Stefanie Sargnagel

 4 Sterne bei 142 Bewertungen
Autorin von Iowa, Dicht und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stefanie Sargnagel (©Alexander Goll / Quelle: Rowohlt)

Lebenslauf

Stefanie Sargnagel, eigentlich Sprengnagel, wurde am 14. Januar 1986 in Wien geboren. Sie studiert in der Akademie der bildenden Künste in Wien in einer Klasse des deutschen Künstlers Daniel Richter. Davor arbeitete sie in einem Callcenter und verarbeitete die Erfahrungen in ihrem Debüt "Binge Living". Aktuell schreibt sie für das Onlinemagazin Vice, sowie für den Bayrischen Rundfunk. Sargnagel nahm am Ingeborg-Bachmann-Preis 2016 teil und gewann dort den BKS-Bank-Publikumspreis. Ihr Markenzeichen ist eine rote Baskenmütze.

Neue Bücher

Cover des Buches Oktoberfest (ISBN: 9783498009557)

Oktoberfest

(2)
Neu erschienen am 14.08.2026 als Gebundenes Buch bei Rowohlt.

Alle Bücher von Stefanie Sargnagel

Cover des Buches Iowa (ISBN: 9783499011306)

Iowa

(59)
Erschienen am 17.06.2025
Cover des Buches Dicht (ISBN: 9783499274831)

Dicht

(27)
Erschienen am 14.12.2021
Cover des Buches Opernball (ISBN: 9783498008826)

Opernball

(19)
Erschienen am 27.01.2026
Cover des Buches Statusmeldungen (ISBN: 9783499290138)

Statusmeldungen

(11)
Erschienen am 24.07.2018
Cover des Buches In der Zukunft sind wir alle tot (ISBN: 9783944543376)

In der Zukunft sind wir alle tot

(6)
Erschienen am 29.06.2016
Cover des Buches Binge Living (ISBN: 9783950335965)

Binge Living

(4)
Erschienen am 29.11.2013
Cover des Buches Fitness (ISBN: 9783950335989)

Fitness

(3)
Erschienen am 23.10.2015

Neue Rezensionen zu Stefanie Sargnagel

Cover des Buches Iowa (ISBN: 9783499011306)
LarissaMarias avatar

Rezension zu "Iowa" von Stefanie Sargnagel

LarissaMaria
AT & DE meet USA. Grandios witzig.

"Eine Österreicherin und eine Deutsche reisen nach Amerika..."  Was anfangs klingt wie der Start eines flachen Schmähs, ist eine wirklich ausgesprochen lustige Erzählung, gespickt mit scharfsinnigen Beobachtungen über Land und Leute. 

Auch die Dynamik zwischen Sargnagel und Rösinger liest sich köstlich. Nicht nur beim Lesen der Fußnoten hab ich oftmals laut aufgelacht. Ich hatte kurz gesagt einen Heidenspaß beim Lesen.

Cover des Buches Oktoberfest (ISBN: 9783498009557)
Johanna_Bes avatar

Rezension zu "Oktoberfest" von Stefanie Sargnagel

Johanna_Be
Der Mythos in der Groteske

Weil das Oktoberfest nie auserzählt ist und das Immer-Gleiche sich in immer neuen Variationen zu einem Mythos aufgebaut hat, braucht auch die Gegenwartsliteratur einen Wiesnbesuch. Rustikal und derb darfs ruhig sein und zum Lachen aus sicherem Abstand. 

Gleich zu Beginn betont die Sargnagelstefe, ihr seien „Volksfeste dieser Art nicht unbekannt. […] Nationalstolz, Alkoholmissbrauch und Übergriffe kennt man in der geliebten Heimat von Kindheit an.“ Der Unterschied sei, dass kein FPÖ-Mann vorne stehe und über den Islam schimpfe. Staunen wird sie dann über das Ausmaß des Exzesses.

Zwei Wochen lang stand Stefanie Sargnagel nicht nur am Wiesnrand, sondern auch im biersumpfigen Zelt, am Kotzhügel, im Flohzirkus und vor der Toilettentür und verdichtete dann das Ergebnis ihrer teilnehmenden Beobachtung des seltsamen Gebarens der hiesigen und auswärtigen Erdbewohner mit kenntnisreichem feministisch-satirischen Blick, scharf, unappetitlich, ordinär (wie sonst?). Dass die Beschreibung bei Sargnagel genauso drastisch und grotesk ausfällt wie das Geschehen da unten auf der Theresienwiese, ist für Sargnagel-Leserinnen eh selbstverständlich. 

Sehr treffende Beobachtungen (ins Absurde verzerrt) gelingen ihr immer wieder: zum Beispiel beim Aufmascheln der Wiesngängerinnen, denen in Friseursalons pseudobayerische Frisuren gedrechselt werden: 

„Kordelzöpfe, Gretchenschwänze, Kränze, Gräten, Kronen, Dutte, Bauerntaue, Wasserfälle, Schnecken. Selbst die Wimpern werden eingeflochten. Ganze Frauengruppen, bestehend aus Töchtern, Tanten und Großmüttern, lassen sich ineinander verknüpfen, bis sie sich in einen großen deutschen Zopf mit zappelnden kleinen Gliedmaßen verwandeln, der wie ein Rattenkönig Richtung Festgelände wackelt.“

Sargnagels Ausrüstung für die Expedition ist ebenso bemerkenswert. Neben dem obligatorischen Wegwerfdirndl aus Polyester wird die Berichterstatterin von einer Freundin mit „Pfefferspray, Gleitgel, Pflaster, Notrufnummern für Sexualstraftaten“ ausgestattet. Den Traumprinzen, den sie sich erhofft hat, wird sie da nicht finden. Es geht halt um den Rausch, die schnelle Nummer und eigenartige Attraktionen. Teufelsrad-Moderatoren werfen mit zotigen sexistischen Kommentaren um sich. Achtzehnjährige Polizisten-Bürscherln überbieten sich im Festnehmen, besonders von Cannabis-Konsumenten (denn Rauschgift ist hier nicht erlaubt).

Irgendwann werden mir die Monstrositäten dann doch zu viel. Das Amüsement hält sich in Grenzen. Das Immer-Gleiche kann auch langweilen. Noch mehr im zweiten Teil, der ihren Besuch in Bayreuth dokumentiert. Einst (2016) im Auftrag der Zeit verfasst geht es hier um das Befremden im Angesicht der verknöcherten Wagner-Hochkultur, aber eigentlich ums pausenlose Essen, mit dem Sargnagel der Kultur ausweicht, mit der sie nichts anfangen kann (Buch-Füllstoff?). 

 Viel besser, versponnener, geschickter ins Groteske kippend und zugespitzter ist ihre Satire „Opernball“ (2026). Auch das amerikanische Reisetagebuch „Iowa“ (2023) hat mir gefallen.

Mehr dazu im Blog: www.kultursalon.blog

Cover des Buches Iowa (ISBN: 9783499011306)
Z

Rezension zu "Iowa" von Stefanie Sargnagel

Zachanassian
Humorvoll beschriebene Reise in den mittleren Westen der USA

Die Autorin beschreibt anschaulich und mit viel Humor die Gesellschaft im mittleren Westen der USA. Sie berichtet von den typischen Essensgewohnheiten, von Prüderie und Religiosität, sowie von den Unterschieden zwischen dem Leben der „Normalbürger“ und den Verhältnissen an der Universität. Außerdem gibt sie selbstironisch Einblicke in ihre Gefühlswelt, ihre Wünsche und Hoffnungen, ihre Ängste und Defizite. Die Authentizität ihrer Beschreibungen verbürgen (scheinbar) die Anmerkungen, die ihre Reisegefährtin beisteuert. Die witzigsten und besten Passagen finden sich gehäuft am Anfang des Buches, aber es bleibt bis zum Schluss unterhaltsam. Wen eine linke und feministische Grundeinstellung nicht stört und wer sich für die sich überdeutlich von Mitteleuropa unterscheidenden gesellschaftlichen Verhältnisse interessiert, wie sie für den mittleren Westen der USA typisch sind, wird hier auf amüsante Weise fündig.

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Zusätzliche Informationen

Stefanie Sargnagel wurde am 14. Januar 1986 in Wien (Österreich) geboren.

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