Stefanie de Velasco

 3.9 Sterne bei 56 Bewertungen
Autorin von Tigermilch, Tigermilch und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Stefanie de Velasco

Stefanie de Velasco wurde 1978 in Oberhausen geboren. Sie studierte Europäische Ethnologie und Politikwissenschaft in Berlin, Bonn und Warschau. Für den Anfang ihres Debütromans erhielt sie 2011 den Literaturpreis Prenzlauer Berg und danach verschiedene andere Stipendien. Ihr Debüt "Tigermilch" erschien 2013 und wurde von der Kritik begeistert aufgenommen. Stefanie de Velasco lebt und arbeitet in Berlin.

Alle Bücher von Stefanie de Velasco

Tigermilch

Tigermilch

 (48)
Erschienen am 09.02.2015
Tigermilch

Tigermilch

 (8)
Erschienen am 22.08.2013
Tiger Milk

Tiger Milk

 (0)
Erschienen am 09.04.2015

Neue Rezensionen zu Stefanie de Velasco

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Rezension zu "Tigermilch" von Stefanie de Velasco

“Tigermilch” von Stefanie de Velasco (2013)
neenchenvor einem Jahr


Vor vier Jahren erregte der Debütroman “Tigermilch” der Autorin Stefanie de Velasco (geb. 1978 in Oberhausen) Aufmerksamkeit und wurde vor Kurzem auch fürs Kino adaptiert (siehe “Tigermilch” von Ute Wieland). Das Buch erzählt von zwei Mädchen und ihrer Pubertät in der heutigen Zeit und in einer schwierigen Umgebung.


Nini und Jameelah sind schon von kleinauf beste Freundinnen. Diesen Sommer wollen sie sich unbedingt entjungfern lassen, aber natürlich von den richtigen Jungs. Solange üben sie auf der Kurfürsten. Ansonsten hängen sie mit ihren Freunden am Planet oder im Schwimmbad ab und treffen sich mit Amir, dessen Schwester Jasna gerade einen Familienzwist durch eine unpassende Beziehung provoziert. Während sich Nini auf ihre Zahn-OP in der Kinderklinik freut, macht sich Jameelah Sorgen um ihren Aufenthaltsstatus und mit den beiden auserwählten Jungs geht es auch nicht richtig voran. So beschließen sie einen Liebeszauber auf dem Spielplatz auszuführen, doch in dieser Nacht werden sie Zeugen einer unvorstellbaren Tat, die alles durcheinander bringt.


Angesiedelt ist Stefanie de Velascos Geschichte im heutigen Berlin. Mit einem ehrlichen Blick erforscht die Autorin die Sozialbausiedlung mit all ihren sehr unterschiedlichen, aber irgendwie stereotypischen Figuren. Alle Probleme und Verhältnisse sind dem Leser nicht unvertraut, doch selten kam die Schilderung aus so einer Perspektive. Der Blick der beiden Mädchen ist ungetrübt ehrlich, aber stets auf eine gewisse Weise naiv. Nie aus ihrem Stadtviertel herausgekommen, erscheint ihnen Vieles als normal und gegeben, so dass der Leser immer wieder fassungslos ist, gerade wenn er eben nicht aus diesem Milieu kommt. So verwundern nicht nur der stetige Konsum von Alkohol, der Umgang mit Sexualität, sondern auch, wie leicht Straftaten und Verfehlungen begangen werden. Das alles erzählt de Velasco mit Jugendslang und einer Sprache, welche weit weg ist von der Alltagswelt der meisten Erwachsenen. Dies macht das Buch leider auch etwas anstrengend und lässt den Leser öfters mal stocken oder gar pausieren. Auch schafft es de Velasco nicht, das einem die beiden Hauptheldinnen wirklich sympathisch werden. Handeln diese doch oft nicht nachvollziehbar und zudem häufig moralisch verwerflich. Auch das Ende erscheint etwas zu konstruiert und verleiht der Geschichte mehr Drama-Elemente, als es notwendig gewesen wäre. Besonders reizvoll ist jedoch der Blick auf das Milieu und auf eine Jugend, welche viele Leser so nicht hatten.


Fazit: Der Roman “Tigermilch” der deutschen Autorin Stefanie de Velasco erlaubt einen Blick in eine für viele Leser unbekannte Welt. Dabei entwirft sie nicht nur eine interessante Coming-of-Age-Geschichte zweier pubertierender Mädchen in Berlin, sondern nebenbei auch eine Milieustudie. Im Schreibstil passt sich die Autorin der Geschichte an, was an manchen Stellen vor allem mit dem eingenommenen naiven Blick anstrengend sein kann. So lässt sich de Velascos Buch stellenweise schwer konsumieren und trübt den interessanten Einblick, den das Buch ansonsten gewährt.


Doreen Matthei - testkammer.com

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Rezension zu "Tigermilch" von Stefanie de Velasco

Aus der Reihe tanzen
MeinLesezeichenBlogvor einem Jahr

Meine Meinung
Als ich in der Buchhandlung in das Buch reingelesen habe, hat mich der Stil zunächst etwas abgeschreckt. Ich habe das Buch erst bei einem zweiten Anlauf gekauft und darüber bin ich richtig froh, denn der Roman ist echt Wolke. Die unmittelbare Rede und die situationsnahen Beschreibungen sind erstmal gewöhnungsbedürftig. Man ist im Geschehen drin und man kommt irgendwie nicht mehr raus. Die Handlung nimmt einen gefangen und mir kam es so vor als würde mich die Erzählstimme an die Hand nehmen und sagen „Schau, das ist meine kunterbunte Welt; ich mal sie mir so wie sie mir gefällt“. Und dieses Gefühl in eine Geschichte einzutauchen ist unvergleichlich.

Aber die Welt der Mädchen ist nicht nur kunterbunt, sondern auch ziemlich unerhört und irgendwie erschreckend. Ich wollte Nini oft schütteln und sagen „Neeeein, das kannst du doch nicht machen!“ Entsetzen und Verwunderung haben sich bei mir regelmäßig abgewechselt. Irgendwie regiert das Chaos zwischen den Zeilen und die Handlung ist rasant. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt wortgewaltig, wie sich das Leben plötzlich gegen Nini und Jameelah stellt.

In einer kunterbunten Welten darf man die Graustufen nicht vergessen. Diese holen die beiden Mädchen im Laufe des Romans ein. Sie müssen sich mit Problemen auseinandersetzen, die in unserer Gesellschaft nicht ausgeblendet werden dürfen, sondern die thematisiert werden müssen (z.B. das Üben auf der Kurfürsten). Dies verleiht dem Buch seinen traurig-ernsten Charakter. In diesem Chaos lernen die Mädchen wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind. Obwohl das was Nini und Jameelah verbindet, alles andere als normal, harmlos oder gesund ist, ist ihre Freundschaft doch irgendwie beneidenswert.

Das Ende passt perfekt zum Rest des Romans und zum Leben, das leider nicht immer kunterbunt und perfekt ist. Aber vielleicht ist das auch gut so. Dass es sich bei „Tigermilch“ um einen Coming-of-Age Roman handelt (auch genannt Bildungs- oder Entwicklungsroman AHA!), zeigt schon der Titel, die Tigermilch. Die Mädels sind so wild wie Tiger, aber trotzdem noch so jung, obwohl sie denken, sie seien erwachsen. Die Tigermilch sorgt dafür, dass sie sich stark fühlen. Sie sorgt außerdem dafür, dass sie sich verändern. Die Mädchen glauben erwachsen zu sein, doch erst am Ende stellt sich heraus, ob sie es wirklich sind.

Fazit & Empfehlung
Ich fand den Roman sehr inspirierend und ich habe jede Menge Textstellen markiert, über die es sich lohnt nachzudenken. Ich würde fast sagen, dass dieser Roman zu meinen Jahreshighlights gehört.

Es wäre ganz falsch, wenn ich diesen Roman nicht empfehlen würde. Aber er ist sehr speziell, das gilt vor allem für den Schreibstil. Wenn man sich darauf einlässt, wird man die Leseerfahrung nicht bereuen. Dieser Roman ist für Leser, die etwas Unkonventionelles suchen und gerne mal aus der Reihe tanzen, dabei aber die ernsten Seiten des Lebens nicht aus den Augen verlieren.

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forgetfuls avatar

Rezension zu "Tigermilch" von Stefanie de Velasco

Mitreißend und heftig
forgetfulvor 2 Jahren

An dieses Hörbuch hatte ich mich letzten Monat gemacht. Anfangs dachte ich "oh wie schön. Eine Freundschaft durch dick und dünn!"


Doch dann wurden die Geschehnisse immer aufregender, sodass ich nur noch dem Kopf schütteln konnte! Ich konnte mir kaum vorstellen, dass ein Mädchen bzw. Zwei Mädchen soetwas mit 14 erleben können. Alkohol, Sex und Mord.  


Immer und immer zu wollte ich wissen was passiert und war erst zufrieden, als ich es fertig gehört hatte. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der keine schwachen Nerven hat und krasse Sachen erfahren möchte. 

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Gespräche aus der Community

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Ich feiere das zweijährige Bestehen meines Blogs und verlose daher ein Hörbuch- sowie ein Buchpaket für meine Leser.
"Liebe mit zwei Unbekannten" ist mit dabei. Also wenn euch mein Blog gefällt, werdet Leser meines Blogs und macht bei der Verlosung mit.

http://zitroschsleseland.blogspot.de/2015/07/jubilaumsverlosung.html#more

Nur Nachrichten auf meiner Blogseite werden bei der Verlosung berücksichtigt.
Zur Buchverlosung
Eltragalibross avatar

Hörbuchverlosung zu einem packenden und entlarvenden Roman!

Es ist ein herzzerreißendes und mitfühlendes Debütwerk, das Autorin Stefanie de Velasco mit "Tigermilch" verfasst hat. Zwei Mädchen, die unzertrennlich sind, genießen das Leben. Sie besuchen wilde Partys, nehmen Ott und führen ein Dasein, das ihren eigenen Regeln folgt. Sie setzen Freundschaft höher als Familie und beschützen ihren Freund Amir, dessen Familiensituation eines Tages völlig aus dem Ruder läuft, und auch die Freundinnen ins Unglück zu stürzen droht.
Schonungslos und dennoch auf federleichte Art erzählt Stefanie de Velasco bzw. für sie die Hörbuchsprecherin Inka Löwendorf die Geschichte zweier Mädchen, die lernen, dass Erwachsenwerden auch bedeutet, das Leben zu erdulden und es mit beiden Händen fest zu packen.

Mehr dazu:
Nini und Jameelah leben in derselben Siedlung und sind mit ihren vierzehn Jahren so gut wie erwachsen, finden sie. Deswegen mischen sie auf dem Schulklo Mariacron und Maracujasaft und lassen sich durch einen hitzeflirrenden Sommer treiben, der ihr letzter gemeinsamer sein könnte. Sie feiern Bahnpartys, rauchen Ott in Telefonzellen und schleppen auf der Kurfürsten Typen ab, um für den »Richtigen« zu üben. Nini und Jameelah erschaffen sich eine Welt mit eigenen Gesetzen: sie überziehen den Staub der Straße mit Glamour und die Innigkeit ihrer Freundschaft ist Familienersatz. Doch dann werden sie Zeugen, wie ein Konflikt in der Familie ihres Freundes Amir eskaliert. Und alles droht zu zerbrechen.  Hörprobe

Die Autorin:
Stefanie de Velasco wurde 1978 in Oberhausen geboren und studierte Europäische Ethnologie und Politikwissenschaft in Bonn, Berlin und Warschau. 2011 erhielt sie für den Anfang ihres Debütromans "TIgermilch" den Literaturpreis Prenzlauer Berg und war unter anderem Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto Stiftung.

Die Hörbuchsprecherin:
Inka Löwendorf arbeitete unter anderem am Schauspielhaus Wien, Staatstheater Mainz sowie am Berliner Ensemble und ist seit 2007 festes Ensemblemitglied der Volksbühne Berlin. Im gleichen Jahr gründete sie den Heimathafen Neukölln, wo sie seither in der künstlerischen Leitung tätig ist.

Gemeinsam mit dem Argon Verlag verlosen wir 10 Hörbücher! Bewerbt euch für dieses Hörvergnügen mit einfühlsamem Tiefgang bis zum 28. August und beschreibt uns, worauf es euch bei einer echten Freundschaft ankommt.
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