Stefano Mancuso

 4,7 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Stefano Mancuso

Die Liebe zur Pflanzen: Stefano Mancuso, Jahrgang 1965, ist ein italienischer Schriftsteller und Biologe. Er forscht auf dem Gebiet der Pflanzenneurobiologie und engagiert sich als Gründungsmitglied in Organisationen wie dem „International Society for Plant Signaling & Behavior“ und dem „Laboratorio internazionale die Neurobiologia Vegetale“. 

Seinen Durchbruch als Autor schaffte er mit seiner Veröffentlichung „Die Intelligenz der Pflanzen“. In Österreich wurde hierfür die Auszeichnung Wissenschaftsbuch des Jahres verliehen.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)

Die Pflanzen und ihre Rechte

 (2)
Neu erschienen am 20.02.2021 als Hardcover bei Klett-Cotta.

Alle Bücher von Stefano Mancuso

Cover des Buches Die unglaubliche Reise der Pflanzen (ISBN: 9783608981926)

Die unglaubliche Reise der Pflanzen

 (17)
Erschienen am 22.02.2020
Cover des Buches Die Intelligenz der Pflanzen (ISBN: 9783956140303)

Die Intelligenz der Pflanzen

 (7)
Erschienen am 11.02.2015
Cover des Buches Aus Liebe zu den Pflanzen (ISBN: 9783956141706)

Aus Liebe zu den Pflanzen

 (5)
Erschienen am 15.02.2017
Cover des Buches Pflanzenrevolution (ISBN: 9783956142338)

Pflanzenrevolution

 (2)
Erschienen am 07.03.2018
Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)

Die Pflanzen und ihre Rechte

 (2)
Erschienen am 20.02.2021
Cover des Buches Die Wurzeln des guten Geschmacks (ISBN: 9783956140969)

Die Wurzeln des guten Geschmacks

 (1)
Erschienen am 20.01.2016
Cover des Buches Measuring Roots (ISBN: 9783642436352)

Measuring Roots

 (0)
Erschienen am 13.11.2013

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Neue Rezensionen zu Stefano Mancuso

Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Die Pflanzen und ihre Rechte" von Stefano Mancuso

Pflanzen können ohne den Menschen existieren, aber der Mensch nicht ohne sie.
Gwhynwhyfarvor einem Tag

Pflanzen entfalten sich seit 2 Milliarden Jahren auf der Erde. Sie haben den Blauen Planeten in eine Grüne Insel umgewandelt. Pflanzen können ohne den Menschen existieren, aber der Mensch nicht ohne sie. Leider vernichtet der Mensch immer mehr Lebensraum der Pflanzen, richtet mit Monokultur Umweltschäden an oder bringt Kurioses (Schädliches) durch Umverpflanzung zustande. Höchste Zeit, den Pflanzen Rechte einzuräumen, denn sie garantieren unser Überleben, sagt Stefano Mancuso. Eine neue geochronologische Epoche ist angebrochen: Anthropozän (aus dem Altgriechischen aus Mensch und neu zusammengesetzt) das Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Manescus Bruder ist Jurist, hatte ihm geraten, das Buch nicht mit juristischen Artikeln zu besetzen, doch der Autor hielt daran fest, der als begeisterter Botaniker sicher auch gleichzeitig als Philosoph zu sehen ist. Es geht ihm sicher nicht ernsthaft um eine Pflanzenrechtscharta, sondern um einen allumfassenden Blick auf die Natur, die Zusammenhänge zwischen allen Lebewesen auf der Erde, ihren Einfluss auf die Atmosphäre. Es ist ein Plädoyer für das Leben. Wer Bücher von Manescu bereits gelesen hat, weiß, wie mitreißend er schreibt, wie gut verständlich, übergreifend und humorig. Das ist ihm mit diesem Buch wieder gelungen.


«Artikel 2 – Die Nation der Pflanzen garantiert die unveräußerlichen Rechte der natürlichen Gemeinschaften und erkennt sie als Gesellschaften an, die auf den Beziehungen zwischen den Organismen basieren, aus denen sie sich zusammensetzen.»


Jedes Kapitels beginnt mit einem Artikel. Das klingt zunächst einmal ziemlich theoretisch. Die Erklärung dazu ist aber lehrreich, amüsant, obwohl die Thematik sehr ernst ist; es geht um den Eingriff des Menschen in die Natur. Australien ist immer das beste Beispiel, ein Kontinent, auf dem der Mensch mit Einschleppung von Kaninchen und Brombeeren verheerende Einschnitte in die Natur erwirkte. Hier wird als Beispiel das von den Spaniern lang gehütete Geheimnis um das Färben mit Karmesinrot berichtet, das über die Züchtung der Cochenilleschildlaus gewonnen wird, die auf Kakteengewächsen lebt. Über einen Verrat wurde das Geheimnis gelüftet, und so gelangte die Kaktusfeige nach Australien: die Läuse mochten das Klima nicht, starben. Jedoch dem Kaktus gefiel es und er breitete sich wie Unkraut aus, landwirtschaftliche Fläche verdarb. Viel später fand sich zur Bekämpfung die Kaktusmotte, die Abhilfe schaffte, die aber infolge in anderen Teilen der Welt biologisches Chaos anrichtete. Auch wird Mao zedongs Entscheidung in China erwähnt, Spatzen auszurotten, da diese Nutzpflanzen abpickten. Dieser Beschluss führte zu einer Hungersnot «die vermutlich 20 bis 40 Millionen Menschen das Leben kostete», da die Vögel Insekten fraßen; Wanzen und Heuschreckenschwärme sich mangels ihrer Feinde vermehrten; sie ließen sich die Feldfrüchte schmecken.


«Mit etwas herumzuspielen, dessen Funktionsweise man nicht kennt, ist äußerst gefährlich, denn die Folgen sind unvorhersehbar. Die Kraft der ökologischen Gemeinschaften ist ein Motor des Lebens auf der Erde.»


Bereits in seinem Buch «Die unglaubliche Reise der Pflanzen» hat Stefano Manusco beschrieben, wie Pflanzen sich verschiedene Art und Weise fortbewegen, Lebewesen, denen man nachsagt, sie seien sesshaft. Hierzu einiges in Artikel 7, in dem die Erderwärmung erwähnt wird, Wetterphänomene, Olivenbäume, die einen Monat früher blühen als zuvor, Baumarten, die höher gelegene Regionen vordringen, wie Rotbuchen und Steineichen in Katalonien, Pflanzen die aussterben, weil ihnen durch Dürre die Lebensgrundlage entzogen wurde. Neben Darwins Evolutionstheorie, dem Gesetz des Stärkeren, wird auch eine andere These Darwins erwähnt: derDie am besten angepassten Spezies wird überleben.


«Wo eine Pflanze überleben kann, sollte auch eine wachsen.»


Stefano Mancuso stellt die These auf, dass wir den Anstieg der CO2-Konzentration nur dann in den Griff bekommen, wenn wir die Begrünung forcieren: Begrünung von Flächen zwischen Häusern, Dächer, Balkone, Fassaden usw. Pflanzen sind der Moter der Erde und sie sind Teamplayer. Verschiedene Arten bilden Symbiosen, um miteinander zu überleben, Pflanzen und Tiere formen Symbiosen, haben aufeinander Einfluss, bilden Ökosysteme. Dieses Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Umweltpolitik, da es in der Thematik allumfassend ist, den Blick auf das Ganze setzt. Und das in dem bekannten Plauderton von Stefano Mancuso, dessen Begeisterung für die Pflanzenwelt auf den Leser umspringt.

 

Stefano Mancuso, geboren 1965, ist Professor für Pflanzenkunde und einer der führenden Autoren des «Nature Writing». Mancuso forscht und lehrt an der Universität Florenz, leitet das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale. Mit zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen gilt er international als der führende Pflanzenforscher. Sein Buch «Die Intelligenz der Pflanzen» stand monatelang auf der Bestsellerliste. 

   https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-pflanzen-und-ihre-rechte-von.html


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Cover des Buches Die Pflanzen und ihre Rechte (ISBN: 9783608983227)HansDurrers avatar

Rezension zu "Die Pflanzen und ihre Rechte" von Stefano Mancuso

Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur
HansDurrervor einem Monat

Schön gestaltet ist dieses Buch, gut in der Hand liegt es auch, doch der Titel erregt mein Missfallen. Können wir eigentlich nur in Rechten und Pflichten denken? Und überhaupt: Rechte zeichnet aus, dass man sie einklagen kann. Wer  also soll für Pflanzen sprechen? Nach den ersten paar Seiten bin ich jedoch bereits versöhnt und als ich dann noch den Originaltitel nachschlage – La nazione delle piante – ist mir klar, dass hier nicht eine Gruppe selbsternannter Aktivisten einen Lebenssinn sucht und sich wichtig macht, sondern es hier um Grundsätzliches geht.

"In unserer Wahrnehmung sind Pflanzen der anorganischen Welt sehr viel näher als der lebendigen Welt – ein grundlegender Perspektivfehler, der uns teuer zu stehen kommen könnte." Denn ohne Pflanzen gäbe es uns nicht, wir können nur mit ihnen zusammen existieren. Stefano Mancuso stellt sich die Pflanzen gerne als fürsorgliche Eltern vor, die unsere Existenz erst möglich machen. Ein wunderbar hilfreicher Gedanke, wir sollten ihn pflegen.

"Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur" nennt der Autor sein Werk im Untertitel. Seine Charta besteht aus acht Artikeln. Artikel 1 benennt den Ausgangspunkt, aus dem sich alles ergibt:  "Die Erde ist die gemeinsame Heimat allen Lebens. Die Macht gehört allen Lebewesen." Bei diesem Gedanken zu verweilen, ihn zu spüren versuchen, ermöglicht uns, uns als Teil des Universums zu fühlen.

An zahlreichen Beispielen zeigt Stefano Mancuso auf, weshalb der Mensch nicht nur schlecht beraten ist, wenn er sich wie der Herrscher des Planeten aufführt, der sich  einfach nimmt, was ihm passt, sondern an seinem eigenen Untergang arbeitet. Das Leben auf dem Planeten Erde ist ein Geschenk, wir sollten entsprechend damit umgehen. Darauf kopf- und rücksichtslos herum zu trampeln ist  keine Option.

Doch leider tun wir genau das, denn wir verkennen, dass die vielen ökologischen Gemeinschaften den Motor des Lebens bilden. Mit anderen Worten: Alles ist miteinander verknüpft. Einzugreifen, ohne die Folgen abschätzen zu können (und das können wir oft deswegen nicht, weil wir nicht wissen, wir die Gesetzmässigkeiten nicht kennen, nach denen Lebensgemeinschaften auf der Erde funktionieren), ist mehr als dumm. Wir tun es trotzdem, denn langfristig zu denken scheint uns nicht gegeben. 

"Wir sind Neuankömmlinge auf dem Planeten und verhalten uns wie Kinder, die gefährlichen Unsinn anstellen, ohne den Wert und die Bedeutung dessen zu erkennen, womit sie herumspielen." Dieses Buch zeigt, dass man am besten Gegensteuer geben kann, indem man respektiert, was man vorfindet und sich nicht einmischt. Die Erde sollte ganz im Sinne der Gaia-Theorie als ein einziges Lebewesen betrachtet werden.

Stefano Mancuso fordert eine radikale Neuausrichtung. Und führt am Beispiel der Hierarchie aus, weshalb diese Form der Organisation die Falschen fördert und überdies krank macht. Dabei nimmt er auch Bezug aufs Peter-Prinzip, die Parkinson'schen Gesetze, Hannah Arendt und Stanley Milgram. Mit anderen Worten: Dieses Buch handelt nicht "nur" von Pflanzen, sondern vom Leben auf dem Planeten Erde, das die Raubtiernatur des Menschen im Begriff ist zu zerstören. Höchste Zeit also, dem angeblich so natürlichen Egoismus den Riegel vorzuschieben und uns für Zusammenarbeit (und gegen den Wettbewerb) zu entscheiden. Die Pflanzen zeigen uns wie das geht.

Fazit: Eine notwendige und überaus hilfreiche Lektüre.

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Cover des Buches Die unglaubliche Reise der Pflanzen (ISBN: 9783608981926)SternchenBlaus avatar

Rezension zu "Die unglaubliche Reise der Pflanzen" von Stefano Mancuso

Durch Raum und Zeit
SternchenBlauvor 9 Monaten

Pflanzen sind zwar verwurzelt, aber nicht unbeweglich, sondern sie reisen durch Raum und Zeit. Und diesen Gedanken schreibt Stefano Mancuso so wundervoll und poetisch in diesem Buch, dass mir das Herz aufgegangen ist. Mancuso zeigt Pflanzen als Pioniere, Kämpfer und Heimkehrer, Flüchtlinge und Eroberer, Mutige Kapitäne, Zeitreisende, Einsiedler und Anachronisten.

Wenn es um Biodiversität geht, sind uns Säugetiere wohl immer am nächsten, langsam folgen auch die Insekten, dass wir uns um sie Gedanken machen. Hier bei Mancuso bekommen sie ein Gesicht und Geschichten, die uns nur staunen lassen können. Und auch Menschen und Forschende bekommen voller Respekt ihren Platz in diesem wundervollen Buch. Richtig ergriffen war ich, wie der Autor von der Begegnung mit den „Hibaku jomoku“, den Heimkehrern von Hiroshima erzählt, was in etwas bedeutet „der Bombe ausgesetzte“. Samen verlieren auch nach über 2.000 Jahren ihre Keimfähigkeit nicht und die White Mountains gibt es eine Kiefer, die über 5.000 Jahre alt ist. Noch nicht alt genug?

„Hinzu kommen große zusammenhängende Organismen wie Pando, eine 43 Hektar umfassende Klonkolonie der Amerikanischen Zitterpappel (Populus tremuloides) in Utah, die aus einem einzigen, seit über 80 000 Jahren existierenden genetischen Individuum besteht.“

Während Mancuso von der enormen Lebenskraft von Pflanzen erzählt, wird auch quasi nebenbei deutlich, wie sehr der Mensch schon seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden in deren Leben eingreift. Viele Pflanzen konnten sich erst durch die Reisetätigkeiten der Menschen verbreiten, viele Pflanzen starben durch den Menschen aus. 

„In der Natur ist alles miteinander verbunden. Dessen ungeachtet, scheint der Mensch diesen simplen Grundsatz nicht zu verstehen, und das tiefgreifende Konsequenzen.“ 

Die Akazie von Ténéré war über drei Jahrhunderte lang war sie ein wichtiger Orientierungspunkt für die Salzkarawanen in der Sandwüste im Norden des Niger. Obwohl sie vollende isoliert steht, wurde sie gleich zwei Mal von Lastwägen angefahren. Der zweite Unfall kostete ihr das Leben. 

Die Aquarelle von Grisha Fischer ergänzen dieses Kleinod kogenial. Ich muss gestehen, dass ich die stilisierten Landkarten, die zum Teil Blätter als Landmassen zeigen, kann ich zwar nicht komplett dechiffrieren, dafür laden sie mich umso mehr zum Träumen ein.

Der einzige Wehrmutstropfen bei diesem Buch ist für mich, dass ich den Umgang mit den Kolonialgeschichte. Das Brennglas auf diese Thema setzt der Autor selbst, wenn er in der Einleitung zum ersten Kapitel über Pioniere in einer fast kindliche Begeisterung über den wilden Westen schwelgt. Auch, wenn er später explizit dann darauf eingeht, wie schlimm die Kolonialisierung war, aber die Schilderung der Forschenden für die East Indian Company und andere ist halt auch immer mit einem schwelgendem Blick. Viele der vorgestellten Forschenden sind außerdem Männer.

Fazit

Ein wundervolles Buch über Pflanzen und ihre Reisen durch Raum und Zeit. 4 Sterne.

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Gespräche aus der Community

Pflanzen sind die großen Reisenden auf unserer Welt. Sie sind überall angekommen, obwohl sie unbeweglich zu sein scheinen.
Im Klett-Cotta Verlag ist mit "Die unglaubliche Reise der Pflanzen" von Stefano Mancuso ein wunderschönes Buch über die Besonderheit der Pflanzen in Wort und Bild erschienen. Aquarelle von Grisha Fisher untermalen die Schilderungen des Autors und machen dieses Buch einzigartig.

Seid ihr neugierig auf dieses außergewöhnliche Büchlein geworden? Zusammen mit dem Klett-Cotta Verlag verlosen wir 20 Exemplare von "Die unglaubliche Reise der Pflanzen" von Stefano Mancuso, aus dem Italienischen übersetzt von Andreas Thomsen.

Beantwortet bitte bis zum 11. März 2020 die folgende Frage für die Chance auf eins der Bücher:

Was ist für euch das Besondere an den Pflanzen auf unserer Erde?

Ich freue mich auf eure Antworten & drücke die Daumen!

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