Stefanie Philipp Der Sohn der Amazone

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Inhaltsangabe zu „Der Sohn der Amazone“ von Stefanie Philipp

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  • Amazonen - das Volk der Freien Frauen

    Der Sohn der Amazone
    women-edition

    women-edition

    12. December 2013 um 13:15

    Ein bemerkenswertes Debüt ist Autorin Stefanie Philipp mit ihrem Buch "Der Sohn der Amazone" gelungen, das als Amazon Kindle Edition erschienen ist. Der historische Roman erzählt vom Leben der Amazonen, dem Volk der Freien Frauen, und setzt sich mit den Schwierigkeiten alter Glaubenssätze auseinander, die auftauchen, wenn man diese verändern möchte. Romanheldin Raván ist mit ihrer Tochter Hastee unterwegs. Sie haben einen guten Hengst für einige Felle eingetauscht und wollen das Tier zu ihrer Sippe bringen. An einer Wasserstelle treffen sie auf die Menschenwölfe - Männer. Sofort wird der ewig währende Konflikt zwischen den Freien Frauen und den Menschenwölfen sichtbar. Gegenseitige Angst und Verachtung. Spannung liegt in der Luft, die der Leser greifen kann. Doch die Situation endet glimpflich, nicht so das, was Raván und Hastee auf ihrem weiteren Weg nach Hause noch bevorsteht. Die hochschwangere Frau und ihre Tochter reiten in ein Unwetter hinein. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als der junge Hengst Hastee verletzt, diese beinah im reißenden Strom ertrinkt, den die beiden Frauen gerade überqueren wollten. Raván rettet ihre Tochter, doch das Ungeborene in ihrem Leib fordert seinen Tribut. Das Kind kommt in der Wildnis zu früh auf die Welt. Doch nicht nur das. Das schreiende Bündel in Raváns Armen ist nicht die heiß ersehnte zweite Tochter, sondern ein Welpe. Der Brauch ihrer Familie verlangt, dass dieser der Großen Mutter übergeben werden muss. Raván weiß, was das bedeutet. Der Welpe wird nicht überleben. Doch will und kann sie hier, fern ihrer Familie, die Zeremonie nicht allein vollbringen und trifft einen folgenschweren Entschluss. Sie behält das Kind und entwickelt plötzlich Muttergefühle für den verhassten kleinen Menschenwolf. Spätestens jetzt lässt einen die Geschichte nicht mehr los. Der Leser ist gefangen und verfolgt mit ebenso einem Gefühlschaos im Leib, wie Raván gegen sich selbst, gegen ihr Neugeborenes und gegen die Bräuche ihrer Familie kämpft. Als sie die Jurten ihrer Familie erreicht und den Frauen die Wahrheit sagt, nimmt ihre Mutter Banou das Kind und bringt es zum Altar, um es der Großen Mutter zu übergeben. Doch Raváns Bindung an den Kleinen ist bereits zu stark und so beginnt ihr Kampf um das Überleben des Welpen. Stefanie Philipp hat in ihrem Erstling ein spannendes, ehrliches und schonungsloses Bild der Freien Frauen gezeichnet, dass den Leser nicht mehr los lässt. Das geheimnisvolle Volk der Amazonen, über das es sicher manche Märchen gibt, wird hier sehr klar beschrieben. Es ist keine rührselige Geschichte, sondern eine Auseinandersetzung mit Bräuchen, Glauben und dem Willen und Mut zu Veränderung. Warum sich eine Freie Frau entscheidet, entgegen dem Willen der Tradition einen Welpen großzuziehen, kann man gut nachvollziehen. Ebenso versteht man aber auch die Sitten und Bräuche der Freien Frauen und Menschenwölfe, die trotz ihrer Feindschaft so viel gemeinsam haben. Ob es Raván schafft, ihren Welpen zu schützen und sein Überleben zu sichern; lest selbst. Mich hat seit langem kein Buch so sehr gefesselt, wie dieser Roman.

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  • Rezension zu "Der Sohn der Amazone" von Stefanie Philipp

    Der Sohn der Amazone
    marion_gallus

    marion_gallus

    07. August 2012 um 21:23

    Raván, Amazone der freien Steppenfrauen erwartet ihr zweites Kind. Das besondere an den freien Frauen ist jedoch, als Nachwuchs werden ausschließlich Töchter geduldet. Sollte ein Junge – ein Welpe – geboren werden, dann wird er der Mutter fortgenommen und der großen Mutter geopfert. Die freien Frauen töten keine Kinder, sie opfern sie. Welpen werden in der Gemeinschaft der Frauen nicht geduldet, denn sie wachsen heran zu den Menschenwölfen, den ärgsten Feinden der freien Frauen. Sie misshandeln und töten Frauen und da die Angst zu groß ist, werden auch die kleinen Jungs, die Welpen, auf Grund des Stückchens Fleisch zwischen ihren Beinen nicht in die Gemeinschaft aufgenommen. Raván ist gerade gemeinsam mit ihrer ersten Tochter Hastee auf dem Heimweg von einem Tauschhandel, als durch einen unglücklichen Unfall die Wehen vorzeitig einsetzen. Ihre Tochter ist verletzt und das Unwetter erschwert die Geburt ungemein. Wie groß ist der Schock für Raván als sie entdeckt, dass ihr viel zu früh geborenes Kind ein Welpe ist! Noch schlimmer, sie ist fern der heimischen Weidegründe und somit ist auch die vorstehende Mutter nicht da, die ihr den Welpen abnehmen könnte und zum Opferaltar bringen, wie es ihr Glaube vorschreibt. Raván sieht sich gezwungen den Welpen zunächst zu nähren, zumindest so lange bis sie wieder im eigenen Lager ist. Denn die Amazonen lassen auch einen Welpen nicht absichtlich sterben. Doch mit dem Stillen an ihrer Brust nimmt das Unglück ihren Lauf. Raván beginnt eine mütterliche Bindung zu dem Neugeborenen aufzubauen. Sie sieht in ihm ihr Kind, keinen Menschenwolf. Sie kann nicht verstehen, dass so ein schutzloses, kleines Wesen einmal zu einem groben, brutalen Frauenschänder heranwachsen soll. Als ihre Tochter Hastee endlich wieder soweit genesen ist, dass sie reiten kann, macht sich die kleine Gruppe wieder auf den Weg zurück in das Lager. Dort angekommen übergibt Raván den Säugling der vorstehenden Mutter der Familie Banou. Diese ist außerdem Raváns Mutter, doch sie hat nicht annähernd Verständnis dafür, dass ihre Tochter den Welpen genährt hat, nur um ihn am Leben zu erhalten. Sofort macht sich Banou bereit, den Welpen zum Opferaltar zu bringen und ihn der großen Mutter zu übergeben. Und dies fällt nicht nur Raván sehr schwer, auch Hastee – ihre ältere Tochter – ist völlig entsetzt, denn Raván hatte ihr verschwiegen, dass es sich bei dem Neugeborenen um einen Welpen handelt … *** Ich bin durch Zufall auf diesen Roman gestoßen, als ich zu Gast bei der „Mülheimer Lesebühne“ der Lesung von Stefanie Philipp lauschen durfte. Die Autorin hat es sofort geschafft mich mit der Handlung, dem besonderen Schreibstil und ihrer perfekten Art des Vorlesens in ihren Bann zu ziehen. Dieser Roman ist weder Frauenroman, noch ein klassischer historischer Roman. Er ist einfach etwas komplett anderes. Leider war zu diesem Zeitpunkt der Roman nur als Ebook oder Kindle-Version erhältlich. Doch glücklicherweise fand das nicht nur ich sehr bedauerlich, sondern auf weiteren Lesungen wurde Stefanie Philipp immer wieder gefragt, warum der Roman nicht als klassisches Buch erhältlich sei. Die Autorin hat den Roman dann in Eigenregie als Taschenbuch drucken lassen, ohne direkten Verlag. Das alles war erst einmal nicht wichtig. Hauptsache der Roman war/ist in gedruckter Form erhältlich. Zum Glück, kann ich nur sagen. Denn ich bin sicher, dass nun viele Besucher ihrer Lesungen bereits den Roman im Regal stehen haben. Die Handlung des Romans ist hochinteressant und vor allem sehr gut umgesetzt. Denn, so wie ich aus dem Anhang erfahren habe, gibt es soviel nicht zu recherchieren über die Steppenfrauen oder Amazonen. Wie Stefanie Philipp diese Geschichte ausgesponnen hat, hat mich vom Anfang bis zum Ende mitgerissen. Ein Buch voller Liebe, Gewalt, Kraft, Ausdauer, Versteckspielereien, Hass und sonstiger Gefühle, jedoch nicht annähernd kitschig. Im Gegenteil, der Roman ist sehr dramatisch und rasant. Langeweile kommt nicht eine Minute lang auf. Der Schreibstil ist sehr gehoben, ausführlich und ausschweifend. So wie die Steppe, die Berge, die Lager, die Kämpfe und Charaktere der freien Frauen beschrieben sind, war ich gefangen in dieser Welt. Es gibt soviele besondere Lebensarten dieser Amazonen, die hoch interessant sind, begonnen bei der Segnung/Empfängnis, bis hin zur ihrer Art zu kämpfen. Der Roman ist nun als einfaches Taschenbuch erschienen. Das Cover ist schlicht, gefällt mir dennoch gut. Die Seiten des Buches sind weiß und die eingerückten Zeilen sind etwas extrem. Beides mag ich persönlich nicht so sehr. Doch dies sind Dinge über die ich in diesem Fall gerne hinwegsehe. Denn wichtig ist, dass dieses Taschenbuch zwischen den Buchdeckeln seine besondere Geschichte erzählt und nun auch die Leser erreicht, die keinen Kindle oder E-Book Reader besitzen. Und wieder einmal der Beweis: tolle Geschichten finden sich (leider) nicht (nur) in den Bestseller-Listen oder Buchläden. Hier ist eine weitere Autorin, die eine wunderbare Arbeit geleistet hat. Plus ein(e) Schrifsteller(in) der ich – wie vielen anderen auch – Durchhaltevermögen und vor allem Erfolg wünsche. Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Roman, den ich keinem wirklichen Genre zuordnen kann. Er liefert alles was eine gute Geschichte ausmacht und sie fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Eine Geschichte um eine starke Frau, die ihren eigenen Weg geht, koste es was es wolle. Meine ganz klare Leseempfehlung. © Buchwelten 2012

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