ihrer gemeinsamen Wohnung entwendet und beschließt, ihm zu folgen. So also folgt sie Franklin in sein Haus, in seine Gourmetküche und macht dort eine grausige Entdeckung ... Auch Kannibalen müssen essen! Der Plot wurde sehr bildhaft und abwechslungsreich erarbeitet, wobei ich gestehen muss, dass ich zwischendrin ganz schön schlucken musste, so realistisch war die Erzählung der Story gehalten. Die Figuren wurden authentischen und facettenreich erarbeitet, wobei mich hier gerade die Figur des Franklin sehr beeindruckt zurückgelassen hat, denn aus seiner Sicht ist die übrige Menschheit mit Nichten seine Mitmenschen oder gar Artgenossen, sondern in erste Linie Fleischlieferanten für seine exquisiten Menüs, wobei es ja leider nicht immer ganz so einfach ist, an frische und vor allem gesunde Ware zu kommen. Den Schreibstil empfand ich sehr fesselnd erarbeitet, sodass ich mich von dem Buch kaum lösen und ganz ehrlich, manches Mal war ich leicht von Ekel übermannt, gerade wenn es wieder an die Fleischernte ging.

    Mehr
  • Fingerfood neu interpretiert

    Franklin Gothic Medium: Aus dem Leben eines Kannibalen: 1
    SmilingKatinka

    SmilingKatinka

    04. November 2013 um 09:34

    Franklin ist ein Genießer, ein wahrer Gourmet, der auch die Kunst des Kochens meisterhaft beherrscht. Seine absolut elementare Lieblingszutat ist Fleisch. Das mag für die meisten Menschen noch völlig normal sein. Doch Franklin bevorzugt eine ganz spezielle Sorte. Mensch. Mitmenschen sind für ihn also nichts weiter als Vieh und genauso behandelt er sie auch. Nun ja, fast, denn Franklin weiß nicht nur, wie man das Fleisch seiner Artgenossen am schmackhaftesten zubereitet, sondern auch, wie man es am besten lagert. Fleisch bleibt einfach im lebenden Zustand am längsten frisch und so hält er seine Ware im Stall und schneidet ab, nach was ihm gerade ist.   Diese kurze Inhaltsangabe zeigt schon, dass Franklin kein Buch für jedermann ist. Man muss schon einen sehr besonderen Humor haben und man muss es vor allem schaffen, seine Empathie kurzzeitig auszuschalten, denn sonst überlebt man die Lektüre kaum. Doch wer seinen geistigen zugunsten Franklins kulinarischem Geschmack kurzfristig abschalten kann, der wird an diesem Buch seine Freude haben. Franklin ist ein Bollwerk des Wortwitzes. Nahezu auf jeder Seite spielt Stefanie Maucher mit der Sprache, ohne es zu übertreiben. Da ich das Buch als das aufgefasst habe, was es zweifelsohne ist, eine total abgedrehte Geschichte, hatte ich genügend Abstand, um mich auf neue kulinarische Entdeckungen zu freuen. Sei es nun Conan das Tatar oder Kohl-Rabbi. Auch Franklins absolut weltfremden Ansichten zu Zucht und Aufzucht des Menschen haben mich nicht schmunzeln, sondern lauthals lachen lassen.   Franklin ist sicher kein Buch für empfindliche Gemüter und schwache Mägen. Wenn dem Liebsten nach einem Steak gelüstet, greift man sich plötzlich automatisch an die Hüfte. Da Franklin auch ein unlektoriertes Werk ist, findet sich hin und wieder ein Fehlerchen. Doch das trübt den Lesegenuß keineswegs. Franklin ist kein Mainstream. Franklin ist Geschmacksache und trifft sicher nicht jeden Geschmack. Doch ich habe mich unglaublich gut unterhalten gefühlt.

    Mehr