Stefanie Sargnagel

 3.9 Sterne bei 18 Bewertungen
Autorin von Statusmeldungen, In der Zukunft sind wir alle tot und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stefanie Sargnagel (©Alexander Goll / Quelle: Rowohlt)

Lebenslauf von Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel, eigentlich Sprengnagel, wurde am 14. Januar 1986 in Wien geboren. Sie studiert in der Akademie der bildenden Künste in Wien in einer Klasse des deutschen Künstlers Daniel Richter. Davor arbeitete sie in einem Callcenter und verarbeitete die Erfahrungen in ihrem Debüt "Binge Living". Aktuell schreibt sie für das Onlinemagazin Vice, sowie für den Bayrischen Rundfunk. Sargnagel nahm am Ingeborg-Bachmann-Preis 2016 teil und gewann dort den BKS-Bank-Publikumspreis. Ihr Markenzeichen ist eine rote Baskenmütze.

Alle Bücher von Stefanie Sargnagel

Cover des Buches Statusmeldungen9783499290138

Statusmeldungen

 (7)
Erschienen am 24.07.2018
Cover des Buches In der Zukunft sind wir alle tot9783944543376

In der Zukunft sind wir alle tot

 (5)
Erschienen am 29.06.2016
Cover des Buches Fitness9783950335989

Fitness

 (3)
Erschienen am 23.10.2015
Cover des Buches Binge Living9783950335965

Binge Living

 (3)
Erschienen am 29.11.2013
Cover des Buches Dicht9783498062514

Dicht

 (0)
Erscheint am 13.10.2020
Cover des Buches Statusmeldungen9783864844522

Statusmeldungen

 (0)
Erschienen am 27.07.2017

Neue Rezensionen zu Stefanie Sargnagel

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Rezension zu "In der Zukunft sind wir alle tot" von Stefanie Sargnagel

Erfrischend
Duffyvor 5 Monaten

Stefanie Sargnagel, die mal von sich behauptet hat, die „personifizierte Wohlstandsverwahrlosung“ zu sein, muss sich sogar schon gefallen lassen, dass man sie Kultautorin nennt. Mehr Vorgaben gehen schon nicht mehr.

Das hier vorliegende Buch ist ein Appetithäppchen auf ihre Veröffentlichungen und erschien 2014. Es besteht aus Notizen und die Aufzeichnung von Gefühlszuständen, die nicht weiter spektakulär sind, außer dass sie ehrlich und von Herzen kommen, in einer Sprache, an der nichts gekünstelt ist und die die wirklich ungeschönte Momentaufnahmen eines jeden Menschen sein könnten, wenn er denn ein wenig schwarzen Humor und die einfache Einstellung zu seiner Welt hat. Hier wird nicht gejammert, sondern einfach geäußert und wenn S. Sargnagel das so empfindet und ausdrücken kann, ist das einfach großartig. Das sie uns daran teilhaben lässt, wie einfach sich manche „Unmöglichkeiten“ formulieren lassen, ist wahrscheinlich einer der Gründe, weshalb sie so beliebt geworden ist. Sie schreibt frei weg mit frecher Schnauze, wie der Berliner sagen würde.

Ihre Beiträge zum Brotjob im Callcenter sind glaubhaft, wer weiß besser, was für geistige Höhenflüge am Telefon gemacht werden, als diese Berufsgruppe.

Ein Schreiben, das in die Zeit passt, die Zeit ist und Stefanie Sargnagel ist ein Teil davon.. Das hat mit Kult nichts zu tun, sondern mit dem Leben, wie es sich für viele anfühlt. Die das lesen und sich selbst erkennen.

Dass ihr „Bing Living“ zu einem Erfolg wurde, ist genau dieser Haltung zu verdanken. Das sie außerdem noch einen wunderbaren schwarzen Humor hat, ist Bonus.


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Rezension zu "Statusmeldungen" von Stefanie Sargnagel

Erfrischend frech
Duffyvor 8 Monaten

„Was ist das?“, fragt sich der geneigte Leser. Tagebuch? Wilde Aufzeichnungen? Gedankenspiele? Berichterstattung? Von allem etwas, kann man antworten, wobei das vorliegende Manuskript (so nennen wir das dann mal wertfrei) auch ohne jede Datumsanzeige auskommen würde (das hat Tobias Premper in seinem ersten Buch gemacht). Es sind Miniaturen, die aus dem Leben der Autorin geschält wurden, die einerseits ein Stück ihrer eigenen Alltagsrealität dokumentieren, ganz viel aber über Befindlichkeiten sagen und viel Gefühl vermitteln. Im Prinzip die Standortbestimmung einer „“ gewordenen Schriftstellerin, die ihre Stationen in eineinhalb Jahren von der subjektiven Erleberühmtbnisperspektive einer 30jährigen Frau dokumentiert. Weil sie dabei kein Blatt vor den Mund nimmt und alles so ausspricht, wie es ihr in den Sinn kommt, haben wir ein ganz erfrischendes Stück Literatur vor uns mit frechem Selbstbewusstsein und ohne Beschränkung und Zwänge, die der Literaturbetrieb nur allzu gerne vorgibt. Die Form, die sie dem Ganzen gegeben hat, ist clever gewählt, denn eine Art Tagebuch erlaubt es ihr, einzelne Sätze als Eintrag zu wählen, als auch Miniaturen und kleine Berichte zu verfassen. Alles verpackt mit in einer Light-Version von Dialekt und weil das Wienerische ein kleiner Sprachkosmos für sich ist, gibt es im Anhang ein Glossar für die Hardcore-Ausdrücke.

Humor ist genauso vertreten wie naive Begeisterung für irgendwelche Trends, die Abhängigkeit von einem „Nahversorger“ ist chronisch lustig, aber auch die ernsten Themen werden angepackt und da geht der Ton schon mal ins ernstlich-bedenkliche. Zynismus findet man in den innenpolitischen Anmerkungen.

Ein schönes, lustiges, manchmal ernsthaftes,sensibles und nie langweiliges Buch von einer Autorin, die ihre Schwachstellen kennt und eine gehörige Portion Selbstironie aufbringt, die ihr das Überleben in der Welt des bezahlten Wortes sichert und die sicher auch nicht daran zerbrechen würde, wieder in einem Call-Center zu arbeiten. Empfehlenswert.

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Rezension zu "In der Zukunft sind wir alle tot" von Stefanie Sargnagel

"In der Zukunft sind wir alle tot" von Stefanie Sargnagel
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Autor: Stefanie Sargnagel
Titel: In der Zukunft sind wir alle tot
Gattung: Lustiges, Für Zwischendurch, Alternative Literatur
Erschienen: 2016
Gelesene Ausgabe: mikrotext, 2016
ISBN: 978-3-944543-37-6
Gelesen auf: Deutsch
Gelesen im: Juli 2016              

 

Zum Buch:
Sargnagel ist asozial, unmotiviert und faul. Und ich liebe sie dafür! Bachmann-Preis Gewinnerin studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und arbeitete nebenbei in einem Callcenter. In dieser Zeit fing sie an ihren Alltag in Facebook-Statusmeldungen zu verpacken. Sie selber bezeichnet ihren plötzlichen Erfolg als: "so wuchert mein Zeug im Laufe der Zeit wie ein Krebsgeschwür durch die Hipsterszene."[1] Damit oute ich mich zwangsläufig jetzt wohl als Hipster. Aber ich liebe jedes Wort das Stefanie schreibt. Es muss wohl Seelenverwandtschaft sein, denn abgesehen davon, dass ich nicht so schlagfertig und witzig bin scheinen wir ein ähnliches Leben aus Binge-watching und Junk-Food essen zu führen. Und das ist die wohl größte Kunst die Sargnagel beherrscht. Sie vermittelt allen Lesern nicht nur das Gefühl, die beste Freundin zu sein, sondern auch, dass Gefühl, hey ich hab mein Leben im Griff, so im Gegensatz zu ihr. Wunderbar!

 

Eine der Lieblingsstellen
Zitat: "Ich liebe dieses trübe Wetter. Es macht einem keinen Druck à la sei glücklich und aktiv, benutz deine Muskeln, iss Salat im Gastgarten mit Freunden, deren Haar im Sonnenlicht jugendlich glänzt, und lach dabei ein vitales Lachen. Es sagt: Lass dir alle Haare am Körper wachsen, trink Kakao und schau den ganzen Tag fern, friss dich zum Herzinfarktrisikopatienten, sei ruhig verkatert und schuldbeladen und depressiv, deine Decke beschützt dich, die Sonne lässt dich in Ruhe leiden, es ist okay."[2]

"Ok, ich probier auch mal irgendetwas zu unserer Generation zu sagen: Sie ist in dem Irrglauben aufgewachsen, man hätte die Pflicht im Leben glücklich zu sein."[3]

 

Stil und Sprache: Zwischen Poetisch und österreichischer Dialekt wechselnd. Teilweise grammatikalisch nicht korrekt, halbe Sätze, Gedankengänge.
Zitat: "Diese ganzen kostümierten Männervereine wie Burschenschaften, katholische Kirche, Bundesheer sind einfach so offensichtlich eine extrem verkrampfte Mischung aus Daddy-Issues, Sado-masochismus, unterdrückter Homoerotik und kindisch-männlicher Selbsterhebung, einfach so pickengebliebene Dreikäsehochs mit ihren Schwertern, Zeptern und Pistolen."[4]


Schlüssigkeit der Handlung: Keine wirklich zusammenhängende Handlung.

I Liked: Den Humor und Stefanie Sargnagel.

Disliked: Manchmal die Rechtschreibung, allerdings gehört das zu Sargnagels unbekümmerten Naturalismus.

In One Sentence: Wunderbar, amüsant, ehrlich und derbe!

Sterne: 4


[1] S.10
[2]
S.40
[3]
S.68
[4]
S.70

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Stefanie Sargnagel wurde am 14. Januar 1986 in Wien (Österreich) geboren.

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