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schokoloko29

vor 9 Monaten

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Wichtig es kann kein Buch gewonnen werden. Dies ist nur eine Leserunde.

Herzlich willkommen zur Januar Leserunde der Gruppe: SUB Reduktion für anspruchsvolle Romane.

Im Januar wollen wir zusammen Risiko von Steffen Kopetzky lesen und ich hoffe wir können uns über diese Plattform über das Buch austauschen!

Autor: Steffen Kopetzky
Buch: Risiko

Sikal

vor 9 Monaten

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Danke dir für die Organisation. Natürlich bin ich dabei.

marpije

vor 9 Monaten

Anmeldung

Super, ich freue mich sehr auf die gemeinsame Leserunden :)Bin dabei :)

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krimielse

vor 7 Monaten

Teil 6 bis Seite 715
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Wunderschön, der traditionelle Geschichtenerzähler am Anfang dieses Abschnittes lässt erst mal ein bisschen Luft holen...die erzählten Geschichten sind zum einen Gleichnisse, zum andren verknüpfen sie die Handlung und Handelnde des Buches.

Gilbert-Khan taucht kurz noch einmal auf, er lässt sein Auge auf einem Jahrmarkt bei einem Wundarzt behandeln, gibt sich als Koranschüler (Talib-ul-ilm) und aus dem Jemen stammender Araber aus
Parviz Yusufzai, ein paschtunischer Reiter, nimmt Stichnote bei sich auf, päppelt ihn auf und bringt ihn später zu seinen Kameraden zurück.
Niedermayer, in Kabul gelandet, ist unterdessen der Hinhaltetaktik des Emirs Habibullah Khan ausgesetzt, der zwar von der aufgeklärten Kabuler Elite aufgrund seiner Britenfreundlichkeit nicht unterstützt wird, aber dennoch die Fäden der Macht in der Hand hält und und lange keinerlei Rehung zeigt, dem Ruf des Sultans von Konstantinopel zum Dschihad zu folgen bzw. die Expedition überhaupt nur zu empfangen. Doch Niedermayer schafft er einzuwickeln mit einem verdrehten Versprechen zur Unterzeichnung eines mehrseitigen Abkommens zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit den Mittelmächten im Falle ihres Sieges. Niedermayer ist beschäftigt - mit Planungen und Kriegsvorbereitungen, schickt Stichnote nach Indien, um nach Bündispartnern bei den dortigen Paschtunen zu suchen.
Stichnote hingegen lässt sich nicht täuschen vom Emir, der seinen Retter Paviz ins Gefängnis warf und dessen Tochter zur Frau nahm und so dem freiwilligen Hungertod auslieferte. Stichnote will Rache am Emir, womit sich der Kreis zum Prolog schließt. Und endlich erfährt man, wie das Handgemenge zwischen dem Emir und Stichnote ausgeht...

Ich frage mich, ob die Stragegischen Vorbereitungen zum Dschihad 1916 tatsächlich auf dem Spielbrett des großen Spiels stattfanden...auf jeden Fall ist es für mich hochinteressant, beim Lesen die strategischen Überlegungen nachzuvollziehen, genauso wie die geschichtlichen Hinterhründe des Romanes besser zu begreifen. Ich wusste zwar von der Durand-Linie, aber wie sie zustande kam, diese kleine Kognac-Episode, die hier eingestreut wurde, und was genau de Auswirkungen gewesen sind, das wird hier genial und auf sehr unterhaltsame Weise dargelegt. Spannend fand ich auch, dass die Briten in Paschtunischen Gebieten kaum Schulen bauten, ebenso das Handeln der Paschtunen als Clans mit der uralten Blutrache, dem Krieg untereinander...

Das der Emir von Afghanistan nicht 1916 starb kann man leicht online finden. Und dass die Niedrmayer-Expedition letztlich scheiterte auch. Was wäre wohl alles anders geworden, wenn Stefan Kopetzkis Vision der Wahrheit entspräche?

krimielse

vor 7 Monaten

Teil 6 bis Seite 715
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Code-between-lines schreibt:
Im sechsten Leseabschnitt versteht man nun mehr und mehr, wie es zu den Geschehnissen aus dem Prolog kommen konnte. Als Stichnote Parviz und Ruia so sehr in sein Herz schloss, dachte ich zum ersten Mal, dass das ein Motiv sein könnte, warum er zum kaltblütigen Mörder wird – und es stellt sich ja schließlich auch genau so heraus.

Genau, das wird hier richtig deutlich. Stichnote ist letztlich ein sehr geradliniger und prinzipientreuer Mann, er hat keine andere Möglichkeit zu handeln.

krimielse

vor 7 Monaten

Teil 7 Epilog
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Hui, und noch ein kleiner Berg Informationen, die alle so hochinteressant sind...Stichnote ein Verräter, von Niedermayer aus der Geschichte getilgt, obwohl ohne ihn die Expedition wahrscheinlich unmöglich hätte gelingen können...schon traurig, dass seine einzige Erwähnung in den Briefen von Lucien Camus ist.
Der Hafen Hafen von Karachi wird, wie auf dem Brett des Großen Spiels geplant, letztlich eingenommen, und dies ist eine Wende für ein zerrissenes Land und eine Wende im Großen Krieg, der Anfang vom Ende für Britisch Indien.
Viele Figuren, im Roman erwähnt, tauchen nochmals kurz auf, so zum Beispiel der Waffenhändler Helphand als Finanzminister der Russen, oder Alois Musil, der beim Treffen in Konstantinopel in der Filiale der Deutschen Bank dabei war, oder Paviz als Gewinner des großen Buzkaschi in Kabul 1916.
Schön zu erfahren übrigens, dass sowohl Lucien Camus als auch der Geisternazi überlebten, dass Stichnote seine Liebste in London trifft (ihre Schwangerschaft war klar, als sie beim Abschied von ihm in Konstantinopel an ein unausgesprochenes Geheimnis dachte) und zusammen mit ihr und dem Geisternazi nach Spdamerika zum Überseeludwig übersiedelt.

Eine schöne Fiktion, das vorgezogene Kriegsende 1916, die Versöhnung Französischer und Deutscher Soldaten an der Westfront, die gelungene Exoedition der Deutsxhen und ein Land, das sich befreien kann...all das hätte sicher völlig andere Auswirkungen auf die heutige Situation.

Und herrlich, was hier über Churchill steht:
"Winston Churchill, dem im War Cabinet alle die Schuld für Gallipoli und das darauffolgenden Indien-Debakel in die Schuhe schoben, besann sich nach dem Ausstieg aus der Politik seiner Schriftstellerqualitäten. Dank eines uneinholbaren Informationsvorsprungs, exzellenter Zigarren und seines stets angenehm temperierten Badewassers war er der Erste, der mit einem großen Buch über den Krieg herauskam."

Code-between-lines

vor 7 Monaten

Teil 5 bis Seite 617
@krimielse

Muss aber doch im Falle der Bluttransfusion nicht zwangsläufig sein. Die passende Blutgruppe reicht, das hätte auch einfach durch Zufall passen können.

Code-between-lines

vor 7 Monaten

Teil 6 bis Seite 715
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krimielse schreibt:
Ich frage mich, ob die Stragegischen Vorbereitungen zum Dschihad 1916 tatsächlich auf dem Spielbrett des großen Spiels stattfanden...auf jeden Fall ist es für mich hochinteressant, beim Lesen die strategischen Überlegungen nachzuvollziehen, genauso wie die geschichtlichen Hinterhründe des Romanes besser zu begreifen. Ich wusste zwar von der Durand-Linie, aber wie sie zustande kam, diese kleine Kognac-Episode, die hier eingestreut wurde, und was genau de Auswirkungen gewesen sind, das wird hier genial und auf sehr unterhaltsame Weise dargelegt. Spannend fand ich auch, dass die Briten in Paschtunischen Gebieten kaum Schulen bauten, ebenso das Handeln der Paschtunen als Clans mit der uralten Blutrache, dem Krieg untereinander...

Habe ich mich auch gefragt. Auf jeden Fall ein Bild, das man sich gut vorstellen kann und eine interessante Idee.

krimielse

vor 7 Monaten

Teil 5 bis Seite 617
@Code-between-lines

Stimmt, die Blutgruppe wurde erwähnt. Aber es gab ja noch mehr Hinweise: die Kommune, das Foto, die Sorge von Toth um Zickler...

krimielse

vor 7 Monaten

Teil 6 bis Seite 715
@Code-between-lines

Ob das in Niedermayers Buch steht, das im Anhang von Risiko erwähnt wurde? Ich weiß nicht, ob ich es lesen würde, aber ich habe es mir erst mal aufgeschrieben, vielleicht läuft es mir irgendwo über den Weg...
Ich denke schon, dass viele Stategische Pläne mit kleinen Figuren auf Landkarten gemacht wurden, aber die Frage für mich ist, wie weit das geht, und ob dieses Spiel wirklich alle so sehr gefangen nahm, besonders in Kabul die aufgeklärte Elite.

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