Rezension zu "Memoiren eines Würgers: Die Geheimnisse des Nevermore Bookshop 4" von Steffanie Holmes
TanteGhostDie Story geht gut voran, hinterlässt dem Hörer aber einen ziemlich gemeinen Cliffhanger.
Inhalt: Mina versucht mit verschiedenen, wirklich engagierten Aktionen, den Buchladen und die Konten des Ladens auf Vordermann zu bringen, als ein erneuter Mord in der Buchhandlung mal wieder alle ihre Pläne über den Haufen wirft. – Mina ist förmlich gezwungen, den Mord aufzuklären, bevor der Laden komplett den Bach runter geht.
An diesem aktuellen Mord, hängt aber, wie sich herausstellt, ein Mord an einem jungen Mädchen von vor vielen Jahren mit dran. Und derjenige, der sich als Mörder herausstellt, konnte die Aufklärung verhindern, da er quasi an der Quelle gesessen hat und jemand anders dafür verantwortlich machen konnte, dass er seine Tat als Buch umgesetzt hat.
Mein Hörerlebnis: Band 4 der Reihe ist von der Strickweise her, genau das Gleiche, wie die anderen Bände auch. Mina, die Protagonistin, ist erstaunlich konstant in den ganzen Folgen. Sie hat nach wie vor mit ihrer Sehschwäche zu kämpfen, will sich aber nicht unterkriegen lassen und den Laden unbedingt erhalten, da sie keine andere Chance sieht, wo sie nach ihrer Erblindung arbeiten soll. – Es gefällt mir, wie sie mal an etwas in ihrem Leben festhält, etwas Gutes erhalten will und deswegen, allen Widerständen zum Trotz, ungewöhnliche und für den kleinen Ort sicherlich auch neue Wege geht.
Dass wieder ein Mord passiert, war mir von Anfang an klar. Mina braucht ja unbedingt wieder einen Fall, der sie unter Leute bringt, der den Laden in Schwierigkeiten bringt und sie am Ende sogar noch in Lebensgefahr. – Nur leider geht diese eigentliche Handlung zum Teil wieder in dieser sexuellen Geschichte unter.
Dass in diesen Büchern Spice vorkommt, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Dass dieser Spice aber so viel Aufmerksamkeit bekommt, kann und will ich nicht verstehen. Die Charaktere treiben es stellenweise wie Tiere im Rudel, an den unmöglichsten Stellen und zu den wirklich blödesten Situationen. Da bringt es am Ende auch nichts, dass Mina anfängt, sich über die Zukunft und wie das weitergehen soll, Gedanken macht. Gibt der Handlung dann auch nicht mehr Tiefgang oder Sinn.
Der Fall an sich, war sehr interessant. Schade nur, dass erst ein paar Leute wirklich ihr Leben lassen müssen, bevor der eigentliche Mörder gefunden ist, der sich dann auch noch als so typisch herausstellt und am Ende eine weitaus dreckigere Vergangenheit hat, als man es sich im ersten Moment vorstellen mag.
Ich habe mir das Buch angehört und war am Ende ziemlich angepisst, dass mit dem Vampir und der Tatsache, wer Minas Vater ist, neue Komponenten ins Spiel kommen und ich jetzt doch auf dem trockenen Sitze, da es keine weiteren deutschen Übersetzungen gibt. – Klar, ich werde die Reihe erst einmal weiter im Auge behalten, aber ich glaube schon, dass sie mir früher oder später dann doch abhanden kommen wird.
Fazit: Ein durch und durch belletristisches Buch. Kein besonderes Muss auf dem Markt, aber irgendwie auch kein megamäßiger Flop. Die Sprecherin macht in jedem Fall einen recht guten Job und verleiht, ohne übertrieben zu wirken, den Charakteren jedem so seinen ganz eigenen und irgendwie unverwechselbaren Charakter.
Die Protagonistin ist erholsam konstant, kämpft konstant mit ihrem Problem, findet einiges über sich heraus und deckt am Ende doch immer wieder neue Fragen auf. – Auf diese Weise bleibt die Reihe Folge für Folge dann doch interessant, obwohl sie durchaus auch ihre unpassenden oder eben uninteressanten Komponenten hat.
Der Stil der Autorin bleibt in jedem Fall gewohnt konstant und gleichmäßig. Wobei sie in diesem Band der Reihe dem Geschnaggsel mal erfrischend wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. – Lieber wäre es mir, diese Komponente wäre nicht in den Büchern, aber ich bin ja nur ein Leser bzw. Hörer.
Die fantastische Komponente geht hier leider etwas unter, die Sensation über die Identität des Vaters von Mina und allem, was irgendwie dran hängt, geht leider etwas unter, was irgendwie schade ist. Aber das Gesamtkonzept der kompletten Reihe ist wirklich irgendwie ansprechend.
Schade, dass die Fantasy so nach und nach immer mehr in der Versenkung verschwindet. Dabei ist es doch gerade die Komponente, die mich an der Story interessiert.















