Gabriele Münter

von Stefanie Schröder 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Gabriele Münter
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

JoJansens avatar

Gabriele Münter war eine faszinierende Künstlerin. Dieses Buch hat trotz der beschriebenen Schwierigkeiten mein Interesse an ihr geweckt.

sommerleses avatar

Dieses beeindruckende Portrait macht das Leben der besonderen Künstlerin der deutschen Kunstszene sichtbar.

Alle 3 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Gabriele Münter"

Stefanie Schröder malt in dieser faszinierenden Biografie auf einfühlsame Weise das Bild einer ungewöhnlichen, einer starken Frau im Zwiespalt zwischen Selbstverwirklichung und Konvention zur Jahrhundertwende. Gabriele Münter (1877-1962) war nicht nur eine begabte Künstlerin. Sie und Wassily Kandinsky sind auch ein Liebespaar, dessen Geschichte einzigartig ist. Gemeinsam stellen sie sich den Widerständen der Zeit, um sich am Ende doch zu verlieren. Fast fünfzehn Jahre lang lebt sie in Kandinskys Schatten und lernt von seinem Genie. Als der Erste Weltkrieg ihn zurück nach Russland treibt, trennen sich ihre Wege. Heute wird Gabriele Münter als eigenständige Künstlerin geschätzt und zählt zu den großen Vertreterinnen der modernen Kunst nach 1900.

Münter lebt in einer Zeit, in der Frauen das Studium an einer Kunstakademie verboten ist. Trotzdem verfolgt die junge Frau mutig ihr Ziel, Malerin zu werden. An der Privatschule „Phalanx“ in München lernt sie bei dem großen Künstler Wassily Kandinsky. Sie wird seine Geliebte, seine Gefährtin, seine Muse. Er ist fasziniert von ihrer Kreativität und fühlt sich durch sie zu Großem befähigt. „Welche Kreativität in Münters Zeichnungen!“, lobt der Lehrer Wassily Kandinsky seine Schülerin Gabriele Münter in der neu gegründeten Malschule. Als er zusammen mit Franz Marc 1911 die Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ gründet, unterstützt sie ihn entschieden.

Fünfzehn Jahre lebt Münter mit dem bereits verheirateten Künstler zusammen, gemeinsam sind sie künstlerisch tätig. In ihrem Sommerhaus in Murnau am Staffelsee, im Volksmund als „Russenhaus" bekannt, gehen Kandinskys russische Künstlerkollegen ein und aus. Der Erste Weltkrieg zwingt beide Künstler erst einmal zur Flucht in die Schweiz. Wassily Kandinsky kehrt in seine Heimat Russland zurück, während Gabriele Münter nach Stockholm auswandert. Dass er 1917 zum zweiten Mal geheiratet hat, erfährt Münter erst Jahre später. Es wird lange dauern, bis sie darüber hinwegkommt. Erst 1927 kann sie wieder richtig malen: ausdrucksstark und in der Tradition des Expressionismus. Die Nationalsozialisten bezeichnen ihre Kunst als entartet und sie erhält Ausstellungsverbot. Ihr ist zu verdanken, dass einige Werke, die Kandinsky ihr überlassen hatte, von den Nationalsozialisten unentdeckt blieben.

Auf feinfühlige Art eröffnet Stefanie Schröder in dieser Künstlerbiografie das Seelen- und Künstlerleben dieser beiden Menschen, die getrennt voneinander nicht betrachtet werden können. Mit zahlreichen schwarz/weiß-Fotografien und Abbildungen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783451383144
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Verlag Herder
Erscheinungsdatum:16.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    JoJansens avatar
    JoJansenvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Gabriele Münter war eine faszinierende Künstlerin. Dieses Buch hat trotz der beschriebenen Schwierigkeiten mein Interesse an ihr geweckt.
    Halb Roman, halb Biografie und doch kein Ganzes

    Gabriele Münter, geboren 1877 in Berlin. Obwohl es für Frauen zu ihrer Zeit verboten war, an der Kunstakademie zu studieren, erfüllte sie sich ihren Traum und lernte die Grundlagen, das „Handwerk“ an der Phalanx, einer privaten Kunstschule, wo auch Kandinsky lehrte. Ihre Herkunft aus reichem Fabrikantenelternhaus und verständnisvolle ältere Geschwister ermöglichten ihr dieses. Gabriele Münter, auch Ella genannt, hatte großes Talent, ein Gefühl für das Wesentliche, das sie auf ihren eindrucksvollen Bildern festhielt. Wassili Kandinsky erkannte und förderte dies nicht nur, er verliebte sich in Ella, beide waren über 15 Jahre ein Paar. Trotz der Vorteile, die Gabriele Münter aus dieser Verbindung zog (z.B. Zugang zu anderen Künstlern und Galerien, Mitbegründerin des „Blauen Reiters, usw.) blieb Münter während dieser Beziehung immer im Schatten Kandinskys. Wie sehr sie emotional und in ihrer Kreativität von Kandinsky abhängig war, zeigte die jahrelange Schaffenskrise, in die Gabriele Münter nach der für sie schmerzhaften Trennung stürzte. Erst mit Hilfe ihres neuen Gefährten Johannes Eichner, Kunsthistoriker, fand sie wieder zur Malerei zurück und wurde eine eigenständige Künstlerin.


    Das Buch will eine Romanbiografie sein und ist somit beides - Roman und Biografie - nur halb. Für einen Roman mit so vielen Fakten gespickt, dass diese in der Geschichte untergehen. So sehr ich die Akrebie bewundere, mit der diese vielen kleinen Puzzleteile zusammengetragen wurden - Briefzitate, Daten, Personen - hätten viele Hintergründe, wie Geburtsdaten der zahlreichen Personen und Künstler, denen Gabriele Münter während ihres Lebens begegnete, für mich besser in ein leider nicht vorhandenes Personenverzeichnis im Anhang gepasst. Verwirrend fand ich die Sprünge zwischen den verschiedenen Zeitformen der Erzählung. Größtenteils Vergangenheit, dann plötzlich ein Absatz in der Gegenwart, ohne für mich erkennbaren logischen Grund, oder gar Zukunft (... dann und dann würde sie das und das getan haben). Einfach zu lesen ist dieses Buch nicht. Es enthält 15 schwarzweiße Abbildungen, historische Fotos von nicht bester Qualität, die auf dem verwendeten Papier des Buches noch an Aussagekraft verlieren. Ich kam nicht umhin, parallel nach Bildern zu googeln.


    Fazit: Gabriele Münter war eine faszinierende Künstlerin, die es verdient hat, dass man sich an sie erinnert. Dieses Buch hat trotz der beschriebenen Schwierigkeiten mein Interesse an ihr geweckt. Es gibt auf dem Markt allerdings leichtere Zugangswege zum Leben und Werk dieser Frau. 3***

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    sommerleses avatar
    sommerlesevor einem Monat
    Kurzmeinung: Dieses beeindruckende Portrait macht das Leben der besonderen Künstlerin der deutschen Kunstszene sichtbar.
    Echte Kunst ist eigensinnig.

    Die Biografie "Gabriele Münter - Ein Leben zwischen Kandinsky und der Kunst" von Stefanie Schröder erscheint im Herder Verlag. 

    Stefanie Schröder hat Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte studiert und früh ein Interesse für die Künstlerinnen des 20. Jahrhundert entwickelt. Sie hat mehrere Romanbiografien über Künstlerinnen verfasst. 

    Wassily Kandinsky und Gabriele Münter sind Lehrer und Schülerin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kreuzen sich ihre Wege. Kandinsky ist fasziniert von der jungen Frau und ihrer Kreativität. Sie wird seine Geliebte, seine Gefährtin, seine Muse und sie ist an seiner Seite, als er zusammen mit Franz Marc die Künstlervereinigung »Der Blaue Reiter« gründet. Gemeinsam stellen sie sich den Widerständen der Zeit, um sich am Ende doch zu verlieren. Auf feinfühlige Art lässt uns Stefanie Schröder am Seelen- und Künstlerleben dieser beiden Menschen teilhaben.

    "Was liebte Kandinsky an ihr? Sie war nicht schön im landläufigen Sinn. ...Sie wirkte so unbefangen, so frisch, sie war unbeschwert.... Sie hatte eine Weile in der Weite Amerikas zugebracht, in einer ungeheure n Freiheit und Großzügigkeit. Dieses Freie, Ungezwungene faszinierte ihn." Zitat S. 40

    Gabriele Münter (1877-1962) wird früh Waise, sie malt, singt, spielt Klavier und ist ein intelligentes, aufgewecktes Mädchen. Mit einem Talent zum Zeichnen ist sie gesegnet, doch schon bald versucht sie sich mit Farben auszudrücken. Als Frau wurde ihr der Zugang zu einer Kunstakademie verwehrt, sie geht nach München auf die Privatschule "Phalanx". Dort studiert sie und lernt Kandinsky kennen. Mit ihm verbindet sie der gemeinsame Bezug zur Kunst. Sie inspirieren sich gegenseitig, machen gemeinsame Arbeitsurlaube, gehen eine Beziehung ein, verloben sich trotzt Kandinskys Ehe mit Anja. Lange hofft Gabriele auf ein Einlösen des Eheversprechens.


    Sie ist ein freier Geist, mutig und vielleicht auch ziemlich normal, sie widmet ihr Leben der Kunst und setzt ihren Blick auf die Weiterentwicklung. Sie versucht Freilichtmalerei, Glasmalerei, sieht die Stilrichtungen ihrer Zeit, folgt stilistisch dem Cloisonismus und entwickelt ihren eigenen Stil. Ihre Malerei ist nicht unbedingt naturnah, sie beginnt, die Eindrücke von Farben und Formen und Stimmungen darzustellen

    Anmerkung: Cloisonismus nannten die Franzosen den Malstil, wenn große Farbflächen mit Konturen umgrenzt werden.


    Sie lernt die großen Künstler ihrer Zeit kennen, reist mit Kandinsky nach Tunesien, Italien und Paris. In Murnau erwirbt Münter ein Haus, dort lebten und arbeiteten Münter und Kandinsky in den Sommermonaten, treffen Künstlerfreunde mit Ehepartnern, empfangen Besucher und Sammler. Münter fühlt sich hier wohl und passt als intelligenter Mensch als Gesprächspartner in dieser Kunstszene.

    Als Kandinsky 1911 mit Franz Marc die Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter" gründet, unterstützt Gabriele Münter ihn entschieden. Künstler wie August Macke, Henri Rousseau, Emil Nolde, Max Pechstein, Oskar Kokoschka, Erich Heckel und andere Wegbereiter der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts finden sich in diesem Almanach zusammen. Ihre Werke werden dem deutschen Expressionismus zugeordnet.

    1916 traf Münter zum letzten Mal Kandinsky in Stockholm, er lebte in Russland und heiratete eine andere Frau.
    Im folgenden Lebensabschnitt ist Münter mit Johannes Eichner zusammen. Später vermachte sie der Stadt München ihre umfangreiche Sammlung an Gemälden.


    Stefanie Schröder ist selbst Künstlerin und versteht es gut nachvollziehbar, ihren Lesern die Künstlerin Gabriele Münter näher zu bringen.

    Die Romanbiografie liest sich interessant und unterhaltsam, sehr aufschlussreich und sie enthüllt das Leben einer Frau aus nächster Nähe. Man hat direkt das Gefühl, die Autorin würde Münter persönlich erlebt haben. Dabei stützt sie sich auf ihre Erkenntnisse aus einer umfangreichen Recherchearbeit. Dank Briefen und übermittelten Gesprächen stellt sie dem Leser diese Frau vor, die so anders war als ihre Zeitgenossinnen. Mit ihrem Künstlerleben war Gabriele Münter eine Vorreiterin der modernen Frau, sie war Wegbereiterin für Frauen in der Kunst.


    Nicht nur für Kunstliebhaber eine interessante Lektüre, die ein eindrucksvolles Bild der Zeit und des Wirkens und Lebens dieser Künstlerin abbildet.

    Kommentieren0
    61
    Teilen
    sunlights avatar
    sunlightvor 14 Tagen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks